Kaum jemand außerhalb des Schulsystems wird dafür Verständnis haben,
Das ist mir ehrlich gesagt wurscht bis egal. Vielleicht ist es mir sogar recht. Welches Problem habe ich denn damit, wenn Stammtischhanselinen Lehrerinnen für faule Säckinnen und Drückebergerinnen halten? Die Leute haben doch eh Vorurteile. Die kriegt man nicht mit einer Nummer behoben. Vielleicht geht so etwas sogar nach hinten los. Was sagen denn Eltern, deren Kindern nicht an den Online-Stunden teilnehmen können, weil die Technik nicht passt? Oder die die schlicht nichts mitbekommen haben, weil sie sich auf die öffentliche Verlautbarung, dass der Unterricht ausfalle, verlassen haben? Hängen die und einen Orden an oder sind die sauer, weil jede macht, was sie will?
Natürlich hätte das Ministerium Distanzunterricht anordnen können (nicht unbedingt Online-Unterricht). Hat es aber nicht. Muss ich da wirklich in die Bresche springen und jede Fehlentscheidung des Ministeriums zu reparieren? Oder kann mir das mittlerweile auch mal am Gesäß vorbei gehen?
wenn die inzwischen etablierte Distanzlernstruktur nicht genutzt wird,
Was soll das sein? Ich habe jetzt ein dienstliches iPad, das mir für den Distanzunterricht genau was nützt? Was bringt mir das WLAN in der Schule und die elektrischen Tafeln? Woher haben die Schülerinnen die Endgeräte und den Internetzugang? Wäre Distanzunterricht angeordnet worden, hätte ich wohl vornehmlich Aufgaben verteilt. Für die Prüfungsklasse, die das heute betrifft, hätte es wohl eine Online-(Sprech)-Stunde gegeben — wie immer von zu Hause mit privater Hardware und etablierter privater Infrastruktur.
Dass wir in der distanzfähigen Digitalisierung nur Millimeter weiter sind als vor der Pandemie, könnte ein Grund sein, dass sich das Ministerium weiter um Distanzunterricht 'rumdrückt. Ich wollte zwei Jahre Untätigkeit auch nicht wegen eines Tages Sturm in den Fokus rücken.