Beiträge von Tom123

    Ich finde ein ehrliches "das wissen wir nicht" hier angebrachter.

    Genau. Und daher kann man durchaus die Urknalltheorien und Darwin akzeptieren und trotzdem einen Schöpfer hinter den Ereignissen sehen.

    Du kannst natürlich feiern was du möchtest und glauben was du möchtest und du darfst auch Texte interpretieren, wie es dir gefällt. Mach aus dem Sabbat was dir gefällt, pack ihn auf einen anderen Tag. Nur musst du mir eben dann auch zugestehen, dass ich nicht sehe, wie du dich nach den 10 Geboten richtest. Das musst du aushalten.

    Der Koran wird übrigens auch interpretiert.

    Der Koran wird aber von den meisten Moslem als wörtlich von Allah angesehen. Das ist schon ein großes Unterschied.

    Es geht nicht darum, was ich glaube. Für die meisten christlichen Kirchen ist der Sonntag der christliche Feiertag. Das lässt sich auch durchaus in Einklang mit der Bibel bringen. Du kannst es anders sehen. Es gibt auch Christen, die die Bibel wörtlich auslegen.

    Vor diesem Hintergrund eine - ernst gemeinte - Frage:

    Bezieht sich diese Einschätzung dann aus gängiger christlicher Sicht nur auf das Alte Testamtent? ... Wie viel aus dem Neuen Testament wird als historische Wahrheit verstanden, wenn die Wundergeschichten und auch die Auferstehung religionswissenschaftlich (und theologisch?) nicht als Faktum angenommen werden?

    Also grundsätzlich gibt es sicher nicht die christliche Sicht. Alleine zwischen katholischer und evangelischer Kirche bestehen schon große Unterschiede. Dann gibt es auch in der evangelischen Kirche noch viele Unterschiede. Die reformierte Kirche, die evangelisch-lutheranische Kirche ... Gar nicht zu sprechen von orthodoxen Christen, Zeugen Jehovas, ...

    Daher wird es nicht die eine Antwort geben.

    Als evangelische Christ würde ich sagen. Bei den reformierten Kirchen steht die Predig im Mittelpunkt. In der evangelisch-lutherischen Kirche die Bibel. Aber die Bibel wird nicht als Gottes Wort sondern als zentrales Zeugnis von Gott gesehen. D.h. alle Berichte müssen unter dem Aspekt gelesen werden, dass ein Menschen zu seiner Zeit über seine Erfahrungen mit Gott spricht. Dabei muss sich die Auslegung der Texte an der Bibel messen. Ich kann nicht etwas interpretieren was der Bibel widerspricht. Am Ende ist das wichtigste Kriterium Jesus Christus. Seine Worte, seine Predigt ist die Richtschnur. Das ganze ist jetzt natürlich nicht ganz so einfach, da sich Teile der Bibel widersprechen. Das ist aber auch grundsätzlich erklärbar, weil halt fehlbare Menschen über Gott berichten. Wenn man z.B. die Schöpfungsgeschichte nimmt, weiß man dass sie wahrscheinlich in Bezug auf die historischen Ereignisse und das Babylonische Exil der Juden steht. Es gibt auch kein Anzeichen dafür, dass hier Gottes Wort direkt aufgeschrieben werden sollte. Daher wird sie als Symbol in Abgrenzung zum babylonischen Glauben gesehen. Bei anderen Geschichten würde man sie eher als historischen Bericht sehen. Oder man würde zu mindestens davon ausgehen, dass sie auf einem historischen Kern beruhen. Gerade bei Jesus-Berichten im neuen Testament würde man davon ausgehen, dass es nahe an Jesus Worte dran ist. Entsprechend wird es dann im historischen Kontext ausgelegt. Wenn wir von Senfkörnern hören, kann man damit heute kaum etwas anfangen. Aber die Menschen damals verstanden es. Jetzt können wir überlegen, wo es uns heute betrifft. Gerade aber, da es keine Autorität wie den Pabst gibt, ist es auch immer eine Auslegungssache. Für den Unterricht ist es natürlich wichtig zu wissen, was die "Lehrmeinung" der evangelischen Kirche ist. Es macht also schon Sinn sich an der Auslegung der Kirche zu orientieren. Für die einzelnen Gläubigen bleibt aber auch ein Anteil persönlicher Bibelauslegung. Letztlich hat auch Luther als einzelner Gläubiger der katholischen Kirche in ihrer Bibelauslegung widersprochen und seine Meinung mit der Bibel begründet. Am Ende ist es immer schwierig.

    Schon das Wort „Schöpfung“ (oder „Erschaffung“) impliziert eine irgendwie geartete Handlung einer Person/Macht/Wesenheit, die „schöpft“ bzw. erschafft.

    Diese Wortwahl geht also nicht mit gerade aktuellen Entstehungstheorien unseres Universums zusammen und suggeriert bereits, dass o. g. Wesenheiten zumindest mal existiert haben müssten.

    Das ganze Argument hat schon das Problem, dass Du gerade den mehrfach übersetzen deutschen Text als Argument nimmst. Um korrekt zu argumentieren müsstest du dich an den Originaltext halten und gleichzeitig prüfen, wie die Wörter damals verstanden wurden. In der Prozesstheologie gibt es beispielsweise das Bild, dass Gott auf alle Elemente einwirkt sich auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten. Und wer sagt nicht, dass Gott das Universum geschaffen hat, so dass es einen Urknall mit all den Folgen gab.

    Na, entweder die Zehn Gebote sind göttlich gegeben oder nicht. Wenn nicht, dann braucht man sie auch im Religionsunterricht behandeln. Wenn doch, dann sollte man sie auch möglichst genau nehmen.

    Wir sind nicht im Koran. Die Bibel berichtet von Gott. Sie ist für die evangelische Kirche nicht wörtlich als Gottes Wort zu verstehen. Entsprechend gehört es dazu über die Bibel zu sprechen, zu diskutieren, sie auszulegen. Nichts anderes hat Luther auch gemacht. Das hat nichts mit Willkür zu tun. Aber es bedeutet, dass man überlegen darf/kann/soll was biblische Texte bedeuten (sollen) und was sie für uns heute bedeuten.

    Als Christen sind wir auch keine Juden. Was heißt: Bleiben wir beim Original? Und wieso war Jesus da nicht die Ausnahme? Jesus selber stellt sich doch über den Sabbat, wenn er sagt: "Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat." Mal abgesehen von "Und Jesus sagte zu ihnen: Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat." Heißt das nicht, dass wir den Sabbat auch Sonntag feiern können? Geht es nur darum Gott zu ehren oder müssen exakt die jüdischen Vorgaben eingehalten werden?

    Ich habe am Religionsunterricht teilgenommen. Ich kenne die 10 Gebote. Die haben für mich keinerlei Bedeutung. Und für die katholische Kirche, in deren Religionsunterricht ich saß, hatte sie auch eine willkürliche Bedeutung.

    1. ....

    Also, ich sehe da keine gesellschaftliche Relevanz für das Leben in Deutschland.

    Das Problem ist, dass versuchst sie wortwörtlich auf unsere heutige Zeit runterzubrechen nur um sie dann zu widerlegen.

    Was bedeutet denn "keine anderen Götter neben mir"? Haben wir andere "Götter", die die Menschen heute verehren? Was ist mit Reichtum, Macht, ...? Ist das heute relevant?

    Was ist mit dem Sabbat? In anderen Übersetzungen findet man auch Feiertag. Ist es relevant, dass es der Samstag ist? Wir sind auch keine Juden. Und was ist mit Jesus, der am Sabbat die Menschen heilt. Und was ist mit heute? Viele Menschen arbeiten am Samstag/Sonntag. Brauchen wir überhaupt noch einen freien Tag mit besonderen Schutz? Es wäre auch schön, wenn die Geschäfte Sonntags auf haben.

    Das sind jetzt natürlich nur Denkanstösse. Aber es zeigt (mir), dass man auch heute noch über diese Themen, die mehr als 2000 Jahre als sind, diskutieren kann. Für den einen wird die Lösung sein, dass man sich wörtlich an die Bibel hält. Orthodoxe Juden nutzen nicht einmal Strom. Und was ist mit technischen Tricks, um das zu umgehen. Andere Menschen sagen vielleicht, dass sie gar keinen Sonntag brauchen. Jeder hat irgendwann in der Woche einen oder zwei freie Tage und dann ist gut. Da wird Religionsunterricht auch keine Antworten liefern. Aber man kann sich den Thema nähern und wird vielleicht auch erkennen, dass die Frage heute noch von Relevanz ist. Wenn ein Schüler dann sagt, ich finde das falsch, ist es halt so. Andere werden vielleicht auch ohne Glauben einen Feiertag sinnvoll finden.

    Ich sprach auch sehr bewusst nicht von der Bibel, sondern vom Evangelium, das aus einer christlichen Perspektive natürlich gottgegeben ist und von Gott in Menschengestalt verkündet wurde. Dass die Botschaft danach von Menschen aufgeschrieben wurde, ist der nächste Schritt.

    Wie definierst Du denn Evangelium? Es gibt in der Bibel vier Evangelien, die als Berichte von Menschen über das Leben Jesu zu sehen sind. Ggf. von Gott inspiriert oder gelenkt. Dazu gibt es noch weitere Evangelien, die nicht biblisch sind. Das von Gott gegeben Evangelium mit der einzigen Wahrheit existiert zu mindestens in der evangelischen Kirche so nicht. Das fängt schon damit an, dass die Weihnachtsgeschichte von Lukas historisch nicht korrekt zu sein scheint. Das erklärt man damit, dass er das halt nicht besser wusste als er viele Jahre nach Jesu Tod die Geschichte aufgeschrieben hat.

    Menschen finden Trost in Geschichten. Harry Potter hat unzähligen Menschen in der Welt dabei geholfen, über Ausgrenzung, Mobbing (z.B. von ach so christlichen Mitschülern), Schicksalsschläge hinwegzukommmen.

    Bei anderen sind es eben Geschichten über den Typen im Himmel. Da besteht in der Wirkung kein Unterschied.

    Du wusstest bisher nicht, welche Inhalte Religionsunterricht haben kann? Merkwürdig.

    Genau solche Aussagen zeigen halt, dass du gar kein Verständnis von Religion hast. Selbst wenn es so wäre, dass die Geschichten in der Bibel erfunden wären, ist etwas ganz anderes als ein Roman. Da Du anscheinend gar keinen Zugang zu religiösen Inhalten hast, macht es auch keinen Sinn darüber zu diskutieren.

    Kann es sein, dass der Religionsunterricht etwas mit Vorurteilen behaftet ist? Mich würde bei der Thematik interessieren, wie christlich der Religionsunterricht eigentlich überhaupt noch ist. Als Schüler hatte ich auf dem Dorf immer nur die Pfarrer, da war das dann eine Art "Konfirmandenunterricht" in der Schule mit Beten und pipapo. Wenn ich aber heutzutage in Relibücher schaue, könnten das von den Themen her auch Philosophiebücher sein. Geht es hier nur noch um das Etikett?

    Für mich kann ich sagen, dass es weder das eine noch das andere ist. Ein großer Teil des Religionsunterricht besteht aus allgemeinen Fragestellungen. Aber man hat auch immer den Blick auf die christlichen Werte. Und ich finde es wichtig, dass die Kindern lernen, was die christliche bzw. in meinem Fall evangelische Kirche für Vorstellungen und Ideen hat. Wir sprechen beispielsweise über die Zehn Gebote. Was sie bedeuten. Was sie heute bedeuten. Ob die Menschen sich heute daran halten. Wir sprechen über die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Erarbeiten was sie bedeuten soll. Versuchen es auf unser Leben und unsere Gesellschaft zu übertragen. Wir sprechen über das Vater unser. Überlegen, was die einzelnen Zeilen bedeuten. Sprechen darüber, wann Menschen beten. Ob Gebete immer in Erfüllung gehen. An der Stelle kommt auch fast immer ein Kind und erzählt, dass Mama/Papa/Bruder gesagt haben, dass es gar keinen Gott gibt. Dass kann wunderbar aufnehmen und erarbeiten, dass niemand weiß, ob es Gott gibt. Dass es um Glauben geht und nicht um wissen. Das manche Menschen an Gott glauben und andere an andere Götter glauben und andere glauben, dass es keinen Gott gibt. Was ich eigentlich fast nie mache, ist das wir beten oder ähnliche Sachen.

    Evangelium und Koran sollen das Wort Gottes sein, niedergeschrieben von seinen Dienern. Ja, und wenn es einfach nur Menschen waren, die sich was ausgedacht haben? Nein, diese Frage stellen sich die Theologen nicht. Der Gottesbezug ist elementar für die Theologie – und das darf er auch sein. Nur wissenschaftlich ist das nicht.

    Da fängt das Problem schon an. Für die Mehrheit des Moslems ist der Koran tatsächlich Gottes Wort, dass der Prophet wortwörtlich aufgeschrieben hat. Für die Mehrheit der Christen ist die Bibel allerdings ein Bericht von Menschen über Gott. Man kann sagen, dass Gott die Menschen ggf. lenkte bzw. inspirierte. Aber dazu gehört auch, dass sich die Evangelisten teilweise widersprechen oder historische Kontexte falsch darstellen. D.h. die Bibel ist für viele Berichte von Menschen, die von ihren Erfahrungen mit Gott berichten. Damit gehört es auch dazu zu fragen, was man mit diesem Text sagen möchte und Texte kritische zu hinterfragen. Ich habe bereits im Gymnasium die Zweiquellentheorie als Schüler behandelt und auch damals wusste ich schon aus der Schule, dass die Bibel eine Auswahl christlicher Texte ist und andere Texte nicht berücksichtigt wurden. Das es also eine Entscheidung von Menschen ist.

    Was genau hat das mit Religion zu tun? Weil sie einer Kirche angehörten und sie mit dem Pfarrer über die Beerdigung reden müssen?

    Dass sich Menschen in bestimmten Situation die Fragen nach den Sinn des Lebens, der Natur der Erde oder dem Leben nach dem Tod stellen. Die meisten Menschen werden sich solche Fragen irgendwann mal stellen.

    Tom123 und an die anderen Befürworter eines konfessionellen Religionsunterrichtes: Die Ziele wie Verhinderung von Radikalisierung, Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens und derartiger fundamentaler Aspekte können doch auch in einem Unterrichtsfach wie Ethik, Werte & Normen, Philosophie oder eben nicht-konfessionell untergebracht werden.

    Grundsätzlich habe ich auch kein Problem damit, wenn solche Inhalte in Werte und Normen Unterricht oder ähnlichen gelehrt werden. Aber ich sehe auch keinen Grund, warum man nicht beides anbieten soll. Wenn Menschen christlich geprägt sind, sollen sie doch auch christlich geprägten Unterricht bekommen dürfen. Wenn der Werte und Normen Unterricht seine Aufgaben erfüllen sollen, wird er nur eine oberflächliche Betrachtung der Dinge liefern. Manche möchten mehr. Wenn beispielsweise an einer Schulen momentan ein Drittel der Schüler islamischen Unterricht, ein Drittel christlichen und ein drittel Werte und Normen belegt und man nun alle drei zusammenfasst, wird sicherlich der Anteil an christlichen und islamischen Inhalten sinken müssen. Es gibt aber Menschen, die möchten dass ihr Kind eine christliche/islamische/... Bildung bekommen. Dann bleibt wieder der Weg zur Kirche und privaten Unterricht.

    Soweit korrekt?

    Nicht wirklich. Ehrlicherweise hast Du den Kern noch nicht mal annähernd getroffen. Ich empfehle ein gutes Buch über religiöse Bildung. Das Hauptargument ist, dass religiöse Bildung ein Teil der Bildung und des Menschen ist. Genauso wie das Schreiben und Lesen lernen, gehören auch religiöse Fragen zum Kern unserer Existenz. Die meisten Menschen können gut leben ohne jemals Harry Potter gelesen zu haben. Aber fast jede wird irgendwann in seinem Leben auch mal mit religiösen Fragestellungen konfrontiert werden. Beispielsweise beim Tod der Eltern. Die Antwort darauf mag verschieden sein, aber solche Fragen sind Teil unserer Existenz.

    In dem steht geschrieben, dass katholischer Religionsunterricht Extremismus in (islamgeprägten) Glaubensgemeinschaften verhindert?

    Nein, darin steht das jeder schulische Religionsunterricht auf der Basis unserer Verfassung und unserer Werte stattfindet. Bei deinem Zitat war nicht wirklich zu erkennen, was du kritisierst.

    Ich denke durchaus, dass staatlicher Islamunterricht eine Radikalisierung in islamgeprägten Glaubensgemeinschaften verhindert.

    Genau wie ein christlicher Religionsunterricht radikale Positionen in christlichen Gemeinschaften untergräbt. Der staatliche Religionsunterricht basiert gerade auf der Voraussetzung, dass sich die Werte des Staates und der Religionsgemeinschaft vereinbaren lassen.

    Ob dieser Effekt wissenschaftlich untersucht wurde, musst du selbst prüfen. Es klingt für mich plausibel.

    Und kirchlicher Unterricht wäre nicht so gut?

    Es wäre super, wenn Du den ganzen Absatz zitierst und nicht drei Sätze aus dem Zusammenhang. Kirchlicher Unterricht oder auch privater Unterricht untersteht nicht der staatlichen Aufsicht. In der Schule unterrichten i.R. ausgebildete Lehrkräfte nach curricularen Vorgaben unter der Maßgabe der Einhaltung der Verfassung und unter staatlicher Aufsicht. Privat oder kirchlich kann jeder alles erzählen. Dann lieber unter staatlicher Aufsicht als ohne.

    Erstens: das hast du schon weiter oben behauptet, den Nachweis bist du uns schuldig geblieben.

    Beispielsweise für Niedersachsen Paragraf § 2 des Schulgesetzes.

    Ich habe mich auch noch nicht mit der Herstellung von Horkruxen beschäftigt.

    Was meinst du denn, müsse man über den katholischen Göttinennenbegriff unbedingt wissen?

    Religion ist kein Märchen.

    Und wen interessiert was sich Eltern wünschen?

    Naja, das ist doch das Problem. Elternteil möchte religiöse Bildung für das Kind. Entweder schicken die Eltern das Kind nachmittags in irgendeine private/kirchliche Einrichtung oder der Unterricht findet unter staatlicher Aufsicht statt.

    Ein Nachbarschule bietet als Modellprojekt Islamunterricht. Da hat es schon ein Gewicht, was der arabische Islamlehrer den Kindern erklärt. Natürlich kann es passieren, dass Nachmittags trotzdem noch eine Belehrung in andere Richtung stattfindet. Es ist aber schon etwas anderes wenn die Religionslehrkraft in der Schule etwas erzählt als wenn es irgendwo im Ethikunterricht als eines von vielen Themen stattfindet. Das gilt natürlich grundsätzlich für alle Religionen.

    Und wenn einem die Argumente ausgehen wird abgelenkt und auf "die Anderen" mit dem Finger gezeigt.

    Das hast du nicht verstanden. Auch im Christentum gibt es radikale Strömungen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass Religionsunterricht unter staatlicher Aufsicht stattfindet.

    Das ist das Dauerbrenner-Bullshit-Argument schlechthin. Da kann man jetzt noch dreihundertmillionenmal schreiben, dass dafür der Ethikunterricht erheblich besser geeignet wäre ... hilft nix. Ich unterrichte ja auch nicht Homöopathie um meinen Jugendlichen zu erklären, dass Homöopathie dummes Zeug ist, ich unterrichte eben Chemie.

    Ok, wieder ganz viele Menschen, die keine Ahnung haben. Es geht nicht um Ethikunterricht. Dieser kann zusätzlich angeboten werden.

    Es gibt doch eine Menge X an Eltern, die für ihre Kinder einen konfessionellen Religionsunterricht wünschen. Wobei diese Anzahl sicherlich seit Jahren sinkt und irgendwann so niedrig sein kann, dass es keinen Sinn mehr ergibt, den Unterricht anzubieten.

    Und nun ist die Frage, wie man für diese Gruppe den Wunsch erfüllt. Entweder indem man es unter staatlicher Aufsicht und im Einklang mit staatlichen Werten durch staatlich geprüfte Lehrkräfte und mit einem vom Land erlassenen Curriculum unterrichtet oder indem man das ganze im privaten Rahmen macht.

    Das gilt für Christen genauso wie für Moslems oder alle anderen. Natürlich kann der Staat es nicht immer leisten aber dort, wo wir so viel Nachfrage haben, dass es Sinn ergibt, macht ein staatliches Angebot mehr Sinn als ein privates.

Werbung