Beiträge von O. Meier

    mir ist nun schon öfters der wohlfeile Spruch untergekommen, dass man als Lehrer doch gefälligst Schüler und nicht Fächer zu unterrichten hätte.

    Jo, da wid dann wohl eine Dichotomie aufgemacht, die es nicht geben sollte. In was genau soll man denn die Schüler unterrichten, wenn nicht in fachlichen Inhalten? Gut gemachter Unterricht beachtet die Lerngruppe genau so wie zu vermittelnden Inhalte.

    Bei genauerer Betrachtung ist der so schlaue Spruch dann doch nur ein Spruch und gar nicht so schau.

    Was genau meinst Du mit „absatzweise“?

    Beim absatzweisen Umbruch werden die Wörter innerhalb eines Absatzes so auf die Zeilen verteilt, dass die Unterschiede der einzufügenden Freiräume zwischen den Wörter ich bei benachbarten Zeilen nicht zu stark unterscheiden. Das ist etwas aufwändiger als beim zeilenweisen Umbruch, bei dem einfach, wenn eine Zeile voll ist, die nächste angefangen wird und die Freiräume eben so groß sind, wie sie sind.


    Bei Word gibt es keine Warnung.

    Ja, ist klar.


    Auch wieder interessant, dass Dich die erste Bemerkung stört, die zweite aber nicht...

    Wie kommst du darauf, dass mich irgendwelche Bemerkungen "stören"?


    Musst Du keine Klassen definieren?

    Nein, die gibt's alle schon. Ich wähle nur eine aus.

    Keine Pakete einbinden?

    Doch schon. Wenn ich diese verwenden will. D.h. für zusätzliche Funktionen brauche ich zusäzliche Pakete.


    Keine Codierungen einstellen?

    Welcherlei?

    Einzelne Zeilen (Schusterjungen/Hurenkinder) werden schon lange vermieden. Man kann auch einstellen, dass die Absätze zusammengehalten werden (warum auch immer...).

    Ja, OK. Aber wird denn nun absatzweise umgebrochen oder immer noch nur zeilenweise?


    Eine Warnung gibt es nicht.

    Hm, dann sind die Logfiles in Wirklichkeit leer und ich bilde mir das nur ein? Danke für die Klarstellung.


    Allerdings wundere ich mich schon etwas, dass Du Dir eine TeX-Umgebung einrichtest,

    Zunächst mal arbeite ich mit LaTeX. Was genau muss ich dabei einrichten?

    Versuche mal probehalber, die Rollen zu tauschen. Stell dir vor, du sitzt auf seinem Bürostuhl. Frau Kopfschloss ruft an: Guten morgen, Kind ist krank.

    Du meinst die soll sich probehalber mal den Kopf den Schulleiters zerbrechen, weil der das ja nicht tut?

    Dass Kollegen knapp anrufen, weil sie kurzfristig erkrankt sind, ein kurzfristig erkranktes Kind haben oder die Autobahn wegen einer brennenden Brücke gesperrt ist, ist doch schulischer Alltag. Da kann man doch eine professionelle Reaktion erwarten.

    Vielleicht verstehe ich den Vorschlag falsch, dann bitte ich um Klarstellung. Derzeit sehe ich nicht, was Kopfschloss von einem derartigen Gedankenexperiment haben sollte.

    Eigentlich ist es eine spannende Frage, wie es wohl dazu kam, dass eine Schriftart derart in Verruf geraten ist.

    Ja, das frage ich mich auch. Da wird so 'ne Schrift jahrzehntelang in wissenschaftlichen Arbeiten eingesetzt und auf einmal meinen die Leute, die ist ja nur für Comics und anderen Spielkram. Mysteriös. Dass die Schrift von vornherein nur für Sprechblasen und gar nicht für lange Sachtexte gedacht war, ihren Namen also zu Recht trägt, käme mir allerdings nicht in den Sinn.

    Genauso wie kein Blocksatz, nicht sauber eingestellte Abstände zwischen den Absätzen, Verwendung von Leerzeichen anstatt Tabstop etc. halt schlampig aussieht und daraus zieht man unweigerlich Rückschlüsse über die schreibende Person.

    Zumindest über deren Arbeitseffektivität. So Gedriler wie Leerzeichen-Aufläufe statt Tab-Stopps oder Einzügen sieht nicht nur doof aus, es kostet auch einen Haufen Zeit. So hat man dann für die schlechtere Lösung mehr Arbeit. Schade, dass so wenig junge Menschen den Umgang mit zumindest einem Textbearbeitungsprogramm lernen. Bei mir laufen regelmäßig Schüler auf, die "das mit Word" schon in der vorgehenden Schule gelernt haben wollen, aber den Begriff "Formatvorlage" noch hie gehört haben. Naja, Rechtschreibung, Garmmatik und Grundrechenarten beherrschen sie ja auch nicht.

    Hauptsache es sieht ordentlich

    Finde ich bei einer Bewerbung noch nicht mal unwichtig. Vielleicht sogar fast so wichtig wie "bübsch" oder "die Freiheit nehm' ich mir".

    wobei dieses "ordentlich" irgendwie so eine stillschweigende Definition ist, die eigentlich gar nirgendwo so richtig fixiert ist.

    Es ist gar nicht so schwer zu erraten, wie so eine Personalabteilung beurteilt, ob eine Bewerbung übersichtlich gestaltet ist, so dass man die Inhalte leicht erfassen kann. Für das Schreiben von Briefen gibt es sogar eine DIN-Norm.

    Wer's fachlich genauer wissen will, darf gerne ein Fachbuch über Typographie lesen. Wenn das einigermaßen was taugt, sind die Regeln da auch nachvollziehbar begründet.

    Meinst aber den Standard zu kennen.

    Wo hab' ich denn vom Standard gesprochen? Oder ging es mir um fachliche Korrektheit? Ob dieser oder jener Verlag alles richtig macht, finde ich jetzt nicht so spannend. Wenn ich mal ein Buch von denen in die Finger bekomme, kann ich da ja mal drauf achten. Wozu soll dieses Beispiel jetzt gut sein?

    Nur nebenbei: man kann eine Sache durchaus auf verschiedenen Arten richtig machen.

    Nein. Ich schrieb ich mache bestimmte Dinge so, wie es mir gefällt.

    Genauer benanntest du "hübsch" als Kriterium, das die "Standards" aussteche. Und das ist etwas anderes, als sich im Rahmen des fachlich Korrekten zu entscheiden bzw. die Vorgaben von Verlagen zum Maßstab zu machen.

    Ist mir aber wurscht, du wirst das schon alles toll machen.

    Wer definiert denn in dem Bereich nun richtig oder falsch?

    Wie läuft das in anderen Disziplinen? Wr sind denn die Fachleute für Schriftsatz? Womöglich Schriftsetzer? Gibt's glaube ich heute nicht mehr als Ausbildungsberuf, ist jetzt in einem anderen Gestaltungsberuf aufgegangen, AFAIK.

    Du etwa?

    Ziemlich sicher nicht.

    Wiley VCH und Springer sind jetzt doch einigermassen alteingesessene Verlagshäuser. Gerade eben noch wolltest Du Entscheidungen bzgl. des Schriftsatzes den Profis überlassen und nun stellst Du deren Professionalität infrage?

    Nein. Ich weiß nicht, wer bei denen die Entscheidungen trifft und inwiefern die sich an den Fachleuten orientieren. Du hast heutige typographische Fehler aufgezählt. Sollten die tatsächlich auch bei diesen alteingesessenen Häausern auftauchen, wäre das in der Tat schade.

    Ich bewege mich mit der Formatierung meiner Unterlagen innerhalb der Varianzen, die ich durch meine Arbeit für diese beiden Verlagshäuser kennengelernt habe.

    Eben schriebst du noch etwas anderes.

    Die Programme können ja was.

    Kann Word denn mittlerweile absatzweise umbrechen?


    Wenn man die Voreinstellungen entsprechend anpasst,

    Habe ich da Lust zu? Und bekomme ich das als unbedarfter Nutzer hin?

    (Weitere Beispiele: „50ziger“ wird nicht als falsch markiert, „1.)“ wird als Nummerierungsmuster vorgeschlagen, Unterstreichungen werden als normale Hervorhebung vorgeschlagen usw.)

    Und wie lange entwickeln die jetzt schin an den programmen 'rum. Und warum klappen sooche Kleinigkeiten nicht, wenn aber für lauter andere Funktionen genug Entwicklungszeit war? Nö, überzeugt mich nicht.

    Jesses Gott

    "Herr Meier" reicht.

    dann bin ich halt arrogant.

    Und der nächste ist zu arrogant, sich an die Rechtschreibregeln zu halten. Und kommt noch einer, der keine Lust hat mit $\pi$ so kompliziert zu rechnen und nimmt lieber die 3 als Kreiszahl. Sieht ja auch gut aus. Dieser Beliebigkeitsanspruch steht einer Bildungseinrichtung nicht gut.

    Dir ist sicher schon aufgefallen, dass auch die Verlagshäuser nicht mehr konsequent und einheitlich die eigentlich besser lesbare Serifenschrift nutzen. Die Formatierung von Tabellen ist z. B. auch nicht überall die gleiche, sie ist noch nicht mal innerhalb eines Verlagshauses immer gleich.

    Ja, in dem Bereich wird zunehmend mehr fasch gemacht. Das fällt sogar einem Laien auf. Ich befürchte, dass das mit der Digitalisierung und Missverständnis, dass man mit einem Computer "das jetzt auch" könne, zusammenhängt, so dass die Fachleute auf dem Gebiet immer weiter zurückgedrängt werden.

    Es machen ständig Leute alles mögliche falsch. Daraus kann ich nciht ableiten, dass ich es auch falsch machen möchte. Vielmehr ist das für mich Ansporn, es eben doch richtig zu machen.

    Das bisschen Nachtreten, musste jetzt noch sein, gell?

    Ich weiß ja nicht, wie du das siehst, aber mir ist das in der Sache wichtig. Was du im Einzelnen machst, ist mir dabei relativ unwichtig. Insgesamt ist es mir aber wichtig genug, dass ich "Invidualität vor Korrektheit" nicht unwidersprochen stehen lassen wollte. Ist das Nachtreten oder haben wir einfach nur unterschiedliche Ansprüche?

    Den muss ich persönlich aber nicht sinnvoll finden und so viel Freiheit nehme ich mir tatsächlich, dass ich meinen Formeltext so formatiere, dass er für meine Augen hübsch aussieht.

    Ich pflege sachlichr Kriterien zu Grunde zu legen. An Texten, die die Autoren "hübsch" finden, habe ich mich mehr als satt gesehen.

    Ich habe keine gestalterische Ausbildung, insbesondere bin ich kein gelernter Schriftsetzer. Trotzdem weiß ich, dass es Regeln für den Schriftsatz gibt. Ich kann mich sehr gut auf Fachleute verlassen, weil ich zumindest verstanden habe, dass Lesbarkeit das Grundprinzip ist, dem alle Regeln folgen. So kann ich sie gut nachvollziehen.

    ich besitze nicht genug Arroganz, um individuelle ästhetische oder pseude-ästhetische Bedürfnisse über in Jahrhunderten erarbeitete Prinzipien zu stellen. Außerdem ist mir "hübsch" die Mühe nicht wert.


    Ich zeichne wirklich fast jedes Diagramm und jede Abbildung selbst. Ich hasse es, verpixelte Darstellung aus dem Web zu übernehmen. Ist sicher bekloppt und verursacht einen Haufen Mehrarbeit, den die SuS am Ende nur bedingt wertschätzen.

    Verstehe ich voll. Aber ganz offensichtlich haben wir auch sehr unterschiedliche Interpretationen von "Kreativität".

    Und ich denke an die Kollegen, die ein naturwissenschaftliches Fach (Physik oder Chemie) studiert haben und dann darum bitten, in den Jahrgängen 5 und 6 auch mal in Mathematik eingesetzt zu werden.)

    Und ich denke an Kollegen, deren einzige Qualifikation für den Informatik-Unterricht ihr Schlüssel für den Computerraum ist.

    Wird da nicht das Selbstverständnis des Gymnasiums ausgehebelt, wenn man am Gymi fachfremd unterrichten darf? Also irgendetwas, was man im Studium nie gemacht hat?

    Ich weiß nicht, ob sich das aufs Gymansium beschränkt. Auch in anderen Schulformen muss man wissen, was man da unterrichtet. Aber ja, fachfremder Unterricht kann nur eine Notlösung sein. Dass er in manchen Fächern schon Standard ist, ist kein gutes Zeichen.

    und wenn ja/nein wo ist das geregelt?

    In den jeweiligen Vorschriften des betreffenden Bundeslandes. Das Zitat für NRW aus der ADO ist schon gefallen. Wer keine strategische Personalplanung hat, muss anders den Unterricht sicher stellen.

    Daraus ergibt sich im Grunde, dass man die Lehrbefähigung und -berechtigung in dem jeweiligen Fach besitzen muss, um dann auch die (mündliche) Abiturprüfung abzunehmen.

    Natürlich schön mit "in der Regel" aufgeweicht. Wenn kein Mathelehrer da ist, macht's halt jemand anderes. Ich habe schon vor meinem zweiten Staatsexamen Protokolle in Abiturprüfungen geführt.

    P.S. Können wir hier vielleicht rechtsverbindliche Fakten posten und keine Aussagen wie "ich habe mal gehört"?

    Gute Idee. Da finge damit an, dass man das Bundesland nennt, um das es geht. Dann kann man Regelungen für dieses 'raussuchen.

    "Nähmaschine" im Hauswirtschaftsunterricht

    Vielleicht braucht man für spezielle Geräte eine spezielle Ausbildung. Ich weiß nicht, als wie gefährlich eine Nähmaschine eingeordnet wird. Wenn ich mir nicht zutraue, so etwas zu unterrichten, würde ich die entsprechende Anweisung remonstrieren. Wenn der Schulleiter meint, er traue dir das zu, kann er es auch getrost auf seine Kappe nehmen.

    Ich kenne schon auch die Kollegen, von denen Du schreibst, aber geh doch bei wildfremden Leuten nicht immer gleich davon aus, dass sie eh keine Ahnung haben und deswegen "das alles gar nicht brauchen".

    Über wildfremde Menschen und deren EDV-Bedürfnisse müssen wir uns ja nicht unterhalten. Bei denen, die ich kenne, erlebe ich halt, dass sie die wenigsten Funktionen überhaupt benutzen. Womöglich würden sie sogar mehr davon verwenden, wenn sie wüssten, was die Programme alles können. Aber die meisten Menüpunkte sind ja noch originalverpackt.

    Auch interessant in dem Zusammenhang ist, dass angebotene Fortbildungen nicht gut angenommen werden. Die Leute, denen immer "die Formatierung kaputt geht", denken da wohl nicht mehr dran, wenn sie eine entsprechende E-Mail bekommen. Kann mir letztendlich egal sein, ist es dann auch.

    Ich glaube, gerade die Leute, die hier regelmässig auf MS Office schimpfen (damit meine ich jetzt gar nicht mal Dich) und nicht genug betonen können, dass sie dafür auf keinen Fall auch nur einen Cent ausgeben würden, die wissen wirklich nicht, was Word & Co. können.

    Ich habe auch noch nei das Bedürfnis verspürt, für dieses (oder ähnliche) Programme Geld auszugeben. Privat brauche ich nun wirklich keine umfangreiche Textverarbeitung. Sicher kenne ich auch nicht den vollen Funktionsumfang. Würdest du sagen, dass es einen Mehrwert gegenüber den typischen Open-Source-Alternativen gibt, der den Preis rechtfertigt? Auch für einen Privathaushalt?


    Ich glaube wir verstehen unter "zeichnen" grundsätzlich was anderes. "Zeichnen" ist bei mir nicht "geometrische Figuren aneinanderreihen", sondern etwas kreatives.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, ging es zunächst um die schulische Nutzung solcher Programme. Wieviel Kreativität steckt denn da drin? Wenn es um eine künstlerische Betätigung geht, brauche ich vielleicht gar keinen Computer.

    Wenn ich, wie gesagt, für ein Arbeitsblatt etwas Mathematisches zu Papier bringe, brauche ich ich etwas, das darauf spezialisiert ist. Ein originäres Zeichenprogramm fällt da aus.

    Zum "richtigen" Zeichnen nutze ich CorelDraw,

    Aha.

    Weil man dann eben in einem externen Programm zeichnet, eine Bilddatei abspeichert und die ins LaTeX-Skript einbindet. Habe ich ja selbst jahrelang so gemacht.

    Nein, das war's nicht, was ich meinte. Man muss nicht extern zeichnen. Ich glaube nicht, dass die Chemie-Pakete, die es für LaTeX gibt, völlig am Bedarf vorbei entstanden sind. Die haben Leute geschrieben, weil sie Chemie teXen wollten und das dann wohl auch tun. LaTeX zeichnet sich tatsächlich durch eine gute Erweiterbarkeit und einen großen Fundus tatsächlicher Erweiterungen aus.

    Zum Beispiel, weil man den gleichen Font wie im Normaltext verwenden möchte (MathType kann so ziemlich jeden verfügbaren Font rendern).

    Fonts für Formeln sind sinnigerweise ganz anders geschnitten als Textfonts. Sie genügen anderen Ansprüchen. Auch sollten sie sich ganz klar voneinander unterscheiden. Wenn z.B. innerhalb des Textes eine Formel oder ein Formelstück auftaucht, soll man das an dem anderen Font erkennen können.

    Man sollte sehr wohl einen mathematischen Font wählen, der zum Textfont passt. Idealerweise kommen sie aus der gleichen Familie und wurden zusammen entworfen. Ich bezweifle, dass es für jeden Textfont in so neinem Programm einen passenden Mathe-Font gibt.

    Einfach irgendeinen Textfont für Formeln zu verwenden, halte ich für keine gute Idee.

    Ein Grund, einen anderen Font zu wählen, wäre, dass der voreingestellte nicht geeignet ist, weil er z.B. nicht gut zu lesen ist oder Symbole fehlen. Aber will ich wirklich ein Programm verwenden, dessen voreingestellter Font offensichtlich ungeeignet ist? Und wieviel Zeit möchte ich fürs Ausprobieren verwenden, bis ich einen besseren gefunden habe?

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