Honoriert wird ausschließlich nachdem Gesichtspunkt, wie viel von der Führungsverantwortung mir übertragen wird.
Das ist ja blödsinn. Der Leiter eines Supermarktes hat sicherlich Führungsverantwortung. Sein Bezahlung ist aber unter der eines durchschnittlichen Bankkaufmannes ohne jegliche Führungsverantwortung. Ein Freund von mir ist Personaler ohne jegliche Personalverantwortung. Er verdient deutlich mehr als ich. Es gibt im Maschinenbau zahlreiche Ingenieure ohne Personal- oder Führungsverantwortung, die fürstlich bezahlt werden. Oder in der Informatik.
Wie honoriert wird, liegt an ganz vielen Dingen. Ganz stark an Angebot und Nachfrage und der Frage, was der Chef mit einem verdienen kann. Dadurch gibt es bei manchmal sehr ungewöhnlich Gehaltsstrukturen. Und da wird auch klar, warum Erzieher, Pflegekräfte, etc. so wenig verdienen. Einfachstes Beispiel, wenn ich Nachhilfe für Mathematik Oberstufe anbiete, kann ich locker 30 € pro Stunde nehmen. Mit Deutsch vielleicht die Hälfte.
Die Einstufung von Lehrern in die Besoldungsstufen A12 ff. (in manchen BL A11) erfolgt aus den Voraussetzungen, die der Dienstherr für die Ausübung dieses Amtes fordert. Zwei Staatsexamen bzw. äquivalent ein abgeschlossenes Hochschulstudium lassen eine Besoldung unter E12/A12 (bzw. A11 s.o.) nicht zu. Das drückt der Begriff der Amtsangemessenheit aus. Hier sind dann auch wieder die Parallelen zu den Ärzten, den Juristen u.ä. zu finden.
Um die Einstufung ging es ja auch nicht unbedingt. Sondern darum was A12/A13 bedeutet. Wenn der Abstand die Gehälter in A12/A13 kaum wachsen und dafür die unteren Gehaltsgruppen überproportional wachsen, wird das irgendwann zu einer Unzufriedenheit führen. Ich verdiene zum Beispiel als GS-Lehrer in Niedersachsen in A12 im Jahr 3.000 € weniger als als GS-Lehrer in A12 in Bayern. Das gefällt mir nicht. Wechsle ich nach Bremen bekomme ich sogar A13 statt A12.