Beiträge von O. Meier

    Müssen wir aktuell ein Attest akzeptieren, dass an einem Montag rückwirkend für Freitag ausgestellt wurde?

    Ich habe so etwas bisher nicht akzeptiert. Allerdings gebe ich vorher bekannt, was ich von einem Attest erwarte. Unter anderem, dass es „aktuell“ ist und von einer Ärztin unterschrieben ist.

    Führt zwar zu gelegentlicher Mopperei, stößt aber nicht auf größeren Widerstand.

    Was das zu spät eingereichte Attest anbetrifft, so kann man da durchaus kulant sein, wenn die Schülerin nicht als sonderlich unzuverlässig aufgefallen ist. Mir reicht es durchaus auch, ein Attest zum Nachschreibetermin mitzubringen, wenn es tatsächlich vom Krankheitstag. Finde ich sogar praktisch. Dann muss ich nicht im Klassenbuch recherchieren oder ähnlich.

    Wenn jemand nach dem Nachschreibetermin mit einem Attest kommt, hat er allein schon organisatorisch ein Problem. Das ist zu sehr Klausur-Vermeidung.

    Wir haben durchaus pfiffige Schülerinnen, die einfach direkt nach dem Sprechstundenbesuch das Attest abfotografieren und vermailen. Dann habe ich das schon mal, und das Original brennt nicht mehr so sehr.

    Ein ehemaliger Kollege von mir hat seiner eigenen Tochter geraten, sich immer zwei Punkte besser selbst einzuschätzen als die Lehrkraft es tat. Oft würde die Lehrkraft so ins Grübeln kommen und dann immerhin einen Punkt mehr geben. Scheint funktioniert zu haben....

    Ich ermuntere die Schülerinnen auch eine Selbsteinschätzung abzugeben. Das hilft bei dem sich anschließenden beratenden Teil des Gespräches. Insbesondere, wenn sie nicht nur irgendeine (unbegründete) Zahl nennen, sondern versuchen zu formulieren, was sie schon können und was noch nicht.

    Allerdings beginnt das Gespräch mit der Selbsteinschätzung. Die Schülerin soll sich ja zunächst nicht an meiner Einschätzung orientieren. Das Vorgehen, eine sagt ’ne Zahl, die andere sagt ’ne Zahl und dann wird verhandelt, kenne ich vom Flohmarkt. Es macht einen Teil des Reizes solcher Veranstaltungen aus. Zur Leistungsbewertung passt das aber nicht.

    Aus einer Dienstbesprechung der Oberstufenleitungen in unserem Regierungsbezirk hat unsere Oberstufenleiterin mal die Anweisung mitgebracht, die Quartalsnoten mitzuteilen. Die Dezernentin oder der Dezernent hat wohl von einem Fall im 2. Halbjahr der Q2 berichtet, bei dem eine Schülerin zur Hälfte des Halbjahres keinen Zwischenstand mitgeteilt bekommen hat. Ich glaube, es ging um ein Defizit, weiß ich aber nicht. Daraufhin gab die Schülerin am Ende des Halbjahres an, von der Note ganz überrascht zu sein. Entweder die Schulaufsicht oder ein Verwaltungsgericht hat die Note dann einkassiert.

    So ist es berichtet worden.

    Wenn die Bewertungsmitteilung so wichtig ist, warum wird so etwas dann nicht in die Prüfungsordnung geschrieben. Dann hätten wir Klarheit.

    Ich stelle übrigens auch fest, dass auch ein nicht unerheblicher Teil der Schülerinnen einen seltsamen Hang zur Arithmetik hat. Sie rechnen mir dann etwas vor und erklären mir, wie ich zu runden habe. Eine solche Verpflichtung können aber nicht belegen. Irgendwo hat irgendjemand irgendetwas gehört und kolportiert es munter durch die Bildungslandschaft. Meine Befürchtung ist, dass nicht selten von Kolleginnen frei erfundene „Vorschriften“ die Quelle dieser „Informationen“ sind.

    berechtigte Kritik

    Belege, dass sie berechtigt ist. Behaupten reicht nicht.

    Aber das Beispiele suchen spare ich mir - wenn man dir Beispiele nennst, interessiert es dich eh nicht.

    Auch diese Behauptung darfst du gerne belegen.

    Und ja, das Erwidern einer ein konkretes Problem benennenden Bitte mit derart diffusen Behauptungen kann ich von infantilen „Selber! Selber“-Rufen tatsächlich nicht unterscheiden. Erwachsen sein und sich zum Erwachsenen deklarieren könnte durchaus zweierlei sein.

    Aber um mal etwas zur Person zu sagen: „Prost! Lass’ dir schmecken.”

    Und Flüxigskeitsfehler "treten"auf.

    Ja, natürlich. Alles Flüchtigkeitsfehler. Und? Ist deswegen die Bitte, zukünftig auf die Schreibung des Namens zu achten, zum Lachen? Oder wäre es respektvoll, diesem Wunsch nachzukommen?

    PS: Auf die Möglichkeit sich bei der Namensschreibung von der Forensoftware unterstützen zu lassen, habe ich bereits hingewiesen. Noch einfacher geht es eigentlich nicht, einen Namen einzufügen.

    Es ist unschön und zeugt vielleicht von Unsorgsamkeit der Schreibenden

    Ich vermute allenfalls Rechtschreibfehler

    Genau. Das wird es sein. Nur Flüchtigkeitsfehler, die irgendwie und rein zufällig bei genau einem Namen gehäuft auftritt. Auch und insbesondere, nachdem man die Richtigschreibung angemahnt hat.

    (was ja durchaus angemahnt werden könnte)

    ... damit man dann darauf mit Gelächter reagieren kann, statt zukünftig sorgfältiger zu schreiben. Auch ein Möglichkeit sich seine Pöbelei schön zu reden.

    Wenn man die Notensysteme einfach (egal ob 1-6 oder 15-0 Punkte) abschaffen würde und durch Leistungsprozente ersetzen würden, wäre das alles viel "genauer" und fairer.

    Am Ende muss es doch noch eine Grenze zwischen „ausreichend“ und „Leider nein, leider gar nicht!“ geben. Um eine Entscheidung kommt man nicht herum.

    An den Stellen, an denen ich mich bei der Entscheidungsfindung von der Arithmetik beraten lasse, rechne ich mit Punkten und Prozenten, nicht mit Noten oder Farben. Es kommt mir ich auch genauer vor.

    Mir stellt sich dann bei 49,39% nicht die Frage, wie man runden soll, sondern ob die Leistungen insgesamt noch ausreichen. Da hilft z. B. ein Blick in die letzte Klausur. Wurde trotz der Fehler und Mängel ordentlich gearbeitet? Oder ist das liebloses Geschmiere, bei dem auch mal etwas richtiges dabei ist?

    ein Schüler fast überall eine 4- bekommt und in der Konferenz dann angesprochen wird, dass zumindest einige KuK doch eine 5 geben sollten, um ein "Zeichen" zu setzen.

    Auf derartiges Geeier ließe ich mich nicht ein. Wenn eine Schülerin ausreichende Leistungen erbracht hat, bekommt sie eine vier. Das kann man ihr dann auch mitteilen. Wenn dann eine Kollegin meint, diese Schülerin soll eine 5 bekommen, dann soll sie ihr die Note doch in ihrem Fach geben. Wie will sie denn beurteilen, dass ich in meinem Fach ein „Zeichen setzen“ müsse?

    Offiziell nicht.

    Ihr verwendet sie also auf inoffiziellen Zeugnissen? Was immer das sein mag.

    Wir sollen es trotzdem immer in die Notendatei, die wir abgeben sollen, notieren.

    Eine Note, die es nicht gibt und dich nicht vergebe, muss ich auch nicht notieren.

    Warum macht ihr es eich denn immer so schwer?

    Sich der Mathematik scheinbar zu unterwerfen, hat hier so ein bisschen etwas von sich aus der Verantwortung stehlen...

    Kommt mir auch so vor. Mit der Wahl eines bestimmten Rechenweges hat man ja auch eine Entscheidung getroffen, zu der man stehen sollte.

    Meine Beobachtung ist, dass sich gerade die, die keine hohe Affinität zur Mathematik haben, sich besonders gerne an der Arithmetik orientieren. Auch gerne mit Begründungen, die einer halbwegs Gebildeten die Berge zu Haare stehen lassen. Also, dass man überhaupt nur so runden könne, sonst bliebe das Universum stehen und die Mathematik-Polizei schicke einen ohne Socken ins Bett.

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