Wenn ich den Eindruck habe, dass Gerät X oder Buch Y oder Software Z die Arbeit erleichtern, Arbeitszeit einsparen oder für mehr Effizienz sorgen, dann schaffe ich das selbst an.
Womöglich sind da meine Ansprüche recht bodenständig. Um Unterricht vorzubereiten und zu halten brauche ich (kariertes) Papier, einen Beistift, eine Hand voll Buntstifte, 'ne Tafel und bunte Kreide. Alles andere nehme ich gerne in Anspruch, wenn es vorhanden ist.
Ich arbeite auch ganz gerne am Computer, nicht unbedingt, weil das effizienter ist. Mein privater, den ich auch dienstlich einsetze, geht jetzt ins elfte Jahr. Ich bin mir noch nicht sicher, ob der ersetzt wird, wenn er die Biege macht. Vielleicht schreibe ich dann meine Arbeitsblätter wieder von Hand. Schön schwarzer Fineliner auf weißem Papier. Gerade bei Computer (die einen erheblichen Batzen bei der Anschaffung ausmachen) sehe ich nicht immer, dass man die braucht. Wenn ich sehe, wie viel Zeit und Nerven die Kollegen darin investieren, sich mit Software 'rumzuärgern, mit der den richtigen Umgang zu lernen sie sich permanent weigern, meine ich, sie führen nicht nur finanziell sondern auch auch arbeitsökonomisch besser, wenn sie auf den Kram verzichteten.
Und was die Kollegen ständig mit Laptops im Unterricht machen, verstehe ich auch nicht.
Äh, ich schweife etwas ab.
Die Tausende an Euro, die ich bereits dafür ausgegeben habe, mögen meinen Arbeitgeber freuen,
Ich befürchte, das nimmt er gar nicht wahr.
mögen andere KollegInnen als Dummheit oder was auch immer kritisieren.
Letztendlich musst du das mit dir klarziehen. Da du dir offensichtlich dazu Gedanken gemacht hast, ist Dummheit nicht das erste, das mir in den Sinn kommt. Was mich allerdings stört, ist der Druck, den die Käufer auf die Nichtkäufer mittelbar erzeugen. Es wird letztendlich als selbstverständlich angenommen, dass man einen privaten Laptop besitzt und dieses dienstlich einsetzt. Sternstunde war eine Fortbildungsanmeldebestätigung, die eine Kollegin bekam, in der von einem mitzubrinden Laptop die Rede war. Die Frage bei der SL nach einem dienstlichen Leihgerät wurden mit ein Schulterzucken beantwortet. Ich weiß nicht mehr, worum es ging, es war aber eine Fortbildung von offizieller Stelle, Bezirksregierung oder irgendeine Landeseinrichtung.
Ebenso, wenn ich erkläre, dass Praktikumsbesuche mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein müssen, weil ich nicht mit einem Privatwagen fahre. Da kucken mich die Kollegen ganz vorwurfsvoll an und fragen mir in unpassendem Tonfall, was das denn nun soll. Der Besuch müsse nunmal gemacht werden und es ginge nicht anders, Dienstwagen gäbe es halt keine. Sie führen ja auch, warum ich denn so unkollegial sei. Patsch.
Ob das WillGs Weg ist, oder ob das O. Meiers Weg ist, das ist dabei völlig unerheblich.
Der Trick ist, dass man überhaupt einen Weg für sich findet. Die systemischen Fehler kriegen wir ohnehin nicht behoben.