Beiträge von Schmidt

    Öhm, auf welcher Rechtsgrundlage durften da Eltern und intact unterrichten? Da gibt es klare Vorgaben hinsichtlich Abschlüsse etc und Bearbeitung bei auswahlempfehlungen die zur Einstellung führen.

    Eltern als Ersatzlehrer hatten wir in Hessen auch schon. Wir haben im Rahmen der Unterrichtsgarantie stundenweise Vertretungen. Das machen in der Regel Studenten, gelegentlich aber auch Eltern. Eine formale Qualifikation braucht man dafür nicht. Gezahlt werden 20 bis 25 Euro pro Stunde.

    Wir haben auch Studenten (immerhin studieren die in der Regel Lehramt), die ohne Qualifikation TV-H Verträge bekommen und eigenverantwortlichen Unterricht in festen Lerngruppen machen. An Gymnasien weniger, aber insbesondere an Haupt-/Realschulen, wo die Lehrer sehr knapp sind, ist das nicht ungewöhnlich.

    Aber prinzipiell ist die Aussage 'ich möchte meine Fächer auf einem bestimmten Niveau unterrichten etwas ganz anderes als die Aussage "mit Kindern zu arbeiten, die eine Behinderung haben, ist eine Zumutung."

    Wo habe ich geschrieben, dass das eine Zumutung sei? Es ist etwas anstrengend, dass du mir, nicht zum ersten Mal, eine Aussage unterstellst, die ich nicht getroffen habe.

    Du schriebst aber (bezogen auf Leistungskurs, Literatur- und Grammatikunterricht):

    Stimmt, das habe ich falsch ausgedrückt.

    Ich hatte die Förderschwerpunkte GE und Lernen im Hinterkopf, weil ich dort den Einsatz besonders problematisch sehe.

    Zitat

    Finde ich cool, ist aber für die meisten SuS mit Schwerpunkt Hören (die inklusiv beschult werden) gar nicht unbedingt nötig: Entweder sie sind CI-versorgt oder sie haben einen Dolmetscher (oder beides). Teilweise können hörgeschädigte oder gehörlose SuS selbst wenig Gebärdensprache, weil sie in Folge der Hörgeräte- oder CI-Versorgung rein lautsprachlich aufwachsen ... Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema, zu dem es viel zu sagen gäbe.

    Siehst du, deshalb wird der Unterricht an Förderschulen besser von Leuten gemacht, die sich damit auskennen und nicht von Gymnasiallehrern, die wegen eines Nachbarn und weil es interessant ist, Gebärdensprache lernen.

    Ich diskutiere nicht mit dir, ob es dir Spaß macht. (Das ist deine Sache.)

    Sondern ich stelle eher die Frage: Muss alles Spaß machen. Oder kann es nicht auch mal einfach nur Arbeit sein.

    Stand auch so in meinem Beitrag, von dem du nur einen kleinen Teil zitiert hast. Vielleicht hast du den Rest nicht gelesen.

    kl. gr. frosch

    P.S.: wobei - ich habe das auch nicht mit dir diskutiert. ;) Sondern ich habe auf Schmidt reagiert.

    Natürlich kann es auch mal einfach Arbeit sein. Ist es ja ganz häufig auch. Wenn es aber gar keinen Spaß mehr macht und nur noch "einfach Arbeit" ist, überlege ich mir ernsthaft, ob ich die Sache an den Nagel hänge und bspw. mein Nebengewerbe ausbaue oder einfach irgendwo im ÖD eine E13 als Softwareentwickler nehme.

    Die Diskussion ist so oder so nur theoretisch. In Hessen vergrault man Lehrer nicht in dieser Weise. Außerdem würde meine Schulleitung mit Zähnen und Klauen dagegen kämpfen, wenn ihnen ein Informatiklehrer weggenommen werden sollte.

    Wie kommst du darauf?!

    Es gibt Förderschulen, die zum Abitur führen. Selbstverständlich gibt es dort Leistungskurse (bzw. je nachdem, wie die im entsprechenden Bundesland gerade heißen) und im Sprachenunterricht Grammatik- und Literaturinhalte.

    Letztere natürlich auch an Förderschulen, die zum Haupt- oder Realschulabschluss führen.

    Auch im Bildungsgang Lernen sowie im Bildungsgang Grundschule werden natürlich grammatische und literarische Themen behandelt, wenngleich sicher auf anderem Niveau und auf andere Art und Weise, als du es dir vorstellst.

    Zumindest in Hessen gibt es meines Wissens keine Förderschulen für die Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung bzw. Lernen, die zu einem Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur führen. Um diese Förderschwerpunkte geht es gerade schwerpunktmäßig. Bei emotionaler Entwicklung bin ich unsicher.

    Dass ich grundsätzlich kein Problem mit der Arbeit mit körperlich beeinträchtigten Schülern habe, sagte ich bereits. Insofern wäre ein Einsatz in zum Abitur führenden Bildungsgängen für Schüler mit Förderschwerpunkt Hören (Gebärdenaprache lerne ich im Moment so oder so)/Sehen/Körperliche Entwicklung sicher möglich. Diese Schüler kann man allerdings auch gut integrativ beschulen.

    Während Förderschullehrer 10 Semester lang nur Singen und Klatschen studiert haben ... :autsch:

    An meiner Uni hat der Förderschwerpunkt einen Umfang von 113 CP plus diagnostische Abschlussarbeit (Bildungswissenschaften 46 CP, Unterrichtsfach 53 CP, Schulpraktische Studien 28 CP). Das sind fast zwei Studienjahre. Hinzu kommt ein Referendariat, indem ausführlich gelernt wird, wie man vernünftigen Unterricht für Schüler mit Förderbedarf macht.

    Wenn es so ist wie du sagst und ich das als Gymnasiallehrer auch locker hinkriege, dann scheint das Studium wohl wirklich nur aus Singen und Klatschen zu bestehen. Vielleicht ist die Arbeit aber doch einfach anders, als an Gymnasien und das Studium ist nicht überflüssig. Wer weiß.

    Irritierend an deiner Aussage finde ich nur, dass sich scheinbar der Unterricht mit Kindern mit Förderbedarf negativ auf deinen Spaß an der Arbeit auswirkt.

    Ich möchte Informatik und Englisch unterrichten, auch gerne im Leistungskurs (da es bei uns außer mir nur eine andere Person gibt, die Informatik unterrichtet, hatte ich auch schon zwei Informatik Leistungskurse gleichzeitig). Im Fach Englisch macht mir Grammatik- und Lektüreunterricht besonderen Spaß.

    Das gibt es an einer Förderschule, egal mit welchem Förderschwerpunkt, aber alles nicht.

    Der Satz ist einfach unreflektiert. Dass du lieber mit Kindern ab 10 als mit Kindern ab 6 arbeiten wolltest, kann ja sein. Aber dass du es für unzumutbar hältst, mit Menschen zu arbeiten, die eine Behinderung haben ist leider tatsächlich menschenfeindlich.

    Nicht mit kleinen Kindern arbeiten zu wollen, weil diese einen geistigen Entwicklungsstand haben, mit dem man nicht gut klar kommt, ist ok, aber nicht mit geistig behinderten Kindern arbeiten zu wollen, weil diese einen geistigen Entwicklungsstand haben, mit dem man nicht gut klar kommt, ist menschenfeindlich? Spannend.

    Zitat

    Mit fällt auch kein Beruf ein, indem man von vorneherein ausschließen könnte, mit Behinderung in Kontakt zu kommen und das ist auch gut so.

    Hm? Es geht hier um pädagogische Verantwortung und Unterricht, nicht um Kollegen. In (fast) keinem anderen Job wird man gegen seinen Willen dazu gezwungen, Verantwortung für geistig Behinderte oder kleine Kinder zu übernehmen.

    Zitat

    Davon abgesehen finde ich es auch schade, dass du über rudimentäre Berührungsängste nicht hinausgekommen bist, aber damit stehst du leider nicht allein.

    Komm mal von deinem hohen Ross runter.

    Ich habe immermal wieder Schüler mit Asperger im Unterricht; vor allem der Informatik LK scheint, neben dem Mathe LK, in dieser Hinsicht besonders anziehend zu sein. Wir haben auch Schüler im Rollstuhl, halb blinde Schüler, Kleinwüchsige usw. usf. Insbesondere körperliche Behinderungen sind für mich kein Problem. Warum auch? Bei den Schülern mit Asperger muss man je nach Ausprägung manchmal das Ein oder Andere beachten, kann aber generell normalen Unterricht machen.

    Das ist aber alles nicht dasselbe, wie auf unbestimmte Zeit im Förderschwerpunkt GE zu arbeiten. Ein bisschen Spaß möchte ich bei der Arbeit schon haben. Und ich bin nicht wegen strahlender Kinderaugen Lehrer.

    Bitte? Wo wird denn der Begriff "Arbeitswelt" legaldefiniert?

    Die Arbeitswelt umfasst alle Erwerbstätigen, also Arbeitnehmer, Selbständige, Freiberufler, Beamte, Soldaten, Richter, ...

    Dienst und abhängige Beschäftigung sind zwei Paar Schuhe. Im Allgemeinen sind Beamte im Arbeitsrecht, Arbeitskampf und Ähnlichem nicht betroffen. Als Beamter stehst du nicht in einem Arbeitsverhältnis.

    Warum schreiben wir hier dann in einem gemeinsamen Internetforum mit beruflicher Grundlage?

    Diese Einstellung zeigt mir mal wieder, warum es für mich richtig war, mich gegen das Gymnasiallehramt entschieden zu haben.

    Hätte aber kein - spezifisches - Problem damit, an ein Gymnasium abgeordnet zu werden. Wird aber nicht passieren. Schließlich mache ich nicht denselben Job.

    Keine Ahnung, was dein Problem ist.

    Meiner Meinung nach ist es abwertend zu behaupten, jeder dahergelaufene Gymnasiallehrer könne easy peasy den Job eines Grundschullehrers oder Förderschullehrers machen. Ich habe weder im Studium noch im Ref noch in der Berufspraxis irgendetwas mit Primardidaktik, Schriftspracherwerb oder mit Förderschwerpukten zu tun gehabt. Dass du am Gymnasium guten Unterricht machen kannst, ist deutlich wahrscheinlicher, als das ich an einer Grund- oder Förderschule guten Unterricht machen kann.

    :?:

    Es ist eine Schule, an der es Schülerinnern und Schüler gibt, die sie als Lehrer unterrichten sollen.

    Dafür haben sie sich entschieden: Lehrer zu werden, um Schüler zu unterrichten.

    Insofern kann ich deinen Beitrag nicht nachvollziehen: "geht gegen alles" ...

    Ich habe keine Ahnung, wie man 6 bis 10 Jährigen Lesen, Schreiben und Rechnen beibringt. Wie man mit Kindern mit diversen geistigen Einschränkungen arbeitet, weiß ich auch nicht. Ich habe mich zudem bei der Lehramtswahl bewusst für Gymnasien und gegen Grund- sowie Förderschulen entschieden. Förderschullehrer und Grundschullehrer machen nicht denselben Job, wie Gymnasiallehrer und Sek I Lehrer.

    Ich hab neulich ein Interview mit jungen Bundestagsabgeordneten gehört, die sind schon nach ein paar Monaten ziemlich ernüchtert gewesen.

    Bund und Länder/Kommunen sind unterschiedlich. Auf kommunaler Ebene kann man schon ohne eigenes Mandat einiges erreichen, wenn man sich entsprechen dafür einsetzt (und Unterstützer mobilisieren kann).

    Dass man bei den Strukturen des Bundes alleine nicht viel erreichen kann, dürfte niemanden wundern.

    Als flexibler und leistungsstarker Single mit Studium verdient man, was ich so mitbekomme, in der freien Wirtschaft und der richtigen Branche schnell mehr, als man als Lehrer überhaupt erreichen kann, gerade heute, und fast unabhängig vom Studienfach (wobei Orchideenfächer wie Sinologie, Philosophie oder Arabistik noch deutlich bessere Chancen bieten als Grundschullehramt).

    Das ist verzerrte Wahrnehmung.

    Dafür gibt es an nicht wenigen Schulen Präsenzzeiten, die hier im Forum aber auch schon sehr umstritten waren. Jede Lehrkraft hat dabei 1-2 Präsenzzeiten im Plan ausgewiesen. Ich persönlich empfinde diese als sehr entlastend, da man deutlich besser planen kann, wann man zu einer Vertretung herangezogen werden könnte und wann man sich andere Termine legen kann. Es kommt nur äußerst selten vor, dass doch einmal außerhalb der Präsenzzeiten ein Vertretungseinsatz erfolgt, dann aber gerade nicht in Verbindung mit spontaner Anfahrt.

    Das ist bei uns auch so geregelt und ich empfinde das auch als entlastend (für mich und für alle anderen, inklusive den Vertretungsplanern).

    Wer erst um 10h Unterricht hat, muss online schauen, ob er nicht ggf ab 8h vertreten muss.

    Ich bezweifle, dass das alle Kollegen so mitmachen. Genauso, wie die Krankmeldung bis 6:15 Uhr. Das kann nicht funktionieren und das tut es bei euch auch ganz sicher nicht so, wie du es darstellst.

Werbung