Beiträge von Schmidt

    Meike.

    Da sind in der Tat noch dicke Bretter zu bohren. Wir sollten auch versuchen, der Öffentlichkeit klar zu machen, dass nur zufriedene Lehrer für ihre Kinder eine optimale Hilfe sein können. Das der Grossteil des Kollegiums auf dem Zahnfleisch geht, ist keine wirkliche Unterstützung für die Kinder. Diese. Umstand müssen wir den Eltern langsam Mal klar machen, damit die mit uns auf die Straße gehen. Es geht momentan nur noch darum provisorisch und kurzfristig den Schein zu waren und Löcher zu stopfen. Eine nachhaltige qualitative Unterrichtsversorgung ist so nicht mehr zu gewährleisten. Gerade diese Erkenntnis macht vielen Kollegen psychisch wirklich zu schaffen

    Wie? Einige Kollegen hier im Forum halten es doch für total sinnvoll, Lehrern noch mehr Arbeit aufzuhalsen. Besonders den faulen Gymnasiallehrern. Fünffach differenzierter Unterricht und sechsfach differenzierte Arbeiten sollten schon möglich sein.

    (vgl. Inklusionsthread)

    Nein, das war anders. Es wurden menschenfeindliche Auslassungen gegenüber Menschen mit Behinderungen (und ihren Eltern) als das kritisiert, was sie sind.

    Ich habe mich nicht menschenfeindlich geäußert, wurde aber mehrfach so bezeichnet. Mir wurden auch Ausssagen unterstellt, die ich nicht getroffen habe.

    Im aktuellen Kopftuch-Thread musste ich mir auch Menschenfeindlichkeit und Rassismus unterstellen lassen.

    Mich persönlich tangiert das nicht allzu sehr. Ich weiß, dass das Nonsens ist und manche Menschen, weil es so schön einfach ist, sofort und unreflektiert irgendwelche Schubladen aufmachen. Mich stört es auch nicht, wenn solche Beiträge nicht gelöscht werden. Dir Geschwindigkeit, mit der manche User anfangen, hier zu pöbeln und wüste Unterstellungen zu tätigen, nervt manchmal trotzdem. Aber so ist das.

    Aber: wir haben die Inklusion. Und da ist es nachvollziehbar, dass sich die Gesamtschule / Realschule / Sekundarschule / Hauptschule bedanken, wenn die Gymnasien sagen "Gerne, aber keine GE- / LB- Kinder. Die können wir hier nicht beschulen und die können hier auch keinen Abschluss bekommen." Mit diesem Argument können auch die anderen Schulformen kommen.

    Das sollten die anderen Schulformen auch tun. Wer keinen Hauptschulabschluss erreichen kann, sollte nicht an einer Hauptschule beschult werden.

    Dass Gymnasien es bisher weitgehend geschafft haben, sich aus diesem Irrsinn rauszuhalten, sollte Vorbild sein. Vielleicht sollten die angestellten Lehrer doch mal ausführlich streiken, damit sich da mal was tut.

    Allerdings ist das bei uns in der Region offenbar kein so großes Problem. Wir haben Förderschulen, an denen GE/LE/EE Schüler gefördert werden, andere Schulformen sind da weitgehend audgenommen.

    Mal kurz was zwischendrin zum Aufregen, ich lasse den Text mal unkommentiert funkeln:

    https://www.nordkurier.de/anklam/behinde…2650817712.html

    Dass ein Schüler mit LRS an einer Förderschule beschult werden soll ist natürlich Quatsch. Haben wir am Gymnasium ganz normal inklusive Abitur dabei. Die Abinote wird nur in der Regel nicht so bombig, weil die Noten in den sprachlichen Fächern trotz Nachteilsausgleich nicht besonders gut sind.

    Ich schieße nicht gegen andere Lehrkräfte.

    Du erwartest, dass sich andere Lehrer zu überarbeiten haben, weil du es auch tust. Komische Forderung

    Zitat

    Aber ich bin entstetzt von der Vorstellung eines Schulsystems, in dem jeder, der anders ist, separiert gehört.

    Hm? Jeder einzelne meiner Schüler ist anders als der nächste. Wir beschulen bereits seit Langem alle möglichen Schüler, mit sehr diversen Einschränkungen, persönkichen Hintergründen usw. usf. Die Unterstellung, es werde jeder ausgesondert der "anders sei" ist um ehrlich zu sein reichlich dreist.

    Wir haben nun mal ein mehrgliedriges Schulsystem. In diesem Schulsystem werden Schüler, die kognitiv dazu in der Lage sind, das Abitur zu erreichen, an Gymnasien beschult. Wer dazu kognitiv nicht in der Lage ist, wird an einer anderen Schulform beschult. Das ist bei GE/LE/EE Schülern genausowenig diskriminierend oder menschenfeindlich, wie bei allen anderen Schülern.

    Es macht auch keinen Menschen schlechter oder weniger wertvoll, dass er das Abitur nicht ereichen kann.

    Zitat

    Mir ist zuwider, dass man sich selbst ein Gedankenschloss erbaut, nachdem man nur spezielle Schülerschaft in seinem Unterricht willkommen heißen möchte, alle anderen haben zu gehen und darum solle sich irgendwer kümmern.

    Ich finde auch erstaunlich, dass man für sich selbst den Anspruch hat, sein Arbeitsfeld sich selbst auszusuchen und vorgeben zu können, anderen dies aber nicht zugesteht.

    Jeder, der das Abitur erreichen kann und will, ist am Gymnasium willkommen, unabhängig von Behinderungen oder Herkunft. Mir erschließt sich nicht, was daran schlecht ist. Gymnasien führen zum Abitur, Realschulen zum Realschulabschluss Hauptschulen zum Hauptschulabschluss, Gesamtschulen in der Regel zu verschiedenen Abschlüssen.

    Wem genau wird nicht zugestanden, sich das Arbeitsfeld, entsprechend der eigenen kognitiven Fähigkeiten, Interessen und der Ausbildung, auszusuchen?

    Zitat

    Wenn wir das Schulsystem als Ganzes betrachten, dann gibt es eben nicht die eine privilegierte Schulform, sondern viele verschiedene, die nur bestehen können, wenn alle gut ausgestattet sind.

    Ja, richtig. Wer hier behauptet denn, dass eine Schulform gegenüber anderen privilegiert sei?

    Zitat

    Die Aufgabe, FöS-Kinder zu beschulen, ist ja nicht weg, nur weil man die Kinder der Schule verweist.

    Warum so negativ? Für Schüler, die das Abitur (noch) nicht erreichen können, ist das Gymnasium die falsche Schule. Niemand wird der Schule verwiesen, sondern an eine Schulform versetzt, die der aktuellen kognitiven Leistungsfähigkeit- und bereitschaft eher entspricht. Gesamtschulen sind grundsätzlich eine gute Option für solche Schüler. Das ist grundsätzlich nur etwas Negatives, wenn man der Meinung ist, dass Gymnasien mehr Wert seien, als andere Schulformen. Es ist ja gerade keine Benachteiligung, nicht an einem Gymnasium beschult zu werden.

    Wünschenswert wären bspw. verschiedene Schulformen, die sich Gebäude teilen. Dann gehen solche Schüler einfach nur in andere Klassenräume, statt komplett die Schule wechseln zu müssen.

    Zitat

    Dazu gehört auch: Wenn man Menschen mit Beeinträchtigungen in der Gesellschaft besser integrieren will, als gesonderte Schulen und Arbeitsstätten zu haben, wird man sich der Aufgabe annehmen müssen, wie bei allen anderen Kindern auch.

    Nein, das muss man nicht. Schüler, die keinen Schulabschluss erreichen, werden in der Regel auch keinem regulären Job nachgehen können. Das ist schade, aber so ist die Arbeitswelt. Ab und zu gibt es Ausnahmen für Berufe, die formal keinen Schulabschluss voraussetzen (z.B. Gärtner). Bei den meisten Berufen scheitert es aber schon daran, dass schon formal mindestens ein Hauptachulabschluss vorausgesetzt wird.

    Es geht hier übrigens nicht generell um "Menschen mit Beeinträchtigungen". Es scheint so, als sei dir das mit deiner Emotionalität entgangen.

    Alle anderen auch.

    Die anderen Schulen arbeiten am Limit UND haben keine Lehrkräfte, sondern eine Menge geringer qualifiziertes Personal, das nicht einmal vollständig für das Erteilen von Unterricht ausgebildet wurde.

    Joa, wir haben auch Lehramtsstudenten als TV-H Kräfte, weil manche Fächer nicht ausreichend bedient werden können.

    Unabhängig davon erschließt sich mir nicht, warum du erwartest, dass sich andere überlasten, weil du das ja auch tust. Wäre die sinnvollere Forderung nicht eher eine politische, die Abhilfe beim Lehrermanhel schaffts, indem mehr Studienplätze zur Verfügung gestellt und die Arbeitsbedingungen verbessert werden?

    Gegen Kollegen zu schießen, weil diese sich nicht überarbeiten ist schon obskur.

    Zitat

    Dann bleiben die SuS genau wo? Und wer beschult sie dann?

    An Förderschulen, von Förderschullehrer und von diversen Pädagogen mit diversen, den Schülern angemessenen Qualifikationen.

    Wo in der Diskussion kommt vor, dass die FöS-Schulen besonders großen Lehrkräftemangel haben?

    Wo kommt vor, dass an den SekI- und Grundschulen Lehrkräftemangel herrscht?

    Was genau hat es mit dem Thema zu tun, dass andere Schulformen einen ausgeprägteren Lehrermangel haben?

    Deine Kollegen an anderen Schulformen sind nicht dafür verantwortlich, dich zu entlasten.

    Zitat

    Könnte man die Aufgabe der Inklusion nicht dort umsetzen, wo bisher weit weniger Kinder mit zusätzlichen Anforderungen beschult werden oder weniger Lehrkräftemangel herrscht, somit viel leichter zusätzliche Aufgaben verteilt werden könnten?

    Nein.

    Bei uns können nicht viel leichter zusätzliche Aufgaben verteilt werden. Wir arbeiten bereits an, teilweise über der Grenze unserer gesetzlichen Arbeitszeit. Meine 41/46 Stunden Arbeit pro Woche sind gut mit Unterricht, Unterrichtsplanung, Arbeiten/Klausuren, Inklusion, pädagogischer Arbeit, Aufsichten, Konferenzen, Schulentwicklung, Elternarbeit und Leistungsförderung gefüllt. Und ich habe nur ein Korrekturfach. Die Kollegen mit zwei Korrekturfächern können noch viel weniger zusätzliche Arbeit übernehmen.

    Es tut mir leid, dass du offenbar überlastet bist. Es ist aber sicher keine Lösung Kollegen dazu zu nötigen, sich ebenfalls zu überlasten.

    Zitat

    Warum berufen sich SekII-Lehrkräfte darauf, dass sich ihr Beruf auf die Hinführung zum Abitur beschränken würde, obwohl sie doch die meiste Zeit sehr viele Kinder in der SekI beschulen?

    Auch die Sek I bereitet bereits auf das Abitur vor. Ohne die richtigen Grundlagen wird es später auf höher werdendem Niveau schwierig.

    Immer wird mit Extrembeispielen argumentiert.

    Aber man kann ja ein gut ausgestattetes FöS-System nicht mit unausgestatteter Inklusion vergleichen und auf dieser Grundlage für oder gegen Inklusion argumentieren.

    Man kann such aber die Gegebenheiten ansehen und dann argumentieren, dass Inklusion so, wie du sie dir vorstellst nicht leistbar ist. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Ohne deutlich kleinere Klassen und ein deutlich geringeres Deputat ist die mehrfache Zieldifferenzierung wie du sie dir vorstellst vollkommen illusorisch.

    Wenn an anderen Schulformen Kinder unterrichtet werden, die kognitiv gar nicht in der Lage sind, einen Abschluss zu erreichen, obwohl die Schulform zu diesen führt, warum soll das Gymnasium davon ausgenommen werden?

    Jede andere Schulform sollte davon ausgenommen sein. Wenn ein Schüler kognitiv nicht dazu in der Lage ist, einen Hauptschulabschluss zu erreichen, dann sollte dieser Schüler nicht in einer Lerngruppe auf Hauptschulniveau beschult werden. Dass das nur fürs Gymnasium gilt, habe ich an keiner Stelle behauptet.

    Zitat

    Auch religiöse Menschen müssen nicht perfekt und dürfen widersprüchlich sein. Und klar, du darfst den Leuten absprechen, ihre Religion ernstzunehmen, sie unehrlich nennen und Widersprüche aufzeigen.

    Hat jemand behauptet, dass alle Menschen religiös perfekt sein müssen?

    Aber wenn das eben nur bei kopftuchtragenden Muslimen vorkommt dann bedienst du da einen Rassismus und das werde ich auch so benennen.

    Ganz schön arrogant. Woher weißt du, wer hier welche Ansichten zu welchen Religionsgemeinschaften vertritt?

    Ich empfehle dir, nicht irgendwelche Schubladen zu verwenden, weil sie dir gerade passen, sondern deinen Kopf zu benutzen.

    Wenn es üblich ist, dass viele Schüler:innen in den Klassen an verschiedenen Aufgaben arbeiten, weil man von GE bis Hochbegabung alles in den Klassen hat, dann ist es für alle normal, in Arbeitsphasen zu arbeiten, in Präsentationsphasen zu präsentieren - auf unterschiedlichem Niveau.

    Viel Spaß dabei, das mit vollem Deputat zu bewerkstelligen. 👍 Zumal Schüler mit Förderbedarf GE/LE/EE ja gerade nicht selbstständig an Material arbeiten können.

    Wozu dann überhaupt noch leistungsdifferenzierte Kurse anbieten? 30 Schüler in einem Kurs, indem alle zieldifferent beschult werden mit einem Volldeputat sind doch leicht zu bewerkstelligen. 👍

    Dabei bedeutet eine zieldifferente Beschulung in keinem Fall, dass die SuS die Kompetenzen erreichen, die die regelbeschulten Kinder in der Klasse erreichen. Darum wird es ja als "zieldifferent" bezeichnet. Insofern ist es abwegig, Inklusion am Gymnasium unter die Bedingung zu stellen, alle Kinder müssten das Abitur erreichen, da an anderen Schulen die Abschlüsse auch nicht erreicht werden - und in der Grundschule bei weitem nicht die Kompetenzen, die von Kindern ohne geistige Beeinträchtigung erwartet werden.

    Das ist doch gerade der Punkt. Wenn ein Regelschüler kognitiv (noch) nicht in der Lage ist, das Abitur zu erreichen, wird er an eine Realschule oder Hauptschule versetzt. Wenn ein Inklusionsschüler das Abitur nicht erreichen kann, wird er die gesamte Schulzeit mit durchgezogen und es soll meine Aufgabe sein, für diesen Schüler gesonderten Unterricht zu veranstalten? Bitte was? Das kann doch keine ernsthafte Forderung sein.

    Dann lassen wir doch gleich alles Schüler, die das Abitur kognitiv (noch) nicht erreichen können in derselben Klasse und machen fünffach zieldifferenten Unterricht.

    An Förderschulen gibt es extra kleine Klassen, das Klassenlehrerprinzip, ausgebildete Lehrkräfte, Zeit und Raum für gezielte Förderung. Und das soll dadurch ersetzt werden, dass Regelschullehrer neben ihrem regulären Deputat, mit dem sie teilweise Klassen von 25+ Schülern unterrichten, zusätzlich und ohne Ausgleich noch mehrere Schüler, die den Abschluss der Schulform gar nicht erreichen können, gesondert beschulen? Tolle Idee.

    Es gibt hier mehrere Threads in denen es darum geht, dass es besonders bei korrekturintensiven Fächern oft schwierig ist, überhaupt eine vernünftige Arbeitszeit einzuhalten. Aber klar, dabei hilft es sicher, wenn Regelschullehrkräfte noch zusätzlich die Aufgaben von Förderschullehrkräften übernehmen müssen, mehrfach zieldifferenten Unterricht anbieten und Förderpläne schreiben müssen. Zusätzlich zum regulären Deputat, das schon so bemessen ist, dass die Arbeitszeit mehr als ausgefüllt ist. Davon profitieren sicher alle Schüler. 👍 Warum nicht gleich Grundschüler mitbeschulen?

    Ich habe Gymnasiallehramt studiert, weil ich Schüler zum Abitur führen will. Jeder, der dazu kognitiv in der Lage ist, hat das Recht darauf, so gefördert zu werden, dass das unabhängig von etwaigen Behinderungen auch klappt. Insofern gehört auch Inklusion zu meinen Aufgaben.

    Zu meinen Aufgaben gehört es aber nicht, Schüler zu beschulen, die kognitiv nicht dazu in der Lage sind, das Abitur zu erreichen. Vollkommen egal, ob der Grund eine Behinderung ist, oder nicht. Dafür sind Lerngruppen auf Gymnasialniveau nicht der richtige Ort.

    Natürlich ist es nicht dasselbe. Das eine trägt man auf dem Kopf, das andere nicht. Aber aus beiden Kleidungsstücken kann man keine Schlussfolgerungen über die Träger ziehen, beim einen macht man es aber, beim anderen nicht. Und damit machen einige Menschen erst das Kopftuch zu einem Problem.

    Ein Kopftuch ist, in dem Kontext, in dem wir uns hier bewegen, ein religiöses Symbol. Ein Rock ist kein religiöses Symbol.

    Zitat

    Und anderen die Ehrlichkeit absprechen, weil sie sich nicht so zeigen, wie man das gerne hätte (entweder Kopftuch oder aufgebrezelt) damit es den rassistischen Stereotypen entspricht ist genau das: rassistisch.

    Mit einem Kopftuch drücken Menschen ihre Religiösität aus. Wenn sie sich im gleichen Zug entgegen der Vorschriften ihrer Religion darstellen, ist diese Feststellung nicht rassistisch. Wenn ein Christ etwas von Nächstenliebe faselt um sich dann im nächsten Moment angewidert von einem Obdachlosen abzuwenden, dann ist das genauso unehrlich und darf festgestellt werden.

    Ich bin mir nicht sicher, ob du einfach nur trollen willst oder ob du wirklich so irrational bist. 🤔

    Trägt eine Frau einen Rock statt einer Hose wird kaum jemand sagen, sie sei ja nicht emanzipiert. Bei einem Kopftuch wird das aber gerne sofort behauptet: die wird unterdrückt oder lässt sich unterdrücken, ist in der falschen Zeit stecken geblieben, oder man unterstellt gleich eine Unehrlichkeit, weil Kopftuch und Makeup ja nicht zusammengehen.

    Rock und Kopftuch sind nicht dasselbe. Der Vergleich zeigt, dass du offenbar in einer weltfremden Blase lebst. Mir persönlich ist es wurscht, ob jemand ein Kopftuch oder sonst eine Kopfbedeckung trägt, aber zu leugnen, dass das Thema Kopftuch nicht so einfach ist, wie das Thema Rock, ist schon arg absurd.

    Und ja, es ist unehrlich, wenn man bauchfrei trägt und sein Gesicht mit Makeup vollschmiert, gleichzeitig aber "aus religiösen Gründen" ein Kopftuch trägt. Das macht für mich in der Praxis als Lehrer aber keinen Unterschied.

    Zitat

    Das ist Rassismus (und weil der Rassismusbegriff einigen schwer aufgestoßen ist, habe ich es dann in den neutraleren Begriff der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit gepackt).

    Das ist weder das eine, noch das andere.

    So etwas zu unterstellen ist dreist und unangebracht.

    Da ist ein recht großer Unterschied zwischen uns: Kinder in meinem Klassen (H/R/G und Förderschule) habe ich in immer angenommen und nie erwartet, dass jemand in meinen Unterricht kommt und sie „inkludierbar“ macht. Das ist meine Arbeit und nicht die einer anderen Person.

    Schon wieder diese unterschwelligen Vorwürfe. Geht das bei dir auch ohne?

    Zitat

    Mein ursprünglicher Einwurf richtete sich an die Pädagogik. Am Gymnasium scheitern so viele kognitiv abiturbefähigte Schülerinnen und Schüler an nichtfachlichen Kriterien. Hier kann eine Kompetenzerweiterung der Lehrkräfte dazu führen, dass alle das Abitur erreichen, die das verdienen. Du hast dies leider anders verstanden oder dich nicht in dieser Weise angesprochen gefühlt.

    Vielleicht unterstellt man Fremden im Internet nicht direkt, dass ihnen Kompetenzen fehlen. Nur so eine Empfehlung.

    Zitat

    Hinsichtlich der Handlungsfähigkeit: natürlich bist du durch die Ablehnung dieser Aufgabe handlungsfähig, allerdings in einer inklusionsbezüglich negativen Konnotation.

    Nö

    Ich bin nur in der Lage, meine Arbeitszeit einzuhalten und mich nicht selbst mit Aufgaben zu beladen, für die ich nicht ausgebildet bin und die meine Fähigkeit, meinen eigentlichen Job richtig zu machen erheblich einschränkt. Und nein, damit meine ich nicht Schüler in Rollstuhl, Kleinwüchsige, Einarmige, Schüler mit Asperger oder ähnliches. Die sind grundsätzlich durch ihre Behinderung nicht am Abitur gehindert. Die sitzen seit Jahren erdolgreich bei uns regulär im Unterricht. Es geht explizit um Schüler, die das Abitur nich erreichen können. In meiner Arbeitszeit von 41/46 Wochenstunden mache ich sicher nicht die Arbeit von Förderschullehrkräften mit. Vollkommen unabhängig davon, ob ich das könnte oder nicht.

    Zitat

    Ich weiß aus der persönlichen Erfahrung, dass eine Schule für alle (gymnasialgeeigneten) Kinder und Jugendlichen mit dem entsprechenden Haltungswechsel möglich ist.

    Welcher Haltungswechsel?

    Jetzt sind es auf einmal nur noch gymnasialgeeignete Schüler. Um die geht es ja gerade nicht. In Hessen erreichen Schüler mit Förderbedarf GE/LE/EE das Abitur in der Regel nicht. Das können sie nicht, sonst hätten sie keinen entsprechenden Förderbedarf.

    Reininterpretiert habe ich gar nichts, der von dir zitierte Satz, dass ich es traurig finde, wenn Menschen unsere Geschicke leiten, die "deutlich weniger zu tun haben als im Schulalltag", so der Kollege, der es wissen muss, ist auf solche bezogen, die das wissen und ausnutzen und ist natürlich getrennt von der/dem TE zu sehen, den ich nicht kenne. Deswegen schrieb ich deutlich und mehrfach von meinen persönlichen Erfahrungen.

    Was ist schlimm daran, nicht dauerhaft über die eigene Belastungsgrenze arbeiten zu wollen und stattdessen eine Stelle bei einer Behörde mit echter Gleitzeit, Homeoffice, Freizeitausgleich und flexiblem Urlaub zu suchen? Wie genau nutzt man das aus?

    Welchen Mehrwert bringt es der Diskussion, dass du Beamte in Behörden offenbar grundsätzlich für faul hältst, weil diese sich an ihre Arbeitszeiten halten?

    Fragen über Fragen.

    Es gibt in Hessen genug Kinder mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung, die an Gymnasien lernzielgleich beschult werden. Und bei diesen ist Inklusion am Gymnasium ein Thema. Bei euch nicht?

    Du hast meine Beitrag offenbar nicht richtig gelesen. Wenn ein Schüler kognitiv dazu in der Lage ist, das Abitur zu erreichen und nur in bestimmten Bereichen gesondert gefördert werden muss, dann gehört dieser Schüler ins Gymnasium und es muss eine weitere Lehrkraft dafür sorgen, dass diese Förderung für den Schüler stattfindet. Ich tue im Rahmen meiner Möglichkeiten natürlich ebenfalls etwas dafür, dass dieser Schüler das Abitur erreicht. Ich erstelle aber nicht mehrere, differenzierte Arbeiten/Klausuren und ich schreibe auch keine Förderpläne oder übernehme in anderer Form die Arbeit von Sonderpädagogen. Bei uns hat die Schulleitung bisher erfolgreich vermieden, dass Schüler, die das Abitur kognitiv nicht erreichen können, bei uns inklusiv beschult werden. Ich hoffe, das bleibt so.

    Zitat

    Zu deiner Sorge: Zeige mir bitte das Bundesland, dass Kindern bspw. im Förderschwerpunkt gE das Abitur vergeben möchte?

    Das steht da nicht. Kinder, die das Abitur nicht erreichen können, sind nicht an einem Gymnasium zu beschulen. Unabhängig davon, ob sie einen Förderbedarf haben, oder nicht. Was du mit "Sorge" meinst, erschließt sich mir nicht.

    Zitat

    Aber die KFZ-Mechaniker, die sich bewusst für den Job in einem Zeitalter ohne Elektronik entschieden haben, mussten auch nochmal nachlegen. Egal, wie die Situation zu Zeiten der Berufswahl aussah

    Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

    Zitat

    Und aus meiner Erfahrung: sich in einer Schule gemeinsam auf den Weg zu machen und Handlungsfähigkeit als Kollegium wieder zu erlangen ist richtig erfüllend, für das Kollegium wie für die Kinder

    "Handlungsfähigkeit als Kollegium"? Mir erschließt sich auch hier nicht, was du meinst. Unser Kollegium ist sehr handlungsfähig. Auch, weil unsere Schulleitung dafür sorgt, dass wir nicht die Arbeit anderer Kollegen mitmachen müssen und in Ruhe unserer Arbeit nachgehen können (=> Schüler erfolgreich zum Abitur führen).

    Deine Art anderen von oben herab Angst und Handlungsunfähigkeit zu unterstellen, ist übrigens vollkommen unangebracht.

    und genau darum wird es gehen: Herausforderungen identifizieren und handlungsfähig werden.

    Alle Lehrkräfte müssen ihre Kompetenzen erweitern, die Lehrkräfte der allgemeinen Schule so viel von den FöL übernehmen, lernen, anpassen, wie es möglich ist.

    Das mag im ersten Moment wie eine unfassbare Überforderung anmuten, aber nur so ist Inklusion möglich Schritt für Schritt.

    Nein, das muss ich an dieser Stelle nicht. Ein Kind, das das Abitur nicht erreichen kann, gehört nicht am Gymnasium beschult. Das ist keine gelungene, sondern falsch verstandene Inklusion. Und nein, ich muss auch nicht zig verschiedene Lernziele und Prüfungen bedienen. Wenn sich meine Arbeit in dieser Form vervielfachen soll, dann muss mein Deputat mindestens halbiert werden. Bei gleicher Besoldung natürlich.

    Es ist nicht immer Aufgabe von Lehrern, immer mehr Arbeit freudig anzunehmen und sich zu Lehrkräften von Schulformen weiterzubilden, gegen die sie sich bewusst entschieden haben.

    Damit meine ich explizit keine körperlichen Beeinträchtigungen, sondern Förderbrdarfe LE/GE/EE.

    Zitat

    Dass die Beispiele des Föl- Handelns aus

    diesem Thread den Ansprüchen nicht genügen, ist natürlich auch klar. Auch hier ist ein anderes Professionalitätsverständnis notwendig.

    Nicht "auch hier", sondern "genau hier". Wenn man schon meint, Kinder, die den schulformentsprechenden Abschluss nicht erreichen können, inklusiv zu beschulen, dann ist es Aufgabe der Förderlehrkraft, das zu bewerkstelligen, nicht die Aufgabe der Regelschullehrkraft.

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