Es geht ihr ständig darum,dass ich alles bis ins kleinste Detail erkläre.
Macht sie das grundsätzlich bei allen KollegInnen so? Ich habe schon Eltern an meiner Schule mitbekommen, die so oft da standen, dass ihnen die Schulleitung deutliche Grenzen aufzeigen musste. Gerade in der Grundschule kommt das immer wieder vor.
Sollte die Mutter bei dir vor oder nach dem Unterricht vor der Klassentüre gestanden haben: Grundsätzlich auf kein Gespräch einlassen, sondern einen Termin geben, der nicht zeitnah ist, damit die Emotionen sich etwas abgekühlt haben und du dich auf das Gespräch vorbereiten kannst.
Ich erinnere mich an einen Vorfall vor x- Jahren: Da sollte ich dringend einen Vater zurückrufen. Ich dachte schon, es wäre etwas passiert. Dabei ging es nur um irgendeine unverständliche Bepunktung. Spontan sagte ich dann am Telefon: "Und ich dachte schon, es wäre etwas passiert." Der Vater hat die Botschaft verstanden. Bei manchen Eltern stimmt einfach die Verhältnismäßigkeit nicht - die Grenzen müssen dann sachlich oder wenn es geht, freundlich, aufgezeigt werden.
Warum musst du eigentlich einer Mutter eines Sekundarschülers Details einer Notengebung erklären? Die Kinder sind selbst groß genug. Ich selbst habe Anfragen von Eltern wegen einer Bepunktung in der Regel den Schülern erklärt und sie gebeten, das ihren Eltern mitzuteilen bzw. sie gefragt, ob ich es noch für die Eltern aufschreiben soll. Die meisten Kinder wollten es ihren Eltern erklären, manche wollten es nochmal schriftlich. Da gab es auch schon Äußerungen wie: "Ich habe es meiner Mutter auch schon so erklärt."
(Da kam bei mir der Verdacht auf, dass man doch über Noten seitens der Eltern verhandeln will. Bestätigt wurde dieser Gedanke als ein Vater mir gegenüber am Ende eines Schuljahrs bei einem Fest äußerte, dass er es probiert hat. Ab da habe ich bei grenzwertigen Anfragen immer mit einberechnet, dass Nachfragen in diese Richtung gehen könnten.)
Spätestens in der 4. Klasse (in der 3. Klasse auch bei einigen Fällen) habe ich das so - also über die Schüler - gemacht, denn eigentlich ist die Bewertung so transparent, dass es auch ein Schüler versteht. Außerdem bespricht man die Tests ja meistens bei der Herausgabe. (Das wäre z.B. ein Ansatzpunkt, wie du das Gespräch vermeiden könntest, indem du dem Schüler deutlich die Notengebung erklärst.)