Trotdem habe ich davon aber 80% vom Netto gezahlt.
Und die 20%, die das Finanzamt dir "erstattet", musst du vorlegen und bekommst du nur auf Antrag. das sit etwas erheblich anderes als wenn mir mein Dienstherr an meinem Arbeitsplatz einen Arbeitsplatz einrichtet. Ehrlich, ich kann "Kannste doch vonne Steuer abetzen" nicht mehr hören.
Richtig, sie haben Anspruch auf vorbereiteten Unterricht. Wie gut der dann vorbereitet ist, steht auf einem anderen Blatt.
Ich denke schon, dass sie Anspruch auf anständig vorbereiteten Unterricht haben. Und auch wenn man im positiven Recht nicht kodieren kann, was "anständig" denn nun sein soll, so meine ich, dass dieser Anspruch aus der Natur der Sache hervorgeht. Für Larifari-Unterricht, der zur Ableistung einer Norm nur so abgehalten wird, dass man formal auf der sicheren Seite ist, könnenn wir uns den Aufwand echt sparen.
Und ich stelle die Frage, wie gering die Ansprüche an den eigenen Unterricht sein dürfen, damit man noch richtig im Beruf ist. Wenn ich die Chance der Wahl zwischen Unterrichtsqualität und anderem S*h**ß habe, wähle ich stets die Unterrichtsqualität.
Anspruch auf Beratung? Echt? Nein, ich *muss* niemanden beraten.
Steht in NRW tatsächlich im Schulgesetz:
Zitat
Lehrerinnen und Lehrer unterrichten, erziehen, beraten, beurteilen, beaufsichtigen und betreuen Schülerinnen und Schüler
Eine Gewichtung dieser sechs Aufgaben wird indes nicht vorgenommen. Da kann man sich auch mal drüber unterhalten, wie sinnvoll das alles ist.
Es gibt Regelungen, wie viel Prozent ich meiner Arbeitszeit mit gewissen Aufgabenbereichen zubringen muss und das halten wir schriftlich fest.
Gibt's bei uns explizit nicht. Die Verteilung ergibt sich nur mittelbar aus dem, was sich irgendein Trottel für uns so einfallen lässt und wieviel Zeit dann für wichtige Sachen übrig bleibt.
Ich sehe das ja prinzipiell nicht so viel anders als du. Allerdings geht es mir - offenbar im Gegensatz zu dir - damit besser, wenn ich versuche, die Umstände im Rahmen der Möglichkeiten zu ändern.
"Im Rahmen der Möglichkeiten" ist meist nicht viel zu reißen. Deshalb versuche ich's schon gar nicht mehr. Als Ritter von der tarurigen Gestalt gefalle ich mir nicht. Neben den Windmühlen ist genug Platz. Und wenn's eng wird, weiß ich, wie man unter den Flügeln durchkommt.
Dazu gehört es eben auch, mit der Schulleitung zu kommunizieren und auch Konflikte einzugehen, wenn es nötig ist...
Ich kommuniziere viel. Ich merke immer an, wenn etwas nicht läuft oder falsche Entscheidungen getroffen werden. Mein Chef hat sich auch noch nie darüber beschwert, dass wir zu wenig Konflikte hätten. Allerdings geht es in diesen dann um mein Wohlergehen, das meiner Kollegen und das der Schüler. Ob der Schulträger zu Recht oder zu Unrecht meint, dass für Lehrer keine Laptops "vorgesehen" seien, hat für mich kein Konfliktpotenzial. An so etwas reibe ich mich nicht mehr auf.
Und ich werde ums Verrecken nicht bei irgendwelchen Firmen betteln gehen, damit der Schulträger aus der Pflicht ist, sich um den Kram zu kümmern.
Dass Unterricht/Schüler unter dieser Vorgehensweise leiden müssen, ist richtig. Aber ich sehe das nicht als mein Problem. Offenbar ist das so vom Dienstherrn gewollt. Und indem ich das offen kommuniziere, auch im Kollegium und gegenüber der Schulleitung übrigens, hoffe ich, auf Dauer vielleicht doch auch etwas bewirken zu können. Spätestens durch Elternbeschwerden und daraus folgenden Dienstgesprächen, weil Herr WillG die Klausuren so spät herausgibt.
Und kommt das 'was? Oder hoffst du genau so vergeblich auf den großen Knall wie ich? Es ist schon traurig, wenn man die einzige Notwehrmaßnahme gegenüber dem verkorksten System darin sieht, den Kern der Aufgaben nicht mehr anständig zu erledigen.
Mich stört's halt immer noch, wenn bei dem ganzen Mist, der Unterricht auf der Strecke bleibt. Wenn ich den zumindest leidlich erledigen will, muss ich anderen Kram liegen lassen.