Demokratie endet aber nicht da, wo man die Meinungen nebeneinander aufreiht. Man muss zu einer Entscheidung kommen. In einer Demokratie diskutiert man vorher die Möglichkeiten.
Beiträge von O. Meier
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Wenn das Geschlecht tatsächlich keine Rolle spielt, dann wären das...
... die angemessenen Fragen.
Das sind auch angemessene Fragen, wenn das Geschlecht eine Rolle spielt. Das eigene Geschlecht kann durchaus eine Bedeutung haben, ohne dass man es veröffentlichen oder angeben möchte. Mir sind jede Menge meiner Eigenschaften wichtig, trotzdem möchte ich von keiner derer, dass sie im Ausweis steht.
Der Geschlechtseintrag im Ausweis entspringt tatsächlich der veralteten Idee, dass dieses für die öffentliche Verwaltung eine Bedeutung habe. Die Zeiten, in denen verheiratete Frauen nur unter Zustimmung des Ehemannes ein Konto eröffnen oder einen Arbeitsvertrag schließen konnten, sind vorbei. Mittlerweile gilt sogar Vergewaltigung in der Ehe als Straftat.
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Ist nicht das generische Maskulinum, weil eben "generisch", das volle Programm?
Dann verwenden wir also nur noch die männlichen Pronomina und reden alle als „Herr° an? Für wie wahrscheinlich hältst du es, dass unsere Dienstherrin das so anweist? Und für wie wahrscheinlich hältst du es, dass die Kolleginnen, Schülerinnen und Eltern damit einverstanden sind?
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Für alles darüber hinaus fehlt mir das Verständnis
Ja, damit ist das Problem hinreichend genau beschrieben.
Es steht jedem frei, sich entweder als Frau oder Mann angesprochen zu fühlen. Für alles darüber hinaus fehlt mir das Verständnis, da - wie ich schon sagte - alleine die Tatsache, dass man sich weder Frau noch Mann (oder beidem) zuordnen möchte
Erstens sagt das Verfassungsgericht etwas anderes. Und zweitens ist die Behauptung, jemand möchte sich nicht in ein Schema einordnen, eine reichlich verkürzte Widergabe der Situation, in der man sich da befinden kann.
Aber du sagtest ja schon:
Für alles darüber hinaus fehlt mir das Verständnis
für mich auf das Vorhandensein sehr stereotyper Geschlechterbilder im eigenen Kopf schließen lässt.
Kein Wunder nach jahrtausendelanger Reproduktion dieser Bilder. Allerdings ist es doch fraglich, dass du Leuten, die du gar nicht kennst, so tief in den Kopf hast kucken können. Ich beschriebe die Situation eher so: die betreffenden kennen die (immer noch reproduzierten) gesellschaftlichen Geschlechterbilder und stellen fest, dort nicht hineinzupassen. Das impliziert jedoch nicht, dass sie sich mit diesen Geschlechterbildern einverstanden erklären, die gut oder erstrebenswert findet.
Auch das ist nicht in Stein gemeißelt
Da habe ich hier schon anderes gelesen. Aber gerne.
Das generische Maskulinum, übrigens, bedrängt mein sprachästethisches Empfinden doch arg. Die harten Wortenenden, z. B. das häufige „-er“ bei Bezeichnungen, verbunden mit der Kürze der Wörter, klingt irgendwie nicht schön. „Lehrerinnen“ ist doch viel runder und rhythmischer als „Lehrer“. Also, so seh' ich das.
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Leider sind die Nebelkerzen schnell entzündet, aber nur schwer zu löschen.
Womöglich müssen ein paar Dinge etwas sortiert werden. Einiges lässt doch die Klarheit und Genauigkeit vermissen, die angemessen wären.
Die Biologie definiert den Geschlechtsbegriff so, dass sich eben zwei Geschlechter ergeben (zumindest für Säugetiere). Das ist innerbiologisch durchaus sinnvoll, weil man mit dieser Begrifflichkeit z. B. Fortpflanzungsvorgänge beschreiben kann. Dabei könnte man diese Geschlechter „A“ und „B“ nennen, „0“und „1“, „up“ und „down“, „rinks“ und „lechts“ oder „strange“ und „beautiful“. Die Beschreibung der biologischen Vorgänge wäre genau so gut möglich.
Man könnte dann eine sehr weitgehende Korrespondenz zwischen diesen biologischen Geschlechtern und äußeren Geschlechtsmerkmalen, nach denen wir die Geschlechter zuzuweisen pflegen, feststellen.
Da nun aber für die biologischen Geschlechter die gleichen Begriffe verwendet wurden wie für zwei nach äußeren Merkmalen vergebenen sozialen Geschlechtern, ergibt sich eine Übereinstimmung — zumindest eine begriffliche.
Inwiefern die Kenntnis über die biologischen Geschlechter dazu beiträgt, die gesellschaftlichen Implikationen der Geschlechtszuordnung besser zu verstehen, wird mir nicht klar.
Womöglich ist aber die Erkenntnis hilfreich, dass die Korrespondenz nicht zu 100% zutrifft. Es gibt halt Ausnahmen, Sonderfälle, wie man es auch nennen mag, in denen weder die Klassifikation über äußere Merkmale greift noch die über die Gameten definierte biologische. Bzw. Fälle, in denen diese Klassifikationen nicht zusammenfallen.
Die Betroffenen haben auch deshalb ein Problem, weil diese Fälle so selten sind. Die gesellschaftliche Wahrnehmung ist entsprechend dürftig. Das bessert sich, da wir eine öffentliche Diskussion hierzu haben. An der Stelle zu entgegnen, dass man auf so kleine Gruppen aber keine Rücksicht nehme, finde ich da schon echt übel. Das haben Minderheiten so an sich, dass es oft nur wenige sind. Und auch um die Gesellschaft sich kümmern.
Und sich dann noch besonders tolerant zu geben, weil man die sprachliche Beachtung von Frauen gerade noch OK fände, das seien ja etwas die Hälfte der Weltbevölkerung, treibt mir das Halbverdaute in die Mundhöhle.
Es scheint dann doch sehr unterschiedliche Auffassungen von Minderheitenschutz zu geben.
Die Standesämter jedenfalls fragen die biologischen Geschlechter nicht ab. Die Krankenhäuser stellen keine entsprechenden Bescheinigungen aus. Sie kennen die biologischen Geschlechter nicht. Sie kennen nur die zugewiesenen Geschlechter. Die trägt dann das Standesamt ein. Anderslautende Behauptungen sind jedenfalls falsch. Womöglich war hier die Begriffsbildung des biologischen Geschlechts nicht ganz klar. Geschenkt, kommt vor. Oder sie erschien nicht wichtig. Anstatt zurückzurudern, etwas klarzustellen oder schlicht mal nachzufragen, empfehle ich die Vorneverteidigung durch 'Rumpampen. Ach? Das wurde schon gemacht? Na dann, prima.
Wo waren wir? Standesämter. Nun können aufgrund der oben erwähnten Korrespondenz die Standesämter (oder jemand, die in den Ausweis schaut) mit hoher Wahrscheinlichkeit das biologische Geschlecht raten. Allerdings kennen sie von niemandem das biologische Geschlecht. Im Einzelfall können sie nicht wissen, ob sie einen Korespondenzfall vor sich haben oder eine der seltenen Ausnahmen.
Insofern steht auch nicht das biologische Geschlecht im Ausweis. Was hätte es da auch zu suchen? Was hat überhaupt eine Geschlechtsangabe im Ausweis zu suchen? Wozu dient dieser Eintrag?
Mittlerweile gibt es die Möglichkeit neben den beiden traditionellen Geschlechtern die Klassifikation „divers“ aufzuführen. Das Verfassungsgericht sagt, wenn schon Geschlechter erhoben werden, dann so, dass auch die, die nicht ins binäre Schema passen, eine angemessene Erwähnung finden.
Und da wären wir beim Threadthema. Wie gehen wir als Schulen denn damit um? Wir müssen als öffentliche Einrichtung z. B. Listen führen können, in denen dem Rechung getragen wird. Und wir müssen — weit jenseits von Gendersternchen und Partizipen — für diversgeschlechtliche Personen eine passende Anrede haben. Weder „Herr“ noch „Frau“ passen. Wir bräuchten passende Pronomina. Das ganze Programm.
Dass da seitens der Leitung der Exikutive nur ein Schulterzucken kommt, ist schon traurig. So etwas muss mindestens landesweit einheitlich geregelt werden, besser bundesweit.
Etwa drei Minuten nach dem Verfassungsgerichtsurteil wurden alle Stellenanzeigen von „(m/w)“ auf „(m/w/d)“ umgestellt. Kein linguistisches Seminar, einfach gemacht. An der Schule hängen wir mal wieder hinterher.
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Was dann wiederum bedeutet, dass ein „milder“ Verlauf nicht unbedingt harmlos ist.
Ich meine durchaus, dass wir gut daran tun, uns vor einer (weiteren) Infektion zu schützen. Selbst, wenn wir es alle irgendwann kriegen, ist doch die Frage, wie oft man es kriegt. Jede Erkrankung liefert das Risiko, dass doch etwas zurückbleibt.
Die Anekdoten kann man so zusammenfassen: man weiß es nicht. Die Erkrankungen können recht unterschiedlich verlaufen. Ich wollte mich nicht darauf verlassen, dass es jedesmal gut geht.
Passt auf euch auf.
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Wer mehr (hihi) wissen möchte:
Ja. Wo kann man das kaufen?
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Es gibt auch Leute, die mit einem Arm zur Welt kommen.
Ich kenne eine, die mit nur einem Unterschenkel geboren wurde. Sie interessiert auch für den biologischen Hintergrund ihrer Einschränkung. Viel, viel wichtiger ist ihr aber, wie wir als Gesellschaft damit umgehen. Ob wir ihr helfen, klar zu kommen oder ihr vor den Koffer scheißen. Ob wir ihr womöglich erzählen, dass das mit der Barrierefreiheit ja nicht so einfach wäre. Und überhaupt. Architektur habe ja auch einen ästhetischen Aspekt. Da passe die schmale Treppe besser. Es sei ja auch nur eine kleine Gruppe von Betroffenen, für die man da alle Gebäude anpassen solle.
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so viel Zeit habe ich dann doch nicht

Yeah, that does the trick. Eine „Vorschrift“ ist schneller kolportiert als überprüft.
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da bist Du halt ne radikale Zweiflerin.
Nö. Es steht halt einfach nicht das biologische Geschlecht im Ausweis sondern das zugewiesene, landläufig auch „Hebammengeschlecht“.
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Na, wie sieht es aus mit dem freiwilligen Maske tragen?
Die Maske sieht eigentlich gleich aus, egal ob man sie freiwillig oder verpflichtet trägt.
Ernst bei Seite. Es sind wenige Kolleginnen und sehr wenige Schülerinnen, die noch Maske tragen. Ich hatte doch mit mehr gerechnet.
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also für die Ausstellung der Geburtsurkunde haben wir nen Wisch vom Krankenhaus vorlegen müssen, aus dem das biologische Geschlecht hervorging - vondaher ist es wohl schon in Regel so, dass das Standesamt Dein biologisches Geschlecht kennt, wenn Du in D geboren bist.
Ich bezweifle, dass bei mir eine entsprechende Untersuchung durchgeführt wurde. Ich bezweifle auch, dass diese in Deutschland standardmäßig durchgeführt wird. Es erscheint mir ebenfalls zweifelhaft, ob es medizinisch und rechtlich vertretbar ist, eine solche zu verlangen. Ferner bezweifle ich, dass sich Standesämter Wische vorlegen lassen.
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Okay, zu schwer, verstanden.
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Die Sache interessiert dich
Apropos Sache. Hast du auch etwas in der Sache zu sagen oder reicht es dir ins persönliche Gepöbel einzustimmen? Falls letzteres, nur zu. Vielleicht hilft’s ja.
Man merkt dir an, dass die Meinung anderer dich nicht interessiert.
Das ist eine Unterstellung. Mich interessiert die Meinung anderer durchaus. Allerdings interessiert mich besonders, wie die Leute zu ihrer Meinung kommen. Welche Argumente sie haben, welche Gedankengänge sie leiten. Eine Meinung, die nur so konstatiert wird, ist doch häufig eher langweilig.
Diskussionen zur Personen sind fast immer unangemessen. In aller Regel sind das nur Pöbeleien. Kann man beobachten, wenn man sich traut. Insofern interessieren mich Meinungen zur Person nicht. Ich interessiere mich weder für „deine Beiträge lese ich immer“ noch für „du bist doof“.
Aber vielleicht hat doch noch jemand etwas in der Sache zu sagen, oder ist das zu schwer?
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Du bist echt anstrengend..
Ist noch etwas in der Sache?
aber das kennen wir ja schon...so wirklich konstruktiv wird es nie mit dir...
Wer auch immer ihr sein mögt, eure Meinung interessiert mich nicht.
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Von Pseudo-Wissenschaftler:außen z.B. im Bereich Gender Studies.
Und? Deren Meinung interessiert dich? Oder reicht es dir, despektierlich von ihnen zu sprechen?
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Es gibt in der Medizin aber kategorische Unterscheiungen wie gesund/ungesund bzw. pathologisch oder normal/abnormal.
Achja? Kann man das irgendwo nachlesen? Inwiefern sind derartige medizinische „Kategorien“ für Fragen gendergerechter Sprache relevant.
Die Medizin bezieht sich dabei auf biologische Normen.
Was ist eine biologische Norm? Der Begriff ist mir noch nicht begegnet. Und wofür sind die relevant?
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dass es biologisch "vorgesehen" ist
Eben. In der Biologie ist gar nichts vorgesehen. Naturwissenschaften beschreiben. Sie verlangen nichts.
das ändert aber nichts an der biologischen Norm.
Was soll das sein? Und wofür ist das wichtig?
Außerdem werden z.B. in dem Artikel von Spektrum wieder teilweise biologisches und kulturelles bzw. soziales Geschlecht durcheinandergeworfen.
Eben. In meinem Ausweis steht z. B. nicht das biologische Geschlecht. Das kennt weder das Standesamt noch das Einwohnerinnenmeldeamt. Insofern hängt von diesem auch nicht ab, wie ich angeredet werde. Das biologische Geschlecht ist für die Frage, wie z. B. diverse Personen anzureden sind, und andere sprachliche Fragen überhaupt keine Rolle. Es wundert mich, dass es dennoch immer wieder in Gesprächen wie diesen aufploppt.
Es gibt mittlerweile 72 anerkannten nicht-binäre Geschlechter-Identitäten
Von wem werden die anerkannt?
Es gibt mittlerweile 72 anerkannten nicht-binäre Geschlechter-Identitäten - das ist einfach nur noch grotesk.
Was genau ist grotesk?
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... und das obwohl einige Schulen Programme nutzen, die es sogar reinrechnerisch (und aufrundend) berechnen...
Ja, auch bei den Fehlern wird digitalisiert.
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dass wir den (Oberstufen)Schülern ihre Noten zum Ende eines Quartals nennen MÜSSEN. Dachte das wäre irgendwo festgeschrieben.
Aber du weißt nicht wo und hast auch nie nachgesehen? Das ist — in der Tat — spannend.
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