Beiträge von plattyplus

    Welche Schuld trägt die Schulleitung, die offenbar diese Fahrt genehmigt hat, mit einer doch erstaunlich dünnen Personaldecke für ein solches Ziel?

    Welche Schuld trägt das Ministerium, das uns in solche Haftungsfallen hinein treibt? Wo ist der Schulminister, der sich vor seine Leute stellt und der Bevölkerung klipp und klar sagt, dass bei der aktuellen Personalsituation und bei so überbordenden Haftungsanforderungen Klassenfahrten in Zukunft nicht mehr durchführbar sind und er einen entsprechenden Erlass verfasst, der Klassenfahrten generell untersagt, so dass auch meuternde Eltern den Lehrer nicht mehr in der Schulkonferenz eine solche Fahrt abnötigen können?

    Bestätigt sehe ich meine Beobachtungen durch die Darstellung auf der zweiten Seite dieser Quelle: Erwerbstätigkeit von Frauen (bpb.de) (die allerdings schon von 2010 stammt).

    Wobei sich diese Quelle bei den Zahlen bis 1990 aber auch nur auf die BRD und eben nicht auf die DDR bezieht.

    Meine Frau meinte dazu nur: „Ich hatte in der Schulzeit eine Mitschülerin in der Klasse, deren Mutter zuhause bleiben durfte, weil sie sechs Kinder hatte. Alle anderen Mütter waren selbstverständlich berufstätig. Bei uns (in der DDR) gab es die Arbeitspflicht.“

    Entsprechend würden mich mal Zahlen aus „dem anderen Deutschland“ interessieren.

    Aber die meisten heutigen 30-60jährigen Frauen sind in den konservativen Jahrzehnten der Bundesrepublik aufgewachsen, als Vati zur Arbeit ging und Mutti die Küchenschürze überzog. Das lässt sich nicht so leicht abschütteln.

    Oder sie sind, wie meine Frau, in der DDR aufgewachsen, wo Mutti an den Hebeln des 200 Tonnen Autokrans saß. :teufel:

    Wenn ich an die Generation meiner Eltern (und deren Geschwistern) und an die Generation meiner Großeltern denke, waren da alle Frauen berufstätig und zwar vollzeit. Es war dann aber auch immer klar, daß sich die "Großfamilie" um die Kinder kümmert, damit das Modell überhaupt funktioniert.

    Nicht ganz, bei uns sind ja für die verlässliche Grundschule Lehrer und Erzieher zuständig, die alle dem selben Tarifvertrag unterstehen, also kann man da problemlos streiken, ohne das da vorher Lehrer eingesetzt waren, aber ja, weder dürfen die dann angehalten werden das Nachmittagsprogramm zu übernehmen noch den Unterricht, denn nein, für angestellte Lehrer dürfen keine verbeamteten Lehrer während eines Streiks vertreten, die dürfen nur beaufsichtigen.

    Wenn das vorrangige Dienstgeschäft bei diesem Nachmittagsprogramm die Beaufsichtigung und eben nicht der Unterricht ist, dürfen Beamte auch nicht im Rahmen der Beaufsichtigung als Streikbrecher eingesetzt werden, auch nicht für die Notbetreuung. Dann ist nach dem Unterichtsschluß Ende… Bitte alle Kinder sofort abholen.

    *seufz* Aber sich über den Bahnstreik, die Klimakleber und die protestierenden Bauern beschweren."

    Ja, ich will auch mal auf der Seite der Sieger stehen.

    Sprichst du von der Lokführergewerkschaft?

    Ich spreche von den Bauernprotesten zur Wiedereinführung der Agrardiesel- Subventionen auf der einen Seite und den Klimaprotestklebern zur Verteuerung der fossilen Energieträger auf der anderen Seite.

    Beide haben sie konträre Forderungen. Da könnten sie sich doch einfach gegenseitig blockieren und uns als außenstehende Bevölkerung in Ruhe lassen.

    Naja, sie dürfen/müssen die Kinder in der Zeit aber betreuen, damit sind sie keine Streikbrecher, weil kein Unterricht stattfindet,

    Ich denke nicht, dass in einem solchen Fall Beamte eingesetzt werden dürfen. Also wenn man z.B. in der „verlässlichen Grundschule“ ganz gezielt die Nachmittagsaufsicht von 13-13.30 Uhr bestreiken würde, dürften die Beamten nicht die Aufsicht übernehmen und alle Eltern müssten die Kinder abholen.

    Bei den älteren Schülern bestreikt man dann ganz gezielt die Abschlußprüfungen.

    Zitat

    Zu der häufig gestellten Frage nach dem Einsatz von Beamten auf bestreikten Dienstposten hat das Bundesverfassungsgericht in einer grundlegenden Entscheidung vom 2. März 1993 festgestellt, dass der Einsatz von Beamten auf bestreikten Dienstposten nicht angeordnet werden darf, solange hierfür keine ausdrückliche gesetzliche Regelung vorliegt. Eine solche gesetzliche Grundlage besteht bisher weder im Bund noch in den Ländern.

    Quelle: https://www.dbb.de/lexikon/themen…und-beamte.html

    Ich hoffe, das wird dann an eurer Schule von sämtlichen Männern in Beförderungsämtern oder mit Ambitionen darauf brav eingehalten, dass sie gefälligst kinderlos zu bleiben haben.

    Also alle, die wir so in den Beförderungsämtern haben (egal ob männlich oder weiblich), sind erst nach den Kindern in der Karriere durchgestartet.

    Und ja, ich merke auch, daß wir im Lehrerjob wesentlich besser Kinder und Arbeit unter einen Hut bekommen können, als dies in der „freien Wirtschaft“ der Fall ist. Und ich merke auch, daß es gesellschaftlich anscheinend immer noch die totale Ausnahme ist, wenn ich die Stiefkinder zu Terminen bringe, damit meine Frau in Vollzeit arbeiten kann.

    Naja… ob es eine Ausrede ist, dass die Kita nicht vor 7h öffnet…du darfst gerne 2 Minis täglich fertig machen so dass alles läuft ..


    Da merkt man tatsächlich direkt wer Kinder hat und wer nicht …

    Wir hatten vor einigen Jahren bei uns an der Schule das gleiche Problem. Für das eine Fach, das an dem festgelegten Termin unterrichtet werden musste, gab es zwei Lehrer, die in Frage gekommen sind.

    Konkret mußte am Donnerstagabend die Abendschule bis 21 Uhr abgedeckt werden und am Freitag die ersten beiden Stunden ab 7:30 Uhr.

    Meine Kollegin verwies auf die fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten früh morgens und spät abends, weshalb sie an keinem der beiden Termine eingesetzt werden könne, so dass ich in Folge beide Termine im Dienstplan hatte und regelmäßig am Freitag im späteren Verlauf vor der Klasse auf dem Pult eingepennt bin. Die gesetzliche Mindestruhezeit gilt für uns verbeamtete Lehrkräfte ja leider nicht. Als damals kinderloser Single hatte ich halt alle Kröten zu schlucken. Das ging dann so lange, bis die Betriebe der Azubis sich beschwert haben. Ich hatte bei den Azubis um Verständnis gebeten und mich als warnendes Beispiel präsentiert was passiert, wenn man die gesetzlichen Mindestruhezeiten, die wir als Unterrichtsthema hatten, unterschreitet.

    Da finde ich es wenigstens ehrlich, dass sogar unsere Gleichstellungsbeauftragte zum Ausdruck bringt, dass Beförderungsstellen inoffiziell an eine Vollzeittätigkeit gebunden sind und man sich zwischen Kindern und Karriere entscheiden muss. Denn ja, letztendlich läuft es wirklich darauf hinaus. Will man Kinder, sind in der Karriere erst einmal 15 Jahre Pause angesagt. Teilzeit-Schulleiter im Homeoffice funktioniert nicht.

    Wenn du ein gerade einjähriges Kind und das andere auch noch keine zwei täglich so fertig haben musst, dass du sie um Punkt 7 in der Kita hast.. sie dann umgezogen und tschüßbereit bekommen musst

    Bei etwas älteren Kindern hilft da mitunter ein sportlicher Wettkampf, um die Kinder zügig fertig zu bekommen.

    Disziplin: Wer schafft es morgens als Erster mit angezogener Jacke und Schultasche auf dem Rücken an die Haustür?

    Was meint ihr wie schnell die Kinder da werden können. :staun:

    Es wäre ein interessantes Gedankenspiel, ob bei uns mehr Absolventen Medizin studieren würden, wenn es keinen NC hierauf gäbe, oder ob der hohe NC überhaupt erst dazu führt, dass der Studiengang so beliebt ist und bei Entfall diese Beliebtheit nicht mehr in dem aktuellen Maße vorhanden wäre.

    Es wäre ein interessantes Gedankenspiel, wenn die Unis einfach alle Medizinstudenten aufnehmen würden, egal mit welchem Schulabschluss und welcher Note sie kommen, um dann in den ersten beiden Semestern selber zu selektieren. Würde dies bessere Mediziner hervorbringen?

    So, wie es bei uns z.Z. mit dem NC läuft, entscheidet die Religionsnote am Ende darüber, ob man Medizin studieren darf und eben nicht die handwerklichen Fähigkeiten, die einem Chirurgen später im Beruf abverlangt werden.

    Ich glaube, ihr vergebt einfach die besseren Noten, weil das System einen NC für sehr viele Studienfächer verlangt.

    Das denke ich auch.

    Im Studium war es ja auch nicht anders. Die Veranstaltung „Experimentalphysik für E-Techniker und Informatiker“ mit der Note 4,0 zu bestehen war eine Qualitätsaussage, weil das nur 10% geschafft haben.

    Zwei Stunden später saß man dann in der Pädagogik zusammen mit angehenden Grundschullehrern in einer Veranstaltung und es hieß: „Ich brauche eine 1,0, weil man mit 1,3 eh keine Chance auf Referendariat und Planstelle hat.“

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