Hier im Forum nicht.
Inwiefern meinst du beurteilen zu können, welches mein Lieblingswort ist? Nota bene: ich habe nur eines, ortsunabhängig.
Hier im Forum nicht.
Inwiefern meinst du beurteilen zu können, welches mein Lieblingswort ist? Nota bene: ich habe nur eines, ortsunabhängig.
Wer denn, lieber O.?
Och, ächt? Hast du hier nicht gelesen „Das kann ich nicht, dafür bin ich nicht ausgebildet.“
Wenn dich interessiert, wer es gesagt hat, musst du im Thread zurückblättern.
Dann findest du diese mit ihren vollständigen Namen.
Mir reicht die Erkenntnis, dass es gesagt wurde.
Hm. Übertragung. Ich möchte gar nicht so furchtbar viel Zeit damit verbringen, den (Fehl)-Analogie-Strohfrauen zu huldigen. Trotzdem. Was hältst du von einer, die das sagt? Oder einer die sagt, sie behandele keine Menschen mit Behinderung?
Hier sollte stehen:
Hm. Übertragung. Ich möchte gar nicht so furchtbar viel Zeit damit verbringen, den (Fehl)-Analogie-Strohfrauen zu huldigen. Trotzdem. Was hältst du von einer Ärztin , die das sagt? Oder einer die sagt, sie behandele keine Menschen mit Behinderung?
Sorry.
Meine (Fremd)Sprachkollegen überlegten, was sie mit ihrem Fach sinnvolles machen können. Für Lateinkollegen z. B. gibt es nicht so viele Alternativen. Und was macht jemand mit Geschichte, um Geld zu verdienen? Viele haben zum Schuldienst keine Alternative. (Es hat schon seinen Grund, warum manche Fächer nicht vom Lehrermangel betroffen sind.)
Das wollen die vielleicht nicht hören, aber wenn man auf einem schmalen Markt unterwegs ist, muss man sich vielleicht mit weniger zufrieden geben. Dass man mit einem Mangelfach etwas andere Voraussetzungen hat, mag nicht fair sein. Aber es ist dicht an der Realität.
Und dass die Kolleginnen, die an einer Förderschule arbeiten, danach ausgesucht werden, wie „über“ ihr Fach woanders ist, erscheint mir auch nicht als optimales Kriterium.
Nö. Ich wollte Chemie studieren, aber damals war Forschung und Uni sehr frauenfreundlich und ich bin nicht der Typ, dauernd zu kämpfen.
Insofern war Lehramt nur zweite Wahl?
Letztendlich kann aber deine Dienstherrin nicht auf alle Aspekte Rücksicht nehmen. Wenn also gymnasiale Chemielehrerinnen über wären, man aber mehr Kolleginnen bräuchte, die naturwissenschaftliche Aspekte an Förderschulen präsentieren, wärst du vor allem Lehrerin.
ob ich nicht für dich dein Lieblingswort P... verwende
Mein Lieblingswort ist Entropie.
Die Entscheidung für Lehramt basiert immer auf drei Aspekten:
- Welche Fächer möchte ich unterrichten?
- Welche Altersgruppe möchte ich unterrichten?
- Auf welchem Anspruchsniveau möchte ich unterrichten?
Also drei Sachen, die man möchte. Womöglich kriegt man nicht alles drei unter einen Hut. Dann macht man den Job unter anderen Aspekten. Oder man macht einen anderen Job.
Von der Dienstherrin kann man zwar eine anständige Personalplanung und -entwicklung erwarten. Nicht erwarten kann man aber, dass diese alle Wünsche erfüllt.
Natürlich weiß ich, dass es Leute gibt, die das Arbeitem mit Schülern mit einer Behinderung kategorisch ablehnen.
Und? Findest du das gut? Ist dir das egal? Oder sollte man das kritisieren?
Also ich hatte das mit der „Zumutung“ eben genau so verstanden, nämlich als Zumutung weil man dafür nicht ausgebildet wurde und es auch nicht möchte …
Nochmal: nachdem man ein bestimmtes Lehramtsstudium absolviert hat, wird die Lernfähigkeit nicht abgeschaltet, auch wenn einige das hier in Anspruch nehmen. Diejenigen, die an Förderschulen arbeiten, haben das auch irgendwann gelernt. Dass es sinnvoller ist, erst auszubilden und dann einzusetzen, dürfte klar sein.
Und was „ich möchte/will nicht“ anbetrifft. Was kann den der Grund sein, dass man nicht an einer Förderschule arbeiten möchte? Soll das wirklich nichts mit den Menschen mit Behinderung, die dort unterrichtet werden, zu tun haben?Dann hätten wir schon mal eine Voraussetzung für die Inklusion erfüllt, wenn zwar alle mit Menschen mit Behinderungen arbeiten möchten, halt nur nicht an Förderschulen.
Ich kann nicht mit geistig Behinderten arbeiten.
Das weißt du, weil du es probiert hast? Oder ist es nur eine Vermutung? So oder so, was man noch nicht kann, kann man lernen.
Natürlich kann ich meine Fächer auf Grundschulniveau herunterbrechen. Das nimmt ihnen aber vollkommen den Sinn und Zweck und mir, wenn ich das dauerhaft und täglich machen muss den Lebenswillen.
Herunter„brechen“ muss man eh. Macht, wie weit, wirklich einen Unterschied? Ich dachte auch mal, dass ich mir in meiner Fachlichkeit einen Gefallen tue, wenn ich auf vermeintlich hohem Niveau unterrichte. Mittlerweile weiß ich, dass selbst das Gymnasialniveau fachlich völlig langweilig ist. Darüber definiere ich mich nicht.
Der große Unterschied zwischen (fast allen) Gymnasiallehrer und anderen Lehrern ist, dass wir zuerst das Fach studiert haben und nicht zuerst Lehrer wurden.
Alles Quereinsteigerinnen? Interessant.
Schade, dass BK Lehrer in der Regel nicht an Grundschulen abgeordert/versetzt werden.
Da man in der Grundschule nun auch mit A13 anfängt, würde das zumindest laufbahnrechtlich einfacher.
Würde dir sicher so richtig liegen, als BK Lehrer 6-Jährigen im Morgenkreis über ihr Wochenende erzählen zu lassen und ihnen Lesen und Schreiben beizubringen.
Lesen, schreiben und rechnen zu lehren, ist nicht nur eine ehrenwerte Aufgabe, sondern auch auf hohem didaktischen Niveau. Was wäre denn jetzt das Problem, das auch zu tun?
Oder noch besser: weil es zu wenige Lehrer für Grundschulen gibt, werden einfach ein paar Grundschüler in eurer BK Klassen gesteckt. Die darfst du dann zieldifferent mitbeschulen. Ist ja easy möglich. Wenn du das nicht kannst, lernst du es eben.
Ich muss mich gelegentlich mit Inhalten der Grundschule auseinandersetzen, z. B. wenn wir Grundrechenarten wiederholen müssen. Warum sollte man nicht auch Wiederholerinnen und neu Lernende zusammen unterrichten?
Ich löse mal auf. Du wolltest ein besonders absurdes Beispiel angeben, in der Annahme, dass ich dann „Aber das geht doch gar nicht!“ rufe. Ich sage aber „interessante Idee“. Ich habe schon ausgefeiltere „Selber! Selber!“-Rufe gelesen.
Was, darauf hast du keine Lust?
Doch.
Was, du hast nicht Lehramt studiert, um Kindern Lesen und Schreiben beizubringen?
Ich habe gar kein Lehramt studiert. Der Quereinstieg hat mich ans BK geführt. Die Wahrscheinlichkeiten für andere Schulformen wären geringer, trotzdem hätte ich woanders landen können.
Lesen und Schreiben zu lehren, ist eine ehrenvolle Aufgabe.
Boa, so menschenverachtend.
Was genau an dem, was du dir ausgedacht hast, ist menschenverachtend? Denk doch darüber mal nach.
Warum muss man denn immer den Gutmenschen mimen, nur weil man Lehrer/in ist?
Muss man nicht. Man muss überhaupt nichts mimen. Ich finde die Ehrlichkeit hier durchaus erhellend.
Darf man nicht seine Meinung äußern?
Darf man. Machen alle hier ständig.
Ich möchte auch nicht jede Arbeit, die es gibt machen.
Ach. Dieser Allgemeinplatz bringt die Diskussion jetzt weiter.
Mit wie vielen Menschen mit Behinderung arbeitest du denn zusammen?
Schwierig zu sagen. Vieles erfahren wir nicht, nur beiläufig oder unvollständig. Psychische Erkrankungen treten bei uns häufig auf. Einige Lernbehinderungen. Körperliche Behinderung sind selten. Da haben wir mehr unter den Kolleginnen.
Im Verein weiß ich’s genauer. Da erfahren wir meist mehr.
Welche Relevanz aber hat das? Muss mir eine nicht aversive Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung irgendwie verdienen oder sie sonst wie rechtfertigen?
Manchen liegt es einfach nicht, dann ist es doch besser, man macht es nicht. Ich möchte z.B. nicht mein Leben lang Säuglinge betreuen, sonst wäre ich Säuglingsschwester geworden. Ich möchte auch nicht wie mein Kumpel Street-Worker sein. Ihm liegt das, mir nicht. Werde ich jetzt hier angeklagt, wenn ich das sage?
Nein. Du würdest noch nicht mal angeklagt, wenn du sagtest, du machtest sehr wohl Arbeit xy, nicht jedoch mit Menschen mit Behinderung. Dann wäre das deine Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung. Die gefiele mir halt nicht.
Trotzdem finde ich, kann man doch akzeptieren, ohne jemanden anzugehen, wenn er sagt, dass er das nicht möchte und nicht dafür ausgebildet ist.
Für etwas (noch) nicht ausgebildet zu sein, ist ein äußerst behebbares Problem. Bereitschaft etwas zu lernen, gehört doch zum Bildungssektor einfach dazu. Nicht mit Menschen mit Behinderungen arbeiten zu wollen (oder zu möchten), ist eine mögliche Haltung gegenüber diesen Menschen. Einen Rechtsanspruch, dieses innerhalb des gewählten Jobs nicht zu müssen, vermag ich hieraus aber nicht abzuleiten.
sehe. Du fängst an die Form der Argumente zu kritisieren.
Nein. Ich kritisiere die deutlich werdende Haltung gegenüber (bestimmten) Menschen.
"XYZ arbeiten mit Menschen" passt auf sehr viele Berufe. Mit Fußproblemen gehe ich zum Podologen und nicht zum XY (setze etwas beliebiges ein) und sage "Mach mal, du arbeitest ja mit Menschen!"
Kontext! Es ging mir darum, dass Menschen keine Brote sind. Nicht und überhaupt nicht darum, dass jede Arbeit mit Menschen gleich sei.
Es ist auch nicht problematich zu äussern man möchte nicht mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, man möchte nicht mit alten oder kranken Menschen arbeiten oder man möchte keine Brote backen.
Allein die Art wie hier bestimmte Gruppen von Menschen mit Sachen sprachlich gleichgestellt werden, ist schon ziemlich übel. Als Lehrerinnen arbeiten wir nun mal mit Menschen. Einige davon nicht unterrichten zu wollen, weil sie behindert, krank oder alt sind, ist diskriminierend.
Wenn eine Bäckerin lieber Kuchen als Brot backt, ist das etwas grundsätzlich anderes. Brote kannste nicht diskriminieren.
diejenigen mit den ganzen Vorwürfen
Wer? Zum Glück sprichst du nicht pauschal über irgendjemanden.
es nicht schaffen, nach Art der Behinderung zu differenzieren.
Warum sollte ich das tun? Warum sollte ich die (leider gesellschaftlich immer noch akzeptierte) Trennung in genehme und abzulehnende Behinderung mitmachen? Inwiefern ist denn die Aussage, ich möchte niemanden mit Behinderung xy unterrichten, keine Diskriminierung aufgrund eben jener Behinderung?
Ich habe tatsächlich nirgendwo gelesen, dass die Behinderung an sich das Kriterium ist
Was bedeutet denn, nicht an einer Förderschule arbeiten zu wollen, anderes? Es geht dann ja nicht um die Farbe, in der die Flure dort gestrichen sind. Und warum ist das Arbeiten an einer Förderschule eine Zumutung? Wegen des Umlautes?
Und was ist mit Äußerungen, sehr wohl körperbehinderte Menschen unterrichten zu wollen, aber eben keine mit geistiger Behinderung?
Alles Ausdruck der besonderen Wertschätzung für diese Menschen? Ächt?
Zu "Ich will nicht auf einer Kinderkrebsstation arbeiten" würde passen: "Ich will nicht an einer Förderschule arbeiten."
Mit diesen Aussagen hat wohl niemand ein Problem.
Doch. Ich. Der wesentliche Aspekt bei einer Förderschule ist doch, dass dort Menschen mit bestimmten Förderbedarf unterrichtet werden. Insofern ist eine solche Aussage nicht weit weg davon, nicht mit Menschen mit Behinderung arbeiten zu wollen.
Zu "Ich will nicht mit Menschen mit Behinderung arbeiten" würde analog passen: "Ich will nicht mit Menschen mit Krebs arbeiten."
Und das ist eine ganze andere Aussage, die ich durchaus auch für problematisch halte.
Wozu brauchst denn da Analogien? Wenn jemand sagt, er will nicht mit Menschen mit Behinderung arbeiten, dann meint sie vom das. Dann muss sie sich daran messen lassen. Nicht an Orthopädinnen im Labor.
Du möchtest eine bestimmte Gruppe unterrichten und hast deshalb eine bestimmte Spezialisierung gewählt. Die aktuelle Personalsituation gibt das aber vielleicht nicht her. Dann bist du vorrangig Lehrerin und deine Dienstherrin setzt dich dann anderswo ein. Dann arbeitest halt nicht mehr auf dem Ponyhof.
„Ich will (aber)“ bestimmt nicht alle Aspekte unseres Lebens.
Der eintscheidende Faktor ist "zielgleich" oder "zieldifferent", nicht "behindert" oder "nicht-behindert".
Und wenn zielgleich nicht mehr geht, weil zielfdifferenziert der Standard ist? Was machste dann. Dann wäre ja nun nicht das erste Mal, dass sich Vorgaben und Ansprüche in unserem Job änden.
Der eintscheidende Faktor ist "zielgleich" oder "zieldifferent", nicht "behindert" oder "nicht-behindert".
Meine Kritik richtet sich gegen die, die die Behinderung zum Kriterium machen.
Wieso sollte man einen Arzt oder eine Krankenschwester dazu zwingen können mit krebskranken Kindern zu arbeiten?
Gezwungen wird sowieso niemand. Aber Ärztinnen und Pflegepersonal arbeiten nunmal mit kranken Menschen. Krebskranke möchtest du da ausnehmen?
Und was hältst du von Ärztinnen und Pflegern, die es ablehnen, Menschen mit Behinderungen zu behandeln?
Wenn jemand sich dazu entschieden hat Radiologe zu werden, dann
… dann studiert sie zunächst Medizin. Dann wird sie Ärztin. Ärztinnen behandeln Menschen. Wo Problem?
Ich habe den höchsten Respekt vor Menschen, die mit krebskranken Kindern arbeiten, ich könnte das nicht.
Du bist AFAIK keine Ärztin. Was aber, wenn du an eine Klinikschule abgeordnet würdest? Verweigertest du den krebskranken Kindern den Unterricht?
Du kannst kein System haben, dessen Ziel es ist Leistungsspitze zu sein und dann haust du da Schüler rein, die das gar nicht erfüllen können.
Wenn Inklusion nicht zum Gymnasium passt, ist womöglich nicht die Inklusion das Problem, sondern das Gymnasium. Wozu sollen wir uns überhaupt eine Schulform leisten, die nur ein Produkt anbietet und völlig unflexibel ist?
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