Beiträge von O. Meier

    "Dann begehen sie als Klassenlehrer ein Dienstvergehen."

    Ja, stimmt. Ich nehme alles zurück. Man sollte so etwas doch disziplinarrechtlich durchsetzen. Wolltest du doch, hast du bekommen. Schön, oder?

    Ernst bei Seite. „Das Klassenbuch“, Singular. Das parallele Führen zweier Medien ist schon nicht vorgesehen, das macht überhaupt keinen Sinn.

    Außerdem steht im referenzierten Absatz, dass die Klassenlehrerin dafür Sorge trage, dass die Unterlagen ordnungsgemäß geführt werden, nicht, dass sie selbst alles einzutragen hat.

    Keine Ahnung, was da bei euch gelaufen ist, aber das ist völlig absurd. Man muss nicht ins digitale Klassenbuch eintragen, aber die Klassenlehrerin soll dafür sorgen, dass alles im digitalen Klassenbuch steht. So'n Quatsch.

    Falls das nciht nur ein Ammenmärchen ist, so hat ist das doch ein Beispiel dafür, wie man es besser nicht macht. Daraus zu schließen, dass die Nutzung digitaler Medien, Mehrarbeit für andere bedeute, finde ich etwas zu steil.

    Gibt es sonst noch Beispiele?

    "So, wir haben es jetzt probiert, es funktioniert, aber so lange es nicht verbindlich vorgeschrieben ist, machen wir mit dem Papierklassenbuch weiter."

    Dann ist ja wohl auch klar, welches die Fehlentscheidung war.


    digitale Untis-Klassenbuch

    Es handelt sich also auch hierbei nicht um ein Beispiel für digitalen Unterricht. Im diesem Verwaltungsbereich kann man nicht individuell entscheiden, wie man es macht. Man kann sich auch nicht entscheiden, kein Klassenbuch zu führen. Genau so wenig kann man entscheiden, statt des gebundenen Buches eine Lose-Blatt-Sammlung zu führen. Insofern spielt die Entscheidung der Einzelnen keine Rolle für den Arbeitsaufwand.


    Ich hab mir in dem Jahr echt gewünscht, daß die Schulleitung auf den Tisch haut, daß digitale Klassenbuch verbindlich vorschreibt und das dann auch notfalls mit disziplinarrechtlichen Mitteln durchdrückt.

    Polter, polter. Geht's auch ohne kaputte Tische und Disziplinarrecht?

    Wie wäre es statt dessen damit, so etwas geplant und organisiert einzuführen. Dazu gehört dann zunächst eine funktionierende Software auzuwählen, dafür zu sorgen, dass die nötige Hardware/Infrastruktur (Netz) zur Verfügung steht und funktioniert. Und dann sollte man die Kolleginnen, die das benutzen sollen, auch entsprechend schulen. Wenn dann alles läuft, hat keine ein Problem.

    Bietet den Leuten einfach mal etwas an, das funktioniert.

    Insofern fällt das hier für mich in die Kategorie „nicht zu Ende gedachter Schei*“.

    Dass ein Verwaltungsverfahren mit disziplinarrechtlichen Mitteln durchgesetzt werden muss, habe ich noch nie erlebt. Die Idee deutet doch auf eine ganz komische Vorstellung von Zusammenarbeit hin.

    Am Ende durfte ich mich dann als Klassenlehrer jede Woche hinsetzen und sämtliche Unterrichtsinhalte und Fehlzeiten aus dem Papierbuch ins Untis hämmern.

    Und wenn du das nicht getan hättest?

    Vorsicht! Du unterstellst deinen krankgeschriebenen Kollegen gerade, sie würden blaumachen.

    Ja, so klingt das für mich auch. Zumindest werden in solchen Äußerungen (bestimmte Arten von) Krankheiten nicht hinreichend ernst genommen.

    Und wenn man mich fragen würde, was mich am meisten nervt, würde ich tatsächlich sagen, dass es Kollegen sind, die sich einfach über Wochen und Monate "rausziehen", weil sie das können und keine Konsequenzen befürchten müssen. Und das kannte ich so von meinem Berufsleben vorher einfach nicht. Ja, da war man auch mal krank. Aber nicht Wochen oder Monate. Und da kümmerte man sich (trotzdem). Und ob ich mich mit der Arbeitseinstellung etlicher Kollegen abfinden kann, bezweifle ich gerade. DAS ist mein Problem.

    Das ist in der Tat ein Problem. Und es kann zu einem großen Problem für dich werden.

    Deine Schulleiterin agiert sehr unprofessionell und verheizt Leute. Dich z. B. gerade. Das bleibt nicht ohne Folgen. Die Leute werden krank. Und so ein ein Burn-Out ist dann schon etwas anderes als ein Schnupfen. So etwas kann sehr langwierig werden. Es gibt sogar Fälle, in denen sich die Leute gar nicht mehr vollständig genesen. Das gönnt man niemandem.

    Ich hoffe zum einen, dass es dich nicht erwischt (noch hast du Chancen, gegenzusteuern). Und zum anderen, falls du doch dem Druck nicht gewachsen bist und erkrankst, dass du dann deine Einstellung auf „Krank ist krank.“ ändern kannst und nicht in „Stell dich nicht so an.“ verharrst.

    Die Verweigerung, sich digitale Kompetenzen draufzuschaffen, verursacht an allen Eckn und Enden Arbeit für die Kollegen.

    Ich frage jetzt noch mal nach, welche Ecken das wären. Welche Arbeit verursacht jemand anderen, durch die Entscheidung etwas nicht „digital“ machen zu wollen?

    Ich erlebe insbesondere folgende Momente, die Arbeit erzeugen:

    a. Dinge, die nicht zu Ende gedacht sind. Da hat jemand 'ne Idee für ein „Projekt“ und überblickt nicht, was da alles erledigt werden muss. Da kommt man nicht hin und die Schulleiterin verhaftet Unschuldige zur Mitarbeit. Da geht es dann meistens irgendwie um Außenwirkung. Also nichts, von dem unsere Schülerinnen etwas hätten.

    2. Zeuch, das nicht funktioniert. Das sind halt häufig die elektrischen Geräte. Analoges seltener. Da ist einfach nicht so viel dran, was kaputt gehen kann.

    kannst du mal schnell..." Nein, kann ich nicht, merk dir einfach wie's geht.

    Eben. Insofern verusachen diese nur jenen Arbeit, die sich welche machen lassen.

    Ich finde es völlig in Ordnung, dass Kolleginnen sich in der Arbeit unterstützen. Dazu kann auch ein Computer-Tipp gehören. Aber man muss nicht alle Fehler reparieren, die man elektrsch so machen kann.

    Auf der einen Seite fehlt Fortbildung, auf der anderen Seite werden (interne) Angebote auch nicht immer wahrgenommen. Womöglich sind Webquests spannender als Textverarbeitung. Das bedeutet aber nicht, dass man auf Kenntnisse in zweiter verzichten kann.

    Der Kollege, der nicht mit einem Tablet umgehen kann und deshalb nicht kapiert, dass es sowas wie einen leeren Akku geben kann. Du hast das Grundproblem nicht verstanden.

    Ich auch nicht.

    Welche Möglichkeiten hatte denn die Kollegin den Umgang mit dem Gerät zu lernen?

    Dass man erklären muss, dass de Akku geladen werden muss, hätte ich auch nicht gedacht. Aber es ist wohl so. Also erklärt man es.

    das ich nutzen muss, weil ich in einer Ipad-Klasse eingesetzt bin, sonst hätte ich das Ding niemals angefasst

    Verstehe ich nicht. Ich unterrichte auch in einer so genannte Tablet-Klasse und habe daselbst kein solches Gerät. Was soll es denn bedeuten, dass man das iPad nutze müsse? Was konkret MUSS man denn damit machen?

    Geht schon los beim digitalen Noteneintragen, hört auf beim "Mein IPad […] funktioniert nicht." Stellt sich raus: Der Akku ist leer.

    Und? Wo entsteht denn nun die Mehrarbeit für andere? Ich verstehe das Beispiel nicht.

    Noteneingabe am iPad hat übrigens nichts mit digitalem Unterricht zu tun, um den es zunächst hier um Thread ging.

    Mal abgesehen davon, dass ich mich dazu lieber an einen Rechner mit physischer Tastatur setzte.

    Und es ist müßig zu fordern "Dann machen wir halt Analoges und Digitales parallel". Nein. In dieser Welt leben wir einfach (überwiegend) nicht mehr.

    Klingt ein Bisschen danach, als wenn man das Digitale um seiner selbst Willen betreibe. Das macht man halt jetzt so. Um die Vor- und Nachteile geht es gar nicht mehr?

    Wenn das aber so wäre, müssten wir eigentlich auch an den Schulen eine entspreche Ausstattung bekommen (und Ausbildung). iPads austeilen und sich wundern, dass diese nicht benutzt werden, reicht halt auch nicht, um den Anforderungen einer digitalen Welt zu begegnen.

    was irgendwie Arbeit macht

    Eben.

    wenn ich Vorschläge unterbreite, was ICH machen möchte

    Ich habe schon oft genug erlebt, dass die einen die Ideen hatten und die anderen die Arbeit. Ich habe schon auf Konferenzen Antworten protokollieren lassen, dass die Organisation von xy nur die Projektgruppe mache. Nein, nein, das liefe alles. Auf der nächsten Konferenz wurden dann die Aufgaben bekannt gegeben, die alle zu erledigen hätten. Für den Hinweis, dass zuvor etwas anderes gesagt wurde, durfte ich mich anpöbeln lassen.

    Wenn ich gefragt werde, ob wir Projekt sowieviel machen, stimme ich nur noch dagegen.

    Fool me once, shame on you. Fool me seven or more times, shame on me.

    ich weiss schon, an wen ich dabei denke.

    Wir aber nicht.

    Ich frage mich, wie uns die Betrachtung dieses Einzelfalls überhaupt weiterbringt.

    Kolleginnen, die einem Bogen ums Digitale machen, stören mich nicht. Sie verursachen mir übrigens keine Mehrarbeit.

    Viel nerviger finde ich diejenigen, die zwar alles gerne digital machen, aber keine Lust haben sich minimale Kenntnisse anzuschaffen und dann ihren Kram auf andere abzuladen versuchen.

    Die verursachen übrigens auch keine Mehrarbeit, wenn man weiß, wie man mit deren Anfragen umzugehen hat.

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