Beiträge von O. Meier

    aber wenn eben keine PCs gehen, dann kann man gar nicht schreiben

    Nein, wie praktisch. Ihr könnt also nur noch digital schreiben? Dann schriebe ich lieber nichts an.

    Und wenn man über den Rechner/Beamer einen Film oder eine Präsentation zeigt, kann man dazu wohl auch keine Notizen machen. Die „Tafel“ ist dann ja Projektionsfäche, oder?

    Aber nach dem hier, wundere ich mich über nichts mehr:

    Kreidetafel sind beim Einbau der Boards z.T. absichtlich mit dem Schraubenzieher zerstört worden, weil sie nicht weiter genutzt werden durften usw.

    Digitalisierung könnte zusätzliche Möglichkeiten bedeuten. Desktruktives Beschränken von Möglichkeiten sollte strafrechtlich abgehandelt werden.

    Was genau möchtest du denn mit dem Thema bezwecken? Dich einfach nur auskotzen?

    Die Wortwahl passt mir nicht. Aber wir sind hier im Forenbereich „Frust, Ärger, Kritik“. Also ja, ich möchte Kritik üben und meinen Ärger artkulieren. Ich bitte zu entschuldigen, dass ich nicht frustriert bin. Bezwecken möchte ich im Grunde gar nichts, da ich die Wahrscheinlichkeit, dass ich an den Umständen etwas ändert, doch gering einschätze.

    Wer kauft denn den Käse?

    Die Schulträgerin.

    Wer ist für die Finanzierung verantwortlich?

    Die Schulträgerin. Gegebenenfalls unterstützt von Landes- oder Bundesmitteln (z. B. Digital-Pakt).

    Tschuldige, aber ich glaube, das liegt dann weniger pauschal an der Digitalisierung, sondern eher an deiner Schule.

    Das ist mir doch wurscht, woran es liegt. Und ob das pauschal, lokal oder individuell ist, auch. Es funktioniert halt alles nicht zufriedenstellend und der Mehrnutzen hält sich in Grenzen. Dass es an der einen Schule funktioniert und an der anderen nicht, zeigt doch, dass es keine ausgereiften Konzepte gibt, die man einfach landesweit ausrollen kann.

    Ich meine auch nicht, dass es „an [meiner] Schule“ liegt. Die Schulleitung ist seit Jahren bemüht, zu digitalisieren. Viele Kolleginnen nutzten auch gerne mehr. Es gibt engagierte Kolleginnen, die die anderen fortbilden und bei der Benutzung unterstützen. Ändert aber nichts daran, dass immer wenig durchdachter Käse gekauft wird, nicht zu Ende gedacht wird und die Wartung und der Betrieb nichts kosten dürfen. Dieser Fisch stinkt vom Kopf her.

    Setzt je nachdem eine Interverbindung voraus.

    Da geht der Ärger schon los. Das iPad hat noch nicht mal Ethernet.

    Früher habe ich das Material auf einem USB-Stick in die Schule gebracht. Mittlerweile über die Lernplattform. Die ist dann quasi die Wolke. Dann drucken und fertig. Ich wüsste gar nicht, warum ich etwas aufs iPad laden soll. Die jungen Mensche müssen ja auch ans Material kommen. Da lege ich einen Stapel Blätter (deutlich leichter als ein iPad) vorne hin und denn finden die ihren Platz. Die diffundieren einfach auf die Schülerinnentische.

    Wozu brauche ich da ein iPad? Warum soll ich da Daten aufspielen?

    mal eben schnell

    ... setzt voraus, dass die Dinge zuverlässig funktionieren. Das entspricht nicht meiner Erfahrung. Ich habe mir relativ schenll angewöhnt, mich nicht auf die Technik zu verlassen. Ein Stückl Kreide und einen Whitboardmarker habe ich immer dabei. Daran geht wenig kaputt, kurze Bootzeiten, selten Updates.

    Und ja, mehr Möglichkeiten sind besser als wenige. Aber eben nur, wenn alles funktioniert.

    Außerdem schleppe ich nicht mehr zig Bücher und Blätter mit mir rum.

    Habe ich noch nie gemacht.

    Mit dem Tablet habe ich deutlich mehr Ordnung in meinen Unterlagen.

    Das iPad nützt nichts zur Unterrichtvorbereitung. Also muss ich die Daten irgendwie da drauf kriegen. Da wird's dann schon schwierig. Auf die Lernplattform hochgeladen sind die Sachen schnell. Von da aus ist Drucken auch kein Problem mehr. Das iPad kann getrost im Regal bleiben.

    Fun fact: da einige Schülerinnen mit iPads arbeiten, stelle ich Arbeitsblätter in aller Regel vorher auf die Lernplattform ein. Dort laden sie sich die aber nicht. Sie nehmen lieber einen analogen Ausdruck und fotographieren den.

    Digitalisierung ahoi

    Äh, nein. Ich habe in den Achtzigern mit der Computernutzung angefangen, im Wesentlichen als Spielerei. Es hat Spaß gemacht. Auch heute ist Computer noch eines meiner Hobbys. Es macht halt immer noch Spaß. Alles elektrische in der Schule geht mit aber sensationell auf den Keks, weil nichts richtig funktioniert, nichts zu Ende gedacht ist. Man ärgert sich den ganzen Tag über Unzulänglichkeiten. Meine Haltung zur Digitalisierung ist in etwa „Leckt mich am Rektum und lasst mich in Ruhe, ihr kriegt es eh nicht hin.“

    Ahoi? Nee, entern und versenken.

    Bei uns hat sich der Großteil leider auch für Tablets mit Tastaturen ausgesprochen.

    Wir haben uns gar nicht für etwas ausgesprochen. Wir wurden schon gar nicht gefagt. Das muss man auch nicht. Man soll einfach etwas anschaffen, das funktioniert. Die Frage „Tastatur oder Stift“ finde ich zum Beispiel absurd. Die Digitalisierung hat doch nur Vorteile, wenn sie uns mehr Möglichkeiten bereit hält und nicht nur Arbeitsweise A durch Arbeitsweise B ersetzt. Tastatur und Stift bietet Flexibilität.

    Viele habe inzwischen Stifte aus der eigenen Tasche bezahlt und ich muss sagen: In meinen Augen lohnt sich das schon.

    Für mich nicht. Privat brauche ich keinen Stift. Und wenn ich einen kaufe, hat die Schule immer noch keinen.

    Online kriegst du No-Name-Produkte für 20-30 €

    Scheint der Dienstherrin ebenso zu teuer zu sein wie der Schulträgerin.

    erhältst dafür aber eine größere Flexibilität beim Arbeiten mit dem Tablet.

    Scheint nicht gewünscht zu sein.

    Zeigen kann man dann immer noch - beispielsweise durch Umkreisen oder Markieren.

    Ja, kann man machen. Aber man sitzt dann immer noch vor dem Ding. Ich stehe lieber vorne. Irgendwie erklärt sich's dann besser. Letztendlich steht ein Computer und eine Dokumentenkamera in jeden Raum. Ich habe überhaupt kein Bedürfnis noch ein weiteres Gerät dahin zu schleppen. Erst recht keinen Trum von über einem Kilogramm. Ich muss ja auch an meinen Rücken denken. Das Gerät in die Schule mitzunehmen, ist schon wenig praktikabel.

    z. T. in Kombination mit ein wenig Angst

    Autsch.

    Gerade die Smartboardsoftware Smart Notebook hat einen Zirkel, der wie ein analoger Zirkel funktioniert.

    Wohl der, die Geräte hat, auf denen jenes dann läuft. Üblicherweise sind so etwas Zufallsentdeckungen, nachdem der Kram angeschafft wurde, aber nicht Gegenstand eines planvollen Vorgehens bei der Anschaffung.

    hier muss also die Dokumentenkamera herhalten

    Dokumentenkamera finde ich hier sogar gut, ist zum Zeichnen häufig besser als die Tafel. Man sitzt dann zwar vorne und läuft Gefahr, mehr mit der Kamera zu reden als mit den Schülerinnen. Aber es ist besser, als wenn man z. B. am Computer etwas zeigt.

    Manchmal stehe ich zwischendrin auch auf, um etwas an der Projektion zu zeigen und zu erklären.

    Durch die neuen Beamer ist halt die Projektionsfläche kleiner.

    Letztendlich ist die Dokumentenkamera auch nur die Amtsnachfolgerin des Polylux', also auch keine neue Idee und auch nichts, das durch Digitalisierung möglich wurde.

    Unterm Strich frage ich mich, um die Smartboards nur angeschaft wurden, weil alle nach Digitalisierung geschriehen haben und sich keine Sau gefragt hat, ob es überhaupt Sinn macht....

    Das läuft seit Jahrzehnten schief. Es wird irgendetwas gekauft und dann ist's Scheiße. Da keine so genau weiß, was sie mit Digitalisierung meint, wenn sie davon schwafelt, kann auch nichts bei 'rumkommen.

    obwohl ich selbst meistens digital per Tablett schreibe. Ist das bei euch keine Option?

    Ja, das ist bei uns keine Option. Wir haben iPads ohne Stifte. Wäre aber auch mit solchen nichts für mich, weil ich lieber an der Tafel stehe als am Tisch sitze. Es fällt mir dann einfacher, beim Erklären auf etwas zu zeigen.

    Digital kommt mir das System auch nicht ausgereift vor.

    Die Tafeln verfügen über je zwei digitale Stifte. Diese können mit unterschiedlichen Funktionen belegt werden, z. B. schreiben in unterschiedlichen Farben oder schreiben und radieren. Einstellung jeweils in einer Menüleiste, Wechseln der Farbe am Stift selbst o. ä. geht nicht. Die Stifte unterscheiden einander nur durch einen dünnen Farbstreifen. Ein optisches Feedback über die eingestellte Funktion (z. B. die Farbe) gibt es nicht. Man muss sich also irgendwie merken, dass der orangene Stift rot schreibt.

    Ich komme mit dem Schreiben ohne haptisches Feedback nicht gut klar. Vielen geht es ähnlich. Die Erkennung ist ungenau und langsam. Zieht man schnell einen Strich über die ganze Breite, sieht man, dass der Strich dem Stift ordentlich hinterher hängt. Man kann überhaupt nur etwas lesen, wenn man groß und langsam schreibt. So passen nur wenige Zeilen.

    Man kann zwar weitere Seiten öffnen, aber scrollen kann man nicht.

    Man kann in sechs Farben schreiben, wobei weiß und gelb auf weißem Hintergrund weitgehend sinnfrei sind. Also bleiben wieder vier Farben. Allerdings hilft hier meckern und nachbestellen wenig. Die Farben sind in der Software im Beamer fest verlötet.

    In einer Fortbildung hieß dann, für mehr Farben müsse man einen Computer zur Hilfe nehmen. Schade, eigentlich sollte die Rechner-Unabhängigkeit eines der Killer-Features dieser Geräte sein. Dann wurde uns präsentiert, dass es die Beamer-Software auch am Computer liefe. Das ist dann die nächste Möglichkeit in vier Farben zu schreiben.

    Mehr Farben gibt es nur, wenn auf dem Computer ein Programm läuft, das Stifteingabe erlaubt. Word kann das wohl.

    Viel Aufwand, um gerade so viel zu können wie die alten Tafeln.

    Es gibt auch eine Touch-Bedienung, so dass man auch ohne Stifte schreiben und das Gerät bedienen kann. Die Touch-Funktion ist allerdings noch ungenauer als die Stifte. Und unzuverlässig. Manchmal passiert einfach nichts, wenn man tippt.

    So etwas wie Handschrifterkennung gibt es nicht.

    Ich sehe keinen technischen Fortschritt gegenüber den Whiteboards, die vor zehn oder zwanzig Jahren erfolglos angeschafft wurden.

    Man kann Tafelbilder speichern. Allerdings weder im Netz noch über USB, da ist schlicht nichts angeschlossen. Es geht nur über den angeschlossenen Rechner. An diesem ploppt ein USB-Laufwerk auf. Dieses erscheint temporär und enthält immer nur das aktuell zu speichernde Tafelbild. Das muss man am Rechner kopieren, bevor man weiterarbeitet.

    Laden eines gespeicherten Tafelbildes geht auf dem Weg nicht. Man kann also nicht mit einem gespeicherten Tafelbild weiterarbeiten.

    Das Speichern klappt nicht in allen Räumen. Wir wissen nicht voran das liegt. Ist aber nicht schlimm, weil nach anfänglichen Versuchen eh niemand die „interaktive Tafel“ benutzt. Der Beamer ist nur ein überteuerter Beamer, wir schreiben analog.

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