Beiträge von O. Meier

    Prüfungsordnungen sind dazu da, eine für alle gleichermaßen geltende, verlässliche und verbindliche Grundlage für den Bildungsgang und seinen Abschluss zu liefern.

    Ich bin mir nicht sicher, wie die Verbindlichkeit deutlich gemacht wird, wenn einer Schülerin, die sich der geforderten Schriftlichkeit entzieht, noch Extra-Würste gebraten werden.

    Natur des Menschen zu sein

    Was immer das sein mag, möchte ich doch die Gegenthese aufmachen, dass wir es hier mit ansozialisierten Verhalten zu tun haben. Wenn man den Schülerinnen nachhaltig genug vermittelt, dass sie sich um nichts zu kümmern brauchen, werden die sich auch um nichts kümmern. Wenn Fehlverhalten nicht geahndet wird, usw.

    Also. In NRW passt mal wieder der Arsch nicht zum Eimer. Auf der einen Seite räumt man den Schülerinnen mit der Klausurwahl (eh schon eine komische Idee) zusätzliche Möglichkeiten ein. Auf der anderen Seite verlangt man aber nicht, dass sie der damit verbundenen Verantwortung gerecht werden. Sie dürfen wählen, müssen sich aber nicht merken, was sie gewählt haben. Die Lehrerin muss sie erinnern.

    Im von chilipaprika beschriebenen Fall hätte man das wohl mehrmals täglich machen müssen. Und überhaupt, da versucht eine Schülerin, sich durch „Wechseln“ um eine Klausur zu drücken. Das führt nicht etwa zu einer Ordnungsmaßnahme, sondern zu einem Extra-Tofu.

    Mag ja sein, dass das der politische Wille ist und das auch so in Gesetze und Vorschriften gegossen ist. Erschreckt bin ich von der Selbstverständlichkeit, als die sich diese Absurdität in den Köpfen einiger manifestiert. Die Rechtslage zwingt uns dazu, uns verarschen zu lassen.

    Der Germanist

    Ich glaube nicht, dass wir da noch zusammen kommen. Insofern. Aber: die Listenführung der Lehrerin ändert doch nichts daran, dass die Schülerin die Klausur geschwänzt hat. Und das ergibt nunmal eine ungenügende Leistung, die man auf der hochheiligen Liste noch nachtragen sollte. Der Glaube der Lehrerin ändert daran doch nichts.

    „Was ist denn hier mit Schülerin A. Die hat keine Klausurnote.“

    „Die hat ja auch nicht mitgeschrieben.“

    „Hätte sie aber sollen. Ergänzt zu bitte noch die ungenügende Leistung?“

    Fertig.


    Über die Entscheidung der Schulaufsicht wundere ich mich nicht mehr. Darüber, dass Kolleginnen das noch gut finden, schon. Manchmal glaube ich, die Grundmotivation ist, (anderen) Lehrerinnen zusätzliche Arbeit zu machen.

    Mich hat in der Vergangenheit dieses morgendliche Anstehen am Kopierer gepaart mit der Frage, ob ich noch pünktlich zum Unterricht komme und der Verärgerung über KollegInnen, die kurz vor der 1. Stunde noch die Arbeitsblätter für den ganzen Tag kopieren mussten, sehr gestresst.

    Vielleicht braucht man auch nur genug Kopierer.

    Ich fühle mich hier einfach viel mehr zu Hause,

    Eben. Zu Hause bin ich zu Hause. Das findet mein Leben statt. Es wäre mir lieber, wenn meine Arbeit da nicht störte.

    kann mich komplett freizeitmäßig kleiden etc.

    In der Schule trage ich meist die ollen Klamotten auf.

    Bei schönem Wettergehe ich nach dem Unterricht auch gerne erstmal eine Runde in den Wald, bevor ich mich an den Schreibtisch setze. Würde ich zu 100% von der Schule aus arbeiten, würde ich das sicher nicht tun.

    Warum nicht? Ich gehe hier durchaus auch in Springstunden mal 'raus, auch in den Wald. Als ich noch an der Uni war, bin ich zum Sport gegangen und anschließend wieder ins Dienstzimmer. Warum sollte man nur zu Hause flexibel mit der Arbeitszeit umgehen können?

    ch würde auch nicht nochmal für zwei Stunden in die Schule fahren, nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe etc.

    Nee, vielleicht bleibste besser zu Hause und machst Feierabend.

    Es gibt Firmen, die ermöglichen ihren Mitarbeitern Homeoffice-Tage. Abgesehen vom Firmenlaptop gibt es hierfür meist keine Ausstattung dazu.

    Eben. Wir haben noch nicht mal einen Firmenlaptop (zumindest die meisten von uns). Mal abgesehen davon, dass ein Desktop-Rechner mit anständiger Tastatur und anständigen Monitor angebarcht wäre. Wir haben (fast) nichts an dienstlicher Ausstattung, weder in der Schule noch zu Hause. Wir haben überhaupt keinen dienstlichen Arbeitsplatz. Insofern stellt sich die Frage, wo man arbeitet gar nicht. Ich habe kein problem damit, wenn jemand zu Hause arbeitet. Mich stört, und das war mein Kritikpunkt, dass wir gar nicht die Wahl haben. In der Schule können wir nicht arbeiten.

    Warum soll es denn in der Schule nicht so laufen, wie in anderen Firmen auch? Wir kriegen einen anständigen Arbeitsplatz am Arbeitsplatz und einen Laptop fürs Home-Office?

    Das geht mir zu sehr in die Richtung "wer gut ist, hat keine Probleme."

    Es könnte aber sein, dass das was mit der Wahrheit zu tun hat. Für mich lautet die Lehre, dass sich jede um sich selbst kümmern muss; eine andere macht es im Zweifelsfall nicht.

    All das, was hier genannt wurde, Pareto, „Nein!“ sagen, Arbeitszeit dokumentieren. Arschlöcher ignorieren. Und all das, was noch nicht genannt wurde, muss jede für sich tun, um zu überleben.

    Fazit: selbst die do called Work-Life-Balances bedarf Aufwandes und Anstrengungen. Aber, wo wir gerade vom Wirkungsgrad reden, sind das gut investierte Mühen.

    Angefangen damit, dass wir einen erheblichen Teil der Arbeit von zu Hause erledigen

    ... müssen, weil wir an unserem Arbeitsplatz schlicht keinen Arbeitsplatz haben. Die Flexibiltät bei der Verteilung der Arbeitszeit kann es doch auch geben, wenn die Dienstherrin uns anständig ausstattet.

    Das tat ich auch und höre nun, dass Kollegen sich geärgert haben, dass ich im Krankenstand nicht weitergearbeitet habe (Mails, Digitalsitzungen).

    Lass' sie sich ärgern, das haben sie umsonst.


    Und noch eins, es wird nicht wenige KollegInnen geben, die Dich schräg ansehen, wenn Du nicht für die totale Selbstausbeutung bist; damit muss Du ggf. umgehen können.

    Lass' sie kucken. Schräg, schief und um die Ecke. Als das haben sie umsonst.

    Wenn man effektiv arbeitet, kann man ein guter Lehrer sein UND eine gute Work/Life-Balance haben.

    Ja, und wenn man nicht ganz so effektiv ist, ist man nur eine ausreichende Lehrerin und hat troptzdem genug Zeit für wichtige Dinge.

    Nein, die Schulaufsicht hat eine Mitschuld der Lehrkraft angenommen, weil diese ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist.

    Brrr. Soso, Mitschuld. Ist ja auch wurscht, der Fall ist gelaufen. Trotzdem ist die Schülerin unentschuldigt(?) nicht zur Klausur erschienen. Das wird dann damit quittiert, dass ihr ein weiterer Termin hinterher getragen wird. Für mich das falsche Signal.

    Von der Lehrerin verlangt man, dass sie den Überblick über dier Klausurteilnehmerinnen behält, die Schülerinnen müssen sich noch nicht mal ihre eigene Klausurwahl merken. So sollen die studierfähig werden?

    Titel

    Wohl kaum. Man sollte schon wissen, was für eine Art Abschluss man gemacht hat.

    Ich glaube nicht das du eine verantwortliche Position in der freien Wirtschaft mit dem Arbeitsprofil eines Lehrers vergleichen kannst.

    Kann man schon, z. B. bezüglich des Verdienstes:

    Nicht umsonst verdiene ich hier deutlich mehr Geld

    Und ansonsten hielte ich mit der Mopperei etwas zurück, wenn ich in einem Forum nur aufgeschlagen wäre, um kostenlos Tipps und Beratung abzugreifen. Wenn ich also etwas wollte und den Foristinnen im Gegenzug nichts zu bieten hätte.

    Hier sind schon einige Retalin-Kinder aufgeschlagen, die sich zur Offenbarung des Bildunsgwesens erklärt haben. Hat hier niemanden nachhaltig beeindruckt. Dafür, dass die Regeln doof sind, undurchsichtig womöglich und sich mit den Interessen der Einzelnen nicht decken, kann hier keine etwas.

    Achja: Andere Länder, andere Verbeamtungsaltersgrenzen. Ob sich aber in einem fortgeschrittenen Alter die Verbeamtung noch lohnt, muss man im Einzellfall sehen.

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