Das wäre in zehn Minuten erledigt.
Du bist recht großzügig mit der Zeit anderer. Woher sollen die zehn Minuten denn kommen? Geht jemand zehn Minuten früher aus dem Unterricht und die Schülerinnen lernen dann weniger? Nimmt die Kollegin es von der Unterrichtsvorbereitung? Oder welche Tätigkeit im Umfang von 10 Minuten darf sie liegen lassen, um ein nutzloses Zeugnis zu drucken? Oder nimmt sie die dann doch von ihrer Freizeit?
Und weil Schulleiterinnnen, Schulaufsichtsmitarbeiterinnen und Bildungspolitikerinnen immer sicher wissen, dass die Arbeit, die sie selbst nicht machen, schnell erledigt ist, werden wir ständig mit lauter vermeintlichen Kleinigkeiten zugemüllt, die sich stressrelevant summieren. Diese Haltung macht Kolleginnen krank.
Das ist im Grunde nur ein Blättern im SchILD-Archiv, ein Starten des FHR-Algorighmus' in SchILD und ein Aufrufen des entsprechenden Zeugnisreports (wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe.)
Das ist ziemlich sicher nicht in zehn Minuten erledigt. Da kommt ein Brief an, der muss erst mal geöffnet und gelesen werden. Und dann muss jemand gefunden werden, die das bearbeitet. Die schon pensionierte Klassenlehrerin von damals wohl kaum.
Je länger der Schulbesuch her ist, um so unwahrscheinlicher, dass man einfach mit „Blättern im SchILD-Archiv“ zu Rande kommt. Womöglich wurde damals noch gar kein SchILD eingesetzt. Und wie lange darf man die Daten speichern?
Der FHR-Algorithmus von SchILD ist Schrott in Tüten und produziert ständig Fehler. Dann muss dann doch jemand von Hand nachrechnen.
Dann braucht man ein passendes Zeugnisformular. Wir hätten keines. Wir haben bisher den schulischen Teil der FHR nur auf Abgangszeugnissen bescheinigt.
Selbst wenn alles glatt läuft. Daten suchen, rechnen, drucken, gegenlesen, unterschreiben, siegeln, verschicken. Alles in zehn Minuten? No way.