Beiträge von Lemon28

    Zitat von Midnatsol

    Letztes Schuljahr haben meine Schüler und ich in der 8./9. Stunde auch schonmal 90 Minuten den Kopf auf den Tisch gelegt - keiner konnte mehr, wir hatten 35°C im Raum (wirklich! Digitaluhren mit Temperaturanzeige hängt im Raum) und die SL weigerte sich Hitzefrei zu geben. Räume tauschen dürfen wir nur nach Vorankündigung beim Stundenplanteam (das nachmittags nicht mehr da ist) und draußen unterrichten nur mit schriftlicher Genehmigung eines Unterrichtsganges durch die Schulleitung Da waren 90 Minuten unbewegtes Rumliegen (im Falle der Schüler teilweise mit feuchten Papierhandtüchern auf der Stirn oder im Nacken) unsere beste Option.

    Ihr müsst nen Unterrichtsgang beantragen, auch wenn ihr nur auf den Schulhof geht? Irre...


    Ich gehe mit den 5. Klässlern meistens in der 9. Stunde raus, wenn es so warm ist. Da spielen die dann Fußball, auch in der Hitze noch oder sie sitzen im Schatten rum und quatschen.


    Bei den Älteren machen wir auch Durchzug, das geht bisher aber noch. Ich selber zieh jetzt neuerdings bei so Hitze ein luftiges Kleid und Sandalen an, das hilft schon viel. Viel trinken ist auch wichtig. Zwischendurch kaltes Leitungswasser auf die Handgelenke laufen lassen soll auch helfen. Allerdings ist das Beste, dass wir bei 30 Grad etwa tatsächlich in der Regel nach der 6. Stunde hitzefrei haben (außer die Oberstufe).


    Arbeitnehmerschutz hin oder her: auch in der freien Wirtschaft ist Papier geduldig. Ich war auch schon in ner Firma, wo 5 Jahre lang ne Klimaanlage eingebaut werden sollte und als sie da war, wars dann trotzdem noch so warm, dass wir immerhin Eis gesponsort bekommen haben, wozu man aber meist keine Zeit hatte, das zu essen. Im Endeffekt juckt das kein Schwein, obs da zu heiß ist... heutzutage kann man dann ja kündigen, wenns einem nich passt. ;)

    Ich würd mir auf jeden Fall jemanden, ggf. auch den Schulleiter, dazuholen.
    Ansonsten an Vorbereitung das leisten, was man eh hat, also bzgl. Unterricht z.B. ne Reihenplanung (wenn du das irgendwo ansehnlich parat hast, ansonsten z.B. Klassenbuch nehmen) bereitlegen, damit man erklären kann, was man so im Unterricht macht. Und die Notizen zu den Noten des Schülers.
    Auf irgendwelche persönlichen Angriffe musst du gar nicht eingehen.
    Und ne Zeit vorgeben finde ich auch eine gute Idee.
    Protokollieren würde ich auch alles, einfach mit der Begründung, dass ich eh vieles protokollieren muss. Nicht nur schwierige Gespräche, sondern einfach als Gedächtnisstütze und damit ich nicht jedes Mal über das gleiche rede oder irgendwas vergesse, was besprochen wurde. Das passiert ja schon, wenn ich danach z.B. ne Stunde Unterricht halte, dann ist alles wieder raus aus dem Kopf...

    Guten Morgen,
    ich Unterrichte Sport und Erdkunde in der Sek 1. Ich würde mich als eine sehr verständnisvolle und nicht ''strenge'' Lehrerin beschreiben, doch langsam werde ich echt wütend. Manche Schüler nehmen meinen Sportunterricht nicht ernst.

    Das beides korreliert leider unmittelbar. Bin selber so ne verständnisvolle und "liebe": Ende vom Lied ist, dass die SuS nur immer mehr nicht ernst nehmen und immer mehr Mist machen. Die suchen halt wirklich verzweifelt den Punkt, wo mal Schluss ist.
    Aber gut, Erfahrungen muss man erstmal machen und sammeln, es wird nie ständig alles perfekt laufen. Ich merke jedenfalls mittlerweile, dass es wirklich immer schwerer wird, wenn man anfangs viel durchgehen lässt, weil sie halt dann immer kreativer werden und es einem dann, wenn man lieb ist, immer schwerer fällt, durchzugreifen. Wenn man von den SuS z.B. direkt in der ersten Woche die Eltern anruft, geht es noch, aber wenn man das erst nach 5 Wochen macht wenn gar nix mehr geht, dann kann es sein, dass die total verzweifelt anfangen zu heulen o.ä., weil man dann ganz plötzlich besonders hart wirkt und dann ist es dreimal so schwer, wenn man eigentlich "lieb" ist, das dann wirklich durchzusetzen. Machts aber nicht besser, wenn mans dann wieder nicht tut.


    Beim Schwänzen arbeite ich immer mit der Klassenleitung zusammen, die sammelt ja Entschuldigungen usw. Die weiß z.B. auch, ob mein Schüler, der in der 3. Stunde fehlt, in der 1. Stunde bei ihr noch da war oder an dem Tag schon gesehen wurde. Natürlich gibts dann ne 6. Der Klassenlehrer weiß bei uns auch immer, wer z.B. Übelkeit hatte und krank entlassen wurde am Tag usw. und die Eltern müssen auch anrufen und krank melden in der Regel. Einer meiner SuS geht nicht zu Schwimmen (hat kein Schwimmzeug dabei), der kriegt auch einfach immer ne 6. Über Noten geht es eigentlich immer gut, selbst bei so unbelehrbaren Schülern. Und du kannst ja die Mitarbeit in der Stunde bewerten, unentschuldigt fernbleiben oder kein Sportzeug ist halt keine Mitarbeit. Mein einer Schüler sitzt z.B. auch in meiner Stunde und liest irgendein Buch oder starrt Löcher in die Luft: ist auch 6, also wenn er gar nicht da ist genauso. Ich sage dem jede Stunde 1-2 Mal, dass er mitarbeiten soll, aber zwingen kann ich ihn nicht und dann ist es eben die entsprechende Note. Hat er sich ja selbst ausgesucht. Einmal hat er sich gemeldet und was eher Unpassendes (aber immerhin entfernt zum Thema passendes) gesagt, da hat er dann mal ne 5 gehabt.

    Die Möglichkeit eines Aufhebungsvertrages sollte es sicherlich geben. In dem Fall sprichst du in der Regel zuerst mit der Schulleitung, weil die wissen muss, dass du gehst und Ersatz besorgen muss und dann mit dem Regierungspräsidium, dass dich eingestellt hat (im Fall von Mobbing etc. würde ich davon ggf. abweichen und mich direkt an die einstellende Schulbehörde wenden). Musste ich auch mal so machen, weil Schulleitung und Stellvertretung krank waren, als ich ne neue Stelle antreten wollte. Die haben das dann halt später erst erfahren, das war bisschen blöd, aber ich ruf die Schulleitung doch nicht an, wenn die im Krankenhaus liegt. ;)


    Ich würd an deiner Stelle (willst nicht mehr Lehrer werden) einfach die Schiene fahren "ein Ohr rein, ein Ohr raus" und die 5 Wochen noch machen, die Vertretungsstunden "überleben" und die volle Bezahlung mitnehmen. Warum Vertrag auflösen? Da hast du finanziell gar nix von und um was anderes geht es dir ja sicher nicht mehr im Moment. Macht nur Sinn, wenn du jetzt sofort eine neue Stelle hast, die du sofort antreten kannst/willst. Es sind noch 5 Wochen, reg dich nicht so viel auf. Wenn du den Job eh nicht mehr machen willst, ist es doch auch egal, ob du ihn gut machst oder ob dich was nervt: es ist ja bald vorbei. Sich da verrückt zu machen, ist Energie, die du lieber in die Suche nach Alternativen stecken kannst. Wenn die Vertretungsstunden immer sehr kurzfristig und fachfremd sind und die Kollegen dir keine Arbeitsblätter dafür ins Fach legen, kannst du da bei dem Wetter auch mit denen rausgehen, mit denen Filme schauen etc. Und selbst, wenn erwartet wird, dass du da irgendwas tolles vorbereitest und richtigen Unterricht machst: was passiert dir, wenn du es nicht machst, außer vorzeitiger Kündigung?

    Bei uns ist es soweit ich weiß nicht offiziell erlaubt, es muss dann "Nacharbeit" heißen. Inhaltlich ist aber in der Praxis dennoch alles anzutreffen, vom Abschreiben in der Grundschule (ich mache es auch noch bei den kleinen 5. Klässlern, weil die das eben von der Grundschule kennen und wissen, warum sie abschreiben müssen und es entsprechend auch noch den gewünschten Effekt hat bei den meisten) bis zum Reflektieren über Fehlverhalten oder eben Stoff nacharbeiten.
    Stoff nacharbeiten lasse ich nur, wenn es Sinn macht, also wenn ich weiß, dass Schüler X in der Stunde gar nichts gemacht hat z.B.
    Meine 9. Klässler finden es sogar gut, Seiten aus dem Lehrbuch abzuschreiben, sagen sie, aber ich hab das einmal probiert mit Text abschreiben und der Effekt ist, dass sich dann geweigert wird oder sie es nicht machen. Dann hat es keinen Sinn, sie sollen ja was draus lernen und ihr Verhalten ändern. Also wer ständig stört, geht dann eben in den Trainingsraum (stört die anderen nicht mehr, bewegt sich in Richtung Ordnungsmaßnahme bei wiederholtem Trainingsraum) oder die Eltern werden angerufen (finden manche nicht gut ;)) oder man muss halt Nachsitzen und da wirklich über sein Verhalten nachdenken (schriftlich ;)) oder Arbeitsblätter fertig bearbeiten, die im Unterricht nicht gemacht wurden, weil man lieber gequatscht hat. Außerdem benote ich eine Stunde, wo nur gestört und nicht gearbeitet wird mit 5 oder 6 für die "sonstige Mitarbeit", je nachdem wieviel noch gearbeitet wurde.

    Also ich denke, wenn das Klima im Kollegium gut ist, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Klima im Unterricht und mit den Schülern gut, weil die nunmal auch am Vorbild lernen. Schlechtes Klima im Kollegium führt ja z.B. dazu, dass es zu wenig Absprachen gibt oder jeder seinen eigenen Kram macht und die Schüler wissen entsprechend nicht, woran sie sind oder haben viel Raum, alles Mögliche auszutesten. Wenn es bei dir dennoch läuft, liegt es vermutlich an DEINEM Talent als Lehrer und das nimmst du an jede andere Schule mit, oder?


    Als Akutlösung bei einem richtig blöden Kollegium fällt mir nur ein, Pausen generell nicht im Lehrerzimmer zu verbringen.
    Für mich persönlich wär das nix, ich brauch kollegialen Austausch. Hab auch schon Schulen gesehen, wo das Kollegium Grüppchen bildet in diversen "Lehrerzimmern" (das geht vielleicht am Berufskolleg mit den vielen Bildungsgängen klar oder wenn wirklich die Raumsituation so bescheiden ist, aber sonst ist sowas einfach nur "sch... Klima" und mehr nicht). Nach einer Erfahrung dieser Art wäre für mich da Schluss, ich würd schnellstmöglich die Schule wechseln.


    Was meinst du mit "tolle Arbeitszeit"? Sind deine Stunden toll verteilt ohne viel Leerlauf: das kannst du je nach Fächerkombi an jeder Schule haben, an manchen sind Absprachen ganz gut möglich und egal an welcher Schule kannst du im nächsten Quartal/Schuljahr etc. auch plötzlich nen doofen Plan erwischen. Du kannst dir ja eine Schule ohne Ganztag suchen etc.
    Die Anzahl an Unterrichtsstunden ist immer gleich, aber man hat nebenher ja auch immer einiges zu tun. Ob ich das nun zuhause oder in ner Freistunde mache, ob ich Eltern in der 3. Stunde anrufe oder nach Unterrichtsschluss um 14 Uhr: ich muss so oder so Zeit dafür aufwenden. Konferenzen gibts auch an jeder Schule. Was doof ist, sind so "Präsenzzwänge", aber die gibt es an vielen Schulen nicht, da ist deine ggf. nicht die einzige.


    Freiheit im Unterricht versteh ich auch nicht ganz. Man hat meistens nur das Curriculum als Vorgabe. Der Rest ist ggf. auch Jahr für Jahr veränderlich. Klar, wenn du ne Klassenleitung im Team hast, bist du da vielleicht weniger frei und musst mehr im Team arbeiten. Oder wenn du Teamteaching machst oder internationale Förderklasse im Team mit 5 Kollegen. Das ist aber alles wieder konkret Stundenplan- und Personenabhängig. Manche Kollegen sagen "ich mach das alleine" und du hast deine Ruhe, andere wollen eng zusammenarbeiten, dafür hast du dann aber auch Entlastung, weil man sich Material teilen kann, sich nicht alles selber ausdenken muss etc.
    Bei Sachen wie Methoden etc. solltest du an jeder Schule eine gewisse Freiheit haben, keiner wird dir deinen Unterricht im Detail vorplanen.

    Die Behandlung von Themen in Geschichte hängt tatsächlich von der aktuellen Geschichtsauffassung ab bzw. davon, was man als "Tradition" sieht. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, heutzutage großartig die "heroischen Germanen" zu behandeln bis zum Erbrechen. Das wäre ja auch rechtsradikal/nationalistisch. Oder schau dir mal an, was in der DDR so in den Geschichtslehrbüchern stand... da gabs sicher keine 5. Klässler, die nicht wussten, wer Lenin war. ;)


    Was in den Lehrbüchern und Lehrplänen für Geschichte steht ist Ausdruck unserer aktuellen Geschichtsauffassung, das war schon immer so. Nur in demokatischen bzw. aufgeklärten Staaten ist man sich dessen bewusst und kritisiert sich auch selbst. Das war auch schon immer so, auch in sehr alter Geschichtsschreibung gibt es sehr wohl Schreiber, die sich bewusst waren, warum sie Thema XY so und so sehen. Genau dazu sollen die Schüler auch vorrangig befähigt werden, wenn sie Geschichte lernen. Das Themengebiet ist eigentlich schnurz, das wird nur exemplarisch an bestimmten Inhalten betrieben bzw. es gibt halt eine Vorstellung von "Allgemeinwissen", aber man kann das, was eigentlich Ziel in Geschichte ist, auch an anderen Inhalten lehren.


    Im kompetenzorientierten Unterricht wäre es eigentlich machbar, dass man sich nicht auf bestimmte Kulturen und Epochen festlegt. Warum das trotzdem gemacht wird ist ne gute Frage. Das ist ja genauso wie in Deutsch, wenn die Schüler Literatur analysieren lernen ist es auch egal, was sie da lesen, aber es wird trotzdem festgelegt, dass sie z.B. Faust lesen sollen.

    Danke für deine Rückmeldung, Buntflieger.


    Bei uns in Hessen heißt es:
    "Es besteht jedoch die Möglichkeit bis zu drei Einsatzwünsche (Studienseminare) anzugeben. Der Einsatzwunsch wird nach Möglichkeit berücksichtigt.
    Ein Anspruch auf Zuweisung zu einem bestimmten Studienseminar besteht allerdings nicht. [...] Die Zuweisung an die Ausbildungsschule erfolgt durch das zuständige Studienseminar."


    Daher weiß ich gar nicht, ob ich überhaupt spezifische Schulen auswählen darf. Für mich klingt das nämlich nach "Wir legen das fest, du kannst aber zumindest ein paar grobe Wünsche äußern" :ohh: .

    Hier in NRW heißt es auch "wir legen das fest", jedoch habe ich damals einfach beim Seminar angerufen (da ein großer Umzug damit verbunden war, den ich nicht erst nach der Zuteilung bewerkstelligen konnte, da die am ersten "Arbeitstag" erfolgte) und schonmal geschildert, dass ich ein Umzugsproblem hab und daher am besten in Stadt XY möchte, weil ich da hinziehen werde etc. Die haben mir dann wirklich die perfekte Schule und das Seminar in der passenden Stadt zugeteilt. Es wird schon bisschen Rücksicht genommen. Und grade im Grundschulbereich freut man sich zur Zeit über jeden Referendar, daher würd ich auch sagen stell dich ruhig mal bei den Schulen vor.
    An meiner Refschule haben sie auch einen studentischen Praktikanten dann später auch als Reffi genommen, da geht sicherlich einiges, wenn man sich erkundigt. ;)


    Was ich in den Ferien mache: die Familie besuchen und in der Sonne liegen/am See chillen, nen großen Kleiderschrank kaufen (außer ich krieg ggf. ne feste Stelle und kann dann endlich auch mal umziehen, dann lohnt es nicht mehr...), schlafen und faul sein. Unterricht vorbereiten nur, wenn ich überhaupt schon den Stundenplan habe...

    Ich halte von dem Ganzen auch nicht viel. Erstens hab ich das Gefühl, dass mein volles Studium und Ref dadurch wertloser wird ("kann ja jeder machen" und vielleicht hat der Student oder Physiker etc. dann noch "von Natur aus" ein besseres Händchen für Kinder... ) und zweitens sehe ich in der Praxis überhaupt nix von Lehrermangel, wenn ich über 100 Bewerbungen schreibe, jeder Student und Quereinsteiger kriegt was und ich immer noch nicht... obwohl es auch für mich ja theoretisch die Möglichkeit gibt, mich im gesuchten Fach X nachzuqualifizieren. Die wird aber so wie ich das mitkriege fast nie genutzt, weil drittens, ich als "nur Vetretung" und auch der Seiteneinsteiger "ohne formale Lehramtsausbildung" oder "der Student" einfach billiger ist...

    Also was ich zum Antiken Rom für wichtig halte:


    - die Begriffe Monarchie, Diktatur, Republik (kann man z.B. mit Verfassungsschema machen, die Definitionen aus dem Glossar des Lehrbuchs abschreiben lassen, die SuS ne Wahl abhalten lassen oder halt die Begriffe am konkreten Beispiel erarbeiten, also Diktatur an Caesar usw.)
    - ggf. auch die Begriffe Konsul, Volkstribun usw., aber das ist eher was, wenn man mehr Zeit hat...


    - Gründungsmythen (Wölfin, Brudermord, ggf. Aeneas...) und Merksätze wie "753..."


    - Religion: Polytheismus (Götternamen, Vergleich mit griechischen Göttern) und Monotheismus (Christenverfolgung, erster christlicher Kaiser...)


    - Leben der Römer: Kleidung, Soldaten, Gladiatorenkämpfe, römisches Haus etc.


    - Punische Kriege

    Wenns einen offiziellen Termin gibt, gibt es einen offiziellen Termin. Da können die mir vorher Löcher in den Bauch fragen. Sitz eh noch an der Zweitkorrektur... ich weiß nix... ;)

    Listenverfahren und Ausschreibungsverfahren läuft parallel, also über das Listenverfahren bekommst du Vorschläge, die du annehmen oder ablehnen kannst (bei Ablehnung erfolgt soweit ich weiß kein Ausschluss von irgendwas) und beim Ausschreibungsverfahren wundert es mich, dass du jetzt schon Einladungen bekommen hast, weil die Bewerbungsfrist noch nichtmal rum ist und die Einstellungsgespräche am 8.6. sind. Außer es gibt im Grundschulbereich so wenig Bewerber, dass die vorab schonmal Leute einladen. Die grundständig ausgebildeten NRW-Reffis, die am 1.5. fertig waren, müssten tatsächlich vollständig vom Markt sein (die mussten sich gar nicht groß bewerben, sondern wurden wie ich gehört hab schlicht "übernommen"). Und die, die vorher noch "rumfleuchten", haben inzwischen auch anscheinend schon Listenangebote wie Sand am Meer erhalten, sind also auch vom Markt. Ok, die frühen Einladungen sind dann wohl plausibel...


    Es stimmt allerdings, wenn du ein Listenangebot annimmst, dass du dann ausgeschlossen bist vom weiteren Verfahren. Das ist ja quasi die Annahme einer Stelle. Dann kannst du dich auf keine andere mehr bewerben, weil du dann schon eine Stelle hast. Die Listenangebote musst du halt nehmen wie sie angeboten werden, bei den Ausschreibungen kannst du selber auswählen, an welche Schule du willst. Für Grundschullehrer ist letzteres momentan sicher zu empfehlen, weil du auch da sicherlich kein großes Risiko hast, leer auszugehen.

    Jogginghosen und Flip Flops, bauchfrei und sowas halte ich an jeder Schulform für unangemessen.
    Ansonsten habe ich es in meiner Grundschulzeit aber genossen, mich bunt und sportlich zu kleiden. Den Kindern ist das ziemlich egal. Eine Kollegin von mir hat auch im Sommer großflächige Tattoos gezeigt.
    An weiterführenden Schulen bin ich da schon wählerischer, weil wenn ich da zu sportlich/modern komme, fragen die schonmal, ob man eine Lehrerin ist.
    Allerdings würd ich nicht die teuersten und chicsten Sachen in der Grundschule empfehlen, da man da doch öfter mal Knete, Kreide, Sand, Matsch oder "Spucke" (Kind merkt zu spät, dass es Magen-Darm-Grippe hat...) abkriegen kann. ;)

    Ich würde da auch erstmal die Parallelkollegen fragen, wie es denn bei denen ist bzw. was die Kinder an der Schule in der Regel wann können müssen. Wenn du GS-Lehrer bist, müsstest du doch eigentlich auch die Vorgaben dazu allgemein kennen bzw. wissen, über welche Stufen der Lernprozess abläuft.


    Kriegen die Flüchtlingskinder irgendeine Nachhilfe außer wenn du dich mit denen extra hinsetzt? An der GS wo ich war, hatten die ersten Klassen nicht 5 DAZ-Kinder, sondern eher so 95%. Auch die ganzen türkischen Kinder aus dritter Generation, die keinen Kiga besucht haben, sind im Grunde "Flüchtlingskinder", die haben oft vor dem Schulbesuch kaum ein Wort Deutsch gesprochen.
    Die phonetische Schulung dieser Kinder braucht schonmal Zeit, so dass sie natürlich langsamer lesen und schreiben lernen. Du kannst nicht eifach "A wie Apfel" sagen, wenn die das Wort Apfel noch nicht kennen.


    Wir haben fast alle Kinder irgendwie mit Förderunterricht versorgt und die 4-5 deutssprachigen im ganzen 1. Jahrgang vielleicht auch eher gefordert. Die Flüchtlinge bzw. die, die bei der Schuleingangsuntersuchung noch kein Wort kommunizieren konnten, haben wir sehr oft aus dem Unterricht rausgenommen und extra Gruppen gebildet, wo sie erstmal sprechen gelernt haben. Ein Schüler hat z.B. 6 Monate gebraucht, bis er überhaupt erstmal sprach. Da kann man ja auch anfangs nicht viel vermitteln, weil wenn ich dabei Deutsch spreche versteht mich das Kind anfangs überhaupt nicht und dann haben manche natürlich auch Angst, selber zu sprechen und hören erstmal nur zu, während andere auf ihrem Fluchtweg schon gelernt haben, in 4 Sprachen ohne Hemmungen zu kommunizieren. Das ist eine ganz individuelle Sache.


    Sachen wie LRS, Lernbehinderungen etc. kristallisieren sich natürlich auch jetzt erst raus, da könnte man z.B. bei einzelnen Kindern Förderanträge stellen oder sie untersuchen lassen. An Grundschulen gibt es alles, die Kinder müssen erst selektiert werden, also ist es auch normal, wenn einige so gar nicht weiterkommen. Wenns an eurer Schule keinen Förderunterricht gibt, gibt es außerschulische Angebote, aber sowas sollte dann von der Schule vermittelt werden bzw. der Bedarf muss von der Schule dann erstmal festgestellt werden.


    Die DAZ-Kinder (also so richtige, die erstmals Deutsch lernen) in einer Regelklasse ganz normal zu unterrichten, so dass sie normale Ziele erreichen, halte ich für unmöglich, entweder musst du das dann vom Classroommanagement her so gestalten, dass die extra gefördert werden oder sie selber andere Aufgaben erledigen oder die müssen in eine eigene Klasse oder Fördergruppe. Oder es ist halt normal, dass die länger für das Pensum brauchen als die anderen Kinder.

    Jetzt mal ganz unabhängig von der Rechtslage... In der Aufsicht arbeitet man sich ja nun wirklich nicht tot. Ich finde da kriegt man eher Boreout.

    Find ich auch prinzipiell. Aber dennoch ist es nett, wann man in 5 Stunden dann doch mal auf Toilette gehen kann und da vielleicht mal 5 Minuten ein Kollege einspringt. Je nach Klasse kann auch Aufsicht anstrengend sein, ich saß jetzt z.B. in der ZP und musste wirklich ständig gucken, dass die nicht abgucken oder sonstwas machen, wenn ich mich z.B. Korrekturen widme. Und dann alle 5 Minuten: "Wie lange haben wir noch?" oder "Was soll ich bei der Aufgabe jetzt machen??" oder "Kann ich noch einen Klausurbogen haben?" etc...
    Und an Grundschulen gilt das mit dem Boreout auf keinen Fall in der Pausenaufsicht. ;)


    Umsetzbar finde ich eine vernünftige Pausenregelung schon. Meine Schule kriegts jedenfalls recht gut hin, da werden Ablösungen in den Klausurplan geplant und es gibt z.B. nur eine Pausenaufsicht pro Tag und keiner arbeitet länger als 6 Schulstunden hintereinander (wenn man 6 Stunden hat und danach auch noch welche, nimmt man automatisch die Mittagspause mit, die alle an der Schule haben bzw. ist es glaub ich sogar so, dass man dann noch irgendwann am Tag zusätzlich eine Freistunde hat, wenn man nicht grad vertreten muss).


    An meiner Refschule sah es manchmal mit den 11 Stunden Ruhephase mau aus, wenn ne Konferenz bis 21 Uhr ging...

    Wie das allgemeine Arbeitszeitgesetz gilt für Lehrer nicht? Ich dachte das gilt für jeden.


    Aufsicht durchgehend von 7:30 - 12:30 ist demnach in Ordnung (5 Stunden), von 8 - 15:30 (7,5 Stunden) dagegen nicht. Da stehen einem 15 Minuten Pause zu.


    In der Regel darf man 6 Stunden ohne Pause arbeiten, dann muss man 15 Minuten Pause haben.
    Bei einer Arbeitszeit von 8 Stunden muss man 30 Min. Pause haben.
    Bei einer längeren Arbeitszeit erhöht sich die Pausenzeit weiter.


    Ich hatte noch nie eine Situation, wo ich mehr als 5 Stunden durcharbeiten musste. Ein schriftliches Abitur dauert auch nicht länger. Bei so einer langen Vorabiaufsicht (wurden da mehrere Vorabis hintereinander geschrieben, oder wie kommt man da auf 7,5 Stunden?) würd ich ehrlich gesagt selber versuchen, einen Kollegen zu fragen, ob der mich in einer Pause mal kurz vertreten kann und das mit der SL absprechen. Natürlich ist es nicht so leicht, sowas immer von Vornherein in den Stundenplan zu planen, aber man kann sicherlich kollegial eine Lösung finden, notfalls übernehm ich für den Kollegen in der Woche drauf halt mal ne Aufsicht o.ä.
    Mal auf Toilette oder was essen muss ich ja an so einem Tag auch mal, das geht gar nicht so sehr um die Arbeitszeit...

    Wie ohne Vorstellungsgespräche? Das klingt ja cool.


    Ich hätte an 2-3 dieser Stellen Interesse, ggf. auch noch mehr, muss nur nochmal gucken, welcher Ort wo liegt und so, da ich relativ nahe an der Grenze zu Sachsen bevorzugen würde. Werd mich auf jeden Fall mal bewerben.


    Wenn ich das richtig gesehen hab, bewirbt man sich komplett online und muss auch nix per Post an die Schulen schicken?


    Das ist ja dann echt kein Aufwand. Große Chancen rechne ich mir zwar nicht aus, aber Versuch macht kluch... ;)

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