Sind dies alles nur deine Befürchtungen, dass so etwas bald passiert oder ist dies wirklich die derzeitige Situation an eurer Schule?
So ist es etwas schwierig, mit dir zu diskutieren bzw. dir wirklich Antworten zu geben.
Also das da Schüler mit oder ohne festgestelltem Förderbedarf von mir in der Ausbildungsvorbereitung oder in der 2-jährigen Lehre unterrichtet werden, ist Standard. Ich nenne sie immer "verhaltensoriginell". Die Grenze zwischen schwachem Hauptschüler und starkem Förderschüler ist da ja auch echt fließend. Schließlich gilt in Deutschland die Teilzeitschulpflicht ja bis zum Ende des Schuljahres, in dem sie 18 werden. Früher ging die Schulpflicht nur bis 16, da gab es das "Problem" nicht. Das man in solchen Klassen allerdings 30 Schüler vor der Nase hat und nicht 18, macht das ganze natürlich schon anstrengend.
Aber was wirkliche Inklusionsschüler angeht, die also in Klassen bzw. Ausbildungsgänge gesteckt werden, in der gar nicht geplant ist, daß sie irgendwie einen Abschluß dort bekommen, da habe ich nur wenig Erfahrung. Konkret hatte ich da selber im Unterricht bisher nur drei "Test-Kandidaten". Da ging es darum zu evaluieren, ob das überhaupt irgendwie funktionieren kann. Und die wenigen Erfahrungen, die ich in dem Bereich sammeln konnte, sind eher negativ. Förderkraft nicht da, Förderkraft kennt sich zwar pädagogisch bestens aus, aber hat keine Ahnung von den besonderen Gefahren in der Werkstatt oder im Labor. es wäre eigentlich auch kein Problem, wenn sie die Gefahren nicht kennt, wenn sie denn regelmäßig da wäre. Die Schüler bekommen ja auch eine intensive Gefahreneinweisung.
Sollte es um die letzte Art der Inklusion gehen, so kann dies in meinen Augen nicht funktioneren. Es ist für mich auch vollkommen sinnlos. Da kommen die Inkludierten nämlich am Ende mit 18 aus der Schule, haben ihre Schulpflicht abgesessen und nichts in der Tasche.
Also wenn schon, dann die erste Variante und die machen wir eh schon seit Ewigkeiten. Wir müssen ja alle Azubis nehmen, die die Betriebe einstellen, auch wenn der "Betrieb" eine Behindertenwerkstatt ist. Und ja, wenn die dann im Alter von 20 oder 23 ihren Gesellenbrief in Händen halten, auch wenn es nur ein Maschinen- und Anlagenführer, ein Fahrradmechaniker oder eine Produktionsfachkraft (Industrie, Fließbandarbeit) ist, ist mir das wesentlich lieber.