Beiträge von Schmidt

    Hallo zusammen,

    wegen der extrem hohen Arbeitsbelastung an der Schule (arbeite an einer Gesamtschule seit 8 Jahren), spiele ich schon länger mit dem Gedanken, einen Teilzeitantrag zu stellen. Ganz ehrlich: mir ist mitlerweile meine Gesundheit wichtiger als mein Gehalt. und es wird auf keinen Fall besser! Eher schlimmer habe ich das Gefühl....die Schule entfernt sich von dem, was die Kinder brauchen.
    Naja, ich habe auch eine Familie zu versorgen und eine Partnerin, die wahrscheinlich auch nicht so begeistert ist, wenn ich auf einmal 30-40% weniger verdiene.

    Was sagt ihr denn zu dem Thema? und macht es überhaut Sinn, nur einen Teil zu arbeiten oder sind die die Aufgaben, die neben dem unterricht anfallen einfach zu viel, sodass man keinen Effekt hat?

    Sprich mit deiner Partnerin. Rechnet durch, wer wieviel verdient, wieviel Geld ihr braucht und auf wieviel du reduzieren kannst, ohne, dass euer Lebensstandard zu sehr sinkt. Vielleicht kann deine Partnerin auch etwas mehr arbeiten, sollte sie zur Zeit in Teilzeit sein.

    Wenn deine Partnerin ernsthaft zu denjenigen gehört, denen es wichtiger ist, dass ihr "Macker" Kohle ranschafft, als dass es ihrem Partner gut geht, dann such dir eine andere Partnerin. Dass man Angst vor Wohlstandsverlust hat, verstehe ich. Aber es gibt einiges, das deutlich wichtiger ist (solange ein Mindestmaß nicht unterschritten wird). Zum Beispiel die Gesundheit und das Wohlbefinden.

    Ob es in deinem individuelle. Fall Sinn ergibt, hängt davon ab, wie Teilzeit an deiner Schule gehandhabt wird (gibt es ein Teilzeitkonzept?) und wieviel du reduzieren willst.

    (Sorry. So sehr ich Quittengelee widersprochen habe, hat sie insofern Recht, dass dein Problem schon länger nicht mehr direkt angesprochen wurde.)

    Es sind auch nicht alle Menschen mit dunkler Hautfarbe selbst an Ungleichheit und Diskriminierung Schuld, obwohl es mal einen US-Präsidenten mit dunkler Hautfarbe gab.

    Hat das jemand behauptet? Du vermischt zwei Themen, die vollkommen unterschiedlich sind.

    Zitat

    Die von dir angesprochene Kollegin ist eben nicht alleine mit dem Problem, sondern es betrifft tausende Familien. Von "steuerpolitischen Fehlanreizen" über mangelnde Kitaplätze bis hin zum Rollenbild, was "männlich" ist, zählen dort viele Faktoren rein. Guck mal, was während des Lockdown los war, wer sich im "Homeoffice" um ddie Kinder gekümmert hat.

    Das Ehegattensplitting gilt in beide Richtungen. Ich habe bspw. die V, meine Frau die III, weil sie mehr verdient. Augen auf, bei der Berufswahl. Die mangelnden Kitaplätze betreffen in einer gleichberechtigten Partnerschaft auch beide gleichermaßen. Wer sich im Homeoffice um die Kinder kümmert, klärt jede Familie für sich.

    Du beschreibst nur Situationen, die mündige, gleichberechtigte Erwachsene miteinander klären müssen. Wenn überhaupt ist das gesellschaftliche Problem, dass Erwachsene, die ein Leben miteinander führen, nicht miteinander reden können.

    Zitat

    Mancher scheint hier auch zu vergessen, dass nicht alle Deutschen unkündbare Lehrkräfte mit eigenem Häusle sind.

    Was genau hat das mit meinem Beitrag zu tun?

    Zitat

    Und um auf den TE zurückzukommen, dessen Problem hier in soundsoviel Beiträgen ignoriert wurde, ihn betrifft das offenbar genauso. Denn unter anderem schreibt er, dass er Angst habe, dass seine Partnerin von ihm erwarte, den Lebensstandard zu halten und volle Leistung im Beruf zu bringen. Natürlich muss am Ende er das mit seiner Frau verhackstücken, aber er ist damit bei Weitem nicht alleine.

    Er soll halt mit seiner Partnerin über seine Gedanken reden. Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich das noch schreiben soll. Wenn die Partnerschaft etwas wert ist, dann kanan er das. Wenn die Partnerschaft nur darauf aufgebaut ist, dass er der Ernährer ist, die beiden nicht miteinander reden und sie weg ist, sobald er nicht mehr "genug" Geld ranschafft, ja gut dann kann man es mit der Partnerschaft auch gleich sein lassen. Das ist dann eine klassische dysfunktionale Beziehung. Ein bisschen Selbstwert

    Zitat

    Viele, viele andere Väter sind in Betrieben beschäftigt, in denen an ihrer Männlichkeit gezweifelt wird, wenn sie länger als 3 Wochen Elternzeit nehmen und Karriere kann man bei Teilzeit auch knicken. Männer gehen (statistisch gesehen) immer noch viel seltener in Teilzeit und wenn, dann eher, um eine Weiterbildung zu machen und ihre Karriere voranzutreiben. Es liegt nicht nur an der einzelnen angesprochenen Person, sondern ist ein multifaktorielles Problem, das man benennen können muss und soll, um es zu ändern. Auch, wenn die Debatte hier nur dazu dient, dass der TE sich guten Gewissens fragen darf, ob er nicht einfach Teilzeit genießen darf, so "als Mann".

    An den statistischen Daten zweifle ich offensichtlich nicht. Versuch doch mal selbst weiter zu denken. Gesetzlich gibt es eine Gleichstellung. Damit ist der Staat raus.

    Jetzt sind die Menschen, die die Gesellschaft bilden, selbst dran.

    Menschen müssen mit ihren Partnern darüber sprechen, wie sie sich ihre Beziehung vorstellen (und zwar bitte rechrzeitig nicht erst wenn die Kinder schon fast aus dem Haus sind).

    Frauen müssen sich (wenn sie es wirklich als Problem empfinden, potentiell weniger als ihr Partner zu verdienen) für besser bezahlte Berufe entscheiden (mittelfristig; langfristig führt das hoffentlich dazu, dass soziale Berufe noch besser bezahlt werden; wenn sich genug Dumme finden, die das machen, dann gibt es dafür keinerlei Anreiz).

    Männer müssen sich selbst von merkwürdigen "Männlichkeitsbildern" losmachen.

    Eltern (in der aktuellen Generation noch insbesondere Mütter) müssen aufhören, ihre Kinder "männlich"/"weiblich" zu erziehen.

    Usw. usf.

    Um ehrlich zu sein, glaube ich aber gar nicht, dass die Situation generell als großes Problem empfunden wird. Es ist ein einfaches Problem, weil es daran von außen gar nicht viel zu ändern gibt. Man kann sich super darüber aufregen, ohne, dass es Konsequenzen hat und zur Zeit stößt man damit als Frau auf offene Ohren, kann sich als einer Gruppe armer, gebeutelter Frauen zugehörig fühlen. Mit dem eigenen Partner zu sprechen, Aufgaben anders aufzuteilen, selbst wieder mehr zu arbeiten, puh, das klingt schon anstrengend. Also lieber alles so weiter, ein bisschen diffus beklagen, dafür Zuspruch von anderen Frauen in der selben Situation bekommen und bloß keine Veränderung herbeiführen. So schlimm scheint es dann doch nicht zu sein.

    Und ja, Männer sind in den meisten Fällen durchaus bereit dazu, Aufgaben zu übernehmen. Man muss nur mit ihnen reden. "Buhu, mein Mann sieht dies und das und jenes nicht." bringt dabei nichts.

    Zitat von Himmel96

    Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll und ich glaub iwie, die glauben mir meine Krankmeldung nicht. Ich hab das Gefühl, ich bin unten durch und ich merke mich dauernd rechtfertigen zu müssen

    Du antwortest deinen Mentoren noch einmal und sagst ihnen, dass du 1. die Vorbereitung noch nicht hast, sie also nicht schicken kannst; 2. du krank geschrieben bist, also nicht für schulische Belange zur Verfügung stehst; 3. du dich unter Umständen in der nächsten Woche meldest, um das weitere Vorgehen zu besprechen, du dich jetzt aber erstmal auskurieren wirst.

    Wenn du möchtest, kannst du noch mitteilen, was laut deiner Sequenzplanung inhaltlich dran wäre; das hilft in erster Linie dir selbst.

    Dann machst du den Rechner aus, stellst die Push Benachrichtigungen für E-Mails aus, legst dich hin und atmest tief durch. Wenn du ein bisschen runter gekommen bist, machst du etwas Schönes, das dir gefällt (und mit deiner Verletzung möglich ist). Den Rest der Woche ruhst du dich ausgiebig aus.

    Ab Montag kannst du dir dann überlegen, ob du wieder an die Schule denken willst.

    Solltest du wirklich "unten durch" sein, wovon ich nicht überzeugt bin, dann sind deine Mentoren menschlich unterste Schublade und du brauchst dich ihnen gar nicht mehr verpflichtet fühlen. Du kannst nichts dafür, dass du verletzt bist. Das gehört zum Leben dazu.

    Beispiel: irgendso ein i5-Prozessor, 500GB SSD, 8GB Arbeitsspeicher. Selbst teams und 5 Anwendungen parallel bringen den nicht ansatzweise in die Knie. Mit dem Lauern auf ein Angebot wurde der statt ca. 650 "nur" 550 teuer.

    Statt einen Laptop mit i5 (vermutlich aus der vorletzten Generation) zu kaufen, ist es sinnvoller sich nach Ryzen Systemen umzusehen. Plattenspeicher gibt es bei neuen Notebooks der letzten +/- 5 Jahre auch nicht mehr.

    Aber abgesehen davon, dass deine Anagaben inhaltlich etwas veraltet sind, stimmt das natürlich.

    Den Unterschied zwischen der Lieferung von Munition zur reinen Selbstverteidigung (hier Luftabwehr) zur Lieferung von schweren Offensivwaffen (Kampfpanzer) siehst du aber schon, oder?

    Beides dient dazu, Löcher zu machen. Außer einem imaginären, pseudo-intellektuellen Unterschied, gibt es da keinen.

    Und ja, natürlich braucht es im Krieg auch Offensivwaffen, um die Verteidigungsfähigkeit eines souveränen Staates sicherzustellen. Anders bekommt man den Feind nämlich nicht mehr aus dem eigenen Land raus.

    Liest sich stark nach "Last generation"...

    Alternativ "irgandwas mit Medien" oder "Influenzer". Da brauchts den ganzn Schulkram nicht, nur ein veganes Handy.

    ...achso... und ab und an mal Strom aus der Steckdose.

    Als Mitglied der "Letzten Generation" wird natürlich stilecht mit einem (natürlich von Mama und Papa bezahlten) iPhone getwittert. Warum sollte man über sich selbst nachdenken, wenn die anderen Schuld sind?

    Einen Zuschuss zur Anschaffung eines eigenen Gerätes fände ich viel sinnvoller.

    Sehe ich auch so.

    Zitat

    Ich musste mir kürzlich einen neuen Laptop kaufen, der mit 900 Euro zu Buche schlug und die ich mal wieder komplett aus eigener Tasche zahlen musste.

    Wobei 900 Euro deutlich zu teuer für ein ausschließlich dienstlich genutztes Gerät sind. 500 - 600 Euro reichen dafür vollkommen. Für 700 gibt es schon ein Ideapad Flex mit ausreichender Ausstattung.

    Ich tippe auf VSS in Hessen. Dabei geht es eher darum, die Leute zu beschäftigen und die Aufsichtspflicht zu erfüllen. Wenn es keine Arbeitsaufträge gibt, erwartet niemand von dir ernsthaft, dass du "richtigen" Unterricht machst. Die Idee, Grundlagen üben zu lassen ist gut.

    Schau dir das Kerncurriculum/den Lehrplan an (für die fünfte Klasse auch aus der Grundschule) und schau in Mathebücher.

    Es schadet auch gar nicht, in der 10. Klasse nochmal Grundlagenstoff zu wiederholen, der aus der 5./6./7. Klasse stammt. Der muss sitzen, damit Mathe in der Oberstufe kein Desaster wird.

    Die Arbeitsblätter machst du selbst. Das geht schnell. Bei der Gelegenheit kannst du für dich auch gleich überprüfen, auf was du beim Blätter machen achten solltest, und hast schon die ersten Teile für deine Materialsammlung, wenn du die Blätter gewissenshaft erstellt hast. Übertreibe es aber nicht. Wenn das wirklich VSS ist, wirst du für die Vorbereitung nicht bezahlt.

    Mich wundert etwas deine Erwartungshaltung an die Schulleitung, du trittst eine Vertretungsstelle an, das bedeutet, du wirst dafür bezahlt. Warum sollte sich automatisch jemand dafür verantwortlich fühlen, dir Material zu beschaffen?

    Wo steht denn, dass das so erwartet wird?

    Im Post steht lediglich die Feststellung, dass durch die Schulleitung keine Hilfe angeboten wurde. Wenn man den ersten Tag an einer Schule arbeitet, darf man das ruhig feststellen.

    Mein Mann kocht meistens, aber das ist ja der schöne Teil.

    Ihr scheint ein massives Kommunikationsproblem zu haben. Statt dich diffus darüber zu beklagen, dass "Männer" sich nicht beteiligen, solltest du mit deinem Mann sprechen. Daraus brauchst du kein gesamtgesellschaftliches Problem konstruieren. Die Aufgabenverteilung mündiger Erwachsener, können diese Erwachsenen nur miteinander klären. Mit jemandem, der so ganz andere Vorstellungen von der Aufgsbenverteilung in der Familie hat, darf man sich dann eben nicht fortpflanzen.

    Doch, hier wollen ja Menschen mehr von den Verdiensten und Arbeitsbedingungen "draußen" wissen als ich. Bzw. glauben das. Und da ständig zu schreiben: "Nee, das stimmt so nicht" und "nee, das glauben wir dir nicht", was ist das Anderes als Bashing?

    Du bist nicht im Gefängnis, was soll der "draußen" Spruch? Und ja, einige hier haben bereits mehr oder weniger lange außerhalb der Schule gearbeitet. Da hast du nicht die einzig wahre Perspektive gepachtet. Und stell dir vor: auch als Lehrer hat man nicht nur andere Lehrer im Freundes- und Bekanntenkreis.

    Ganz ehrlich: wenn du dich auch im Ref so benommen hast wie hier, wundert es mich überhaupt nicht, dass du einen schweren Stand bei deinen Kollegen hattest/hast. Entspann dich und rede vielleicht mal mit Menschen, außerhalb deiner Blase. Das hilft bei einer realistischeren Perspektive.

    Da steht nichts Neues. Nichts davon ändert etwas daran, dass du ausgebeutet wurdest (von einem Chef, der sicher nicht auf seine Gewinne verzichtet hat) und gegen Arbeitsrecht verstoßen hast.

    Abhängig davon, wie alt die SuS sind, ist das mit den Überstunden so oder so schwierig.

    Zumal ein guter Ausbildungsbetrieb dafür sorgt, dass die Azubis gerade keine Überstunden machen.

    Dass 80 Stunden pro Woche für 2000 Euro netto (ich komme kaum aus dem Kopfschütteln raus, wie man sich das auch noch schön reden kann) nicht dasselbe sind, wie ein paar Überstunden, wenn es punktuell mal notwendig ist, brauche ich dir sicher nicht erklären.

    Wie die „Beziehung“ aus der anderen Richtung wahrgenommen wird, sieht man, wenn man die jungen Menschen jubeln hört, wenn sie erfahren, dass (vermutlich wegen Krankheit einer Kollegin) Unterricht ausfällt.

    Hä? Natürlich freuen sich SuS, wenn der Unterricht ausfällt. Und natürlich machen sich SuS Sorgen um ihre Lehrer (mit denen sie eine Beziehung aufgebaut haben), wenn die wegen Krankheit längerfristig ausfallen. Dass das nicht deren Lebensmittelpunkt wird und ihnen keine schlaflosen Nächte ist ok. Die SuS sind auch nicht mein Lebensmittelpunkt und machen mir auch keine schlaflosen Nächte.

    Ich komme auch aus der Praxis und habe vor dem Lehramt (das ich noch mal grundständig studiert habe), Informatik fertig studiert und einige Jahre gearbeitet.

    Das, was du beschreibst, kannst du dir schön reden, sicher. Das ändert nur nichts daran, dass du dich hast ausbeuten lassen. Dein Chef bzw. der Inhaber der Agentur hat sich die Taschen voll gemacht und ausgenutzt, dass er genug Dumme findet, die für ihn 13 Stunden am Tag schuften und damit Arbeitsrecht brechen. Dass viele andere genauso dumm sind, ist keine Begründung dafür, das selbst so weiter zu machen.

    Einer meiner besten Freunde ist Graphikdesigner (mit Diplom Studium) und verdient in der Agentur, in der er arbeitet mehr als du verdient hast. Bei 36 Wochenstunden (punktuell mehr, das kann er aber immer abfeiern).

    Ea gibt für gebildete Menschen (in diesem Fall heißt das, mit Ausbildung oder Studium) immer Alternativen zu dieser Art arbeitsrechtswidrigen Ausbeutung.

    Dass du hier nicht zugeben willst, dumm gewesen zu sein, ist in Ordnung. Aber bitte erzähl deinen SuS nicht so einen Unsinn, wie du ihn hier im Bezug auf Arbeit erzählst.

    Äh, was? Beziehung? Welcher Art soll die sein? Mir begegnen jeden Tag etwa hundert verschiedene junge Menschen. Ich kriege mit Mühe und Not deren Namen zusammen. Ich kann die überhaupt nur als Individuen wahrnehmen, wenn sie mir gegenübersitzen. Wenn ich nicht da bin, habe ich zu denen keine weitere Beziehung als die Call-Center-Mitarbeiterin zu den Kundinnen, mit denen sie gerade nicht spricht.

    Wow. Soviel emotionale Distanz habe nicht mal ich. Und mir wird schon öfter mal vorgeworfen, vollkommen unempathisch zu sein.

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