Und diesbezüglich ist die aktuelle Situation eben doch mit dem Contergan-Fall vergleichbar. Auch damals gab es Leute, die als Experten gesagt haben, dass Contergan absolut sicher sei und zwar ausdrücklich auch für Schwangere.
Es ist ein generelles Problem, dass Medikamente nicht an Schwangeren getestet werden. Oft wird auch gar nicht an Frauen getestet, weil diese ja schwanger sein könnten. Das ist nicht ganz unproblematisch, wenn z. B. geschlechterspezifisch andere Dosierungen notwendig wären, da fehlt es gerna mal an Daten.
Das spricht aber weder gegen den generellen Einsatz von Medikamenten noch gegen einen Impfpflicht, sondern eben nur für eine besondere Vorsicht bei (potentiell) Schwangeren. Es dürfte kein Problem sein, diese nach der Niederkunft zu impfen.
Was die „aber die Impfstoffe sind ja so neu“ anbetrifft, so ist das eine beliebte Erzählung der Covis-Leugnerinnen, Impfverweigerinnen und sonstiger Spinnerinnen. Obacht. Wir haben bei einer Erkrankung, de seit knapp zwei Jahren auf dem Markt ist, keinen 40 jahre alten Impfstoff. Ich bin mir aber sicher, wenn dieser für die Impfpflicht hergenommen würde, jemand ums Eck käme, um zu meckern „Was? Mit so einem alten Kram wollt ihr uns impfen? Das ist doch gar nicht Stand der Technik.“