Beiträge von plattyplus

    Die Bürgergeldanhebung ist dann wiederum doch relevant, da diese 12% Erhöhung nun auch die unteren Besoldungsgruppen (und so auch mit dem Abstandsgebot uns) berühren. Es bleibt spannend…

    Bisher hat das Land NRW die unteren Besoldungsgruppen sukzessive gestrichen und alle Beamte im einfachen Dienst in die nächsthöhere Besoldungsgruppe befördert, um das Abstandsgebot zu wahren. Als ich angefangen habe, war die unterste Besoldungsgruppe A2, inzw. ist die unterste Gruppe A5. A1 bis A4 gibt es nicht mehr. An dieser Stellschraube kann das Land aber auch nicht mehr drehen, weil A5 schon die höchste Stufe im einfachen Dienst ist. Würde die Landesregierung A5 abschaffen und alle Beamte, die bisher A5 bekommen haben, nach A6 versetzen, gäbe es keinen einfachen Dienst mehr und die Beamte im mittleren Dienst dürften auf die Barrikaden gehen, weil sie dann trotz umfangreicher Ausbildung genau soviel bekommen wie Ungelernte.

    Es muss aber auch einen Mietstufenzuschlag für Kinderlose geben, um dem Alimentationsprinzip Rechnung zu tragen. Dieser darf nicht ausschließlich an Kinder gebunden sein.

    Gibt es dann auch einen Zuschlag für gesetzlich Krankenversicherte? Schließlich sind Kinder und Wohnort ja auch in der freien Entscheidung des Beamten. Dann sollte es die Krankenkasse auch sein.

    Aber habe ich hier richtig gehandelt indem ich die Polizei gerufen ? und wie findet ihr das Verhalten der Polizei: ist es nachvollziehbar das sie die Mädels dann wegen diesen Konflikt in Handschellen legen und so dann vor allen gefesselt über den Schulhof abführen zum Streifenwagen ?

    Richtig gemacht! Sowas dient als warnendes Beispiel für die beiden Damen und auch für den Rest der Schüler sich eben nicht mit der Polizei anzulegen.

    Ich weiß nur von einem meiner Kollegen, daß er die amtsangemessene Alimentation für Werkstattlehrer (Besoldungsgruppe A9) aktuell als Musterfall mit Hilfe des Verbands durchklagt. Aber das Land wird wohl eh in Berufung gehen und dann kommt noch die Revision…

    Ich erinnere mich auch noch an "die Hauptschüler" und dass wir Angst hatten, bestimmte Wege zu gehen im Ort, weil dort immer eine Gruppe von Jugendlichen rumsaß... Das ist doch verrückt.

    War bei mir auch nicht anders. Ich mußte auf dem Schulweg mitm Fahrrad immer an der Hauptschule vorbei. Bin da immer auf der Straße gefahren und nicht auf dem Radweg. Trotzdem haben sie mir zweimal im Laufe der Jahre seitlich ins fahrende Fahrrad getreten. Dank der enormen Kreiselkräfte der Räder bin ich dabei nicht gestürzt. Einmal haben sie mich auch angehalten und meine Jacke angezogen.

    Seitdem bin ich da morgens bergrunter immer so schnell wie nur irgendwie möglich gefahren und wenn sich dann drei oder vier Hauptschüler vor mir auf der Straße direkt vor der Hauptschule aufbauten, um mich anzuhalten, habe ich nur noch kräftiger in die Pedale getreten und voll auf sie zugehalten. Mal sehen wer zuerst Angst bekommt, wenn das Fahrrad bergrunter mit 40-50km/h auf sie zukommt. :rotwerd:

    BTW: Ich bezweifle, dass eine Abschaffung dieser Minijobs zu einem eklatanten Anstieg der Arbeitslosigkeitsrate führen würde. Vermutlich käme es zu einem Anstieg regulärer Beschäftigung

    Das denke ich auch. Ich würde sozialversicherungsfreie Minijobs sofort abschaffen und den Arbeitgebern eine Möglichkeit geben als Vereinfachung die Sozialversicherungsbeiträge komplett an eine staatliche Stelle zu überweisen. Diese Stelle leitet das Geld dann anteilig an die Kranken-, Renten-, Unfallversicherung… weiter. Aber jeder Job wäre ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig. Dann hätten die Arbeitnehmer auch einen Anreiz den 521. € verdienen zu wollen.

    Die Schwarzarbeiter waren richtig sauer, daß ich einen offiziellen Betrieb mit Rechnung und Haftpflichtversicherung haben wollte.

    Warum sagt Ihr dazu noch danke?

    Seph ;

    Wolfgang Autenrieth

    Ich mag zwar zeter und mordio über die Ungerechtigkeiten in unserem System schreien, aber ich säge mir selber doch nicht den Ast ab, auf dem ich sitze. Von den Steuereinnahmen der Betriebe wird schließlich mein Sold bezahlt.

    Gleiches sage ich meinen Azubis auch immer, wenn sie mir vorrechnen wie toll es sich von einem Teilzeitjob, der die Sozialversicherung abdeckt und zusätzlicher Schwarzarbeit leben läßt. Denen stelle ich dann immer die Frage, ob sie ernsthaft der Meinung sind, daß sie in der Branche eine Festeinstellung finden werden, wenn sie selber durch die eigene Schwarzarbeit die Preise unterlaufen? Welcher Kunde beauftragt denn dann noch ein Unternehmen?

    Leider gibt es auch genug Leute, die diese Schwarzarbeit unterstützen, und zwar deutlich über die Annahme freundschaftlicher Hilfe hinaus. Es ist nahezu unmöglich, eine Putzfrau zu finden, die sich anmelden lässt… (wir haben keine…)

    Das kenne ich leider auch. 🙁

    Bei mir mußten nach einem Blitzeinschlag zwei Bäume gefällt werden. Die Schwarzarbeiter waren richtig sauer, daß ich einen offiziellen Betrieb mit Rechnung und Haftpflichtversicherung haben wollte.

    Hab nach langer Suche zwei Baumkletterer gefunden, die die Bäume abgetragen haben. Die waren mit Rechnung dank Absetzbarkeit über die Steuererklärung am Ende sogar günstiger als die Schwarzarbeitsangebote.

    Vielleicht nehmen wir an dieser Stelle einfach nochmal zur Kenntnis, dass das Bürgergeld für Alleinstehende 502€ und für Paare in der Bedarfsgemeinschaft bei 902€ liegt, während wir selbst bei Einstieg als Single selbst nach Abzug einer PKV noch gut 3200€ Netto haben. Hier kann doch keinerlei Rede davon sein, dass wir keinen hinreichenden Abstand haben. Der Vergleich unserer Gehälter bezieht sich im Übrigen auch nicht auf Bürgergeldempfänger, sondern auf die 80-90% der Bevölkerung in Deutschland, die ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen haben als wir.

    Und jetzt rechnen wir mal das Ganze für den Werkstattlehrer mit Besoldungsgruppe A9 und ggf. Kindern durch.

    Und denke auch an folgende Dinge, die der Bürgergeldempfänger zusätzlich bezahlt bekommt:

    • Wohnung
    • Heizung (= Mirtnebenkosten)
    • Krankenversicherung
    • Schulbücher, Klassenfahrten, Schul-iPads
    • Sozialtickets im ÖPNV
    • GEZ wird vom Amt übernommen
    • Zusätzliche Kosten für die Fahrten zur Arbeit und die Arbeitskleidung selber fallen weg

    In den sozialistischen Ländern vor 1990 hat ein Lehrer oft auch nicht mehr verdient, als ein Arbeiter und trotzdem gab es Lehrer.


    Ich weiß noch, als wir um die 2000 Jahre sehr fähige rumänische Gastprofessoren bei uns an der Uni hatten, die umgerechnet 300€ in ihrer Heimat verdient hatten und auf Nebenjobs angewiesen waren.

    Ich denke mal, daß da bei uns neben dem Gehalt noch einige andere Dinge mit hinein spielen, z.B. das Ansehen unseres Berufs in der Gesellschaft. Ich erwische mich schon manchmal dabei, daß ich ein höheres Einkommen doch irgendwo auch als Schmerzensgeld sehe. :rotwerd:

    Empirisch gesehen liegen Grundschullehrer mit ihren Einschätzungen offenbar derart oft daneben (- in Hamburg z.B. hatten 40% aller abgestuften Kinder eine Gymnasialempfehlung), dass man fast ebenso so gut auch würfeln könnte!

    Oder es spielen politische Dinge mit hinein. Bei uns im Ort hieß es z.B. damals: "Dir Hauptschule darf nicht sterben." Entsprechend haben vor 30 Jahren viele Kinder eine Hauptschulempfehlung bekommen und haben sich dann später nach oben durch das System gekämpft.

    Häh? Unsere Jugendlichen leisten nicht "vermindert".

    Dein Beitrag hörte sich so an, dass im Deutschunterricht vor 20 Jahren Goethes Faust die Standardlektüre war, aber es heute nicht mehr geht. Somit ist das Leistungsniveau in den letzten 20 Jahren gesunken ober vermindert worden.

    Was genau machen die Gewerkschaften, um es unmöglich zu machen, qualifiziertes Personal für die höheren Entgeltgruppen zu finden?

    Die Gewerkschaften fordern bei ihren Verhandlungen immer Sockelbeträge ein, so dass die unteren Gehaltsgruppen überproportional profitieren. Im Ergebnis stauchen sie damit über Jahrzehnte das Tarifgefüge immer weiter zusammen. Da muss man sich als Abiturient dann schon fragen, ob es im Hinblick aufs Lebenseinkommen überhaupt Sinn macht zu studieren und über zieg Jahre auf ein Gehalt zu verzichten. Jemand, der nach Klasse 10 eine Lehre macht, startet mit 19 Jahren in den Job. Jemand, der studiert, kommt bei uns frühestens mit 27 an. Er verzichtet also über 8 Jahre auf ein jährliches Bruttoeinkommen von 30.000€ bzw. 20.000€ netto. Diese 240.000€ Brutto bzw. 160.000€ netto muss der studierte Arbeitnehmer in den verbleibenden Jahren bis zur Rente erst einmal wieder reinbekommen. Bei einem Gehaltsunterschied von nur noch 100€ monatlich wird das nichts und ein Studium wird somit finanziell sinnlos.

    Hat bei euch schon mal ein Kind einem anderen in die Backe gebissen, also so richtig, dass man das Gebiss sieht? (heute bei uns in einer 1.Kl. so geschehen, obwohl hier die meisten echt das sind, was man gute Mittelschicht nennt)

    Sowas gab es früher aber auch schon. Ich selber wurde in der 3. Klasse der Grundschule dermaßen vermöbelt, dass ich mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus kam. Mein Onkel hat sich damals im Jahre 1948 als Erstklässler gegen einen Viertklässler gewehrt, indem er seinen Lederranzen um sich geschleudert hat. Der Viertklässler hatte damals am Ende einen gebrochenen Kiefer.

    Ich habe so 1 - 2 Kollegen im Deutsch, die sich irgendein Niveau-Zeug einbilden und rumjammern, dass Goethes Faust leider nicht geht mit 3 Albanern, 5 Italienern, 2 Türken, 4 Portugiesen und 3 Tamilen in der Klasse (die Zahlen sind jetzt völlig random, es interessiert mich wirklich schon lange nicht mehr, wo die alle herkommen). Der Rest jammert nicht rum sondern liest irgendwas anderes, was halt geht. Vielleicht müsste man sich insgesamt mehr den Gegebenheiten anpassen und weniger jammern. Ich nehme, was kommt und bisher ist noch immer was draus geworden.

    Das verstehe ich nicht. Einerseits bestätigst Du, dass man bei einem mehrgliedrigen Schulsystem nach Leistung selektieren muss und dann forderst Du, dass sich die KuK eben dem verminderten Leistungsniveau anpassen sollen. Das passt doch nicht.

    Da müßte eigentlich doch der Faust gelesen werden, weil er vor 20 Jahren auch schon gelesen wurde. Wenn dann 80% der Schüler in der Klasse nicht mitkommen und die Note 5 oder 6 kassieren, dann ist das eben so.

    Ich bin jedenfalls heilfroh, dass wir bei den Azubis gewisse Mindeststandards haben. Die Einstellung der KuK dazu ist auch: „Wir haben die Gesellschaft vor unfähigen Handwerksgesellen zu schützen, denn wenn sie bei uns bestehen, dann dürfen sie beim Kunden am Auto an Bremse und Lenkung schrauben, dann dürfen sie Strom- und Gasleitungen verlegen. Wir, viele KuK sind auch IHK- und Handwerkskammer-Prüfer, sind da der Gatekeeper!“

    Und wenn man dann die komplette Klasse mit der Note 6 durchfallen lassen muss, dann ist das eben so.

    Der Grund: Bereits im 1. Quartal 2023 hat der Nominallohnindex um 5,6 Prozent zugelegt. Die üppigen Lohnabschlüsse für den öffentlichen Dienst sind hier noch gar nicht eingepreist, weshalb der Index am Jahresende sehr wahrscheinlich einen Rekordzuwachs erreichen wird.

    Die Abgeordneten bekommen 5,6% pro Jahr, bei uns gibt es 5,5% in über 2 Jahren, also nicht einmal die Hälfte. :daumenrunter:

    Es gibt immer mal wieder Leasing-Deals, die sind wahrscheinlich rentabler als Kaufen/Verkaufen im gleichen Zeitraum.

    Meine Philosophie ist da immer: Neu kaufen, weil bei den meisten Gebrauchtwagen eh manipuliert wurde, und dann fahren bis es wirklich nicht mehr geht. Hab noch kein Auto mit weniger als 500.000km auf der Uhr wieder abgegeben. Da frage ich vorher in der freien Werkstatt: „Was könnt ihr reparieren und was taugt etwas für diese Laufleistung?“ und das wird dann gekauft.

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