Beiträge von Caro07

    Es ist ja nicht bei allen Schülern mit irgendwelchen Beeinträchtigungen das Kognitive betroffen. Beim Übertritt auf die weiterführenden Schulen zählt eben die kognitive Leistungsfähigkeit.
    In der Grundschule sammeln sich alle Arten von Beeinträchtigungen und somit die ganze Bandbreite der kognitiven Fähigkeiten.
    Schüler mit autistischen Tendenzen, ADS, ADHS findet man zu Recht auch auf Gymnasien, wobei verhaltensauffällige Schüler in allen Schularten eine besondere Herausforderung darstellen.
    Kinder mit reinen körperlichen Beeinträchtigungen machen vielleicht mehr "Umstände", sind aber sonst ganz normal im Sozialverhalten. Vor vielen Jahren hatte ich einmal einen gut begabten Jungen, der einen Herzfehler hatte und in der Folge in allem langsam war. Er konnte aber die Leistungen, wenn man ihm genug Zeit gab, abrufen. Er ging aufs Gymnasium - da war der Inklusionsgedanke noch nicht so weit gediehen - seine Beeinträchtigung konnte aber nicht berücksichtigt werden. Das Gymnasium hatte damals kein Konzept für solche Kinder und irgendwann musste er die Schule verlassen. Heute wäre ihm ein Verbleib eher möglich.
    Natürlich ist es unsinnig, ein lernbeeinträchtigtes Kind, am IQ und der Leistung ablesbar, auf das Gymnasium zu tun. Da ist Hauptschule oder sogar eine Förderung in Kleingruppen, wie es an Förderschulen möglich ist, angesagt.

    Ich denke, irgendwann ist vom Alter her die Zeit vorbei, Hausaufgaben als zwingend vorzuschreiben. Wenn die Jugendlichen ein gewisses Alter erreicht haben, dann darf man von ihnen Eigenverantwortung erwarten. Das sollten dann eher Übungsangebote sein. Wer sie nicht macht, bekommt dann die Quittung oder auch nicht, wenn er alles schon vom Unterricht mitnimmt. Auf jeden Fall gehört auch eine gewisse Nacharbeit des Unterrichtsstoffs dazu.

    In der Grundschule sehe ich es aber wie Kathie. Im ersten und zweiten Schuljahr muss viel geübt werden, damit überhaupt Grundlagen entstehen können. Die Unterrichtszeit reicht dazu nicht aus.
    Man darf auch nicht vergessen, dass wir in der Grundschule (höchstens im 4. Schuljahr) noch keine hohe Schreibgeschwindigkeit haben.
    Im dritten und vierten Schuljahr ist die Grundlagenbildung ebenfalls noch nötig. Dafür heißen wir auch Grundschule. Wir geben ja keine Hausaufgaben der Hausaufgaben willen auf, sondern diese schließen sich an das, was wir am Morgen gemacht haben, an - sie automatisieren und vertiefen. Die Übungsphasen in der Schule reichen für eine solide Grundlage nicht aus.
    Im dritten Schuljahr habe ich wegen der Langsamkeit der Schüler und der vielen Einführungen und Klärungen meistens keine Zeit zur gemeinsamen Kontrolle. Auch deswegen kontrolliere ich die meisten Hausaufgaben nach Schulschluss. Aus Zeitersparnis, damit ich mehr Zeit für den Unterricht zur Verfügung habe.
    Nur, was unbedingt besprochen werden muss, bespreche ich - z.B. Fragen zu Texten und in Mathematik Textaufgaben. Manchmal muss ich auch Hausaufgaben nachbesprechen, wenn ich sehe, dass bei einer größeren Zahl von Schülern noch Missverständnisse zum Stoff vorliegen.Oder es gibt noch eine vertiefende Übung.
    Im 4. Schuljahr sind die Schüler schreibtechnisch um einiges fitter, da ist manchmal mehr Zeit für eine gemeinsame Kontrolle oder eben besagte Partnerkontrolle bzw. Kontrolle mit einem Lösungsblatt am Anfang des Vormittages. Zweiteres finde ich bei vielen Aufgaben sogar die bessere Lösung. Immer wieder erlebe ich Schüler (nicht alle, aber doch einige), die einen Fehler entdecken, ihn sich aber nicht erklären können und dann mich fragen, was sie eigentlich falsch gemacht haben. (Nicht nur bei den Hausaufgaben.) Das finde ich einen guten Weg zum eigenverantwortlichen Arbeiten.
    Dadurch, dass wir fast durchgängig bzw. mit mehreren Fächern in den Klassen sind, können wir anders rhythmisieren und nebenbei gesagt fächerübergreifend arbeiten.

    @ Kippelfritze

    zu 1: HA- Gutscheine bedeutet: statt HA zu machen, setzt man die HA- Gutschein dafür ein. Einige SuS hatten zu viele HA- Gutscheine und wollten diese ständig einsetzen.

    zu 2: Ich kontrolliere die HA nach dem Unterricht. Mathematik meistens stichpunktartig (nicht ständig jedes Ergebnis, das ist nicht leistbar, ich schaue aber, wie sie formal aufgeschrieben ist und ob die Aufgabenart verstanden wurde, das sieht man an der ungefähren Fehlerhäufigkeit) und in Deutsch genauer je nach Aufgabenstellung (Formulierung, Rechtschreibung, formale Kritierien).Wichtig ist mir immer, dass die Aufgabe verstanden wurde und sie einigermaßen je nach Fähigkeit des Kindes sauber und übersichtlich aufgeschrieben wurde. Manche Aufgaben bespreche ich in der Schule und schaue i.d.R. dann nochmals nach dem Unterricht "drüber" ob mir noch etwas auffällt. Außerdem gibt es immer einmal wieder eine Rückmeldung. Rückmeldung heißt auch Würdigung, nicht ständige Fehlersuche.

    Hier meine "Maßnahmen" für die 3./4. Klassen:

    Ich bin fest davon überzeugt, dass Hausaufgaben zur Vertiefung und Übung des Stoffes da sind und auch einmal um etwas vorzubereiten. Das vertrete ich im 1. Elternabend auch so. Wenn jemand die HA nicht machen konnte, reicht eine schriftliche Entschuldigung der Eltern und ich fordere die HA da nicht nach. Bei Krankheit ist sie auch keine Pflicht, empfehle aber den Eltern, das nachzuholen, was das Kind braucht, damit es im weiter gut mitkommt. Außerdem finde ich es nicht fair den Ganztagesklassen gegenüber, wenn die SuS der Halbtagesklassen die HA nicht machen. Die Ganztagesschüler sind deswegen bis 16 Uhr in der Schule. Das ist erst einmal die Grundlage.

    1) Bewusstmachen der Hausaufgaben
    In der 3. Klasse thematisiere ich 2-3 Unterrichtsstunden unter dem Aspekt "Lernen lernen" die Notwendigkeit der Hausaufgaben (Übung, Vertiefung) und wie man sie am besten macht (Ablauf usw.). Auf dieser Schiene finden auch manche Einzelgespräche (nicht belehrend!) mit den Kindern statt, die Probleme haben, regelmäßig die Hausaufgaben zu machen. Ich lasse mir den Aufschrieb im HA- Heft zeigen - manchmal haben sie es einfach nicht genau aufgeschrieben - , bespreche mit ihnen Abhaktechniken und Rituale, spreche mit ihnen über häusliche Störfaktoren (ich wollte schnell raus ...), zeige ihnen (und in Elterngesprächen) die Liste von fehlenden HA ( da erschrecken sie oft selbst). Außerdem ist bei manchen SuS bei den Lernentwicklungsgesprächen das Thema "Hausaufgaben". Da werden Ziele z.B. gesteckt und nach einem Monat überprüft, in wie weit die Ziele erreicht wurden und mit mir in den offenen Unterrichtsphasen besprochen.

    2) Belohnung/Rückmeldung (übermittlender Stellenwert der HA)
    Gerade am Anfang, wenn ich eine 3. Klasse übernehme, klappt es nicht so ganz mit dem System. Wenn es die Klasse einmal schafft, komplett die HA vollständig zu haben, dann gibt es eine Belohnung (Sticker, Fleißkärtchen). Die Belohnung ist aber nicht zwingend. Da ich alle HA anschaue, mal überfliegend oder genauer, bemühe ich mich um einen lobenden oder ermunternden Kommentar. Wenn es inhaltliche oder andere Probleme bei den HA gibt, rede ich wie über Schularbeiten in der offenen Phase mit dem Schüler.

    3) Vergessen von Kleinigkeiten
    Das Vergessen von Kleinigkeiten resultiert aus einer gewissen Oberflächlichkeit und des ungenauen Lesens der Arbeitsaufträge. Wenn es nur 5 min Arbeiten sind, machen das die Kinder in der ersten Phase des offenen Unterrichts, der immer morgens stattfindet, nach.

    4) Unvollständigkeit /ganze HA vergessen
    Meistens haben die Kids das nicht richtig aufgeschrieben oder nicht in ihr Aufgabenheft geschaut. Dann müssen sie mir eine Woche lang ihren Aufschrieb zeigen und ich zeichne es gegen. Fehlendes schreibe ich sowohl in das Heft, wo es fehlt (Hole S. ... Nr. nach, HA vom...) und ins Hausaufgabenheft. Wenn es dann den Tag später immer noch nicht da ist, muss es unterschrieben werden von den Eltern. Wenn die Unterschrift fehlt, schreibe ich eine Mail oder ich rufe an. Alternativ: Ich lasse die Kinder das immer dann nachholen, wenn wir etwas Angenehmes machen: Erzählkreis, Sport, große Pause.
    Wenn Hausaufgaben öfter fehlen oder unvollständig sind, bestelle ich die Eltern meistens in die Sprechstunde und berede mit ihnen die HA- Situation.

    5) Art der Hausaufgaben
    Ich gebe nur solche Hausaufgaben auf, wo den Schülern klar ist, was zu tun ist.Wenn ich noch Unklarheiten befürchte, dann kläre ich dies im Vorab. Für heutige SuS ist leider fast nichts mehr selbstverständlich. Man muss alles einführen.

    6) Was bringt nichts?
    Die Eckenkarte und die Hausaufgabengutscheine hatte ich auch einmal. Eltern sahen die vielen Ha- Gutscheine gar nicht gerne, weil sie immer daheim einen Kampf hatten. Deswegen gibt es nur noch an Geburtstagen, an Weihnachten und an Ostern HA- Gutscheine. Die Eckenkarte (wer die HA vergessen hatte, dem wurde eine Ecke abgeschnitten, wer eine volle am Ende des Monats hatte, bekam einen HA- Gutschein). Die notorischen HA- Verweigerer habe ich damit nicht erreicht. Nacharbeiten am Nachmittag brachte bei notorischen Vergessern auch nichts auf die Dauer. Außerdem sehe ich nicht ein, dass ich den SuS damit noch eine extra Aufmerksamkeit beschere und ich halte das nicht für meine Aufgabe. Das ist für mich ein persönlicher Zeiträuber. Außerdem signalisiere ich damit Eltern und Schülern, dass ich angeblich für die Durchführung der HA verantwortlich bin. Bin ich nicht. Mein Arm reicht nicht bis ins Kinderzimmer oder den Küchentisch zuhause.

    Ehrlich gesagt habe ich mit dem oben beschriebenen System keinen solchen großen Kampf. (Eher ein Kampf mit mir selbst, dass ich regelmäßig die HA nachkontrolliere.) Kleinigkeiten werden öfter einmal nicht gemacht, das ist aber auch kein Beinbruch, die sind schnell nachgeholt.Ich kontrolliere allerdings täglich die HA, d.h., sie werden eingesammelt - einmal nach einer gemeinsamen Kontrolle oder auch gleich morgens. Bei mir kontrollieren so schätzungsweise 1/3 der Eltern regelmäßig die Hausaufgaben. Wir haben ein normales kleinstädtisches Einzugsgebiet, bunt gemischt. Ich hatte selten notorische Vergesser in den letzten Jahren, vielleicht habe ich einfach Glück gehabt.
    Ich habe alles etwas ausführlich aufgeschrieben. Vielleicht kannst du dir etwas herausziehen.

    Herzlichen Dank für die Tipps.
    Ich habe nach WillGs Antwort gleich nach Jennifer Seidl gesucht und habe etwas Gebrauchtes bestellt. Da schaue ich erst einmal rein. Ich habe ebenso das Oxford Dictionary of Synonyms and Antonyms angeschafft, aber ich muss zugeben, wenn die deutsche Übersetzung nicht dabei ist, kann man mit den fremden Wörtern wenig anfangen, weil man ja nicht weiß in welchen Feinheiten sie sich unterscheiden.
    Die englangbooks Sachen sind sicher gut, aber sind schwer zu bekommen und gebraucht relativ teuer. Vielleicht auch zu schwer? Ich warte jetzt einmal ab, ob das von Jennifer Seidl etwas bringt.

    Um das Ganze noch abzurunden:
    Du könntest auch die Verklanglichung zum Schluss noch mit der Klasse bzw. den Kindern reflektieren:
    Begründe, warum du gerade dieses Instrument und diese Klangart zu diesem Wort ausgewählt hast. Dann hast du nochmals einen weiteren Aspekt des Lehrplan miterfüllt.

    Gute Idee. Bei einer Musikstunde würde ich sogar so anfangen, dass ich die Schüler zu einer Orffmusik, die ich spiele und auf den Frühling beziehe, Bewegungen dazu machen lasse.
    Z.B.: Der Frühling kommt, die Blumen erwachen.... und dazu passende Klänge mit den Orff- Instrumenten.
    Danach würde ich das Gedicht besprechen und die lautmalerischen Wörter heraussuchen lassen, evtl. als Kärtchen vorbereitet, zu denen man Orff- Klänge machen kann.
    In der Gruppenarbeit sollen dann die SuS alles wie oben erarbeiten (dauert ca. 15 - 25 min), je nachdem, wie schnell sie sich einig sind und das geübt haben. Da wird es kurzfristig kreativ laut.
    Ein Tipp: Teile den Schülern im Vorab ein Zeichen mit, wenn es ruhig sein soll.
    Wenn ich sie das aufschreiben lasse, habe ich ein AB vorbereitet, wo entsprechende Kästchen darauf sind um die Zeichen einzutragen (kann man auch anders machen z.B. über ein Extrablatt, da dauert das Aufschreiben länger).
    Zum Schluss gibt es die Zusammenschau.

    Übrigens, das Gedicht kannte ich noch nicht. Das eignet sich wirklich wunderbar für eine solche Aktion.

    Wie viele Schüler hat die Klasse?
    Haben sie Erfahrung mit Orff- Instrumenten und der Notation von Klängen?

    Beim Gedicht verklanglichen steht schon die Gruppenarbeit im Zentrum und das Präsentieren der Ergebnisse.

    Für Deutsch:
    Einführen kannst du es im Klassenverband unter dem Aspekt:
    - besondere Eigenheiten des Gedichtes (lautmalerische Wörter, Knospen werden wie Personen beschrieben)
    - Reimwörter (evtl. je nach Zeit, könnte man auch am Schluss machen)

    Ich würde den Unterricht mit der Frage starten, was an dem Gedicht auffällt.
    (Nachdem es gelesen oder vorgelesen wurde.)
    Nachdem du das über irgendeine Methode gemacht hast, müsste die SuS klar sein, auf was sie bei der Verklanglichung achten sollen.
    Jetzt ist die Überlegung, welche Ergebnisse du nach der Gruppenarbeit haben möchtest und ob die Gruppenarbeit anteilig ist oder nicht.
    Ich würde anteilige Gruppenarbeit machen. Evtl. jede Gruppe eine Strophe. Ich würde einen Leser, Instrumentenspieler und "Theaterspieler" haben wollen.
    In Musik würde ich die richtige Notatation erwarten, sofern sie eingeführt ist.

    Das ist überhaupt nicht langweilig. Den Schülern macht das Spaß und du bist beschäftigt, indem du schaust, dass die Gruppen wirklich an den Sachen arbeiten. Da bist du als Lehrer schon gefordert. Außerdem machen hier die Schüler kreative Arbeit.

    In vielem stimme ich dir zu, MrsPace, bis auf den letzten Punkt.

    Ich habe - das hat sich aber erst im Lauf meines Berufslebens herausgestellt - inzwischen in meinem schulischen Einsatz (am Anfang war es nicht so, vor allem, als ich noch in der Hauptschule Fachunterricht gab, da war ich zusätzlich auch ehrenamtlich unterwegs) fast alle meine Interessen und Fähigkeiten getroffen. Ehrenamtlich würde ich etwas Ähnliches machen. Deswegen mache ich auch nichts Ehrenamtliches mehr, sondern beteilige mich in der Schule zusätzlich bei den Dingen, die mir Spaß machen.

    Unter diesen Voraussetzungen - erst genommen, dann verweigert - würde ich wirklich nochmals nachhaken. Das sieht nicht aussichtslos aus - man kann nicht erst erlauben und dann verweigern. Du müsstest dich nur nochmals genau schlau machen, wo genau, notfalls bei der vorgesetzten Stelle des Sacharbeiters. Oder wäre die Berufsberatung beim Arbeitsamt eine Anlaufstelle?

    Da man im GS-Studium in NDS auch den Bereich Wirtschaft Arbeit/ Wirtschaft im Zusammenhang mit dem Sachunterricht schwerpunktmäßig studieren kann, kann das dann da auch kein Argument sein.
    https://www.uni-osnabrueck.de/studieninteres…undschulen.html
    Dennoch hat man im Sachunterricht so gut wie keine Wirtschaftsthemen. Ganz entfernt Arbeitsprozesse (Herstellungswege von Waren) und das Thema Europa - zumindest in Bayern.

    Allerdings finde ich genauso wie CDL, dass du rein vom Studium eher prädestiniert für die Sek 1 oder 2 oder auch die Berufsschulen bist.

    Eine Frage an die Englischexperten:
    Wo finde ich die gängigsten englischen Synonyme und Redewendungen mit deutscher Übersetzung?
    Niveau: gymnasiale Oberstufe
    Ich stieß bisher auf 2 Internetseiten, doch die Ausbeute war etwas mau.
    Oder gibt es einen Tipp für ein Buch oder eine Zusammenstellung in einer Art Tabelle?
    Diesbezüglich stieß ich auf das Oxford dictionary, aber das wäre wieder zu umfangreich.

    Der Hintergrund der Frage hat jetzt nichts mit meinem Englischunterricht in der Grundschule zu tun - obwohl ich das auch für mich wieder interessant fände - sondern eines meiner Kinder macht demnächst eine Aufnahmeprüfung für einen beruflichen Werdegang und da ist eine effektive Wiederholung des gymnasialen Englisch (das Abitur ist schon länger her) angesagt. Anscheinend müssen in solchen Tests u.a. englische Begriffe durch Synonyme ersetzt werden. Grammatik, denke ich, kann man durch Grammatiken wiederholen.

    Danke schon einmal für eure Anworten.

    Ich habe Fortbildungen gemacht, die sich mit diesem Thema beschäftigen und jahrelang an Supervisionsgruppen teilgenommen. Den emotionalen Stress habe ich dadurch ziemlich gut in Griff bekommen. Mit dem Zeitmanagement klappt es leider immer noch nicht so, wie ich will, aber es bessert sich.

    Schwierig das zu beurteilen. Vielleicht ist der Sacharbeiter über den Begriff Wirtschaftsmathematik gestolpert. Das hat rein gar nichts mit der Grundschule zu tun. Ich würde mich nochmals bei der Stelle erkundigen.
    Der zweite Punkt lässt mich ebenfalls stutzen. Du hast dich als Mathematiklehrer beworben. Es gibt quasi keine reinen Mathematiklehrer in der Grundschule. Da muss man auch andere Fächer unterrichten und gerade, wenn man Hauptfächer hat, ist man in der Regel auch Klassenlehrer. Pädaogisches Vermögen ist da ganz wichtig. Mit Sport oder Musik wäre es wahrscheinlich leichter gewesen, da gibt es schon einmal Fachlehrer.
    Ich würde dir ein Praktikum in der Grundschule raten, soweit du das zeitlich vereinbaren kannst, ob dir die Kleinen inklusive Anfangsunterricht überhaupt liegen. Grundschule ist eine der Schularten, wo man sich besonders pädagogisch und didaktisch qualifizieren muss -und zwar allround.
    Ich hoffe, NDS schult pädagogisch einigermaßen solide nach.

    Wir haben an unserer Schule gebundene Ganztageszüge. Ich sehe Vor-und Nachteile.
    Dadurch, da wir eine Mensa haben, bieten wir ebenso für andere Kinder ein Mittagessen an. Nach einer kurzen Spielzeit können die Kinder abgeholt werden. Man kann auch Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung "buchen". Dann sind die Kinder wie auch die der gebundenen Ganztagesklassen von Mo - Do bis 16 Uhr in der Schule.

    Eltern von Kindern, die sich nicht um schulische Dinge kümmern können (sei es zeitlich oder aus anderen Gründen), wird bei der gebundenen Ganztagesklasse einiges abgenommen.
    Allerdings geht das oft so weit, dass sich doch eine Großzahl von Eltern gar nicht mehr um schulisches Lernen kümmert. Zuhause müsste doch hin und wieder noch ein bisschen gemacht werden, wenn man sich auf etwas vorbereiten soll. Das können viele gar nicht leisten. Wann sollte man das auch machen außer Freitags? Grundschüler ab 16.30 Uhr bzw. 17 Uhr noch zum Lernen bewegen ist schwierig, vor allem, wenn sie die ganze Zeit in der Schule verbracht haben.

    Eine Ganztagesklasse zu leiten ist prinzipiell anstrengender, weil hier - vor allem am Nachmittag, wenn die Schüler nicht mehr so können - doch mehr Konflikte und Disziplinprobleme auftauchen, die zu lösen sind.
    Ganztagesklassen sollten fast durchweg doppelt besetzt sein, damit es wirklich einen Effekt hat. Bei uns sind es lächerliche 5 Stunden in der Woche. Da bräuchte man noch eine ganze Horde neuer, qualifizierter Lehrer, bis Ganztagesklassen wirklich funktionieren. Ich halte die Aussage in dem Artikel: "Denn nur wenn jetzt neue Lehrer ausgebildet werden, seien sie in ein paar Jahren für die Grundschüler im Ganztagssystem da." bei dem Lehrermangel, der sich an den Grundschulen abzeichnet, für Augenwischerei.

    Unsere Ganztagesklassen sind - obwohl wir das Beste, was ging, daraus gemacht haben und diese schon lange haben - leistungsmäßig im Vergleich zu den anderen Klassen im Schnitt im unteren Bereich und in Ausnahmefällen im mittleren Bereich anzusiedeln. Wir hatten noch nie eine Ganztagesklasse, die leistungsmäßig bei den guten war. Ich denke, hätten wir eine durchgängige Doppelbesetzung gehabt, dann könnte das anders aussehen.

    Allerdings sind Ganztagesklassen (gebundene oder offene, d.h. Essen und Mittags- bzw. Hausaufgabenbetreuung) besser für Kinder, die überhaupt keine Unterstützung von zuhause bekommen.

    Wenn Unterricht also (in dem oben genannten diffusen Sinne) "moderner" werden soll, muss man sich ganz stark um diese sozialen Aspekte kümmern.

    Diese Aussage finde ich von meiner Erfahrung in der Grundschule her ganz zentral. Wir haben an meiner Schule ein Methodencurriculum, wo wir vielfältige Methoden von Klassenstufe zu Klassenstufe aufbauen - sozusagen aufbauend einführen. Zu der Ergebnisreflexion gehört auch die Reflexion über das Verhalten und die Mitarbeit in der Gruppe, wenn es z.B. um eine Methode geht, wo man zusammenarbeiten muss. Verstärkt wird das Ganze dadurch, dass die Sozialkompetenz in offenen Unterrichtsformen in Lernentwicklungsgesprächen und in Berichtzeugnissen angesprochen wird.

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Das Bild wurde dadurch für mich klarer.

    Zum Abschreiben:
    Vielleicht sollte man das differenziert betrachten.
    Es gibt neben euren geschriebenen Gedanken auch Ansichten bzw. Argumente dafür, dass Abschreiben ein Phänomen der Arbeitshaltung ist.

    Richtiges Abschreiben heißt, das Wort genau und länger anzuschauen, idealerweise die Rechtschreibphänomene erkennen und merken. Dann das Wort und später längere Satzteile bzw. Sätze auswendig aufschreiben und im Kopf synchron zum Schreiben mitsprechen und anschließend nochmals kontrollieren. Das sind Arbeitsvorgänge, die in der Grundschule eintrainiert werden und später automatisiert angewendet werden.

    Klar ist es für schlechte Rechtschreiber schwieriger, aber für viele auch leistbar. Ich hatte schon Kinder, die diagnostizierte Legasthenie hatten, nicht auswendig schreiben konnten, aber richtig abschrieben. Irgendwie fand ich das bisher immer von Fall zu Fall verschieden. Dies hing auch ein Stückchen mit Arbeitshaltung und auch Konzentration zusammen.
    In meinem aktuellen Fall sehe ich die Abschreibschwierigkeiten als Folge von visueller Wahrnehmungsschwäche, graphomotorischer Schwierigkeiten, Wortdurchgliederungsschwäche und Konzentrationsschwäche an. Da würde ich es in dem Paket "Rechtschreibschwierigkeiten" sehen. Das Kind macht übrigens Ergotherapie.

    Es gibt aber auch oberflächliche Kinder, die diktierte Sachen akzeptabel schreiben, aber immer wieder Abschreibfehler machen, weil sie schnell fertig sein möchten und die einzelnen Schritte zum Abschreiben nicht richtig beachten.

    Interessant, wie das bei euch einmal war. Wir hatten früher das System, dass zwischen einer Rechtschreibschwäche und einer Rechtschreibstörung unterschieden wurde. Bei einer Schwäche wurden Aufgaben erleichtert. Bei der Störung heißt es, nicht zu werten.

    Es war für mich eher die Frage, was ihr noch dem Bereich Rechtschreiben zuordnen würdet und was eher Grammatik ist. Das Wort nach Rechtschreibregeln zu schreiben kann man von einem Kind mit Rechtschreibstörung nicht verlangen. Allerdings finde ich schon, wenn es in einer Grammatikprobe um Nomen geht, müsste ich schon erwarten können, dass diese groß geschrieben werden.

    Die Hauptfrage allerdings war, ob Abschreiben eine Rechtschreibleistung ist. Von den Experten um mich herum wird es verneint im Gegensatz zum Tenor im Forum.

    In Bayern sind wir gut aufgestellt, was die Diagnose und Schulberatung betrifft. Das machen Experten, also nicht die Lehrer selbst. Allerdings sind wir von den schulischen Fördermöglichkeiten stundenplanmäßig ziemlich schlecht bestückt. Wir bekommen kaum Extrastunden für LRS- Kurse. Und ehrlich gesagt, bisher hat, wenn es einmal geklappt hat, eine Zusatzstunde pro Woche überhaupt nichts gebracht, obwohl die Lehrer entsprechende Fortbildungen hatten. Ich habe zumindest nie etwas gemerkt.

    Du meinst die Therapeuten? Das weiß ich nicht genau, auf jeden Fall gibt es welche, die bei uns vom Landratsamt und damit vom Jugendamt anerkannt sind. In meiner Region habe ich einen anerkannten Therapeuten gesehen bzw. der war mir auch bekannt. Wegen möglicher Adressen würde ich jetzt eher den Kinder- und Jugendpsychiater, bei dem man dann nochmals testen lässt oder das Jugendamt selbst fragen.

    Hier gibt es eine bunte Mischung, aber nicht alle haben offensichtlich die Anerkennung, dass die Kosten übernommen werden:
    https://www.bvl-legasthenie.de/beratung-und-s…eutensuche.html

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