Das ist in der Tat eine krasse Erfahrung - hat es denn im Anschluss daran irgendeine Reaktion gegeben außer der Totenstille und des peinlich Berührtseins?
Naja, es wurde danach kein Unfug mehr erzählt, aber ob ein Umdenken stattgefunden hat, kann ich nicht sagen.
Du hast ADHS? Und du hast das im Kollegium gesagt? Ich traue mich noch nicht so recht, es wissen nur 2 Kolleginnen, die mir recht nahe stehen. Hast du danach einen veränderten Umgang der KuK mit dir festgestellt? Wie kommst du im Alltag klar? "Merkt" man dir spezifische Dinge an?
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Aber es allen sagen ....? Ich habe wegen diverser anderer Erkrankungen einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt - wenn ich 50% bekomme, werde ich mit SL sprechen, aber auch da möchte ich eigentlich nicht von meinem ADHS berichten.
Ach, das ging eigentlich. Ich gehe da sogar sehr offensiv mit um, zumindestens auf kollegialer Ebene. Nicht unbedingt gegenüber der SL.
In solchen Momenten hilft vielleicht tatsächlich, dass ich auch einfach ein paar akademische Accomplishments habe. Tatsächlich merkt man es mir auch nicht allzu stark an, ich habe einiges an Strategien entwickelt, damit umzugehen. Ich merke das zwar selber, aber Kollegen nicht unbedingt. Einziger Nachteil im Schulalltag: Ich bin extrem empfindlich gegenüber Lärmentwicklungen, ich höre alles, aber es lenkt mich auch alles ab. 
Eine befreundete Familie, beide Pharmazeuten, haben ein Kind, das stark unter ADHS leidet und das Schuljahr jetzt womöglich wiederholen muss. Mutter ist für die Gabe von Methylphenidat, der Vater dagegen. Beide wissen um die (Neben)wirkungen des Wirkstoffs. Das Kind ist mittlerweile sozial komplett isoliert - das Homeschooling trägt zusätzlich dazu bei. Und dennoch kann der Vater sich nicht dazu durchringen, das Medikament zu geben. Er hofft auf die positiven Wirkungen von Sport und Psychotherapie - seit mehreren Jahren. Es tut mir in der Seele weh, dieser Entwicklung zusehen zu müssen.
Übel. Bei mir wurde es "zu spät" diagnostiziert (also, als ich schon fast erwachsen war und man gleichzeitig noch dachte, das sich das auswächst), aber bei meinem Bruder hat das eine enorme Entspannung innerhalb der Familie, aber auch in seiner Schulerfahrung erzeugt. Das war schon ne krasse Wirkung. Ohne Ritalin hätte der keinen Schulabschluss, so hat er ein Abitur.