Beiträge von O. Meier

    Die Aussage von Frau Ministerin wird sogar noch etwas deutlicher, als die Mail:

    Diese Aufgaben seien aber freiwillig und nicht prüfungsrelevant, betonte die Schulministerin.

    So hätte man das auch in die Schulmail schreiben können. Das hätte uns vielleicht die Interpretation übereifriger Kollegen erspart, die gestern abend eine Mail an Schüler verschickt haben, mit der die Schüler zum "tägliche[n] !!!![sic]" Abfragen der Online-Lernplattform verpflichten wollen und mit ungenügenden Leistungen drohen, sollten die Schüler die Abgabtermine für die Aufgaben nicht einhalten.

    Wie kann man nur so einen Stress machen, anstatt die Zeit sinnvoll zu nutzen. Geben wir doch unseren Abiturienten (und anderen Prüflingen) Übungsmaterial und stehen ihnen als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung. Von mir aus auch der Online-Chat. Mail finde ich aber praktischer und vor allen Dingen unaufwändiger. Lasst uns die Netze nicht mit unnötigen Daten überschwemmen.

    Und nochmal: nachdem der Ministerpräsident in einer mehr als landesweit ausgestrahlten Erklärung, in der er erst die Bürger bezüglich ihrer als Geselligkeit euphemisierten Saufkultur den Bauch gepinselt hat, von vorgezogenen Ferien sprach, können wir die Schüler auf gerade gar nichts mehr verpflichten. Der Kater ist gekämmt. Vielleicht sollte der Mann sich doch mal angewöhnen, nachzudenken, bevor er spricht.

    [p-q-Formel-Song]

    Ich hoffe, ihr zeigt so etwas nicht euren Schülern. Bei der "Herleitung" wird doch tatsächlich 'ne Wurzel gezogen als sei's 'ne Äquivalenzumformung. Aber weil das doch nicht so ganz stimmt, wird dann irgendwie ein Zeichen "plusminus" ergänzt. Das soll wohl irgendetwas mit der Anzahl der Lösungen zu tun haben, die hier nicht so ganz klar wird.

    An der Stelle wäre es wohl fast besser, die Formel unbegründet verwenden zu lassen. Hauptsache sie rechnen richtig.

    Über den Tag kannast du gerne lamentieren.

    Ja, danke für die Auseinandersetzung mit meinen Argumenten.

    Der ist jedoch schon seit vielen Jahren fixiert.

    Na, dann.

    Meine Schüler haben sich die Formel für das Zylindervolumen
    V=Pi*z*z*a
    ins Hirn gemeiselt, weil es witzig und eingängig ist.

    Was auch immer daran witzig sein soll. Mir ist's zu platt für Humor.

    Mit der Formel kann man nur dann etwas anfangen, wenn man sich auch die etwas untypischen Bezeichner a für die Höhe und z für den Radius merkt. Nunja. Ich halte es für sinnvoller, dass man versteht, dass ein Prismenvolumen (und in diesem Sinne ist auch ein Zylinder ein Kreisprisma) sich aus Grundfläche mal Höhe ergibt.

    Mir erzählen immer wieder Schüler, die Fläche eines Rechtsecks sei "a mal b", ohne mir dabei sagen zu können, was denn a und b sein sollen.

    Hauptsache, sie rechnen richtig

    Das ist die Hauptsache in der Mathematik? Dann habe ich diese wohl jahrzehntelang falsch betrieben. Mir ging es imer darum Zusammenhänge zu verstehen.

    In der Email steht nichts von "Vorgezogene Ferien".

    In wichtigen Dingen immer den Chef fragen. Deshalb berief ich mich auf den Herrn Ministerpräsidenten, nicht auf eine keramisch versandte Mitteilung. Ok, Spaß bei Seite:

    Da steht nur "der Schulbetrieb ruht"

    Soll er ruhen, in Frieden. Damit kriege ich auch keine Aufgaben für zu Hause zusammen.

    Wie schon an anderer Stelle erwähnt habe ich im Prinzip kein Problem damit, den Schülern Aufgaben online zu stellen. Aber dann hätte die Landesregierung das auch so ankündigen sollen. Statt dessen erzählt sie einen von Ferien und ruhendem Schulbetrieb und erwartet danach, dass wir die Schüler dazu bringen zu Hause zu lernen. Wie denn? Telepathisch?

    Typisch unklares NRW-Gewäsch statt klarer Anweisungen. Warum sagt man uns nicht, wir sollen mal unseren Schreibtisch aufräumen, uns in die Sonne setzen und, wenn dann noch Zeit ist, den Unterricht für danach vorbereiten, damit man den Ausfall möglichst gut aufholen kann.

    Nee, statt dessen werden wir aufgefordert, Material zu erstellen, mit dem sich die Schüler bestenfalls den Hintern abwischen. Es geht nämlich nicht darum, die entstehende Zeit sinnvoll zu nutzen, sie muss nur irgendwie gefüllt, verplempert und verschwendet werden. Wie im schulischen NRW-Alltag auch.

    Also, wenn ich den Herrn Ministerpräsidenten auf der Pressekonferenz gestern richtig verstanden habe, so hat er erklärt, dass die Frühjahrsferien vorgezogen würden. Also, ab Montag sind in NRW Ferien, da kann man ja schlecht hinterher noch mit Homeschooling um die Ecke kommen.

    Beitrag #11.

    Ah, zu den Oberflächlichkeiten kommt also noch Klamauk. Ja, um Mathematik so darzustellen, bedarf es dringend eines besonderen Tages. So lange man sich an den übrigen 364 Tagen des Jahres vernünftig mit Mathematik auseinandersetzt, kann man sich an dem einen gerne lächerlich machen.

    Wenn es einen Pi-Tag geben soll, wäre das vielleicht eher der 22 Juli. $\frac{22}{7}$ ist eine viel elegantere Näherung als willkürlich Ziffern der Dezimalabstellung abzuschneiden. Nach dieser haben übrigens schon antike Wagenbauer den Umfang von Rädern ermittelt. Darüber könnte man mal ins Gespräch kommen, wenn man über Mathematik sprechen möchte.

    Aber backt ihr mal Kuchen.

    "Schüler*in"

    Der Gender-Star ist wohl die von einem Verband, der die Interessen von Intersexuellen vertritt, bevorzugte Variante. Quelle müsste ich nochmal suchen.

    Deutsch ist eine Sprache, die einem geschlechtsneutrale Formulierungen nicht gerade leicht macht. Das durcheinander von Sexus und genus ist nicht gerade hilfreich. Dabie ist es schon fast egal, ob man zwei oder drei Geschlechter abbbilden muss. Ich mein, hallo, "das Weib" ist sächlich, während, "die Sache" weiblich ist.

    Am besten geht's noch im Plural, da funktionieren so Konstrukte wie "Lernende". Deshalb würde ich dir "Leute!" als Anrede für die ganze Gruppe vorschlagen, falls es sich bei der betreffenden Person um tatsächlich eine mit diversen Geschlecht handelt. Wenn's die Stimmung hergibt auch "Meine Lieben!". Oder im zackigen Tonfall "Lerngruppe aufgepasst!".

    Die Möglichkeit, das Geschlecht "divers" in SchILD eintragen zu können, ist übrigens nur die halbe Miete. Die entsprechenden Formulierungen für die Zeugnisse sind noch gänzlich unklar. Angesichts der Tatsache, dass es bereits ein Verfassungsgerichtsurteil von 2017 den Anspruch der diversen Personen bestätigte, ist das mehr als peinlich. Und typisch NRW. Da kümmert man sich gerne um jede Menge Driss, aber selten um das, was erledigt werden muss.

    Transexuelle haten wir schon, Intersexuelle werden auch kommen. Dann steht irgendjemand auf der Matte und will ein passendes Zeugnisformular, weiß aber auch nicht, was drauf stehen soll.

    Unsere Fachkonferenz hat mit großer Mehrheit dafür abgestimmt, die Klausurlängenvorgabe voll auszuschöpfen,

    Ist denn dafür die Fachschaft zuständig? Bei uns legt der Fachlehrer im Rahmen der Vorgane die tatsächliche Länge je Klausur fest. Hängt ja auch viel von den Aufgaben und dem Thema ab. Ausnahme Mathematik, da schreiben wir immer die kürzmöglichste Zeit, weil das besser ist.

    Wozu genau wäre das jetzt nütze, einen Kuchen zu backen? Ich mein, Kuchen ist lecker, klar. Aber wo ist jetzt da der Nexus zur Mathematik?

    Auf mich wirkt das ein wenig, als versuche man Mathematik mit Oberflächlichkeiten populär zu machen. Das wird ihr aber nicht gerecht.

    Die Tipps würden aber nicht grundsätzlich etwas ändern.

    Eben doch. Ein beachtlicher Teil derer dürfte sich aus Erfahrungen rekrutieren. Aber leider sidn Erfahrungen ja wie gebrauchte Klamotten, man nimmt sie ungern, selbst wenn sie passen.

    Dazu bedürfte es kleinerer Kurse/Klassen, weniger Deputatsstunden

    Das wären politische Entscheidungen. Auf die haben wir am allerwenigsten Einfluss.

    weniger Zusatzaufgaben, etc.

    Das kann je nach Aufgabe einfach sein. Warum z. B. hast du immer noch diesen Fachschaftsvorsitz? Das scheint mir ein völlig überflüssiges Amt zu sein. Du kannst da wedre entwas entscheiden noch sonstwie Einfluss nehmen.

    Und nein, ich sehe nicht alles Negativ, sondern nenne Missstände beim Namen, die dringend änderungsbedürftig sind.

    Dabei bellst du den falschen Mond an. Selbst wenn wir die beiflichten, dass weniger Stunden sinnvoll wären, um den Unterricht besser zu gestalten, oder dass NRW beim derzeitigen inhaltlichen Niveau auch deutlich kürzere Klausuren schreiben lassen könnte, nützt das nichts. Wir können das auch nicht ändern. Politische Entscheidungen, s.o.

    D.h. du hattest schon mal professionelle Hilfe und hast das bei der PKV verschwiegen.

    Aber er muss auf keinen Fall zum Arzt. Mein Eindruck ist schon, dass hier jemand sehr dicht an seiner gesundheitlichen Belastungsgrenze operiert. Mit der zusätzlichen Information von Vorerkrankungen ist da wirklich nicht mit zu spaßen.

    Ursprünglich hatte ich ja vor, als Oberstufenkoordinator mit A15 in Pension zu gehen.

    Ja, mit so etwas habe ich auch mal geliebäugelt. Allerdings habe ich dann beobachtet, wei wenig glücklich die A15-Kolegen mit ihren Stellen geworden sind. Und wie sie sich zu ihrem Nachteil (und dem der Kollegen) verändert haben. Nö, so viel kann mir keiner bezahlen.

    Als mir dann eine solche Stelle angeboten wurde, konnte ich ohne Zweifeln und Zögern ablehnen. Der SL fand's zwar in der Sache schade, hatte aber volles Verständnis für meine Entscheidung.

    Ich habe auch danach die A15er beobachtet, was mich immer wieder darin bestärkt, mich richtig entschieden zu haben.

    Wenn ich den Thread richtig verfolgt habe, war der Anlass, dass jemand mit seinem Arbeistumfang nicht klar kommt. Ich würde ihm nicht empfehlen wollen, sich noch mehr aufzuhalsen.

    Und ansonsten meine ich, dass wir hier dem TE nicht helfen können.

    Ich bin ein relativ junger Lehrer und muss sicher (noch) nicht zum Arzt, weil mir das Arbeitspensum auf die Gesundheit schlägt.

    Das dachte ich, bis es dann zu spät war. Jetzt leide ich an einer chronischen, lebensbedrohlichen Erkrankung.

    Der Hinweis auf die Intervention bei der Kursplanung ist gut gemeint, ich werde allerdings nicht stärker belastet, als die Kollegen.

    Wenn ihr alle so umfangreich in der Oberstufe eingesetzt werdet, wer macht denn dann den Unterricht in der Unter- und Mittelstufe?

    Was auch immer du jetzt machst, viel Glück.

    Die Unterrichtsverteilung macht die Schulleitung und die Oberstufenkoordination.

    Da liegt der Hase im Pfeffer. Mit denen musst du in den Clinch gehen.

    Wenn ich nun schon Fachvorsitzender wäre, würde ich doch mal bei meinen Fachkollegen nachfragen, ob die sich nicht auch eine gleichmäßigere Verteilung der Kurse vorstellen können. Dann könnte ich mit einem von allen Fachkollegen getragenen Plan bei der Schulleitung auflaufen.

    Wenn das nichts nutzt, musst du konstruktiv werden: Überlastungsanzeige und Versetzungsantrag.

    Außerdem: Wenn du merkst, dass dir das Arbeitspensum auf die Gesundheit schlägt, geh' bitte zum Arzt. Sollte der dann feststellen, dass du nicht arbeitsfähig bist, wird halt mal nicht korrigiert. Was? Die Klausuren müssen in einer bestimmten Frist fertig werden? Das ist dann nicht mehr dein Problem, dann muss die Schulleitung sich um Ersatz kümmern. Effizienter wäre es natürlich, die SL hätte vorher eine geeignete Verteilung der Kurse vorgenommen.

    Uswusw.

    Zitat

    Eine solche Betreuung würde bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften entsprechende private Kommunikationsmittel voraussetzen,

    Äh, nein. Eine solche Betreuung würde dienstliche Kommunikationsmittel bei den Lehrkräften voraussetzen.

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