was mir auffällt: ein breites Engagement und breite Beteiligung findet man dort, wo Schulleitungen ein qualitativ gutes, aber schlankes Programm fahren. An Schulen, die zwanghaft alles mitnehmen, was möglich ist, und an denen die Schulleitung entsprechenden Druck zur Partizipation ausübt, sinkt die Teilnahmebereitschaft.
Das ist genau auch meine Erfahrung. An meiner letzten Schule machte ich mehrere Schulleiterwechsel durch. Das Engagement des gleichen Kollegiums war genau dort am größten, wo die Ideen der Mitgestaltung und Durchführung demokratisch vom Kollegium kamen und dies von der Schulleitung im wahrsten Sinne des Wortes unterstützt wurde. Der Zusammenhalt des Kollegiums war zu diesen Zeiten am größten.
Die Eigenaktivitäten nahmen dann ab, wo Schulleitungen zu viel Eigenes durchsetzen wollten und KollegInnen mehr oder weniger dadurch unter Druck setzten. Dadurch, dass Schulleitungen nun plötzlich die Regelbeurteilung an die Hand bekamen, wurde dies, auch wenn es nicht so beabsichtigt war, schon zu einem gewissen Machtinstrument. Das System war dann eher autokratisch, aber nicht mehr demokratisch. Außerdem wurden Konflikte innerhalb des Kollegiums bei selbstbestimmter Schulmitgestaltung viel besser aufgefangen, weil der das Zusammengehörigkeitsgefühl größer war, denn man hatte etwas gemeinsam entwickelt und geschaffen.
Schade, dass sich die Schullandschaft dahin entwickelt hat, dass wie in der Industrie Mitarbeitergespräche bezüglich Ziele und Leistung geführt werden. Damit unterbindet man demokratische Prozesse an der Schule, Dinge, mit denen sich alle identifizieren und wo sie deswegen gerne mitarbeiten. Denn es gibt durch diese Methode weniger unbedarfte Motivation, weil immer eine gewisse Kontrolle da ist.