Beiträge von O. Meier

    das Schuljahr durchaus so verteilen, dass mich eine bereits zu Schuljahresbeginn bekannte schulische Abschlussfeier im Rahmen von ca. 2 Stunden nicht ins Schwimmen bringt, weil ich dann für andere Dinge keine Zeit habe. Und nein, die 2 Stunden weniger Vorbereitungszeit im gesamten Schuljahr haben keinen nennenswerten Einfluss auf meine anderen Schüler.

    Es ist doch egal, wann ich das plane. Es sind zwei Stunden, die ich nicht sinnvoll verbringen kann. Ich hatte oben geschrieben, was ich während der Zeugnisausgabe gemacht habe. Hätte ich das nicht machen sollen, um der Zeugnisausgabe beizuwohnen?

    Es sind halt nicht die zwei Stunden allein. Kumuliert mit dem anderen Blödsinn verbringen wir einen Haufen Zeit, die uns dann insgesamt fehlt.

    Aber. Zeit ist nur das zweite Argument. Ich habe einfach keinen Bock auf langweiliges Blabla.

    Das ist doch keine Entweder-oder-Entscheidung.

    Doch. Uhren laufen nur vorwärts. Jede Stunde Dienstzeit kann ich nur einmal verbringen. Ich habe weiter oben geschrieben, was ich gemacht habe, während die Kolleginnen sich bei der Zeugnisübergabe die Zeit abgesessen, äh, den jungen Menschen ihren Respekt erwiesen haben.

    Wäre die Teilnahme wichtiger gewesen?

    Aber, Zeit ist nur der zweite Grund. Der vorrangige ist Bock.

    Für dich am BK kann ich das zugegebenermaßen nicht recht beurteilen, für eine Gymnasiallehrkraft kann es aber eigentlich nichts Wichtigeres geben, weil das das Ziel ist, auf das man hinarbeitet.

    Stimmt, allgemeinbildende Gymnasien machen ja nur eine Sache. Und wenn die halt so wichtig ist, fällt mir die Entscheidung, ob ich mich um die kümmere, die den Abschluss schon haben, oder die, die noch auf dem Weg dorthin sind, leicht.

    Könnte die Anwesenheit nicht durch die SL angeordnet werden?

    Ohja, ich freue mich schon auf tolle Dialoge.

    Abiturientin: „Schön, dass sie gekommen sind.“

    Lehrerin: „Ich muss hier sein, Dienstanweisung.“

    Ernst bei Seite. Wenn jemand Wert auf die Anwesenheit anderer legt, so kann sie die ja erreichen, indem man eine solche Veranstaltung interessant oder zumindest unterhaltsam gestaltet. Ein Punkt wäre sicherlich die Rede der Schulleiterin. Wo wir gerade bei Fremdschämen sind.

    Dann kauft man sie. (Frage mich gerade, ob das Annehmen der Eintrittskarte zum Abiball (übergeben vom Abi-jahrgang) ggf. als Bestechung zählt.

    Eher als Bestechlichkeit. Dürfte aber maximal Vorteilsannahme sein.

    Eigentlich ist’s wohl eher eine Nachteilsannahme, immerhin soll man ja zu der Feier hin, äh, sorry, zu dem „Ball“.

    „Sachaufwandsträger“ - schonmal gehört?

    Ja. Tatsächlich. Und der hat bestimmte

    Aufgaben. Mag sein, dass dessen Exekutive den Haushalt von der Anzahl der Lehrerinnen bei der Zeugnisausgabe abhängig macht. Ich kann mir aber auch sachliche Gründe dafür vorstellen.

    Verschobene Maßstäbe bei den Kommunen sind für mich kein Grund, Dienstzeit zu verschwenden.

    Es ist Sommer, die Noten stehen fest. Man erspart sich also Diskussionen, ob man raus geht, irgendein Spiel spielt, einen Film guckt oder bei Dauermusikberieselung chillt, sondern gibt ehrlicherweise frei.

    Wie gesagt, es geht um Klassen, die ihre Abschlüsse noch verdienen wollen. Denen gebe ich nicht frei. Mit denen mache ich Unterricht, anstatt mich im nächsten Jahr zu ärgern, dass mir Zeit fehlt.

    Gestern, während die Abiturzeugnisse ausgegeben wurden, habe ich übrigens den Leerlauf während der Projektaufsicht genutzt, um einer Kollegin bei technischen Problemen beim Zeugnisdruck geholfen (genauer: ich habe bei der Lösung geholfen).

    Danach habe ich Unterricht gehalten und dann habe ich mit einer Betreuerin telefoniert, um Ideen auszutauschen, was die Schülerinnen aus den Flüchtlingsklassen nach der Schule machen können (also diejenigen, die noch nichts haben).

    Dann waren die Zeugnisse längst ausgegeben und die Abiturientinnen und die meisten Kolleginnen weg.

    Lasst mich einfach meine Arbeit machen und mit dem ganzen unproduktiven Driss in Ruhe.

    Ich finde schon, dass das stark etwas über die Haltung aussagt, wenn man dort nicht hingeht.

    Ja. Schön, wenn man merkt, wie wenig ich von solchen Veranstaltungen halte.

    Richtig würdig fand ich die Verleihung meiner Diplom-Urkunde. Die habe ich beim Prüfungsamt abgeholt, als ich gerade in der Nähe war. Mehr braucht’s nicht.

    Ich gehe nicht mehr zu Abibällen. Auch Zeugnisverleihungen klemme ich mir mittlerweile. Und wenn ich höre, dass dieses Konglomerat aus selten überzeugenden Reden und Amateurmusik auf zwei Stunden ausgedehnt wird, bin ich doch froh, dass ich die Zeit damit verbringe, die Wolken zu zählen.

    Es gehört zu meinen Aufgaben, mich um die Schülerinnen zu kümmern, so lange sie bei uns sind. Ich bringe ihnen etwas bei und helfe ihnen, sich auf die Prüfung vorzubereiten. Wenn die Prüfung ’rum ist, ist meine Arbeit erledigt. Dann kümmere ich mich um die nächsten Jahrgänge. Dafür brauche ich auch Zeit.

    Da werde ich mich nicht Freitag nachmittag dienstlich langweilen.

    Schenken müssen die mir auch nichts. Insbesondere solche, die mich drei Jahre vollgenölt haben, dass die das alles nicht interessiert, sie eh keine Mathematik bräuchten, und überhaupt, bei mir sei alles so schwer und die alte Mathelehrerin war viel besser. Genau die müssen sich bei mir nicht für die „tolle Zeit“ bedanken. Erst recht nicht mit Tinnef, für den ich dann die Entsorgungskosten an der Backe habe.


    Wenn sie meinen mir etwas schuldig zu sein, sollen sie etwas aus dem

    machen, was ich ihnen beigebracht habe. Was sagte noch Captain Miller zu Private Ryan?

    Aus meiner Klasse sind 5 Schüler:innen mit dem Rad zur Schule gekommen

    Wie oft in den drei Wochen? Fünfzehn mal? Damit ist dann schon „der Radverkehr“ gefördert? Das ist ja einfach.

    Belastbare Daten, dass durch die Aktion der Modalsplit sich Richtung Fahrrad verschiebt, habt ihr nicht zufällig.

    Ich wollte halt jungen Menschen nicht vorleben, dass drei Wochen im Jahr Rad gefahren wird. Weil nämlich. Da ist Aktion, da werden die Kilometer aufgeschrieben. Den Rest des Jahres darf man dann wieder zu faul sein.

    die das sonst nicht tun (ÖPNV

    Ja, wenn man nicht mit dem Bus fährt, spart man auch jede Menge Zeh-Oh-Zway.

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