Beiträge von plattyplus

    Ärzte stellen diese auch notfalls einen Tag rückwirkend aus.

    Rückwirkend ausgestellte Atteste werden bei uns nicht akzeptiert. Einzige Ausnahme: Wenn es Folgeatteste sind (z.B. nach einem Krankenhausauffenthalt).

    Beim Umstellen der Tische für die Klausur ist der Schüler halt zum Waschbecken gestürzt, hat es gerade noch so erreicht und dann wurde es etwas unangenehm. Nur mal, damit ihr Euch die Situation vorstellen könnt.

    Moin,

    sagt mal, wie sieht das Thema "Klassenarbeiten und kranke Schüler" bei Euch aus? Also wenn ihr seht, daß jemand wirklich krank ist. Kann ich den dann nach Hause schicken und nachschreiben lassen oder muß wirklich zwingend ein Attest bzw. eine Krankschreibung kommen? Ich würde mal denken, daß bei offensichtlicher Krankheit meine Beurteilung reicht, damit ein Schüler nachschreiben darf. Das Attest ist nur notwendig, wenn jemand gesund aussieht, aber eigentlich krank ist; also genau, um die gegenteilige Situation zu dokumentieren.

    Hintergrund: Dem Plattyplus hat ein Schüler eine Minute vor der Klassenarbeit ins Waschbecken gek... :uebel:
    Ich habe ihn letzte Woche Mittwoch heimgeschickt. Weil mittwochs nachmittags kein Arzt offen hat, hat er sich wegen Magen-Darm auch kein Attest holen können an dem Tag.

    Ich will den jetzt nachschreiben lassen, aber meine Kollegen nölen rum, ich solle die Arbeit mit der Note 6 werten. Habe mich bisweilen auf die Position zurückgezogen: "Wenn ich ihn nach Hause schicke, hat er sein Fehlen bei der Klassenarbeit nicht zu vertreten. Entsprechend stellt sich die Frage nach einem Attest gar nicht, eben weil ich ihn weggeschickt habe."
    Oder muß ich ihm rein rechtlich jetzt doch die 6 reinhauen? :(

    "Ohne Verantwortung"?
    FSJler machen zum Teil sowas wie früher die Zivis.
    Dass bspw. ein Rettungssani, ein Krankenpflefer oder Ähnliche keine Verantwortung habe, halte ich dann doch für "etwas" gewagt.

    Wollte ich gerade sagen.

    Damals als Zivi habe ich auf der Kinder-Intensivstation die Beatmungsmaschinen aufgebaut für die Knirpse, die aus dem OP gekommen sind. Dazu hatte ich die Aufgabe die Blutgasanalysen (BGAs) durchzuführen.

    Klar wurden die Beatmungsmaschinen an einer Testlunge (Gummibeutel) laufen gelassen bevor die Knirpse gekommen sind, aber:

    • Ob die Maschine keimfrei zusammengebaut wurde, konnte niemand kontrollieren. Dafür hatte der Zivi die alleinige Verantwortung.
    • Blutgasanalysen sind eigentlich auch recht einfach. Rein mit den Proben in die Maschine und machen. Aber wehe, da verwechselt man bei den ganzen Proben die Aufkleber auf den Blutproben. Falsches Ergebnis = Beatmungsmaschine wird falsch eingestellt = Patient erstickt wegen zuwenig o2 oder erblindet weil zuviel o2.

    Also FSJ und "keine Verantwortung"? Halleluja!

    Die Chefs, die sagen "ich habe lieber einen Realschüler mit gutem Abschluss als eiinen Abiturienten" sind viel zu wenige, zumindest ist das das, was du hier in der Region (Ballungsraum NRW, Ruhrgebiet, Niederrhein usw) sehr oft erlebst.

    Also ich interpretiere das bei den Chefs eher so, daß es ihnen weniger um das Fachwissen geht als viel mehr um die Umgangsformen. Also: "Kann ich den Azubi auf Kunden loslassen?" Dementsprechend suchen sie einfach ältere Azubis. Die wollen keine 16 sondern 21-23jährige. Diese haben dann zumeist das Abitur und ggf. schon ein abgebrochenes Studium.

    Ich habe z.B. am technischen BK in meiner Klasse eine angehende Hebamme. Sie hat ganz einfach gesagt: "Ich brauchte was, um die 2 Jahre rumzubekommen, weil die Hebammen-Ausbildung erst mit 18 Jahren begonnen werden darf."

    Vor vielen Jahren habe ich in einem alten, gymnasialen Lehrplan sogar einmal gelesen, dass Shakespeare im Englischunterricht auf Deutsch verhandelt werden müsse, weil das Thema sei ja viel zu schwierig in der Zielsprache.

    Zu schwierig in der Zielsprache?
    Also bei mir hat es, was Englisch angeht, in der 6. Klasse "click" gemacht. Englisch gab es bei mir aber auch erst ab Klasse 5 und ja, ich war da ein schlechter Schüler. Der einschneidende Moment war zu Silvester, als ich den Dialog bei "Dinner for One" wirklich verstehen konnte. Da kam dann der Gedanke, daß man das ja für irgendwas gebrauchen kann.

    Wenn ich heute im englischsprachigen Ausland unterwegs bin, wundrn die sich alle, sie gut ein Deutscher Englisch labern kann. Auch der Aussie-Slang: No worries mate!

    Bei Latein hatte ich das einschneidende Erlebnis nie, da blieb es dann durchgehend bei der Note 5.

    was ich persönlich mir wünschen würde...

    Also wir an der Berufsschule würden uns wünschen, daß die Schüler/Azubis bessere Umgangsformen mitbringen würden. Die Inhalte bringen wir ihnen schon bei. Also bei der Mathematik reichen die vier Grundrechenarten, Bruch- und Prozentrechnung sowie Dreisatz komplett aus. Aber die Zeit, die für die Erziehung draufgeht, so man bei 16-25jährigen überhaupt noch von Erziehung sprechen kann, hat sich gemäß der Aussagen der ältern Kollegen in den letzten Jahren drastisch gesteigert.

    Woher sollen z.B. Eltern, die selbst nur die Hauptschule besuchten, wissen, ob ihre Kinder für das Gymnasium geeignet wären? Vom Hören-Sagen? Wohl eher kaum... Natürlich liegen auch Lehrer nicht immer 100% richtig, aber sie besitzen eine berufliche Professionalität, die sie in der Sache von Elten unterscheidet, da bei ihnen immer eine gewisse Portion Subjektivität mitschwingt - insbesondere, wenn sie die geeigneteste Schulform mit der höchsten Schulform verwechseln.

    Berufliche Professionalität? ^^
    Ich kann Dir sagen, wie es bei mir selber als Schüler damals gelaufen ist. Ich hatte eine Empfehlung für die Hauptschule. Als mein Vater damals deswegen zur Grundschule gegangen ist (mit Termin), wurde er von der Schulleiterin rausgeworfen.

    Daraufhin haben sie mich dann am Gymnasium angemeldet und ich bin nicht ein einziges Mal sitzengeblieben.

    Als ich in der 5. Klasse war, gab es dann einen großen Zeitungsartikel eben mit der Grundschul-Schulleiterin, in dem sie wörtlich zitiert wurde: "Die Hauptschule darf nicht sterben"... und deswegen kriegen entsprechend viele Schüler die Hauptschulempfehlung? Ja nee ist klar.

    Soviel zum Thema "Professionalität". :daumenrunter:

    Oder anders: Ich berate heute meine Schüler so, wie ich es für richtig halte, auch wenn das bedeutet, daß dann die Schülerzahlen an unserer Schule ggf. zurückgehen. Die Ehrlichkeit bin ich meiner Meinung nach den Schülern schuldig. Bsp.: Die Assistentenausbildung ist eine Ausbildung gemäß Landesrecht NRW. Wenn ich da einen Schüler aus Niedersachsen oder so habe, sehe ich es als meine Pflicht an ihn darauf hinzuweisen, daß der Abschluß in Niedersachsen nicht anerkannt ist, er damit also nicht zurück kann. Wenn Sie dann eine gute Lehre anfangen, ist das eben so.

    Was klar herausgearbeitet werden muss (auch mittels Noten) ist, wer z.B. fürs Gymnasium geeignet ist und wer nicht oder wer studierfähig ist und wer nicht. Da müssen die Grenzen klar sein bzw. sichtbar werden !

    Und die Grenze liegt bei mir genau zwischen der Note 4 und 5.

    Aber im Bereich der sogenannten "schlechten Noten" (4, 5, 6) finde ich es unerheblich, ob 5 oder 6 oder 4 oder 5, da ist mir Anstrengungsbereitschaft wichtiger

    Entsprechend ist mir der Unterschied zwischen einer 4 und 5 nicht unwichtig. DAS ist für mich die ganz große Grenze, die Du oben selber ziehst. Bei der Versetzung ist es ja ähnlich. Ein Zeugnis mit lauter 4ern berechtigt zur Versetzung, eine 5 ohne Ausgleich oder eben mehrere 5er mit Ausgleich eben nicht.

    Es gibt also zunächst keine Verpflichtung, überhaupt zu fahren.

    Ich würde die Dienstordnung etwas anders interpretieren. Die Schulleitung ist mein Dienstvorgesetzter und kann entsprechend frei entscheiden, ob ich mit meiner Klasse zu fahren habe oder nicht. Sie kann also auch gegen meinen Willen entscheiden, daß meine Klasse fährt.

    Aber wenn die Entscheidung "Die Klasse von Plattyplus fährt" gefallen ist, habe ich als Klassenlehrer gemäß §18, Absatz 5 der ADO die Fahrt zu begleiten.
    --> https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Die…dlegend/ADO.pdf

    Die Frage, die sich ergibt, ist natürlich, ob man sich dann auf das reine Begleiten zurückziehen kann. Also wer organisiert in einem solchen Fall die Fahrt, sammelt das Geld ein usw.?

    hier nennt es sich Politik & Wirtschaft und deckt entsprechend sowohl politische als auch wirtschaftliche Themen ab...

    Und das haben sie gemacht, damit sie die ganzen Politik-Lehrer unterbekommen.

    Bei uns haben wir auch zu wenige WiWi-Lehrer. Um den Bedarf halbwegs gedeckt zu bekommen, werden dann Kollegen mit der Fakultas "Sowi7Politik" aus den allgemeinbildenden Schulen eingestellt.
    Spätestens bei dem Thema "Wie fülle ich meine vereinfachte Steuererklärung für abhängig beschäftigte Arbeitnehmer" aus, müssen die aber auf ganzer Linie passen. :autsch:

    Und wenn dich jemand langmachen will, weil du den falschen Notenschlüssel benutzt hättest, argumentiere mit der Bepunktung der einzelnen Aufgaben.

    Ob man nun einen strengen Notenschlüssel hat und für einfache Aufgaben bereits viele Punkte gibt oder einen lachsen Notenschlüssel, dafür aber für einfache Aufgaben nur wenige Punkte verteilt, kommt im Ergebnis aufs Gleiche raus.

    mich würde interessieren, welche Notenbewertungsschlüssel Ihr (z.B. für schriftl. Arbeiten) verwendet?

    Moin,

    ich benutze eigentlich durchgehend den IHK-Schlüssel, also:

    Note Punkte/Prozent
    1 100-92
    2 91-81
    3 80-67
    4 66-50
    5 49-30
    6 29-0


    Wobei ich die losgelöste Frage nach dem Notenschlüssel müßig finde. Da gehört immer auch die Frage dazu, inwiefern bereits für einfache Aufgaben zahlreiche Punkte vergeben werden. Also kann man auch nur mit der Bearbeitung der einfachen Aufgaben die 50% Schwelle erreichen? Bei uns an der Berufsschule gilt eine 4- als bestanden.

    Da du ein 1. StaEx hast, hast du noch nach der alten Regelung, sich sein Diplom als 1. StaEx anerkennen zu lassen den Seiteneinstieg gemacht?

    Ich habe schon während des Studiums die Erziehungswissenschaft-Scheine dazu gemacht, um die Option ziehen zu können meinen Dipl. wirklich 1:1 als 1. StaEx anerkennen zu lassen. Bei uns an der Uni ga bes da damals so einen Leitfaden, was man alles machen muß, damit das 1. StaEx dann wirklich nur noch ein reiner Verwaltungsakt war. Bin dann am Ende mit dem Dipl.-Zeugnis und den Bestätigungen über die EW-Scheine, mündlichen Prüfungen etc. ins Landesprüfungsamt rein und kam 45 Minuten später mit 1. StaEx wieder raus.

    Da ich dann das vollwertige 1. StaEx mit zwei Fächern fürs BK hatte, habe ich danach das Standard-Referendariat fürs 2. StaEx gemacht, war so gesehen also kein Seiteneinsteiger nach OBAS, wenn Du das meinst.

    Nachträglich betrachtet habe ich mich allerdings sehr geärgert, weil ich mit dem 1. StaEx schlechter gestellt war als ohne. Hätte ich das Examen mal bloß verschwiegen. :autsch:
    Wir sind mit zwei Leuten an dem damaligen BK angefangen, ich als Referendar, der andere als Quereinsteiger, beide mit der gleichen Fächerkombination. Er hatte mit e13 netto ungefähr das doppelte Gehalt bei 50% mehr Arbeit und er hatte nachher auch die Stelle sicher, mußte nur mit 4,0 bestehen.
    Er hat letztlich mit 3,7 bestanden und hatte die Stelle, ich habe mit 2,x bestanden und war danach erstmal 1,5 Jahre auf Hartz 4. Und da man als Referendar ja "Beamter auf Widerruf" ist, zahlt das Land nicht in die Arbeitslosenversicherung ein, so daß ich nach dem Ref. gleich bis ganz auf den Boden durchgeschlagen bin.
    Der soziale Aufstieg nach den 1,5 Jahren von Hartz 4 auf a13 war natürlich enorm, da gebe ich Dir Recht.

    Erstens muss man gar nicht konkurrenzfähig zur Industrie sein, da die Möglichkeiten für Absolventen mit erstem Staatsexamen doch sehr beschränkt sind (gerade in den heutigen Zeiten

    Du sprichst mit einem, der neben dem 1. und 2. StaEx noch ein Dipl.-Zeugnis in der Tasche hat. Bei uns am technischen BK hat der überwiegende Teil der Lehrer nicht den klassischen Weg des Lehramtsstudiums ohne Alternativen beschritten. Die haben alle ihren Dipl.-Ing., Master of ... (eben nicht Education), Meister oder Techniker.

    Und da ist der Vergleich zur Industrie ganz nah.

    Wobei ich dir aber Recht geben muß. Ein Punkt ist mit mehr Besoldung nicht beizukommen. Dabei denke ich an das Ansehen unseres Berufsstands in der Gesellschaft. Wenn ich hier höre, wie sich manche Kollegen in den zubringenden Schulen mit den Eltern, Behörden und der eigenen SL rumstreiten müssen, weiß ich, wo noch ein verdammt großeses Minenfeld wartet geräumt zu werden.

    Es geht mir aber um das Setzen von Prioritäten und das, was wir derzeit am dringendsten brauchen

    Und das ist meiner Meinung nach "mehr Personal". Da das Personal aber nicht auf den Bäumen wächst, muß man bei der Bezahlung konkurrenzfähig zur industrie werden und so kommt es dann, daß das Plus an Geld nicht nur in weiteres Personal gesteckt werden sollte sondern auch in erhöhte Bezüge, um dieses Mehr an Personal überhaupt anwerben zu können.

    Mir geht es jedenfalls gehörig gegen den Strich, daß wir über die digitale Schule 4.0, elektronische Whiteboards, Parkplätze und sonstwas streiten, aber gleichzeitig mal stillschweigend mit der Rasenmähermethode die Stundenpläne dermaßen zusammenstreichen, daß meine Schüler in diesem Schuljahr fast schon eine 4-Tage Woche gehabt hätten, einfach weil nicht genug Kollegen da sind, um in wirklich allen Klassen den vollen Stundenumfang abzudecken + Krankheitsreserve.

    In manchen Klassen haben sie in meinen Fächern den Stundenumfang auf unter 50% des eigentlichen Solls zusammengestrichen. Wie soll ich die Schüler da noch auf zentral festgelegte (IHK)-Prüfungen vorbereiten?
    Gegen diese Stundenkürzungen gleich mal vorab, die gar nicht auffallen, weil sie im Stundenplan nicht auftauchen, sind die paar Stunden, die wegen Krankheit ausfallen, vernachlässigbar, auch wenn die Presse da immer ein riesen Faß aufmacht.

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