Beiträge von Caro07

    ja, am dienstag kommt jemand externes zur unterrichtshospitation, da findet dann auch eine zusammenarbeit mit dem jugendamt statt, von dort wird wahrscheinlich auch die assistenz kommen und auch eine familienhilfe wird jetzt aktiv werden.

    Da hast du jetzt schon einiges am Laufen und dir viele Gedanken gemacht.
    Vielleicht können dir die, die vorort unterstützen, weiterhelfen.


    Verstärkersysteme: Bei mir funktionieren die bei schwierigen Kinder ebenso nicht bzw. nicht lange. Am Anfang vielleicht, aber dann ist ihnen das Bewerten peinlich.


    Unterstützung durch Eltern: Es kommt immer darauf an, wie die Eltern auf Nachrichten von der Schule reagieren. Immer wieder reagieren Eltern kontraproduktiv.


    Bitte sieh folgende Gedanken nur als mögliche Impulse und nicht als feststehende Tatsachen:


    Diesen Gedanken hätte ich noch zu Gesprächen:
    Evtl. Ändern des Gesprächsstils mit dem Kind, dass es Vertrauen aufbauen kann. Z.B. irgendetwas, wenn es auch noch so eine Kleinigkeit ist, loben.


    So wie du den Jungen schilderst, kommt er mir total desorientiert, hilflos und abgelehnt vor. Das einzige, was er kann, ist laut und deutlich um sich zu schlagen um auf sich aufmerksam zu machen. In meinen Augen muss dieses Schema durchbrochen werden, sonst lernt er, dass er nur so durchkommt.
    Vielleicht hat er aber auch eine Form des Autismus oder er ist antiautoritär erzogen.

    Ich versuche es einmal mit ein paar Fragen, die ich angehen würde:


    - Wurde der Junge in Bezug auf eine psychische Erkrankung (Autismus, Asperger) von einem Kinderpsychiater untersucht? Gibt es eine Diagnose?


    - Wie erziehen die Eltern? Wie reagieren sie? Sind sie ebenso hilfslos?


    - Hast du in Niedersachsen weitere schulische Unterstützungssysteme? (Für mich wäre das ein Fall für die Sozialarbeit oder dem Schulpsychologen oder dem Sonderpädagogischen Dienst.)


    Also ich würde die Sache so angehen, dass ich erst einmal versuchen würde, herauszubekommen, woher diese Verhaltensschwierigkeiten kommen und dann entsprechend reagieren.


    Ich habe festgestellt, dass bei schwierigen Grundschülern es am meisten etwas bringt, wenn man es schafft, zu dem Schüler eine Beziehung herzustellen und kleine Fortschritte lobt. Aber das hast du sicher alles schon probiert.


    Die möglichen Disziplinarmaßnahmen müsstest du für dein Bundesland irgendwo nachlesen können. Bei uns wird das nach und nach gesteigert bis zum 14 tägigen Schulausschluss und Versetzung in eine andere Klasse, kommt aber selten in den Grundschulen zum Tragen.

    Ab der Sek. 1 kann man Schulen nur empfehlen einen SSD vorzuhalten und diesen auch niederschwellig einzusetzen. Neben der positiven pädagogischen Arbeit entlastet ein ordentlich aufgestellter Dienst durchaus die Lehrkräfte, sorgt für eine zumeist umfangreichere Dokumentation und - man muss es ja zugeben- nicht selten auch für eine qualitativ hochwertigere Versorgung.

    Zum Schulsanitätsdienst:
    Auch in der Primarstufe ist der SSD nützlich. Wir haben 3. und 4. Klässler als SSD, die gut ausgebildet und organisiert in der großen Pause den Dienst verrichten, alles dokumentieren und bei Unklarheiten wissen, an wen sie sich wenden müssen.

    Das die Schulleitung steuert bedeutet doch nicht zwangsläufig, dass sie alles alleine macht...

    Natürlich nicht. Die Arbeit in den Arbeitskreisen machen letztendlich die Kollegen. Ich meine, dass durch eine zwischengeschaltete Steuergruppe die hierarchische Struktur in der Schule verstärkt wird. Ich habe unterschiedliche Schulleitungen erlebt. Am besten ist alles gelungen, wo die Arbeitskreise selbstständig arbeiten konnten und die Arbeit von der Schulleitung (Rektor und Konrektor/en) unterstützt und gewürdigt wurde. Das holte viele Leute ins Boot. Sobald es mehr hierarchische Struktur gibt, befürchte ich, dass es mehr Druck und sozialen Unfrieden gibt. Nach wie vor meine ich ebenso, dass eine Schulleitung in Bezug auf Schulentwicklung schon Impulse setzen kann, aber vor allem managen soll. Idealweise kommen die Impulse vom Kollegium, dann ist die Arbeit auch tragfähig und bringt die Schule weiter.
    Ich weiß, dass es Schulleitungen gibt, die das anders sehen. Sie möchten eher die Schule nach ihren Vorstellungen gestalten.

    So wie ich nachgelesen habe, studiert man 3 Didaktikfächer, darunter D und M und ein musisches Fach. Das hat man dann so oder so als Grundlage. Sachunterricht muss man ebenfalls machen.
    Mein Studium ist schon zu lange her - ich habe noch in anderen Kombinationen studiert, als es gerade üblich ist.


    Aber ich kann dir etwas zum praktischen Nutzen sagen:
    Sowohl Geschichte als auch Biologie sind wenige Teilbereiche des Sachunterrichts. Zwingend erforderlich für den Unterricht finde ich es nicht, dies fachwissenschaftlich zu studieren. Am besten schaust du dir einmal die Lehrpläne an. (Mich wundert, dass diese Fächer überhaupt im Grundschulstudium angeboten werden.)
    http://www.lehrplanplus.bayern…hsu/inhalt/fachlehrplaene
    Das fachwissenschaftliche Theologiestudium kann man hingegen als Hintergrundwissen für den gesamten Religionsunterricht gebrauchen.


    Ich selbst bin bei meinem fachwissenschaftlichen Studium hauptsächlich nach meinen Interessen gegangen - ich hatte auch einige zur Auswahl, die mich interessierten, habe aus dieser Auswahl dann die Fächer gewählt, die mir auch noch andere beruflichen Perspektiven/Ausgangspunkte neben dem Lehrerdasein gaben.
    Wenn man Fächer nach Interesse wählt, dann lernt es sich leichter. Ich würde mich zu keinem Fach zwingen, sondern eines nehmen, das mir Spaß macht und mich interessiert.

    Die Sache mit dem Verbandbuch ist anscheinend in den Bundesländern unterschiedlich geregelt.


    Für Bayern gilt:
    "Es wird dringend empfohlen, bei Verletzungen, bei denen kein Arztbesuch erfolgt, den Unfall zu vermerken. Dies kann z.B. im Verbandbuch oder in einer PC-Datei erfolgen. So kann bei Spätfolgen eines nicht durch Unfallanzeige gemeldeten Unfalls der schulische Zusammenhang nachgewiesen werden.
    Zudem wird im Verbandbuch dokumentiert, dass die Schulleitung bzw. die Lehrkraft ihrer Verpflichtung zur Erste-Hilfe-Leistung nachgekommen ist. Die Unfallanzeige ersetzt einen Eintrag in das Verbandbuch.
    Diese Aufzeichnungen sind fünf Jahre nach der letzten Eintragung aufzubewahren."


    Quelle: GUV- Imformationen, 1. Hilfe in Schulen


    Bei Unfällen schreiben wir bei Arztbesuch auf jeden Fall eine Unfallanzeige, bei nicht erfolgtem Arztbesuch in manchen Fällen prophylaktisch.


    TomWag78: Vielleicht schaust du, wie das in deinem Bundesland geregelt ist.

    Mich würde einmal interessieren, wie es dem Kind jetzt geht. Wenn sie so auf den Übertritt büffeln musste, nicht gerne lernt, dann setzt sich das doch am Gymnasium fort?


    Zu den 22 Proben:
    Ja, das ist eine Richtzahl, aber nicht auf alle kann man sich explizit vorbereiten. Z.B. auf Leseproben und Aufsätze gibt es nicht viel mögliche Vorbereitung, da muss man im Unterricht und mit den Hausaufgaben gut dabei sein. Wer bei Grammatikproben und Matheproben die Schularbeiten und Hausaufgaben verstanden hat, der muss eigentlich auch nicht groß lernen, sondern sich nur nochmals den Stoff anschauen. Rechtschreibproben sind für manchen lernintensiv, da muss er halt immer am Ball bleiben. Das einzige, was vom Lernen her stresst, sind die HSU- Proben, da geht es in großen Anteilen um Faktenwissen.
    Was eher stresst, ist das Gehetze, dass man die Anzahl annähernd schafft und dies den Unterricht bestimmt. Die Schüler stresst die ständige Prüfungssituation, denn es kann sich jeder ausrechnen, dass im Schnitt eine Probe pro Woche geschrieben wird, öfter auch mal zwei, weil es ja auch noch probenfreie Zeiten gibt und Proben in den Fächern Musik und Religion und Englischtests dazukommen. Weiterhin werden ständig irgendwelche mündliche und praktische Noten gemacht, doch das sind die Schüler gewöhnt. Enorm stressverstärkend sind die häuslichen Reaktionen, dass schlussendlich die Schüler meinen, auf jede einzelne Probe käme es an, was den Übertritt betrifft. Das ist vor allem bei solchen Schülern der Fall, die knapp stehen und einen bestimmten Übertritt- Realschule oder Gymnasium - schaffen wollen bzw. deren Eltern.
    Es gibt aber auch genug Schüler, die ganz entspannt durch die 4. Klasse gehen - deren Eltern sind genauso entspannt und die erreichen dann die Ergebnisse, die für sie realistisch sind. Was nutzt das Trimmen auf einen Schultyp, wenn dann das Leiden weitergeht oder sogar noch verstärkt wird? Es wurde schon mehrfach erwähnt, dass es in Bayern ganz viele Möglichkeiten gibt, sich schulisch weiterzubilden.


    Zur Fahrradprüfung:
    Da tut mir das Mädchen leid. Normalerweise fällt in Fahrradprüfungen selten jemand durch. Meistens dann, wenn die Kinder wirklich bei der praktischen Ausbildung aufgrund motorischer Schwierigkeiten (konnten kaum Fahrradfahren) nicht mit dem einhändig Fahren, umschauen usw. klarkamen, häufige Fehltage bei der praktischen Ausbildung hatten oder zu aufgeregt und deswegen unkonzentriert waren.
    Verkehrserziehung macht man mindestens 4 Wochen, oft auch 5 Wochen lang. Das machen die Schüler gerne. Es gibt eine theoretische und eine praktische Prüfung. Die Inhalte sind auf das Kind als Fahrradfahrer abgestimmt und dienen dazu, das Kind fit zu machen für den Straßenverkehr. Wir machen auch einmal eine Fahrradübung im realen Verkehrsraum. Damit die 4-5 Wochen Verkehrserziehung nicht ungenutzt bleiben, hören wir die Inhalte anhand einer Probe ab - die Schüler haben ja so oder so auf den Fahrradführerschein gelernt - dann haben wir da eine HSU- Note.

    aber zur "Steuerung" ist doch eigentlich die Schulleitung da?! Warum sollen KollegInnen ohne Anrechnungsstunden und ohne Höhergruppierung Schulleitungsaufgaben übernehmen und sich damit also zusätzlich belasten?

    Das ist nämlich genau das, was ich ebenfalls für einen Knackpunkt halte. Da werden Schulleitungsaufgaben auf KollegInnen abgewälzt, die davon nichts haben - sie handeln sich höchstens noch mit Kollegen Ärger ein.


    Uns wurde die Steuergruppe zusätzlich mit dem Argument schmackhaft gemacht, dass aus solchen Gruppen auch einmal künftige Schulleitungen kämen, was allerdings überhaupt nicht gezogen hat. ;-)

    Das ist ein Schulunfall, wahrscheinlich auch ohne große Konsequenzen, aber das weiß man nie.
    Wenn das Verbandbuch dazu da ist, sämtliche Schulunfälle einzutragen, würde ich es sicherheitshalber eintragen. Es geht da auch darum die Verletzungen zu dokumentieren, damit man schriftliche Unterlagen hat.


    Bei uns wird übrigens das Führen eines solchen Buches von Rettungsdiensten empfohlen, ist aber nicht zwingend erforderlich. Es dient - so die Auskunft - zur Klarheit und dass man nachvollziehen kann, wann was gewesen war. Es ist unterstützend zu sehen, so meine Info.


    Ansonsten würde ich eher Kollegen an der Schule fragen, denn die werden dir genaue Auskunft geben können, für was genau dieses Buch da ist und was sie in diesem Fall machen.


    Nachtrag:
    Jetzt habe ich die Ausführungen von Valerianus gelesen. Wenn ein "Verbandbuch" etwas Offizielles ist, dann gelten natürlich die offiziellen Regeln. Uns hat man eine grundsätzliche Dokumentation von Schul/Sportunfällen beim letzten 1. Hilfekurs empfohlen.

    Macht es in meinem Fall am meisten Sinn das Grundschulstudium zu beginnen und gucken wie ich damit zurechtkomme, während ich an einer Grundschule arbeite? Kann man denn am Anfang des Studiums erkennen, ob man dafür fachlich geeignet ist?

    Zur ersten Frage: Du arbeitest ja nur in der Betreuung an einer Grundschule wie du geschrieben hast. Da siehst du - und das hast du ja schon erfahren - wie du einen Zugang zu den Kindern bekommst.


    Zur zweiten Frage: Nein, kannst du nicht. Das merkst du erst mit der Zeit, nach einigen Jahren Berufserfahrung. Aber ich habe noch nie jemanden erlebt, der wegen unterrichtlichen Problemen aufgegeben hätte, das kann man wirklich lernen.


    Eine Erfahrung meinerseits: Als ich mit dem Studium angefangen habe, wollte ich nicht unbedingt Lehrerin werden. Damals war es möglich, Diplompädagogik, Sonderpädagogik und sogar meinen zeitweiligen Traumberuf, den es nicht im Erststudium gab - Musiktherapie - aufzusatteln. Das hatte ich immer im Hinterkopf. Dann haben mir aber die lehrerbezogenen Schulinhalte so gefallen, dass ich mich dann erstmal entschlossen habe, das Referendariat zu machen. Danach bin beim Lehrerberuf geblieben und letztendlich in der Grundschule gelandet.


    D.h.: Die richtigen Einsatzwünsche können sich mit der Zeit entwickeln. Ich würde, wenn ich unsicher wäre, so studieren, dass man etwas draufsatteln kann bzw. mir ein Teil des Studiums bei einer Änderung des Berufswunsches anerkannt wird. Ich habe z.B. im Studium bewusst als ein Studienfach Musik gewählt, damit ich die Option hatte, im Anschluss Musiktherapie zu studieren.

    Ob da die Steuergruppe wirklich gut strukturiert ist? Wir hatten einmal eine Fortbildung zur Steuergruppe, weil unsere Schulleitung diese gerne einführen möchte. In groben Zügen wurde die Reinform so vorgestellt:
    - Die Steuergruppe besteht aus wenigen gewählten KollegInnen, jedes Schuljahr neu gewählt.
    - Die Steuergruppe zählt zur erweiterten Schulleitung.
    - Die Steuergruppe befragt am Anfang oder am Endes des Schuljahrs das Kollegium, was gemacht werden soll, plant dieses zeitlich und inititiert Qualitätszirkel, das sind Arbeitskreise zu einzelnen Projekten.
    - Die Steuergruppe unterstützt die Arbeitskreise, wenn sie etwas brauchen und überwacht die Prozesse.
    - Die Steuergruppe initiiert die Evaluation der getanen Arbeit.


    Wir im Kollegium fanden das im Ansatz zu autoritär und haben es in der Reinform abgelehnt. Keiner von uns mag über andere Kollegen bestimmen; uns ist die Überwachung aufgestoßen.
    Im Augenblick sind wir in der Schulentwicklung - es gibt bei uns schon ein Schulentwicklungsteam - dabei, ein Kompromisskonzept zu entwickeln, aber das steckt noch in den Kinderschuhen. Vieles der obigen Aktionen macht im Augenblick die Schulleitung.
    Um Mehrheiten für Arbeitsfelder herauszufinden, wird bei uns gerne "bepunktet", d.h. die Vorschläge hängen an der Pinwand, jeder Kollege klebt seine Punkte dorthin, was er gerne hätte. Dadurch zeichnen sich schnell Schwerpunkte ab.

    In der bayerischen Ausgabe hat Sally eine Vokalbelliste zu den Kapiteln. Bayern hat einen verbindlichen Grundwortschatz in Englisch und vorgeschriebene Redewendungen. Playway gibt es, glaube ich, auch noch, ist aber für mein Bundesland nicht mehr zugelassen. Ich kenne beide Ausgaben von Sally, die ältere und die neuere. Die neuere Ausgabe ist schwieriger. Schwerer darf es aber nun nicht mehr werden.

    Wie man mit Schülern redet, wie man Fragen stellt, Impulse setzt, das lernt man im Studium und im Referendariat. Ebenso lernt man, wie man Schüler motivieren kann. Du lernst in den Jahren des Studiums und des Referendariats wie man Unterricht plant und ihn durchführt. Du hast sogar während des Stuiums praktische Sequenzen, wo du lernst, dieses anzuwenden. Also darüber würde ich mir keine Sorgen machen.
    Wichtig ist eher, dass du eine Beziehung zu den Kindern dieser Altersstufe entwicklen kannst. Das hast du ja schon zu Genüge ausprobiert. Vieles zu diesem Bereich hat Zweisam schon geschrieben. Wichtig finde ich auch noch, dass du diesen Beruf machen willst, egal ob du die eine oder andere Hürde überwinden musst und bereit bist, bestimmte Dinge zu verbessern.
    Wenn ich meinen Unterrichtsstil heute mit dem vergleiche, wie ich angefangen habe, da besteht ein himmelweiter Unterschied. Ins Unterrichten wächst man bei guter Ausbildung hinein. Manche sind Naturtalente, bei denen es schneller geht, andere brauchen etwas länger. Das Hintergrundwissen erlernt man im Studium und im Referendariat. Nicht umsonst ist dem Studium ein Referendariat nachgeschaltet.

    Du meinst wahrscheinlich die Hefte vom Lama-Verlag. Übrigens sind die Fahrradführerscheinhefte von diesem Verlag super. Wir benutzen diese schon seit Jahren.


    Die Englischhefte kenne ich nicht, die habe ich jetzt einmal interessehalber im Internet durchgeblättert. Ich denke, man muss es erst einmal ausprobieren um zu sehen, ob es funktioniert und wie es motiviert. Manchmal sind ja auch die Hörbeispiele zu den Englischlehrwerken suboptimal und die Lieder zu brav oder nicht gut arrangiert. Manchmal sind auch die Identifikationsfiguren gewöhnungsbedürftig.


    Wie wär's mit einer Alternative?


    Bei uns in Bayern ist das Sally-Lehrwerk vom Oldenbourg- Verlag populär. Es ist in meinen Augen sehr gut und den Schülern macht es Spaß. Wir arbeiten mit Sally schon seit langen Jahren und wollen nichts anderes. Manche Kolleginnnen meiner Schule machen den Englischunterricht auch frei ohne Lehrwerk oder nehmen die Storytime- Arbeitshefte. Wenn man sich für Sally entschieden hat und die Arbeitshefte ebenso nutzt, dann hat man keine Zeit mehr, etwas anderes zu machen. Sally hat ein umfangreiches Begleitmaterial, sogar zu ein paar Geschichten computeranimierte Filme.
    Sally gibt es auch in der allgemeinen Ausgabe, vielleicht ist die bei euch zugelassen.


    Im Zuge des neuen Lehrplans in By wurden auch noch andere Lehrwerke vorgestellt: Bumblebee (Schrödel), Sunshine (Cornelsen), Colour Land (Klett, das finde ich nicht gut) und Storytime (Westermann, wer lieber mit Geschichten arbeitet). Von diesen habe ich bei den Lehrwerkseinführungen Bumblebee noch ganz gut gefunden.

    Ist so eine Klassenlehrertätigkeit in der Form nur an Grundschulen möglich? Das war nämlich auch für mich ein Pro-Argument, da ich gerne eine "eigene" Klasse haben möchte.

    Das variiert etwas bei den Bundesländern. In Bayern gibt die Klassenlehrkraft in der Grundschule so viel wie möglich an Fächern. An den Hauptschulen (in Bayern Mittelschulen genannt) sind die Klassenlehrer auch noch eine ordentliche Anzahl von Stunden in der Klasse, aber nicht mehr so viel wie an den Grundschulen, zumindest ist das in Bayern so. An den Sonderschulen gilt ebenso das Klassenlehrerprinzip, so weit ich weiß.

    Eine weitere Idee wäre, Lehramt auf Grundschule zu studieren, dann aber an einer privaten Schule wie an einer Montessori- Schule (da braucht man eine spezifische Weiterbildung) oder an einer Waldorfschule zu arbeiten. Der Verdienst ist da nicht ganz so hoch, aber die suchen immer engagierte Lehrer und stehen hinter ihren Konzepten.


    An die GrundschullehrerInnen hier: Wie sieht denn die Umsetzung des Erziehungsauftrags im Berufsalltag aus? Hat man dafür überhaupt Zeit, um individuell zu fördern?

    Geht es dir um individuelle Förderung oder um die soziale Komponente ? Das ist unterschiedlich. Bei der individuellen Förderung kümmerst du dich um die individuellen Schwierigkeiten - im Prinzip Lernschwierigkeiten - der Schüler.


    Sozial: Natürlich muss du als Grundschullehrer viel Erziehliches machen. Wenn etwas im sozialen Gefüge nicht klappt, muss man als Lehrer eingreifen. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Grundlagen des sozialen Miteinanders muss man schon ansprechen bzw. eintrainieren. Das jeden Tag. Dennoch steht die Stoffvermittlung im Vordergrund.


    Zur individuellen Förderung: Es gibt den Anspruch, dass man im Unterricht differenzierende Aufgaben gibt.
    Versuche einmal an einer Grundschule im Unterricht zu hospitieren, da wird vielleicht einiges klarer.


    In Bayern an den Grundschulen sieht das bei uns so aus:
    Speziell individuell fördern, differenzieren, das machen:
    - Förderlehrer (da gibt es einen extra Studiengang, die verdienen nicht ganz so viel wie ein
    Grundschullehrer, haben auch keine ganze Klasse)
    - Sonderpädagogen (die unterstützen, differenzieren in allen Bereichen, auch in sozialen)


    Sozial unterstützen uns an der Schule anwesende Sozialpädagogen, die einzelne Schüler mit sozialen Schwierigkeiten betreuen oder auch einmal Projekte in den Klassen durchführen.


    Nachmittags arbeiten bei der OGTS unterstützend:
    - hauptsächlich Erzieherinnen im Halbtagsjob
    - Lehramtsstudenten


    Ein Grundschullehrer macht von allem etwas, sein Hauptaugenmerk ist allerdings das Unterrichten. Ich persönlich bin deswegen in der Grundschule, weil man in diesem Lehramt neben der Sonderschule und der Hauptschule als Klassenlehrkraft, die viele Fächer hat, noch am ehesten im sozialen Verbund der Klasse sozusagen sozial tätig sein kann und Unterricht und soziale Dinge gut miteinander verknüpfen kann. Die Voraussetzung allerdings muss sein, dass es einem Spaß macht zu unterrichten und dies die Hauptsache bleibt.

    Bei den Lehrern hatte ich das Gefühl, dass die für das Soziale keine Lust oder besser gesagt keine Zeit und Nerven dafür haben. Liege ich mit meiner Vermutung richtig oder ist es lehrerabhängig?

    Neben dem Unterrichten muss man in der Grundschule auch sozial tätig werden. Ein gutes Klassenklima ist fürs Lernen wichtig. Allerdings kann man sich nicht so drauf konzentrieren wie es jetzt ein Erzieher am Nachmittag macht. Das ist schon anders. Bei uns an der Schule ist die Betreuung am Nachmittag nur ein Halbtagesjob oder ein 400 Euro Job und so weit ich weiß machen das alle neben der Familie bei uns. Ich glaube nicht, dass man alleine davon gut leben kann. Am besten erkundigst du dich, was so der Verdienst ist. Wer an den Grundschulen auch noch intensiv sozial mit den Kindern arbeitet, sind Sozialpädagogen. Erzieher und Sozialpädagogen arbeiten auch in Horten.

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