Und auch die 12-16-Jährigen sind größtenteils aus verschiedenen Gründen (noch) nicht durch Impfung geschützt, da sie z.B. in Haushalten von "Impfskeptikern" aufwachsen.
Das erste Problem ist, dass es auch bei Kindern schwere Verläufe gibt. Lass es bei Kinder 1 von 1000 sein und bei Erwachsenen 1 von 100. Trotzdem ist es ein Problem, wenn es dein Kind erwischt. Trotzdem ist es ein Problem, wenn sich zu viele Kinder auf einmal anstecken. Mal abgesehen von dem Argument, dass hohe Infektionszahlen neue gefährlichere Mutationen begünstigen.
Dazu ist es ja nicht richtig, dass man durch die Impfung vollständig geschützt ist. Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Impfung zu 90% vor schweren Verläufen schützt, wird trotzdem bei einem ungehinderten Durchlaufen in den Schulen viele vollständig geimpfte Lehrkräfte sich auf der Intensivstation wiederfinden. Bei uns ist zum Beispiel 2/3 über 50 und ein 1/3 der Lehrkräfte über 60. Dazu noch etliche vulnerablen Angehörige.
Deswegen ist es jetzt immer noch wichtig, Infektionen an Schulen möglichst zu verhindern. Wir haben einen Kollegen, der in fast allen Klassen unterrichtet. Natürlich trägt der seine Maske, wenn er den Abstand nicht einhalten kann.
Schulträger könnten endlich in raumlufttechnischen Anlagen investieren.
Irgendwann in den nächsten 2-6 Monaten wird es voraussichtlich auch einen Impfstoff für Kinder geben. Dann können Eltern entscheiden, ob sich ihr Kind lieber infizieren oder lieber impfen lassen soll.
In den nächsten 6-12 Monaten wird es vielleicht effektivere Medikamente geben. Immerhin gibt es ein Reihe von Ansätzen.
Boosterimpfungen mit weiterentwickelten Impfstoffen werden sicherlich den Schutz vor Mutanten stärken.
Es gibt also durchaus eine Perspektive. Man muss nicht jetzt sofort mit dem Virus leben. Wir können noch ein paar Monate vorsichtig agieren und nicht alles kaputt machen, was wir bisher erreicht haben.