Das Thema Präsenzpflicht bei Unterrichtsausfall hatten wir wohl auch schon. Argumente, dass die sinnvoll sein könnte, sind aber keine hinzugekommen.
Es gibt Tätigkeiten in unserem Job, die nur mit festem Termin funktionieren. Unterricht, allem vorsan. Konferenzen, Elterngespräche, Termine mt Dritten. So was. Da muss man zu dem Termin da sein und im Zweifelsfall gibt den auch jemand vor.
Alles andere erledigen wir, wenn's passt. Das trägt durchuaus auch zum Wirkungsgrad der Tätigkeit bei. Außerdem erlaubt es dem Dienstherren, privaten Räume und Geräte kostenfrei von uns in Anspruch zu nehmen.
Eine Anwesenheit zu verlangen um der Anwesenheit willen, widerspricht diesen prinzipiellen Regelungen. Natürlich kann ich mich bei Unterrichtsausfall die Sammlung aufräumen. Wenn das wichtig wäre, würde der SL aber anordnen die Sammlung aufzuräumen. Das tut er aber nicht, wenn er verlangt, dass ich da sein soll. Dann kann ich mich überlegen, wie die ansomsten sinnlos angesessene Zeit einigermaßen sinnvoll nutzen kann. dann ist Aufräumen doch nur die Notlösung.
Ich kann die Zeit aber noch ganz anders nutzen, wenn ich nicht an einen bestimmten Ort gepinnt bin. Da fällt mir einfach mehr ein. Und selbst wenn ich mich mit einer Tasse Tee ans Dachfenster setze, dem Sturm zuschaue, mich in die Badewanne setze und anschließend noch zwei Stunden korrigiere. Was wäre denn daran schlimm? Die aufgetankte Energie setze ich doch in den Folgetagen wieder frei.
Warum in aller Welt, traut man uns bei Unwetter nicht zu, eigenständig darüber zu entscheiden, welche Tätigkeiten wir mit der (zusätzlichen) Zeit vorangig ausgführen sollen? Aber sonst sollen wir das in eigener Verantwortung entscheiden können, und dabei darauf achten, unsere durchschnittliche Arbeitszeit nicht zu überschreiten? Sehe da nur ich einen Widerspruch?
Im Falle des Katastropenalarms ist es nochmal widersinnig. Der hat ja auch deshalb Schulschließungen zur Folge, damit möglichst wenig Leute auf den Straßen sind. Aber die Lehrer sollen Zeit in die Schule fahren und dort ihre Zeit absitzen? Da helfe ich doch lieber der Feuerwehr beim Keller-Auspumpen oder dem Nachbarn bei der Dachnotreparatur. Die Eltern unter den Kollegen müssen im Zweifelsfall wegen der eigenen Kinder zu Hause bleiben, da die ja nicht in der Schule sind.
Wir hatten tatsächlich den Fall, dass wegen Schneefalls Katastropenalarm ausgelöst wurde, wir aber in die Schule kommen sollten. Das habe ich mir schön gespart. Selbst wenn die Bahn mich hingefahren hätte, so hätte ich nicht gewusst, ob sie mich auch zurückbringt. E-Mail an Schulleiter reicht in solchen Fällen.
Der wahre Grund ist doch, dass man Angst davor hat, dass sich Leute über die faulen Säcke das Maul zerreißen könnten, weil die schon wieder einen freien Tag kriegen. wer sich von solchen Stammtischgeplapper die Entscheidungen abnehmen lässt, hat doch verloren. Wraum sollte ich es Leuten recht machen wollen, die von vorne bis hinten nicht beurteilen können, war wir da machen und wie.