Nun - ich vermute, dass die CDU durch das Urteil selbst überrascht wurde. Vermutlich hatte man eine Rüge erwartet, aber kein Verbot dieser Handlungsweise. Mit der Klage hat die CDU jedoch dem Wirtschaftsstandort massiv geschadet.
Hätten sie das parteitaktische Spiel gelassen - das war nicht zu Ende gedacht. Sonst hätte man auch sagen können: "Wo kein Kläger, da kein Richter" - nur mal so für die Ursache-Wirkung-Analyse.
Es gab damals bereits eine Reihe von Warnungen aus unterschiedlichen Richtungen, dass das Vorgehen nicht rechtmäßig ist. Es wäre absolut naiv gewesen nicht mit dem Urteil zu rechnen. Das Problem ist die Ampel. Warum beschließt man als Bundesregierung einen Haushalt mit der Gefahr, dass er wieder einkassiert wird. Warum bedenkt man zu mindestens das Szenario nicht mit? Wieso hat die Bundesregierung keinen Plan B?
Du schreibst unten, dass die CDU damit nicht staatstragend ist. Aber es ist doch genau das Gegenteil der Fall. Es ist Aufgabe der Opposition die Regierung zu überwachen. Die CDU hat genau das gemacht, was der Staat von ihr verlangt. Es kann doch nicht richtig sein, die Schuldenbremse zu umgehen und einfach wegzugucken.
Weil die CDU die Koalition vorführen wollte - und es nun mit demselben Problem auch Länder mir CDU-Regierung trifft. Ich vermute daher, dass die CDU gar nicht mit diesen Auswirkungen gerechnet hatte - und nur eine "Watsche" erreichen wollte.
Nun steckt jedoch ganz Deutschland dadurch in wirtschaftlicher Bredouille. Ich denke, das dies so nicht beabsichtigt war - aber nun Konsequenz des Urteils ist. Falls die CDU das so beabsichtigt und vorhergesehen hatte - muss man ihr Trumpismus vorwerfen - und die Eigenschaft als staatstragende Partei absprechen.
Natürlich finden es nicht alle in der CDU gut. Wenn man es ändern möchte, ist es eine politische Entscheidung. Dann muss man die Schuldenbremse abschaffen oder sie anders gestalten. Wie auch immer. Aber es kann doch nicht richtig sein, dass man bestehende Gesetze einfach ignoriert. Die Schuldenbremse hat auch durchaus einen Sinn. Das Geld, was wir jetzt mehr ausgeben fehlt später wieder.
Letztendlich wird nun die Schuldenbremse doch ausgesetzt, die Zuschüsse und Fördermittel werden am Ende kreditfinanziert (wie geplant) wieder fließen - aber es wurden Millionen - wenn nicht sogar Milliarden verpulvert, die für Zukunftsinvestitionen und für Reparaturen geplant waren. Überall hatten die Handwerker, Baufirmen, Industriebetriebe nach den voraussichtlichen Förderzusagen bereits mit den Hufen gescharrt und sich auf diese Aufträge eingestellt - und andere Aufträge deshalb abgelehnt. Die stehen nun blank.
Die derzeitige Bundesregierung ist seit 8.Dezember 2021 im Amt - noch nicht ganz 2 Jahre. Da ist es unlauter, sie für alle Versäumnisse der Vergangenheit haftbar zu machen. Die Vorgängerregierungen unter CDU-Führung haben die Infrastruktur kaputtgespart. Da muss man sich nur die Straßen und Schulen ansehen. Hier sollte nun etwas geschehen.
Also alle zugesagten Fördermittel fließen auch. Wo ist das Problem? Und wenn nun alles doch kreditfinanziert wird, gebe es auch keine Probleme.
Das Grundproblem der Ampel ist aber, dass sie nicht in der Lage ist einen vernünftigen Haushalt aufzustellen. Die Ampel funktioniert ganz einfach: Jeder bekommt was er will. Geld spielt keine Rolle. Weder die Probleme bei der Bundeswehr, noch die kaputte Infrastruktur, noch der Klimawandel sind Gründe die Schuldenbremse aufzuweichen. Der Staat muss lernen wie jeder von uns auch mit seinem Geld zu hauswirtschaften. Selbst viele Ideen der Grünen sind durchaus gut. Aber ich kann mir nicht alles auf einmal leisten. Und nur weil ich gerade mal an der Macht bin, muss ich nicht mein Parteiprogramm auf Kosten der folgenden Regierungen / Generationen umsetzen. Was machen wir denn die nächsten Jahre, wenn die Zahl der Rentner steigt?
Was die SPD und die Grünen in den letzten Jahren / Jahrzehnten falsch gemacht haben, erspare ich mir. Alleine bei der Energiewende haben die Grünen auf lokaler Ebene so viel Mist gebaut...