Beiträge von plattyplus

    Nun ja,
    bei uns am Berufskolleg wird wohl mehr Material eingesetzt als in allgemeinbildenden Schulen, trotzdem sieht es so aus:

    Wir haben vier Räume mit elektronischen Whiteboards. Die Kreidetafeln wurden abgebaut. Die Whiteboards werden aber nur noch als Projektionsfläche für einen alten Overhead benutzt, weil niemand die Stifte für die Dinger hat bzw. sehr kurzfristig bekommen kann. Das Zeug liegt einfach nicht offen im Lehrerzimmer oder direkt am Whiteboard rum, könnte ja geklaut werden. Damit sind die Dinger tot. Außerdem sind sie eh zu klein.

    Derweil versuchen wir in jedem Raum folgende ausstattung zu bekommen: Kreidetafel + Leinwand + Beamer
    Und nein, die alten Bretter für die Overheads sind keine Leinwand, die sind viel zu klein, als das man hinten noch irgendetwas sehen könnte. Nun, die Beamer haben wir, die Computer auch. Aber die Verwaltung noch davon zu überzeugen, daß wir einen Handwerker brauchen, um Strom- und Datenkabel zur Zimmerdecke zu legen, daran hapert es seit inzw. einem Jahr.
    Woran es bei uns beim Thema "Digitalisierung" aber meiner Meinung nach generell hapert ist die Verfügbarkeit von Computern. Wenn bei uns PCs angeschafft werden, müssen die mindestens 7 Jahre halten, bis Ersatz eingeplant ist. Jeder von uns weiß, daß die Computer nie so lange durchhalten und das es extrem teuer wird, wenn ich Hochleistungsrechner kaufen muß, um auch in 7 Jahren noch halbwegs genug Leistung für die dann aktuelle Software zu haben. Merke: Alle 3 Jahre einen Core i3 für 230,- € ist günstiger als alle 7 Jahre einen Core i7 für 1.000,- €. Aber erklär das mal der Verwaltung, daß es langfrisitg günstiger ist häufiger zu kaufen.

    Da die Rechner wie gesagt nie und nimmer so lange durchhalten, mustern wir inzw. defekte Geräte einfach ersatzlos aus. Da nutzt dann auch der Beamer an der Zimmerdecke in den Räumen, die schon über eine Verkabelung verfügen, nichts mehr, wenn der Computer, der den füttern soll, weg ist.

    Und der/die Nächste?

    Hätte ich es mir dieses Jahr leisten können, wäre ich wieder auf die Südhalbkugel unserer Erde geflüchtet. Ich weiß gar nicht, warum alle im Sommer in den Urlaub fahren. Dann ist das Wetter doch daheim auch recht schön, aber dieses Mistwetter im Winter... nicht mein Ding.

    Kennt ihr schöne Ziele auf der Südhöabkugel?

    Ich stimme damit in den Chor der User ein, die die Frage etwas "ungeschickt" formuliert finden.

    Ok,
    vor dem Hintergrund vielleicht ungeschickt formuliert.

    Ich hatte bei der Frage halt folgende Situation im Kopf:

    Kollege: "Was machst Du in den Ferien?"
    Ich: "Neuseeland!
    Er: "Toll, da will ich auch hin."
    Ich: "Das bedeutet aber 26 Stunden Flug."
    Er: "Also dann will ich nicht mehr. Das ist mir zu anstrengend."

    Innerhalb von nicht einmal 10 Sekunden schlug es von "toll" auf "zu anstrengend" um. Daher auch meine Frage, ob das mit Faulheit zusammenhängt. Das die Flugreise noch der entspannende Teil der Tour war, wenn ich an meine Art zu reisen denke, habe ich ihm dann nicht mehr erklärt.

    Ich finde die Gründe, warum du Lehrerin werden willst, ehrlich gesagt immernoch etwas dürftig. Wenn du gerne mit Kindern arbeitest, könntest du auch eine Ausbildung zur Erzieherin machen... Gehe in dich, warum ist das dein Traumberuf? Musst du ja nicht hier ins Forum schreiben...

    Als ob wir alle mit 18 Jahren schon genau wußten, was wir werden wollten.

    Es gibt zwei ganz große Dinge im Leben, die mehr vom Zufall beeinflußt werden als von allem anderen, nämlich die Antworten auf die Fragen:

    • Welchen Job fülle ich mein Leben lang aus?
    • Mit wem lebe ich zusammen?

    Also sehe es nicht so negativ. Planen kann man sowas eh nicht. Einfach machen und gucken, was dabei rauskommt.

    Die Frage lautet: Was hat Dich zuletzt so richtig gefreut?

    Ein Brief einer ehemaligen Schülerin.

    Ich hatte sie als Referendar im Bedarfdeckenden Unterricht und bei der Besprechung der Quartalsnoten (unter 4 Augen auf dem Flur), schilderte sie damals, daß sie Angst habe die Schule zu beenden, weil ihre Eltern danach wohl schon eine Heirat in der Türkei geplant hätten.

    Da sie meine Frage nach der deutschen Staatsbürgerschaft bejahte, hatte ich ihr geraten zur Bundeswehr - genauer zur Marine - zu gehen. An der Wache am Kasernentor kommt auch keine türkische Großfamilie vorbei. Außerdem bekäme sie dort noch eine Nahkampfausbildug für den Notfall. Sie könne sich natürlich auch ein Leben lang in einem Frauenhaus verstecken, aber was wäre das für ein Leben.

    Nun ja, 5 Jahre später kam ihre Danksagung per Brief aus Wilhelmshaven. :)

    Das die Post mich überhaupt erreicht hat, wo sie doch an die alte Schule addressiert war.

    deshalb und wegen unserer Sommerferienzeit, wo es in Australien und Neuseeland Winter ist, waren wir auch noch nicht dort und die Weihnachtsferien wären zu kurz für eine ausgiebige, mindestens vierwöchige Campertour durch Australien.

    Moin,

    also Australien ist für unsere deutschen Sommerferien ideal. Dann ist da nämlich Winter, was heißt:

    • Im Norden des Landes Trockenzeit und Temperaturen um die 30°C. Im Sommer hat es dort 35°C, 90% Luftfeuchtigkeit und die Straßen stehen 1,5m unterwasser. Man kommt also praktisch gar nicht vorwärts.
    • Im Zentrum zwar nachts kalte 0°C, dafür tagsüber nur angenehme 25°C und keine Mücken. im Sommer 40-50°C und Mücken. Soviel Wasser kannst gar nicht mitschleppen und soviel Kleidung kannst gar nicht ausziehen, um da noch 2-5km zu den Attraktionen zu laufen.
    • Im Süden kalt, aber ganz ehrlich sind mir 10°C im Winter lieber als 45°C im Sommer.

    Nach meinem Studium war ich das erste Mal dort, ich wollte auch im dortigen Sommer anreisen. Von wegen. Bin hier in D bei -14°C gestartet und in Perth in einer Hitzewelle angekommen. 52°C! ... ich bin mit Hitzekollaps innerhalb weniger Tage zweimal schon in Perth zusammengeklappt und war in einer Woche wieder zurück in Frankfurt. Also wenn Australien, dann in unseren Sommerferien. Deren Winter entspricht temperaturtechnisch unserem Sommer. Alle 100km, die Du nach Norden fährst, wird es 1°C wärmer.

    Das einzige, was ich unbedingt im deutschen Winter (=australischen Sommer) machen würde:

    • Tasmanien, da fliehen im Sommer alle Aussies vom Festland, die es sich leisten können, hin zur Sommerfrische, im Winter ist es da so kalt wie bei uns.
    • Neuseelands Südinsel. Da ist das Wetter ähnlich wie bei uns in den Alpen. Selbst im dortigen Sommer liegt auf den höchsten Gipfeln Schnee.

    Auf Tassie war ich einmal über Weihnachten, habe ich nach bestandenem 2. StaEx gemacht. Beim Warten am Gate in Frankfurt habe ich ein Flitterwochenpaar getroffen. Die wollten zum Ayers Rock, also ins Herz Australiens. Das Reisebüro hätte ihnen empfohlen im dortigen Sommer (= europäischem Winter) zu reisen. Habe mir überlegt, ob ich sie darüber aufklären sollte, daß bei der zu erwartenden Hitze sie den Bus praktisch nicht verlassen werden und fast alle Outback-Strecken gesperrt sind, weil sich die Touristen bei über 45°C dort nämlich umbringen würden. Habe mich dann aber entschlossenen es ihnen nicht zu sagen, um ihnen die Vorfreude nicht dort schon zu versauen.

    Außerdem... wer sagt denn, daß man immer nur Aktion und Streß haben muß?

    Braucht man auch nicht. Darum brauche ich ja auch keine 3 Urlaube im Jahr, wie manche Kollegen, aber wenn, dann... ;)

    Aber Streß ist ja auch für jeden anders. Manche haben Flugangst, die würden in so einer Situation extremen Streß empfinden und für andere ist es Entspannung so persöhnlich am Knüppel:
    --> https://1drv.ms/v/s!Am9IJkuW4mifmQTlHDveKkSGLHcU :)

    Zur Eingangsfrage: Ich würde es nicht als "zu faul" oder "zu bequem" zum Reisen nennen, sondern man hat einfach kein Bedürfnis danach.

    Ich beziehe mich halt auf die Standard-Situation bei mir im Kollegium. Erste Antwort: "Au ja, will ich auch hin", und keine 30 Sekunden später "26 Stunden sind mir zuviel, Du bist wahnsinnig sowas mitzumachen und dann auch noch in der Economy."

    Moin,

    warum willst Du unbedingt zum Gymnasium?
    Wäre Berufskolleg mit den Fächern Mathematik und Wirtschaftswissenschaft (berufliche Fachrichtung) auch etwas für Dich? Sollten sie dir VWL als Wirtschaft anerkennen, bräuchtest dann nicht mehr nachzustudieren.

    Nachteil des Berufskollegs: Die Schüler sind nicht so leistungsstark wie am Gymnasium, einzelne Ausnahmeklassen mal außenvor.
    Vorteil des Berufskollegs: Du mußt dich mit Eltern eigentlich gar nicht rumärgern.

    Ja mei, solange man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann...

    Genau aus diesen Gewissensgründen gibt es bei mir im Unterricht manche Sachen, die so nicht im Lehrplan stehen, eben weil ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann die Schüler darüber im Unklaren zu lassen.

    So gibt es bei mir z.B. zusammen mit dem "Frohe Weihnachten" zum Stundenende vor den Weihnachtsferien auch immer eine kleine Einweisung in den Umgang mit Silvester-Feuerwerk. Mir ist durchaus klar, daß meine Schüler das nicht zünden dürfen, mir ist aber genauso klar, daß sie es tun. Da sollen sie wenigstens wissen wo es wirklich gefährlich wird. Da gucken mich zwar alle Schüler immer mit großen Augen an, daß ich sowas überhaupt anspreche, aber bisher hatte ich bei meinen Schülern wenigstens noch keinen Unfall damit.

    Also die Regeln:

    • Wer das Feuerwerk zündet, ist nüchtern. Er darf sich gerne nach Mitternacht betrinken (soweit es das Jugendschutzgesetz zuläßt), aber beim Zünden gilt 0,0 Promille. Ich will nicht erleben, daß da jemand im Suff das Feuerzeug wegwirft und den Knaller in der Hand behält.
    • Es werden nur offiziell zugelassene Böller mit BAM-Nummer gezündet, keine Eigenbauten oder Polenböller. Hatte selber einen Mitschüler, der sich damals ein Auge weggesprengt hat, weil er einen Böller in eine Glasflasche gesteckt hat, was dann eine Splitterbombe wurde. Gerade der Satz mit der Glasflasche schockt die Schüler dann doch ziemlich.
      --> https://www.bam.de/Content/DE/Pre…-feuerwerk.html
    • Es werden keine Blindgänger erneut gezündet. Bei dem Blindgänger kann die Zündschnur schon vom ersten Zündversuch soweit runtergebrannt sein, daß der Knaller beim zweiten Versuch sofort hochgeht, bevor ihr ihn weggeworfen habt. Wenn ihr die BLindgänger entsorgen wollt, macht ein kleines offenes! Feuer (also nicht in einem Grill oder so) im Garten und werft die Blindgänger da rein.

    Klar heißt es überall "Brot statt Böller" und die Moralkeule sagt auch, kauft keine Böller, zumal sie es eh noch nicht dürften. Aber wir alle wissen, daß sie es tun. Und ja, am meisten Sorge habe ich um die 10-12 jährigen, die bei mir jedes Jahr am Morgen des 1. Januar durch die Straßen ziehen und nach Blindgängern suchen, um diese erneut zu entzünden.

    Wenn man solche Theman als Pauker komplett verteufelt, kommt man an die Schüler natürlich gar nicht mehr ran.

    Aber zurück zum Ausgangsthema. Bei mir im Kollegium ist es halt immer wieder das Gleiche. Wenn man da was sagt von wegen "Australien, Neuseeland, Südafrika,. ..." sagen sie alle: "Toll! Will ich auch hin." Aber sobald man die Flugzeit erwähnt, heißt es nur, daß sie sich sowas nicht antun würden. Der Umweltaspekt spielt da keine Rolle, es geht allein um die Bequemlichkeit bzw. die Strapazen so einer Reise.

    Moin,

    also wenn wir schon beim ökologischen Fußabdruck sind, könnte ich gleich mal bei unserem Brötchengeber anfangen:

    • Jahresfahrleistung mit dem PKW 65.000km, davon 50.000km allein Fahrt zur Arbeit. Könnte auch wesentlich weniger werden, wenn Bildung nicht Landesrecht wäre und es meine Fakulten auch im Nachbar-Bundesland so geben würde. Mein Mittelklassewagen verbraucht 6L/100km. Ich kaufe PKWs neu und fahre sie, bis sie mechanisch wirklich platt sind. Bei knapp 10 Jahren und weit über 500.000km auf der Uhr ist da aber Ende. ÖPNV geht nicht, so früh morgens fahren noch keine Züge, um pünktlich anzukommen. Da wir bei uns Landesfachklassen haben, müssen die Azubis auch soweit anreisen und bekommen dafür überwiegend einen Firmenwagen gestellt. Auf den 3km bis zur Autobahnauffahrt würde ich meinen PKW locker für eine Fahrgemeinschaft voll bekommen mit denen, einer wohnt 15 Häuser weiter in meiner Straße, aber ist ja verboten.
    • So eine Fernreise nach Neuseeland sind ca. 40.000km, ist wirklich ziemlich genau am anderen Ende der Erde. Der Flieger verbraucht pro Sitzplatz 3kg/100km (=3,5L/100km). So gesehen verfeuert mein PKW jährlich grob doppelt soviel Energie wie die Fernreise. So eine Fernreise findet aber nicht einmal im Jahr statt sondern seltener.

    Ansonsten freue ich mich einfach, daß so ein Leben technisch überhaupt möglich ist. Fahrt mal (mit dem Fahrrad ;) ) zum Schloß Neuschwanstein und guckt Euch an, was in der Bude die "aktuellste Technik" ist, die damals beim Bau so teuer war, daß der bayrische König abdanken mußte, weil er sich total überschuldet hatte. Da findet ihr so teure Dinge wie Elektrizität, Zentralheizung, Telefonzimmer, Stahl-Skelettbauweise, um wenige Pfeiler in den Räumen zu haben. All die Dinge habe ich in meiner Bude heute auch, also Strom, Zentralheizung, Telefon und die Südwand wurde in Stahl-Skelettbauweise errichtet, um die großen Fensterelemente einbauen zu können.
    Strom, die Zentralheizung und das Telefon haben es innerhalb von 150 Jahren vom königlichen Luxus bis in jede Sozialwohnung geschafft. Das ist doch echt mal Fortschritt. :)

    @Miss Jones:
    Also ich bin bisher immer Economy geflogen, auch auf der Langstrecke. Bei meinen 1,77m reicht mir der Platz. Allerdings buche ich vorher immer Fensterplatz, um mich dort zumindest an die Bordwand anzulehnen.

    Als ich in Neuseeland war, habe ich mir dann auch den Spaß gegönnt: Hinflug über Asien, Rückflug über Amerika, also immer ostwärts. Ich habe nämlich festgestellt, daß ich mit den kurzen Tagen beim Flug in Ostrichtung besser klar komme, als mit den langen Nächten bei Flügen in Westrichtung. Und ja, von Auckland kommend sind das dann nur noch 15 Minuten mehr, wenn man über Amerika heimfliegt. Dafür geht es dann auch einmal über die Datumsgrenze im Pazifik. ;)

    Das ist schon sehr anstrengend und ich war froh, extra Geld ausgegeben zu haben für einen Sitz am Notausgang.

    Also mein favorisierter Sitzplatz ist immer noch links vorne, aber da lassen sie mich in so einem Bus, der durch die Lüfte gondelt, ja nicht hin. Aber ok, die kleinen Vögel, die ich hobbymäßig höchstpersönlich bewege, wiegen auch nur 1/1000 von so einem Airbus a380, haben auch nur zwei Sitzplätze und reagieren aufgrund der geringen Masse natürlich sehr viel nervöser auf Turbulenzen.

    Ich hätte 26 Stunden lang Angstzustände - dann lieber Fahrrad fahren.

    Angst? Wovor? Aber ok, wenn man manchmal auch selber am Steuerknüppel sitzt, ist das wohl eine ganz andere Perspektive. Quasi so, wie wenn man als Autofahrer bei einem Kollegen ins Auto / in den ÖPNV-Bus zusteigt.

    Wenn ich immer sowas höre, wie: "Ich fahre in den Herbstferien (Anfang November!) an die holländische Nordseeküste", bekomme ich die Krise. Was will man dann da?
    Dann doch lieber über die Weihnachtsferien nach Neuseeland oder Tasmanien, auf in den dortigen Sommer, wenn das Wetter hier total usselig ist. Ja klar ist das verrückt für 2 Wochen vor Ort (17 Tage insg.) sich 3 Tage ins Flugzeug zu setzen und auf irgendwelchen Flughäfen rumzutreiben, aber andererseits ist das die einzige Möglichkeit. Wenn wir in D Sommerferien haben, haben die Winter und der ist auf Tassie oder im Süden Neuseelands genauso usselig wie bei uns. Da ich zudem nicht noch 35 Jahre warten will bis zur Pensionierung, um in der passenden Jahreszeit mal mehr Zeit zu haben, geht es halt nur so.

    James Cook hat für seine erste Reise 3 Jahre gebraucht, um einmal die Welt zu umrunden. Inkl. Wartezeiten fürs Betanken etc. ging das heute bei mir innerhalb von 3 Tagen. :staun:

    Moin,
    kennt Ihr das auch, daß Kollegen Eure Einstellung zum Leben nicht verstehen?

    Ich hatte es gerade vor den Weihnachtsferien, als unsere Sekretärin fragte, ob ich in den Ferien in Urlaub fahre. Ok, wird diesmal nichts, aber einige Kollegen haben es mitbekommen. Habe halt in einer Springstunde im Handy den Flugplan des nächsten größeren Flughafens durchgescrollt. Fernweh halt.

    Ich: "14 Stunden bis Tokyo, 26 Stunden bis Auckland. Wahnsinn! :) " *Der Gesichtsausdruck gehört dazu.*
    Kollege: "Ja, ist auch ein Wahnsinn. Das hört sich schon nach Quälerei an."
    Ich: "Vor 100 Jahren brauchte man nach Auckland noch 2 Monate mit dem Schnelldampfer, vor 200 Jahren mit dem Clipper (schnelles Segelschiff) 6 Monate und vor 400 Jahren ein Jahr. Heute geht sowas an einem Tag und sogar ich als Normalsterblicher kann mir sowas leisten. Ist zwar teuer, aber nicht unbezahlbar teuer. Wahnsinn! :) "

    Kollege: ... *versteht die Welt nicht mehr*

    Sagt mal, sind die alle nur zu faul, daß ich bei "26 Stunden Flugzeit" immer nur höre, daß das allen zu anstrengend ist, oder woran liegt sowas?

    Und ja, mir donnern täglich die ganz großen Vögel im Endanflug übern Kopf, trotzdem sehe ich das positiv, ganz im Gegensatz zum Chef.

    Früher habe ich auch immer ganze Ordner durch die Gegend getragen, heute nehme ich nur noch die Kopiervorlagen für den aktuellen Tag mit.

    Und ich habe die Koopiervorlagen auf dem USB-Stick. Seitdem wir einen Computer direkt an den Kopierer angeschlossen haben (war meine Idee), nutze ich den Kopierer nur noch als Drucker, um die Vorlagen gleich in Klassenstärke auszudrucken. Kommt da mal spontan eine Vertretung, kein Problem, ich habe ja eh alles dabei. So ein 128GB USB-Stick im Portemonaie ist da echt Gold wert.

    Der Computer hängt seit inzw. 2 Jahren da am Kopierer und manche Kollegen sind mir schon gefolgt und ebenfalls umgestiegen. Das Verhältnis Drucke/Kopien beträgt ca. 1:3. So wenige Drucke sind es also nicht.

    Außerdem ist die Qualität, was die Graustufen angeht, bei den Ausdrucken wensentlich besser als bei Kopien. :)

    Habt ihr eine Idee, wie die Transportaufgabe am besten zu bewältigen ist?

    Also ich leg alle Dokumente bei uns auf den Schulkopierer, Stecke den USB-Stick an und mache PDFs daraus. Der ganze Papierkram bleibt entweder in der Schule oder zuhause. Ordner gibt es da in der Tasche nicht.

    Oder Du schaffst Dir als Fahrrad ein "Long John" an, dann bekommst auch noch die Waschmaschine mit zur Schule. :zungeraus:
    [Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/34/LongJohn11b.jpg]

    Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:LongJohn11b.jpg

    Dann kommt die Gemeinschaftsschule als höchstes der Gefühle nicht aus der rot-grünen Ecke? Und nie Herunternivellierung des Abiturniveaus?

    Das ist mir ganz egal aus welcher Ecke diese Gemeinschaftsschule kommt und es ist mir auch egal, ob man das Kind jetzt Gesamtschule, Sekundarschule oder sonstwie nennt.

    Meine Erfahrung: Im ländlichen Raum, wo die Schülerzahlen nur für eine weiterführende Schule reichen, machen diese Gemeinschaftsschulen durchaus Sinn, um für die Schüler überhaupt eine Schule mit zumutbarem Schulweg zu haben. Aber in Ballungsräumen, in denen es schon alle drei weiterführenden Schulformen gibt, noch eine weitere Schule dazwischenzuballern, auf das sich dann alle Schulen gegenseitig die Schüler wegkanibalisieren, ist total hirnrissig.

    Ich erlebe es bei uns am Berufskolleg bei den Volzeitschülern ja selber. Die wollen bei uns weg und zur Nachbarschule, weil man dort nach deren Aussagen leichter die Fachhoschschulreife bekommen kann. Bei den Sek 1 Schulen wird das nicht anders laufen. Will man eine Schule mit vielen Schülern haben, um die Stellen der Kollegen zu sichern, muß man mit den Anforderungen runtergehen, damit es sich rumspricht, daß man dort einfach zu den Abschlüssen kommt.

    Im ländlichen Raum, wie gesagt, ganz anders. Das Extrembeispiel ist da in meinen Augen immer Helgoland. Bevor wir da die 5. Klässler alle ins Internat aufm Festland schicken, wäre ich ganz harter Verfechter der Gemeinschaftsschule. Komischerweise kommt bei solchen Gemeinschaftsschulen auch wirklich was bei rum.
    Ich hatte selber schon einige Jugendliche im Unterricht, die aus solchen Gemeinschaftsschulen (von den deutschen Inseln) gekommen sind und jetzt bei Oma und Opa wohnen für die Ausbildung. Deren Leistungen sind durchweg überdurchschnittlich.

    Kann man deine 6er-Kandidaten gar nicht mit Materialismus ködern?

    Die Kandidaten kann man schon mit Materialismus ködern, allerdings reden wir da dann von ganz anderen Dingen. Bei den Vollzeitklassen gibt es da ein Thema, bei dem alle hellwach werden, nämlich: "Wie fülle ich meinen Hartz 4 Antrag aus?"
    Hab da halt wirklich Kandidaten dabei, die die Hauptschule nach der 6. Klasse verlassen haben, weil sie diese Klasse so oft wiederholt haben, bis sie irgendwann 16 Jahre alt waren.

    Bei den Azubis sieht das etwas anders aus. Da ist der absolute Bringer: "Wie fülle ich meine Steuererklärung aus?" Zumindest machen wir da die vereinfachte Steuererklärung für abhängig beschäftigte Arbeitnehmer an einem Beispiel-Fall, aber mit dem Original-Formular. Wenn das Thema gerade ansteht, also im März, weil die Arbeitgeber und Krankenkassen ihnen ja bis Ende Februar alle Unterlagen zugeschickt haben müssen, und sie so gleich ihre eigenen Unterlagen neben den Beispielfall legen können, ist das echt der Bringer, auch wenn es eigentlich totlangweilig ist. :cash:
    --> https://www.formulare-bfinv.de/ffw/resources/…St_1_V_2016.pdf

    So gesehen funktioniet das mit dem Materialismus schon. Nur muß es ganz kurzfristig erfolge bringen.

    Ach ja, mein Wunsch an den Weihnachtsmann, ist ja bald wieder soweit: Er möge in Deutschland die Wehrpflicht wieder einführen, aber wirklich für alle und jeden... auch T5 wird noch gezogen und mit doppelter Staatsbürgerschaft kann man sich dem auch nicht entziehen. Auf das manche Schüler mal einen geregelten Tagesablauf kennenlernen, dem sie nicht entfliehen können.

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