Beiträge von plattyplus

    In Deutschland wandern überproportional viele Hochqualifizierte aus, das ist nunmal leider Fakt. Und bei unseren abartigen Steuersätzen, der deutschen Missgunstkultur, einer Regierung, die ständig nur überlegt, wie sie noch stärker auf Gutverdiener und deren Kapital zugreifen kann, und attraktiven Ländern mit besseren Verdienstmöglichkeiten, ist das ja auch überhaupt kein Wunder.

    Das ist vor allem kein Wunder, wenn man bedenkt welche Studiengebühren in anderen Ländern gezahlt werden müssen und bei uns eben nicht. Da nimmt man die billige deutsche Uni mit und geht danach wieder, sobald es kein Geld mehr abzugreifen gibt.

    Aber damit sind wir weit weg vom Beamtenbashing und beim Ärztebashing gelandet :flieh:

    Soweit liegt das gar nicht auseinander. Wie wäre es, wenn man sich zu Beginn des Studiums der Medizin verpflichten muss eine gewisse Anzahl an Jahren vollzeit in Deutschland zu arbeiten, um so seine Studienschulden beim Staat zu tilgen? Will man vorzeitig das Land verlassen und in der Schweiz oder sonst wo auf der Welt arbeiten, werden die Studiengebühren in entsprechend mittlerer sechsstelliger Höhe sofort fällig. Also quasi so wie bei der Bundeswehr, wo man sich auch bei teuren Ausbildungen für eine gewisse Anzahl an Jahren verpflichten und sich freikaufen muss, wenn man nachträglich doch früher gehen will.

    "Du willst nach dem Studium, das das Land Deutschland dir finanziert hat, sofort in die Schweiz? Kein Problem, bitte überweise an das unten stehende Konto 500.000,- €, zahlbar innerhalb der nächsten 30 Tage." :pirat:

    Bei Lehrern wäre es ähnlich: "Du hast über zieg Jahre auf Lehramt studiert, Plätze an der Uni für andere blockiert und willst jetzt nicht vollzeit arbeiten? Bitte zahlen..."

    Der hohe NC hat - wegen der erforderlichen Kenntnisse in Biologie, Physik, Chemie und Psychologie durchaus eine Berechtigung. Ebenso wie Ausbildungsdauer und Alimentation.

    Ich selber wäre damals fast am NC gescheitert, der 5 in Sport wegen. Da reichten dann die LKs Mathe und Physik so gerade eben. Der NC gilt ja leider fächerübergreifend, so dass man auch mit einer 1 in Religion ins Medizinstudium kommt.

    Was sie bräuchten, wäre schnöde Notwendigkeit, den Hintern hoch zu bekommen, weil die Alternative Bürgergeld erheblich spürbar unatraktiver ist.

    Wenn das Bürgergeld geringer wäre, wäre der Abstand unserer Gehälter zum Bürgergeld ja auch wieder größer und der Staat müßte unsere Besoldung nicht nach oben anpassen. So könnte er gleich doppelt Geld sparen. :flieh:

    Bolzbold

    Ob die Person von den 2.224€ auskömmlich leben kann, ist eine Frage. Eine andere Frage ist, ob so eine Person im Zweifelsfall noch durch die staatliche Wohlfahrt aufstocken kann und so am Ende wesentlich mehr in der Tasche hat als der Bürgergeldempfänger. Zumal dieses Aufstocken für den Staat günstiger wäre, als wenn die Personen voll umfänglich der staatlichen Wohlfahrt zur Last fallen.

    Meine Vollzeitschüler tragen ihr Mantra "Hartz 4 und der Tag gehört dir" breit grinsend vor sich her. Das darf nicht sein. Vielmehr muss in die Köpfe rein: "Mit jeder Arbeit, egal welcher, geht es mir besser als ohne Arbeit." Es geht also nicht nur um das Geld, es geht auch um den "Verlust an Freizeit", der durch das Geld kompensiert werden muss.

    und Reduktion des Gehalts eines Arztes (m/w/d), ohne Chefarztposition o.ä., auf circa 6.000€ statt aktuell circa 8.000€, was in meinen Augen für eine Position ohne Führungsverantwortung immer noch ein sehr gutes Gehalt wäre.

    6.000€ Brutto nach 8 Jahren Ausbildung? Das paßt nicht. Ich denke eher, dass wir zu einem System zurück müssen, in dem sich Leistung auch wieder im Nettoeinkommen lohnt. Und ja, auch wenn die SPD es nicht wahrhaben will: Mit 100.000€ Jahresbrutto ist man vielleicht ein Spitzenverdiener aber kein Superreicher, den man immer weiter finanziell ausnehmen kann.

    Wenn es darum geht, dass wir sehr viele offene Stellen für Geringqualifizierte haben, aber gleichzeitig diese Geringqualifizierten nicht bereit sind diese Arbeit aufzunehmen, wie ihr es oben formuliert habt, muss man vielleicht auch einmal darüber nachdenken, ob unser Sozialsystem nicht „zu gut“ ist, so dass der Anreiz fehlt entsprechende einfache Arbeiten aufzunehmen.

    Gymshark Er will uns halt zeigen, dass wir überbezahlt sind und vergißt dabei, dass wir bei unserem Job über eine Tätigkeit reden, für die man einen Master-Abschluß benötigt und dann auch noch 2 Jahre Referendariat samt 2. StaEx überstehen muss. Das ist das gleiche Spiel wie früher, wo man das Einkommen es Lehrers mit dem des Putzpersonals verglichen hat, nur um feststellen zu können, dass Lehrer generell überbezahlt sind.

    Ein Studienrat, A13Z/7, nicht verheiratet, keine Kinder, liegt schon bei 4800 EUR Netto, auch abzüglich PKV liegt er damit deutlich besser als der o.g. Softwareentwickler.

    Ich weiß ja nicht wo Du die Zahlen her hast, ich bin A14/9, verheiratet ohne Kinder und bekomme netto 4.541,96€. Wenn ich jetzt die GKV und die Pflegeversicherung daovn abziehe, lande ich bei 3.300€ "netto nach Krankenkasse" und damit bin ich deutlich unter dem oben beschriebenen Softwareentwickler.

    In NRW verdient man beispielsweise als Senior Developer (Softwareentwickler) im Schnitt 80 000 EUR Brutto/p.a., wenn man wirklich gut ist, läuft es so auf die 100 000 EUR hinaus.

    Außerdem ist Softwareentwickler ein Lehrberuf, konkret "Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung". Wenn schon, müßtest Du uns mit dem Software Engineer mit Master-Abschluß vergleichen.

    Manche Menschen sind der Meinungs, dass Alimentationsprinzip von Gott gegeben ist. Tatsächlich erlebt es aber auch einen Wandel und passt sich der Entwicklung der Gesellschaft an. In den 50er Jahren blieb die Frau zu Hause und führte den Haushalt. Der Mann ging es zur Arbeit.

    Bei männlichen Lehrern war es zudem von den 1870ern bis in die 1950er so, dass sie entweder verheiratet sein mussten oder eine Haushälterin einzustellen hatten, um ihren Job überhaupt ausüben zu dürfen. Schließlich hatte sich der Beamte mit seiner ganzen Arbeitsleistung der Schule zu widmen. So gesehen wurde die Arbeitsleistung der Frau den Haushalt zu schmeißen bei der Einstellung des Manns gleich mit eingekauft.

    Gleichzeitig hätten wir da pädagogisches Kontinuitätsproblem und die Schulen können auch nicht mehr über ein Halbjahr hinaus mit Personal planen.

    Die Schulen könnten bei angestellten Lehrkräften nicht einmal inenrhalb eines Halbjahres mit Personal planen. Die letzten angestellten Lehrkräfte, die uns vorzeitig verlassen haben, sind nach über 30 Dienstjahren mit 4 Wochen Kündigungsfrist mitten im Halbjahr ohne jegliche Vorwarnung gegangen.

    Also das Grundgesetz ändern und das Berufsbeamtentum abschaffen.

    Vor allem wird das richtig lustig, wenn das Berufsbeamtentum einmal abgeschafft ist und dann die AfD an die Macht kommt und direkt durchregieren kann, eben weil jeder Beamte Angst haben muss direkt gekündigt zu werden.

    Tom123

    Bei der Reform sollten sie dann aber auch gleich die Unterschiede zwischen den Besoldungen der Länder und Bund egalisieren. Wie kann es sein, dass man in Hamburg mit A13Z 800€ mehr jeden Monat in der Tasche hat als mit A14 in NRW? Das geht dann ja in die gleiche Richtung wie die exorbitanten Familienzulagen in NRW.

    Als ich im Referendariat war hatten wir an meiner Ausbildungsschule einen alten Matrizendrucker mit Elektroantrieb. Man mußte also nicht kurbeln.

    --> https://de.wikipedia.org/wiki/Matrizendrucker

    Damals haben wir bei dem Drucker etwas modifiziert, die üblichen Matrizen durch eine Stahl-Matrize ersetzt, die fest eingespannt war, und damit dann die T-Konten-Blätter für die Schüler in 10.000er Stückzahlen gedruckt. Wenn man T-Konten Blöcke kauft, kosten die ja auch heute noch pro Blatt 20ct und man braucht zur Lösung einer einzelnen Aufgabe gerne 2-3 Blätter. Da hatte die Eigenproduktion echt Sparpotenzial.

    Als Beamter:

    Bei dem Aufgeführten 2Netto" des Beamten fehlt die Kranken- und Pflegeversicherung. Wenn ich von dem Netto von 5637€ noch 1237€ GKV und Pflegeversicherung abziehe, bleiben "netto nach Krankenkasse" 4400€ übrig. Sicher ist das immer noch mehr als das "netto nach Krankenkasse von 3913€ beim Angestellten. Aber ganz so extrem wie dargestellt ist der Abstand dann doch nicht mehr.

    Außerordentliche Kündigung aus gesundheitlichen Gründen um direkt im Anschluss den neuen Job anzunehmen? Mutig.

    Psychische Probleme, weil das Vertrauensverhältnis zum alten Arbeitgeber zerrüttet ist, wäre ein möglicher Grund.

    Ich war z.B. damals als Referendar Wochenendpendler und hab jeden Sonntagabend, wenn ich wieder zurück in meiner Bude war und mir eine Woche in meiner Ausbildungsschule bevorstand beim Gedanken an die SL ins Waschbecken geko****. Das nennt man dann psychosomatische Belastungsstörung.

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