Beiträge von Schmidt

    Mit der neuen Studien-/Prüfungsordnung ab dem Wintersemester 2023/2024 sollen in Hessen für das Grundschullehramt, wenn ich es richtig verstehe, ein Fach mit 50 CP und zwei Fächer mit je 20 CP studiert werden (Deutsch und Mathematik verpflichtend dabei). Die Regelstudienzeit soll dann wohl sieben Semester umfassen (immer noch sehr kurz).

    Auf die Kurzfächer entfallen jeweils 35 CP, nicht 20. Insgesamt also für die beiden Kurzfächer jeweils ein Teilnahmenachweis und für das Langfach immerhin ein halbes Semester (18 CP / ca. 12 SWS) mehr. Dafür fallen dann andere Inhalte weg.

    Die Regelstudienzeit war schon immer sieben Semester, Leistungen werden aber nur in 6 dieser Semester erbracht. Das siebte Semester ist Prüfungssemester für die Abschlussarbeit und die Examensprüfungen.

    Das Praxissemester das es jetzt gibt, bündelt die Praxis immerhin. Das waren bisher zwei kürzere Praktika (je 6 Wochen).

    In Hessen dauert das Studium fürs Grundschullehramt 6 Semester. Jedes der drei Unterrichtsfächer (Deutsch und Mathe sind Pflicht, ein weiteres ist wählbar) wird im Umfang von ca. einem Semester (22 SWS / 32 CP) studiert. Didaktik macht jeweils ca. die Hälfte aus. Der fachliche Anspruch in Mathe geht nicht über einen Mathe LK hinaus.

    Mir wäre nicht bekannt, dass Hessen an Grundschulen ein fachliches Problem hätte oder Referendare fachlich über das normale Maß hinaus nacharbeiten müssten. Insofern scheinen ca. 12 SWS Fachstudium für die Grundschule auszureichen. Mehr schadet sicher nicht, man braucht aber auch nicht den Untergang des Abendlandes ausrufen, wenn das Studium in anderen Bundesländern praxisbezogener/kürzer/weniger fachwissenschaftlicher werden soll.

    Was ich übrigens sinnvoll fände, wäre eine wissenschaftliche Beschäftigung mit unterschiedlichen Religionen, deren Entwicklung, Einfluss auf die Gesellschaften in denen sie vorherrschten, Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Machtstrukturen, religiös motivierte Straftaten (inklusive den Kinder-Vergewaltigungen der katholischen Kirche), soziologische Effekte von Glauben usw. usf.

    Das wäre dann nur leider keine Indoktrination von Kindern mit irrationalem Geschwätz mehr. Dass das weiterhin stattfindet scheint ja vielen sehr wichtig zu sein. Sekten, pardon "Religionsgemeinschaften", brauchen eben Nachwuchs.

    Naturwissenschaftlich ist da gar nichts,

    „Geschwurbel“ ist es dort, wo man hineinlesen will, was man gerne hätte.

    Genauso funktioniert Religion. Jeder glaubt irgendwas und alle meinen irgendetwas anderes Undefiniertes mit denselben Begriffen. Und wenn jemand nachfragt, ist er entweder intollerant oder es wird irgendetwas Geschwurbeltes als "Erklärung" angeführt.

    Danke für die Bestätigung.

    Und wenn du eine einzelne Gottheit einer polytheistischen Religion näher bezeichnen möchtest, bezeichnest du sie wie?

    In polytheistischen Religionen geht es nicht um einen, sondern um mehrere Götter. Wenn du von "Gott" schreibst, meinst du ganz offensichtlich keine polytheistischen Reglionen. Und wahrscheinlich nicht mal andere monotheistische als das Christentum.

    Was ein Band im Stundenplan ist, weißt du aber schon, oder?

    Die Ausgangsfrage war, was man streichen kann, um mehr Zeit zum Lesen zu gewinnen.

    Man kann im Ethikunterricht lesen. Wo ist das Problem? Wenn Ethik und nicht Religion unterrichtet wird, geht das sogar ohne Lügen.

    Zitat


    … auf welcher Grundlage du zu deinen Äußerungen kommst, wenn du doch auf Märchenstunden verzichten möchtest.

    Lebenserfahrung, gesunder Menschenverstand und die Abwesenheit der Arroganz zu glauben, dass zufällig irgendeine der ausgedachten Religionen Recht hat.

    Sollte es irgendeinen "Gott" oder mehrere "Götter" geben, weiß ich sicher, dass die nicht mit dem Papst oder Imamen reden. Auch nicht im übertragenen Sinne. Diese Geschichten sind ausgedacht.

    Wir haben in Deutschland Millionen Gläubiger.

    *Glaubende

    Zudem ist das nicht richtig. Wir haben Millionen Kirchenmitglieder, weil man das automatisch ohne gefragt zu werden wird, wenn die Eltern das möchten.

    Den meisten Menschen ist Religion aber entweder vollkommen unwichtig oder unwichtig, bis sie diese heranziehen können, um Menschen Dinge zu verbieten, ein Wir-gegen-Die aufzumachen oder gerade Weihnachten ist und man als "Christ" ja mal in die Kirche gehen sollte.

    Zitat

    Deine Aussagen über deren Glauben zeigt mir eher, dass bei dir etwas mehr Verständnis für die Einstellung dieser Menschen angebracht wäre. Vielleicht hättest Du etwas Religionsunterricht nötig, damit Du verstehst, welche Rolle der Glauben spielen kann

    Von "Glauben" habe ich meines Wissens nichts geschrieben. Es geht um Religion, die ist erstmal unabhängig davon, was Individuen glauben.

    Religionsunterricht hatte ich 13 Jahre lang, ich war in meiner Kirchengemeinde engagiert, als Betreuer auf Freizeiten etc. pp. Keine Angst, von Kirche habe ich genug abbekommen. Was mich immer abgeschreckt hat ist, an was für Zeug Menschen ernsthaft und inbrünstig glauben, ohne darüber nachzudenken. Die meisten Menschen reflektieren nicht über das, was ihnen über Jahre eingetrichtert wird. Die jammern dann, wenn sie in der Kirche nicht mit Oblaten gefüttert werden, sondern sie wegen Infektionsschutz eigenständig essen müssen. Oder enterben ihren schwulen Sohn, weil der Papst keine Schwulen mag. Mittlerweile haben ich mit dem Verein von Verrückten glücklicherweise nichts mehr zu tun.

    Zitat

    Ich muss selbst nicht gläubig sein aber ein gewisses Verständnis sollte doch jeder haben.

    Ich habe Verständnis dafür, dass Menschen sich in Gemeinden oder anderen Gruppen organisieren wollen, Gemeinschaftsgefühl suchen und sich in der Gemeinschaft wohler fühlen. Das kann jeder Verein und jede Organisation leisten. Kein Verständnis habe ich bspw. dafür, dass man Kinder wie selbstverständlich mit religiösen Geschichten indoktriniert und ihnen "Gottesfürchtigkeit" beibringen will. Dass es den Osterhasen nicht gibt, erzählt man Kindern irgendwann (oder sie kommen von selbst drauf). Ich habe auch kein Verständnis dafür, dass Verbrecher, die Kinder vergewaltigen, in der katholischen Kirche keine Konsequenzen zu befürchten haben, weil sie durch ihre Kollegen geschützt werden und keiner staatlichen Strafverfolgung unterliegen. Aber das, was die Chefs da machen, hat natürlich nichts mit der Kirche ansich zu tun, schon klar.

    Anders lassen sich Ausflüge, Klassenkassenbeiträge und Klassenfahrten nicht organisieren.

    Doch, natürlich. In bar. So, wie das lange üblich war und teilweise auch noch ist.

    Ich habe diese Angelegenheiten selbst längerüber mein Konto gemacht, das hat mich aber genervt. Seit letztem Schuljahr mache ich alles nur noch in bar.

    Ethik (oder wie man das Fach benennen will) wäre dann im selben Band aber auch gestrichen, da man die Zeit ja zum Lesen benötigen will.

    Nö, wieso? Ethik bildet, fördert das logische Erschließen der eigenen Umwelt und bringt unterschiedliche Weltanschauungen und deren Bedeutung näher. Dazu gehören auch unterschiedliche Religionen. Also genau das, was in der Schule stattfinden sollte.

    Märchenstunde ist zwar auch schön, aber als eigenständiger Unterricht doch etwas überrepräsentiert. Mir erschließt sich beim besten Willen nicht, wie vernunftbegabte Menschen ernsthaft die Ansicht vertreten können, dass ein Mensch wiederauferstanden ist, das es ein Fegefeuer gibt oder dass in der Kirche der Leib Christi verzehrt wird (aber nur wenn die Oblate direkt aus der Hand kommt, sonst nicht!). Und warum man Kindern einredet, dass solche Märchen wahr sind. Das ist unverantwortlich und widerspricht der Erziehung junger Menschen zu reflektierten, eigenständigen und handlungsfähigen Bürgern.

    Die movierte Form „Lehrer“ wird als generische Form benutzt und wenige scheinen darüber zu stolpern,

    nutzt man die ebenso movierte Form „Lehrerin“ generisch, ist es für manche befremdlich, dass sich darüber alle benannt fühlen sollen.

    Das ist ja einer der springenden Punkte: fallen Frauen ins generische Maskulinum, sollen sie das hinnehmen und „normal“ finden,

    ist es anders herum, darf man die gleiche Akzeptanz nicht erwarten?

    Es gibt im Sprachgebrauch kein generisches Femininum. Lehrerinnen sind nur weibliche Lehrer. Lehrer sind weibliche, männliche und alle anderen Lehrer. "Lehrerinnen" macht aus dem gefühlten, aber nicht existenten sprachlichen Ausschluss von Frauen, einen tatsächlichen Ausschluss von Männern. Das scheint ok zu sein. Kann man so sehen, ist dann aber durchaus heuchlerisch.

    Wer sich am generischen Maskulinum stört und tatsächlich Interesse an Gleichberechtigung und nicht nur am "Zurückzahlen" hat, kann von vorneherein geschlechtsneutrale Begriffe verwenden. So wie Antimon mit "Lehrperson" oder mit dem im Deutschland Deutsch eher gängigen "Lehrkraft".

    Selten einen so nichtssagenden Zeitungsartikel gelesen.

    Sie formuliert es anders und positiv gesehen verstehe ich das: einfach nach vorne schauen und sich auf was Schönes konzentrieren.

    Und gleichzeitig Leute mit ihrem Bulli Verhalten durchkommen lassen, damit die genauso weiter machen wie vorher.

    Sie geht nicht vor Gericht.

    Hoffentlich hat sie das wenigstens mit einem Anwalt besprochen.

    Wann ist das so kompliziert geworden?

    Noch vor 20 Jahren hat man einfach zwischen die Beine geguckt.

    Vor 20+ Jahren war es zudem noch viel relevanter, was da zwischen den Beinen ist und hatte reale Auswirkungen auf das Leben.

    So sehr mich die Art, wie mit solchen Themen umgegangen wird nervt, finde ich es schon gut, dass es Möglichkeiten für Menschen gibt, die einen Leidensdruck erfahren. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass jemand, der aussieht wie ein Mädchen, sich aber nicht so fühlt, einen starken Leidensdruck erfährt, weil in Erziehung und Bildung ständig ein Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gemacht wird und man ständig (manchmal unterschwellig, manchmal sehr direkt) vermittelt bekommt "du bist ein Mädchen, die anderen sind Jungen". Mein bester Freund ist ein Transmann und hatte in der Kindheit unter anderem einen Schaff, vor allem mit der Mutter, die ständig wollte, dass er, wie es sich für ein Mädchen gehört, lange Haare hat und Kleider trägt.

    Es ist schon sinnvoll, sich klar zu machen, dass es gesellschaftlich geprägte, individuell erlernte Geschlechterrollen gibt, die sich noch dazu in verschiedenen Gesellschaften stark unterscheiden können.

    Gender kann man sich aussuchen (i.S.v. selbst bestimmen). Wer sich als Frau fühlt, kann sein Gender "Frau" festlegen. Dadurch ändert sich aber weder die Sozialisierung, das äußere Erscheinungsbild oder die Wahrnehmung durch andere. Das was du beschreibst, kann es also nicht sein.

    Vielleicht ist Gender einfach nicht dasselbe, wie "soziales Geschlecht"? Vielleicht hat das "soziale Geschlecht" doch eher etwas mit dem biologischen und damit mit der Sozialisierung zu tun? Vielleicht sind das auch nur Konstrukte, weil Menschen gerne Schubladen benutzen?

    Vielleicht ist "Geschlecht" gar keine so wichtige Kategorie und schon gar nicht eine der Wichtigeren?

    "Geschlechterrollen lernen" finde ich schräg. Was soll das sein? Männer gehen arbeiten, Frauen stehen am Herd und hüten die Kinder? Jungs spielen Fußball, Mädchen mit Puppen? Ich weiß, dass es vielen Menschen offenbar wichtig ist, Mädchen als rosa Prinzessinnen anzuziehen und Jungs als Draufgänger. Dämlich und kaum nachvollziehbar ist das trotzdem. Gerade als Lehrer sollte man so einen Quatsch nicht auch noch fördern.

    Wenn du erklärst, dass Studienfächer, die überwiegend von Frauen studiert werden, durchgehend weniger verdienen, als Studienfächer, die überwiegend von Männern studiert werden, dann ist das die Definition von Gender Pay Gap.

    Der Gender Pay Gap ist nicht nur, wenn Frauen bei gleicher Position weniger bekommen, sondern eben auch die systematische schlechtere Bezahlung von sogenannten Frauenberufen.

    Im freien Markt sind Gehälter ein Ergebnis aus Angebot und Nachfrage, zusammen mit dem rechnerischen Mehrwert, den ein Arbeitnehmer einem Unternehmen bringt. Jemand, der als Anglist keine wirtschaftlich verwertbaren Fähigkeiten hat, die nicht zig tausende andere Geisteswissenschaftler auch haben, verdient weniger Geld, als jemand der bspw. als Optik Ingenieur bei Zeiss arbeitet. So weit so wenig skandalös.

    Ein Problem wäre das nur, wenn wir in unserer Gesellschaft strikt "Frauenberufe" und "Männerberufe" hätten, die von den jeweils anderen nicht ergriffen werden dürften. Die haben wir aber nicht. Jeder kann Gehaltsspannen recherchieren und sich überlegen, ob das Anglistik Studium im Hinblick auf den Broterwerb die richtige Wahl ist. In det luxoriösen Position, sich trotzdem dafür entscheiden zu können (und im "schlimmsten" Fall noch eine Berufausbildung anzuschließen), muss man erstmal sein. Da haben wir hier in Deutschland wirklich Glück.

    Schlecht bezahlte Berufe sind schlecht bezahlt, weil sich auch dafür genug Leute finden. Warum sollte man die (aus wirtschaftlicher Perspektive) besser bezahlen?

    Das Berufe, die mit Studiengängen erreicht werden können, die mehrheitlich von Frauen studieren generell schlechter bezahlt sind, stimmt übrigens nicht. Mathematik und Psychologie sind bspw. Studiengänge, die in der Regel zu gut bezahlten Berufen führen können und zu > 50% von Frauen studiert werden. Jura wird zu fast 60% von Frauen studiert.

    Was sie jeweils bezahlt bekommen, kann ich nicht sagen. Sollten die Frauen weniger bekommen, würden wir bei der Gender-Gap-Diskussion landen...

    Nö. Die Anglistin verdient in der Regel weniger, als der Ingenieur. Da Anglistik deutlich überwiegend von Frauen studiert wird und Ingenieurswesen eher von Männern, ist es weder unwahrscheinlich noch skandalös, dass bei formal gleichem Bildungsstand Frauen öfter weniger verdienen, als Männer. Das ist kein Gender Pay Gap, sondern ein Studienfach Pay Gap.

    Da hast du Recht. Musste ich nämlich lange Zeit tun.

    Nun aber, da ich seit 10 Jahren fast täglich mit dem Rad pendle, bin ich wieder schlank und schlau.

    Im Übrigen stütze ich mich freilich auf zahlreiche Studien, die zu eben diesem Ergebnis kommen und nicht nur auf meine eigene anekdotische Evidenz.

    Ich pendle mit dem Auto und bin dank Sport trainiert und schlank. Bahnpendeln war sehr anstrengend, fürs Fahread ist es zu weit. Und nu?

Werbung