Beiträge von O. Meier

    Die meisten hier dürften ChatGPT nutzen oder zumindest ausprobiert haben.

    Ich nicht. Das Anlagen eines Account scheiterte, als ich nach einer Mobiltelefonnummer gefragt wurde.

    Ein paar Kolleginnen saßen mal im Lehrerinnenzimmer und „spielten“ mit ChatGPT. Sie warfen ihr Texte hin, die für Deutsch-Klausuren in Fragen kämen. Ergebnis: inhaltliche Interpretationen knapp aber zutreffend, keine Analyse der sprachlicne Mittel. Wohl auch nicht auf Nachfrage.

    Ich mischte mich kurz ein und bat eine Mathematikaufgabe zu stellen. Das Ergebnis war tasächlich nicht von einer Schülerinnenantwort zu unterscheiden. Es wuden stur Verfahren für quadratische Funktionen auf eine Funktion dritten Grades angewandt. So war das meiste sauber formulierter Blödsinn.

    Das war mein einziger Kontakt zu dem System.

    muss man alles nicht wissen, muss man nicht können.

    Ja, nein, vielleicht. Man muss sicher nicht alles wissen und können. Nichts wissen und können geht auch nicht. Man muss also irgendwie beurteilen können, was zu lernen wichtig und lohnend ist. Bei Dingen, mit denen man sich nicht auskennt, wird das schwierig. Man müsste sich auf das Urteil der besser Unterrichteten verlassen. Das fällt wohl vielen schwer.

    Ein weiteres Problem ist, dass die Zeit für die Aneignung der neuen Fähigkeiten irgendwo herkommen muss.

    Muss ich z. B. mit ChatGPT 'rumdaddeln, um die Auswirkung auf die Schule beurteilen zu können?

    Die überhaupt nicht mitbekommen, wie unsäglich viel Arbeit sie anderen Leuten mit ihrer Einstellung verursachen.

    Lass' dir keine Arbeit machen. Es kommen immer wieder Expertinnen an, die kurz vor Frist einen Text formatiert haben müssen. Da habe ich meist keine Zeit.

    Bei uns gibt es immer mal wieder Fortbildungsnachmittage zu Digitalem. Da bieten ein paar etwas an, und jede geht gin, wo sie Lust hat. Eigentlich bräuchte man ein Kurrikulum für Lehrerinnen, damit man einen Grundstock klar hätte. Müsste dann natürlich regelmäßig angepasst werden.

    Ja, das ist der BERECHTIGTE Neid der Kinderlosen!

    Ob bei einer solchen Emotion die Klassifikation in „berechtigt“ und „unberechtigt“ sinnvoll ist, lasse ich mal dahingestellt. Es ist jedenfalls eine Emotion, die ich nicht haben möchte. Sie ist mir zu negativ.

    Vielleicht überlegt man sich mal, wie man selbst mit solchen Emotionen umgeht, ob sie sich überwinden lassen, in Bahnen lenken oder ob sie irgendwie ihre negative Energie loswerden können, bevor man öffentlich überschäumt. Das wird dann schnell unschön, wie wir erleben dürfen. Bringt uns aber in der Sache nicht weiter.

    Was haben denn die Kinderlosen davon, wenn die Kinderzuschläge wieder gesenkt werden?

    Aber danke für die Ehrlichkeit. Es ist eine Neiddebatte. Wussten wir, jetzt steht es da.

    Formal könnte man dir entgegenhalten, dass „durchschnittlich“ (das war dein Maßstab) nicht unbedingt auch „amtsangemessen“ ist.

    Ob sich Kinder „lohnen“, ist eine politische Entscheidung. Das wurde auch schon erwähnt. Ebenso wie die Frage, ob Lehrerinnen grundsätzlich verbeamtet werden oder ob Biergärten 7% oder 19% Mehrwertsteuer abführen.

    Ihr wisst aber schon, dass es Stifte gibt, mit denen man aufs Display schreibt und die mittlerweile sogar ein haptisches Feedback geben ...

    Ja, und eine Kollegin hat eine Folie auf dem Tablet, die die Oberfläche „wie Papier“ macht.

    Man kann schon viel technischen Aufwand betreiben, damit’s so ist wie analog. Das kommt mir halt vor wie Satire.

    Für’s Zeichnen von Funktionsgraphen habe ich jedenfalls neulich in einer der Tabletklassen die „Parole Papier“ ausgegeben. Das Gemockel auf dem iPad war nicht schön.

    Es lief dann analog besser, das haben die jungen Menschen auch so wahrgenommen.

    Ja, sicher, man kann jetzt darüber diskutieren, ob man überhaupt noch Funktionsgraphen zeichnen können muss, der Computer kann das ja besser. Von mir aus lassen wir’s weg. Spart auch Zeit.

    Ich finde auch, dass dies alles andere als eine Neiddebatte ist.

    Eben doch. Hier haben sich Leute darüber echauffiert, dass andere mehr bekommen. Das ist etwas deutlich anderes, als für sich z. B. einen gebührlichen Inflationsausgleich einzufordern. Sie möchten nicht, dass andere diese Zuschüsse für die Kinder bekommen. Das ist mehr als Neid, das ist schon Gehässigkeit.

    Da hier so oft Gerechtigkeit und das Leistungsprinzip eingefordert wird, beides haben wir unserer Gesellschaft höchstens bedingt. Den Unwillen das Leistungsprinzip zum Zuge kommen zu lassen, erkennt man z. B. an der Erbschaftssteuer, die bei einem konsequenten leistungsprinzip 100% betrüge.

    Ich habe kein Problem mit den Kinderzuschlägen, obwohl ich keine bekomme. Ich messe doch die Gerechtigkeit daran, ob das, was ich für meine Arbeit bekomme, angemessen ist. Habe ich den Inflationsausgleich schon erwähnt? Wenn die andere für die gleiche Arbeit mehr bekommt, weil sie Kinder hat, hoffe ich doch darauf, dass sie das Geld z. B. in die Ausbildung der Kinder steckt. Denen gönne ich das dann.

    ch wollte gerne vom Auto auf das Fahhrad umsteigen.

    dann schlüge ich vor, du kaufst dir ein Fahrrad. Falls es doch lieber ein E-Bike sein soll, eben ein solches.

    ich habe gelesen

    Wo?


    dass man beim Land zuschüsse beim Leasen eines E-Fahhrads bekommt

    Da geht es wohl eher um Steuerverrechnungen. Es gab hier schon mal einen Thread hierzu, bei dem am Ende nicht ganz klar war, ob sich dieses Finanzierungsmodell überhaupt lohnt. Such doch mal danach.

    "Richtige Computer" haben im Prinzip ein ewiges Leben - weil alle Teile modular und austauschbar sind.

    Wenn das dein Anspruch ist, kaufst du so etwas. Höhere Integration für geringere Abmessungen und damit Erhöhung der Mobilität ist nicht schlechter, sondern ein anderer Anspruch, der dann ein anderes Aussehen hervorbringt.

    Letztendlich ging es mir darum, dass fossi74 angemerkt hat, dass mit dem iMac die Design-Phase begonnen habe. Computer wurden auch vorher designt. Dass das Design ab dann in eine Richtung ging, die der einen oder anderen nicht gefällt, mag ja sein. Aber es geht mir ein wenig in die Richtung „Apple ist eh doof.“ Das fand ich in den 90ern schon langweilig.

    zwei Sitzen in einem Porsche Cayman nicht mehr auskommt und einen "Pampers-Bomber" zusätzlich anschaffen muß.

    Blöde Idee. Besser zwei Porsches. Dann kann jede Erwachsene je ein Kind mitnehmen beim Autoposen. Dieses Beispiel zegt, dass Menschen mit mehr Kohle einfach auch mehr Probleme haben. Insofern sind die höheren Kinderzuschläge für Beamte natürlich ein fieser Trick des Landes, aber kein Gund neidisch zu sein.

    Vor allem aber bin ich froh über die erweiterten Möglichkeiten interaktiver Tafeln gegenüber klassischer Tafeln.

    Da habe ich noch keine entdecken können. Das kann auch daran liegen, dass ich nach wenigen Versuchen die Verwendung der elektrischen Tafeln eingestellt habe. Das fängt daran an, dass man darauf nicht schreiben kann. Zu ungenau und zu langsam. man muss sehr groß und schreiben, damit man überhaupt etwas lesen kann. Dann bleiben nur wenigen Zeilen. Für Mathematik-Aufgaben meist zu wenig. Hinzu kommt, dass die Geräte auf sechs Farben beschränkt sind. Zieht man weiß und gelb ab, weil die auf weißem Hintergrund — sagen wir mal — suboptimal sind, bleiben vier.

    Bevor sich die erweiterten Möglichkeiten erschließen lassen, müssten erstmal die Standards funktionieren. Wie die Modelle, die wir zuvor hatten (und die allesamt im Elektroschrott gelandet sind), nutze ich die diese lediglich als Beamer (mit kleiner Projektionsfläche). So wie die meisten Kolleginnen. Ich kenne jetzt niemanden, die elektrisch schreibt oder die interaktiven Möglichkeiten der Boards nutzt.

    Vielleicht haben viele einfach keinen Bock, auf etwas neues. Vielleicht waren die Schulungen nicht ansprechend. Ziemlich sicher haben wir aber wir mal teuren Quatsch gekauft.

    Ja, ohne Kreidestaub wäre besser, aber irgendetwas anschreiben können möchte ich halt schon.

    dass schon mehrere ältere Lehrer den Eindruck geäussert haben, dass die jungen auf sie herabschauen.

    Soll'n se doch. Es gibt, glaube ich, noch viel mehr Stellen, an denen einige Kolleginnen, meinen den Stein der Weisen mit goldenen Löffeln gefressen zu haben. Die einen verstehen ihre Ideen und Ansätze so vorzustellen, dass andere daran teilhaben können. Und manche können das nicht, die sind dann einfach nur schlauer und besser. Gönn' ihnen doch mal was.

    Unsere Chefin hatte im Zuge des BYOD-Starts die kühne Idee die OHPs entsorgen zu lassen. Chemie, Physik und Bildnerisches Gestalten haben sich mit Händen und Füssen gewehrt, gar damit gedroht man wolle sich an den Geräten festketten.

    Unsere sind jetzt weg. Erst wurden keine neuen mehr angeschafft, dann keine Ersatzteile mehr. Es standen noch ein paar in Klassenräumen. Diese hat die Hausmeisterin dann auf Weisung er Schulleitung in den Schrott gegeben. Die Kreidetafeln, die wegen der interaktiven Beamer/Weißbretter abmontiert wurden, kamne auch ohne Umweg in die Tonne. Selbst die Idee, zu schauen, ob man aufgrund der besseren Oberfläche welche austauscht, wurde verworfen.

    Neue Geräte könnten mehr Möglichkeiten bedeuten. So bekommt man nur andere Möglichkeiten, vielleicht unterm Strich sogar weniger. Wenn derart deskruktiv „digitalisiert“ wird, muss man sich auch nicht wundern, dass davor auch Leute zurückschrecken.

    Hachja, endlich mal ein Digitalisierungthread, das wurde auch mal Zeit.

    Letztendlich aber keine neuen Erkenntnisse. Der Ausgangsbeitrag hat schon keine Frage formuliert. Es war halt alles beantwortet, jedes Medium ist nur so gut, wie man es einsetzt. Digital ist nicht besser oder schlechter, sondern eben nur digital.

    Gibt es aber tatsächlich so wenig Grundsätzliches zu besprechen, dass man mal wieder Anekdoten und Erfahrungen aufstapelt? Nicht, dass ich etwas degegen habe, dass jemand erzählt, wie toll bei Ihnen alles läuft. Dann kann ich wenigstens sagen „Schaut, es geht doch.“, wenn ich mich darüber ärgere, dass bei uns Digitalisierung die klassische Mischung aus Lippenbekenntnissen, Dummschwätzerei und Verteilen ungewarteter Hardware auf Räume und Personen ist.

    Jetzt fehlt nur noch jemand, die anmerkt, dass sie froh ist, sich nicht mehr mit Kreidestaub vollsauen zu müssen, dann haben wir alles beisammen.

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