Beiträge von Schmidt

    Ich würde meinem Kind, wenn es prinzipiell auf dem Gymnasium zurecht käme, niemals eine Gesamtschule antun. Unterforderung ist Gift. Ich musste das selbst erleiden und es hätte mich beinahe mein Studium gekostet, denn Dank ständiger Unterforderung musste ich nie lernen und habe das Lernen lange nicht, nunja, gelernt. Meine persönliche Erfahrung deckt sich auch mit meiner, zugegeben etwas mickrigen, Erfahrung als Lehrer an einer Geaamtschule und den Erfahrungen von Freunden und Bekannten.
    Gesamtschulen sind Realschulen für Schüler, deren Eltern nicht akzeptieren wollen, dass ihre Kinder auf einem Gymnasium fehlplatziert sind. Oder für Idealisten, die es nicht besser wissen.

    Und warum muss sie das extra kommunizieren, statt dass wenn ein Kind Thema wird, einfach ergebnisoffen die Frage angegangen wird? Weil es gesellschaftlich als Norm angenommen wird, dass die Frau das Kind erzieht. Wenn sie sich an diesen Standard nicht halten will, muss sie das kommunizieren. DASS eine Frau mit der Standardrollenverteilung brechen kann, bestreite ich garnicht. Aber dass es den Standard (verbunden mit entsprechenden Erwartungen) gibt, halte ich für evident. Das ist sexistisches Gedankengut, das unsere Gesellschaft noch immer sehr stark durchzieht.

    Daran ändert sich durch Frauenquoten und bevorzugte Behandlung nichts. Es ändert sich nur etwas, wenn so viele Frauen den Wunsch kommunizieren, dass es irgendwann die Norm ist, darüber zu diskutieren.
    Bei uns war von Anfang an klar, wer "daheim bleibt": ich, denn meine Frau hat schon immer deutlich mehr als ich verdient und mein Job macht es wirklich einfach. Solange Frauen aber eher Geisteswissenschaften als Informatik studieren und aufgrund ihrer Berufswahl in der Regel weniger verdienen als Männer, ist es für gewöhnlich irrational, wenn er daheim bleibt und sie weiter arbeitet. Und da Frauen sich nach wie vor lieber mit Männern einlassen, die einen mindestens gleichen, besser höheren Bildungsstand bzw. Status haben, wird sich daran erst mal nichts ändern. Das ist nicht sexistisch, sondern rational. Zumindest, wenn man der Meinung ist, dass es wichtig ist, die Familie auch finanziell bestmöglich zu versorgen.

    ("Frauen" und "Männer" ist immer statsitisch gedacht. Dass es individuell ganz anders aussehen kann, ist ja offensichtlich.)

    Sehr viele Frauen übernehmen aber ganz freiwillig das Zepter in der Kindererziehung und nicht selten hat man den Eindruck, dass sie beruflich gerne kürzer treten.

    Eben. Die meisten Frauen sind offensichtlich zufrieden damit, Kinder zu erziehen, keiner oder wenig Erwerbsarbeit nachzugehen und den Männern das Geldverdienen zu überlassen. Ich sehe irgendwie nicht, warum das ein Problem sein soll. Es steht doch jedem (m/w/d) frei, sein Leben zu gestalten, wie er/sie/es möchte. Wir sind doch in Deutschland in der luxuriösen Position, dass Bildung quasi kostenlos ist, es jede Menge Unterstützung finanzieller und ideeller Art gibt und Frauen absolut gleich gestellt sind. Wenn eine Frau nicht daheim bleiben und Kinder erziehen will, dann muss sie das eben kommunizieren und die Umsetzung planen.

    Das formulierst du so negativ, Frauen kommunizieren tendenziell vielleicht anders und in einer männlich dominierten Welt ist das eben von Nachteil, aber nicht falsch. Oder hältst du Donald Trump für eine gute Führungspersönlichkeit, weil er sich aufführt, wie ein Arschloch und genau gegenteilig verhält, wie von dir beschrieben?
    Und die Kinderfrage ist nach wie vor eine weibliche. Elternzeit, Teilzeit und Karriere adé nach wie vor häufig ein Problem. Ganz zu schweigen von den Alleinerziehenden, die nach wie vor meist Mütter sind.
    Dafür wird hoffentlich niemand ernsthaft die Frauen verantwortlich machen wollen.

    Frauen sind keine Kinder, die man in Schutz nehmen muss. Wenn eine Frau im Berufsleben bestehen will, muss sie, genauso wie ein Mann, selbstbewusst auftreten, an den richtigen Stellen Verantwortung und Anerkennung einfordern, aber sich auch strategisch zurücknehmen können. Das ist überall so, wo es Konkurrenz gibt und daran ist auch nichts auszusetzen. Dass Trump dafür kein gutes Beispiel ist, sollte offensichtlich sein.

    Und hier liegt das Problem. Frauen begeben sich freiwillig (zumindest in Deutschland) in eine passive Opferrolle. Und statt sich aktiv zu involvieren, fordern sie von anderen, dass diese doch gesetzlich unmotivierte Bevorzugung verankern sollen.

    Dass sich überwiegend Frauen daheim um die Kinder kümmern, dafür kann niemand etwas, außer den Frauen selbst. Es gibt genug Männer (und die Zahl steigt stetig), die gerne, zumindest zeitweise daheim bleiben. Wenn man sich an jemanden bindet, muss man eben vorher prüfen, ob die jeweiligen Lebensentwürfe zusammen passen. Ich habe übrigens vor kurzem einen Artikel gelesen, in dem die Rede davon war, dass die meisten Frauen vollkommen zufrieden damit sind, Teilzeit oder gar nicht zu arbeiten. Das ist also offenbar gar kein so großes Problem. Wie oben schon mal geschrieben: Frauen sind keine Kinder, die man besonders schützen muss. Frauen sind eigenständige Personen, die Entscheidungen treffen können und müssen.

    Was die Alleinerziehenden angeht: zumindest in meinem Bekanntenkreis haben sich immer die Frauen von ihrem Partner getrennt. Ich weiß, dass das keinen statistischen Wert hat und die Gründe für Trennung vielfältig sind, aber dass immer die bösen Männer dran schuld sind, ist doch etwas weit hergeholt.

    Richtig, das hat vielfältige Gründe. Warum haben sie das Nachsehen? Z.B. durch die Kinderbetreuung oder teilweise tatsächlich daran, dass Frauen ganz klassisch sexistisch gesehen von Vorgesetzten und männlichen Kollegen anders behandelt werden. Da nach wie vor Männer in Führungspositionen überrepräsentiert sind etc.pp., hat das also nichts mit "überzeugen" zu tun, sondern mit Gesetzgebung.
    Ausgangsfrage war: warum niedrigere Besoldung in der Lehrergruppe, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt wird. Interessante Frage, wo sind hier Henne und Ei?

    Sie haben das Nachsehen, weil sie sich nicht organisieren, stille Mäuschen sind, sich nicht trauen, den Mund aufzumachen, sich viel schneller unterordnen als Männer und sich selbst gerne in eine passive Position begeben. Es gibt (in Deutschland) keine systematische Diskriminierung von Frauen (mehr). Das zeigen zig Frauen, die es ganz selbstverständlich in Führungspostitionen schaffen, ihr Leben selbstbewusst und aktiv gestalten und gar nicht auf die Idee kämen, sich anders behandeln zu lassen, nur, weil sie Frauen sind.

    Zum Ausgangsthema: wenn die Ausbildungsdauer (Studium + Vorbereitungsdienst) gleich lang ist, sollten auch alle die gleiche Grundbesoldung erhalten. Dass "höhere" Lehrämter im Berufsalltag aufwändiger (!= wichtiger) sind, sollte aber durch Zuschläge auch abgebildet werden. Dann würden zwar Gymnasiallehrer immernoch mehr verdienen als Grundschullehrer, aber in der Summe hätten alle mehr.

    Wenn Kapitalisten diejenigen sind , die ihr Geld für sich arbeiten lassen und nicht lohnabhängig sind, dann gibt es davon sehr viele. Auch einige, die sich da hin gearbeitet haben. Unternehmertum oder freiberufliche Tätigkeit in einem gefragten Feld sind gute Wege, das zu erreichen. Unternehmer und Freiberufler arbeiten auch, und das nicht zu knapp. In der Regel sogar deutlich mehr als die meisten Angestellten. So, wie meine Frau, dank der wir ausgesorgt haben. Und nein, sie kommt nicht aus reichem Hause, sondern aus einem Haushalt mit alleinerziehender Hartz IV Mutter. Das hat sie sich alles selbst erarbeitet.
    Auch viele der Super-Reichen arbeiten nach wie vor.
    Dass Peter Schmidt mit seinem 9 to 5 Job im ÖD nicht reich wird sollte selbstverständlich sein. Wie/warum auch?
    Da die meisten Menschen nicht nur keine Lust auf den Stress haben, sich politisch zu engagieren, sondern auch zu faul/zu träge/intellektuell nicht dazu in der Lage sind, sich unternehmerisch zu betätigen und/oder sinnvoll zu investieren, haben diejenigen, die nicht faul/träge/"dumm" sind gute Chancen, zu Kapitalisten zu werden. Zwar nicht in Bezos-Dimensionen, aber mit ein paar Millionen auf dem Konto oder wenigstens soviel, dass sie irgendwann nicht mehr arbeiten müssen, wenn sie nicht wollen.

    (Zu den anderen Punkten schreibe ich unter Umständen später noch etwas.)

    Über was wird hier eigentlich geredet? Ein System, in dem alle gleich sind kann es nicht geben. Der Kapitalismus ermöglicht es, hier im Forum zu schreiben, im warmen, trockenen Haus zu sitzen, in Urlaub zu fahren, den Beamtenstatus zu genießen usw. Ist doch alles, aus deutscher Perspektive, gut.
    Das System ist hinreichend durchlässig, so dass jemand mit Intelligenz, Ehrgeiz, Durchhaltevermöge und etwas Glück es, zumindest in Deutschland, zu einem nennenswerte Wohlstand bringen kann und auch alle anderen müssen nicht verhungern.
    Die meisten Menschen, zu denen die Kritiker in diesem Thread offensichtlich auch gehören, haben doch gar kein Interesse daran, ob aus Unwilligkeit, Faulheit, oder weil sie intelligenzbedingt nicht können, etwas zu ändern oder sich selbst so abzuarbeiten, dass sie zu den "Reichen", zu den Kapitalisten, aufsteigen. Es ist ja auch viel bequemer, im Internet zu jammern, darüber zu klagen, dass sich eh nichts ändert und ansonsten sein gemütliches Leben zu leben.
    Mir ist im Leben noch kaum jemand begegnet, der nicht selbst an seiner Situation schuld war. Im Positiven wie im Negativen.

    Was ist die Alternative? Über was wird sich hier eigentlich beklagt?

    jup, den Tipp gebe ich gerne den mir bekannten Frauen, die dank einer Vorsorge irgendein Krebs entdeckt haben. Oder leider nicht allen, da zwei leider zu spät waren. Was so alles in 4-5 Jahren im Körper passiert, wenn man nicht zum Arzt geht. Jedem seine eigene Wahl, ich bezahle tatsächlich lieber meine Vorsorge.

    Da kommt nur Gebärmutterhalskrebs in Frage, der bei einem sofortigen Arztbesuch beim Auftreten von Symptomen gut behandelbar ist. Und wie gesagt, kommen ab 40 dann noch diverse Vorsorgeuntersuchungen hinzu, etwas anderes habe ich nicht gesagt. Dafür muss man aber auch nicht mehrmals im Monat zum Arzt.

    ich wundere mich immer wieder, dass so wenige Menschen so wenig zum Arzt gehen...Ich meine, es geht nicht nur um den Hausarzt, aber es gibt nicht wenige Fachärzte, die man in regelmäßigen Abständen besuchen sollte. Da ist die Kostendämpfungspauschale eh weg...

    Bis 40 reicht der jährliche Zahnarztbesuch. Ich bin ab und zu mal erkältet oder habe husten und hatte seit ich etwa 14 war keine Löcher in den Zähnen oder andere Beschwerden. Den meisten meiner Freunde geht es ähnlich. Warum sollte ich zum Arzt gehen? Wegen Husten/Erkältung zum Arzt zu gehen bringt rein gar nichts, denn dafür braucht es keine Medikamente, das geht in zwei Tagen von selbst wieder weg.
    Meine Frau geht auch nicht zum Frauenarzt, da es keinerlei Beschwerde gibt. Das Rezept für die Pille hat sie immer für 6 Monate bekommen und der Arzt hat es ohne Untersuchung verlängert/erneuert. Außerdem gibt es noch anderw Verhütungsmethoden.

    Ab 40 kommen ein paar Vorsorgeuntersuchungen dazu, aber warum so viele Kollegen ständig (manche ein bis zwei mal pro Monat) beim Arzt rumhängen verstehe ich nicht.

    @Cadrina

    Mach dir mal die Mühe, die entsprechende Verwaltungsvorschrift und den Gesetzestext selbst zu lesen, statt einfach den ersten google Treffer, der die Frage gar nicht beantwortet, zu zitieren. Erwartet man von Schülern ja auch. ;) Dann erübrigen sich weitere Fragen von selbst. Den Personalrat muss man damit sicher nicht belästigen.

    § 62 LBG NRW + entsprechende VV
    Ja, die Schulleitung darf einen Nachweis, aka Attest, verlangen.

    Dass sie das bei einem Lehrer, der nicht durch häufige oder "günstige" Krankheitstage auffällt, auch tut obwohl sie nicht muss, ist verständlicherweise ärgerlich aber nicht zu umgehen.

    In einer Klasse haben wir ein Projekt gemacht, (bring your own device), ein Schüler wollte die App nicht und schon ist das Ganze geplatzt.

    Es muss ja normalerweise nicht jeder eine bestimmte App haben. Wir haben auch SuS ohne eigenes Smartphone/Tablet in den Kursen und gelegentlich welche, die meine Apps herunterladen möchten, die werden dann in entsprechende Gruppen verteilt.
    Damit, dass irgendein Schüler irgendetwas nicht hat (Buch, Hausaufgaben, Heft,...), muss man so oder so immer rechnen.

    ja, ich bin sehr froh dass wir nicht in einem laizistischen Staat leben.

    Wieso?

    Merschwein Nele hat sehr ausführlich dargelegt, warum christiliche Werte den Grundsätzen eines demokratischen Staates widersprechen.

    Der Bibel folgende, die ja nun mal die Grundlage des christlichen Glaubens ist, muss man beim Verkauf seiner Tochter in die Sklaverei Geld verlangen (Exodus 21:7). hast du schon mal Sonntags Klausuren korrigiert? Wenn ja, musst du leider getötet werden (Exodus 35:2). Usw. usf.
    Wie Meerschwein Nele bereits schrieb: dass in Gemeinden Menschen zusammen kommen, die dsmokratisch humanitär sozialisiert sind, lässt nicht den Schluss zu, dass dies dem christlichen Glaiben entspricht. Und dieser ist es ja, der in Schulen unterrichtet wird.

    Teenstar ist auch in Deutschland relativ gut dabei, ich weiß dass die bei uns in der Schule mal was angeboten haben, inzwischen aber nicht mehr (keine Ahnung was und warum nicht mehr).

    Dass so eine Institution, die Masturbation als schädlich und Homosexualität als Schiksal proklamiert überhaupt an Schulen tätig seib darf ist schon ein Armutszeugnis.


    Zitat von Valerianus

    @Schmidt: Und was genau bringt dich auf die Idee, dass in Deutschland Kirche und Staat strikt getrennt wären im Sinne eines laizistischen Staatswesens? Deutschland ist nicht laizistisch, Deutschland war nie laizistisch und solange unser Grundgesetz besteht wird es auch nie laizistisch sein (Artikel 79, Absatz 3 schützt das in Artikel 7 garantierte Grundrecht auf Religionsunterricht vor Veränderungen). Diese ständige Vermischung von Begriffen wie Demokratie, Laizismus, Meinungsfreiheit, etc. geht mir schon bei meinen Schülern immer auf den Geist, aber hier haben doch alle ein Studium absolviert...

    Wo vermische ich Demokratie, Laizismus und Meinungsfreiheit? Interessant, was du so in Beiträge hineininterpretierst, die dir nicht gefallen. Wo behaupte ich, Deutschland sei laizistisch? Wo steht, dass Religion vollständig aus der Schule verbannt werden muss? Vll hast du es überlesen, aber gerade das fordert hier niemand. Und wieso muss bspw. ein studierter Informatiklehrer automatisch mehr Allgemeinbildung haben, als ein Abiturient? Das ist sicher wünschenswert, aber durch ein Studium nicht automatisch gegeben.
    Und wieso darf man rückständige Staatsprinzipien nicht in Frage stellen? Fragen über Fragen.

    Seit wann will ein Mitglied einer Religionsgemeinschaft automatisch, dass sein Kind in der Schule Religionsunterricht erhält? Die meisten Mitglieder in Fußballvereinen wollen vermutlich auch nicht, dass jedes Kind jede Woche 2 Stunden Fußball in der Schule spielen muss.

    Religion und Glaube ist und bleibt Privatvergnügen. Solange es konfessionellen Religionsunterricht an staatlichen Schulen gibt, existiert keine Trennung von Staat und Kirche. Das hat nichts mit Glauben oder nicht zu tun.

    Es argumentiert hier ja nicht mal jemand generell dagegen, Religionen kennen zu lernen. Im Gegenteil.

    @Morse

    Ich weiß nicht, in welcher Welt du lebst, aber in meiner Wohnung befinden sich keine Geräte, die mich durchgängig in Bild und Ton aufzeichnen, wenn ich "Merkel muss weg" in sozialen Medien propagiere (was ich nicht tue), steht nicht die Polizei vor der Tür, um mich abzuholen usw. Wenn du (irrationale) Angst vor Überwachung per Smartphone hast, besorg dir eine Custom OS, dann hast du, entsprechende Einarveitungszeit vorausgesetzt, volle Kontrolle über dein Gerät. Mit 1984 hat das weder technisch noch sonst wie etwas zu tun.
    Wenn die Überwachung so flächendeckend wäre, wie du behauptest und die Auswertung so effizient möglich wäre, wie du denkst (was sie nicht ist), gäbe es keine geplanten Verbrechen mehr, keine politische Konkurrenz usw.

    Was die Beeinflussung von Wahlen durch soziale Medien angeht, ist das einzig ein Problem schlechter Bildung. Wer gelernt hat, Quellen zu hinterfragen, glaubt auch nicht einfach alles, was er im Newsfeed bei FB sieht, sondern versucht, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren. Ungebildete Menschen (und das sind leider die meisten, unabhängig davon, welchen formalen Bildungsstand sie haben) lassen sich auch ohne soziale Medien leicht manipulieren. Das wird seit Jahrhunderten bspw. von den Kirchen und in letzter Zeit auch bspw. durch die Bildzeitung, sehr erfolgreich betrieben.

    das zwar nicht, aber wenn du nach Wein fürs Abendessen googelst, wird dir auf Facebook die Entzugsklinik im Nachbarort vorgeschlagen.
    Die big 5 Ebay, Google, Amazon, Facebook und Emailanbieter tauschen permanent Werbedaten aus. Cookies holt man sich bei jedem Klick aufs Gerät und welche Algorithmen da sonst so vor sich hinrechnen weiß doch kein Mensch. Auch das Ausschalten von nutzergenerierter Werbung funktioniert nicht. Einmal in der Timeline ein Foto angetippt statt weggewischt, bei Google Maps was gesucht...

    Ich weiß schon, wie das funktioniert. Keine Angst. ;) Die Entzugsklinik wird nicht wegen ein paar mal Wein googlen vorgeschlagen.
    Die Frage ist nur, warum das schlimm sein soll.
    Wenn ich partou nicht will, dass "das Internet" bestimmte Einzelheiten über mich weiß, dann kaufe ich entsprechende Artikel eben nicht bei amazon und like entsprechende Seiten nicht bei Facebook. Ich wüsste aber nicht, warum es google oder die anderen Anbieter nicht wissen dürfen, dass ich die NBA, Playstation, diverse Filme und Lasagne mag. Das sind keine Individuen, die mich als Menschen wahrnehmen.

    Es ist wichtig, zu wissen was mit Daten gemacht wird und wie Business im Internet / digital Business funnktioniert, das ist klar. Man muss seine Aktivität richtig einschätzen, abwägen und reflektieren. "Das Internet" oder die "Big 5" aber generell zu verteufeln, dauerhafte Überwachung zu unterstellen oder sich in seiner Persönlichkeit verletzt/eingeschränkt/ausgespäht zu fühlen, ist deplatziert.

    Ich weiß ja nicht wo Du wohnst, aber in meiner Stadt sind Smartphones allgegenwärtig.

    Wer sollte dich warum ständig abhören? Niemand, nicht Google, nicht "der Staat" und auch sonst niemand interessiert sich dafür, dass du mit deiner Frau über das Abendessen sprichst.
    Vor private Kameralinsen und Mikrophone konnte man auch schon vor 60+ Jahren geraten. Ob sich jemand außer dir und deinen Freunden/Verwandten für dein Privatleben (oder für das irgendeines Menschen ab vom Personen des öffentlichen Lebens) interessiert wage ich zu bezweifeln.
    Google interessiert sich auch nicht für dich als Person.
    Paranoia ist bei solchen Ideen durchaus eine angemessene Bezeichnung.

    Wie WillG schon schrieb, ist es sinnvoll nicht alles mitzumachen und auf seine Daten acht zu geben. Aber diese Vorstellung der Dauerüberwachung und Dauerkontrolle durch Staaten und Unternehmen ist vollkommen realitätsfern. Mit 1984 hat das nicht mal am Rande etwas zu tun. Wer der Meinung ist, dieser Zustand sei (fast) erreicht, sollte sich dieses Werk noch mal zu Gemüte führen.

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