was wiederum nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, dass Tobbe bereits dargelegt hat, dass das, was wir unter Existenzsicherung verstehen, in anderen Ländern nicht einmal den Lebensstandard des gesellschaftlichen Mittelstandes in weiten Teilen darstellt.
Hinzu kommt in einem Fall (von dem ich weiß), dass der Familiennachzug der nächste massive Pull-Faktor ist. Da hat mir der syrische Schüler nämlich neben der Geschichte mit „Western Union“ noch erklärt, dass seine Familie eine Frau für ihn in Syrien sucht, um sie mittels besagten Familiennachzugs dann auch finanziell besserzustellen. Seine Frage war, wie er dieser arrangierten Zwangsehe entgehen könne. Meine Antwort war, dass er der Familie in Syrien berichten solle, dass sich hier bereits etwas mit einer Anderen anbahnt. Ist zwar auch gelogen, aber wie heißt es so passend: „Not kennt kein Verbot.“
Den altbekannten Fall, dass Schülerinnen in den Sommerferien unfreiwillig in Anatolien heiraten, gibt es inzw. durchaus auch mit umgedrehten Geschlechterrollen.
Ob man da jetzt den Familiennachzug auf Ehen beschränken kann, die am Tag des Asylantrags bereits Bestand hatten, weiß ich nicht. Wie will man das bei ausländischen Ehen kontrollieren? Ok, man könnte die zumeist männlichen Flüchtlinge gleich bei Ankunft über ihre Frauen ausfragen (Vorname, Augenfarbe etc.) und diese Details nachher mit der tatsächlichen Person abgleichen.
Ähnliches müsste dann auch für den Nachzug der Kinder gelten, die müssten am Tag des Asylantrags bereits gezeugt sein.