Beiträge von Schmidt

    Von außen schwierig zu beurteilen.

    Ich habe Kolleginnen, die ungefragt Menschen berühren und ihnen bspw. den Arm oder Rücken reiben oder sie ungefragt mit Bussis begrüßen wollen (das stellen die auch nach zigfacher Aufforderung nicht ein) und einen Kollegen, der nicht gelernt hat, was ein angemessener Abstand ist und deshalb fast grundsätzlich zu nah an anderen Menschen steht.

    Kann also auch normales unangebrachtes Verhalten sein. Oder da ist wirklich etwas dran. Solls ja auch geben.

    Lach...immer diese Autos :)

    Ich spreche in meinem Beispiel für einen Golf, den ich vor 8 Jahren für 2600€ gekauft hatte. Soviel zu meinen Maßstäben und Möglichkeiten.

    Ich will dir nicht zu nahe treten, aber wo versickern bei dir jeden Monat 3.000+ Euro?

    Wir kaufen auch nur Gebrauchtwagen und geben aus Prinzip nicht mehr als 6.000 Euro alle 6+ Jahre aus (wird jetzt bei den explodierten Gebrauchtwagenpreisen leider mehr werden), aber das liegt nicht am Nicht-Können sondern am Nicht-Wollen.

    Natürlich würde auch ich mir keinen Porsche oder Tesla kaufen, wenn ich das Geld dafür hätte und es geht mir ja gar nicht um die Autos an sich, sondern die Tatsache, wie viele Leute sich überhaupt sowas leisten können.

    Natürlich könntest du. Du hast nur andere Prioritäten. 500 Euro Leasingrate kann man von 2.900 Euro netto (E13, TV-H, Stufe 3, Steuerklasse I, keine Kinder; in TV-L sind das sogar 3.200 Euro netto) locker bezahlen. Das machen viele Menschen mit 1.000 Euro netto weniger.

    Zitat

    Wer zahlt denen so viel Geld? Ich könnte mir selbst die Leasingrate nicht erlauben, falls ich unbedingt so ein Auto haben müsste.

    Woran scheiterts?

    Zitat

    ist einfach nicht so, dass Deutschland in einer Krise stecken würde, das Geld haben aber andere, nicht die Beschäftigten mit den E oder A-Besoldungen des öffentlichen Dienstes.

    Die Menschen in E-Vergütung/A-Besoldung stehen schon ganz gut da.

    Zitat

    Und wenn es für mich den Anschein hat, dass es für die meisten aus der Mitte der Gesellschaft selbstverständlich geworden ist, einen großen 50-100+k SUV zu fahren, man als Lehrer aber im Traum nicht daran denken könnte, derart viel Geld für einen Konsumartikel auszugeben, macht man sich halt seine Gedanken, wie die Gehaltsstruktur aktuell in Deutschland beschaffen ist.

    Es ist für die meisten aus der Mitte alles andere als selbstverständlich, ein 50.000-100.000 Euro Auto/Neuwagen zu fahren.

    Wir haben aber auch über 500.000 Millionäre in Deutschland. Die fahren in der Regel auch irgendwelche Autos. Das werden keine gebrauchten Polos von vor 20 Jahren sein.

    Hinzu kommen mehrere Millionen Dienstwagen, von denen die meisten SUVs oder große Limousinen sind. Und dann kommt noch das Segment derjenigen, die die Hälfte ihres monatlichen Einkommens für ein Autoleasing ausgeben, damit sie AMG fahren können.

    https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user…hner/index.html

    Hier bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür, wie wohlhaben man im Vergleich zu anderen Menschen ist. Das macht den Blick gleich etwas realistischer.

    Wieso muss eine Person erst den ganzen Text lesen und überlegen, was dahintersteht, um zu antizipieren, ob sie gemeint sein könnte?

    Muss sie nicht. Liebe Kollegen heißt alle (w/d/m). Warum sollte sich irgendeine Kommunikation nur an männliche Kollegen richten? Dass sich Kommunikation nur an weibliche Kollegen richtet, kommt hingegen immer mal wieder vor (dann auch mit der richtigen Ansprache "Liebe Kolleginnen", da es sich explizit nur um weibliche Kollege handelt).

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    Kann man im aktuellen Jahrzehnt nicht erwarten, dass eine Nachricht an alle so verfasst wird, dass nicht ausschließlich Männer angesprochen werden?

    Werden sie nicht. Wir kommst du darauf?

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    Ich bin kein Kollege und kein Lehrer, ergo zähle ich auch nicht zu den Kollegen und Lehrern.

    Richtig, du als Individuum nicht. Deshalb ist für die Ansprache, die sich direkt an dich richter bzw. wenn es um dich als Person geht "Lehrerin" richtig. Es geht aber nicht um dich persönlich, sondern um alle Lehrer, egal welchen Geschlechts.

    Zitat

    Bei letzgenanntem Berufszweig hat man ja inzwischen auch die Begriffe "Lehrkräfte" und "Lehrpersonen", sowas bräuchte es für weitere Berufsgruppen, dann könnte man sich Sternchen etc. sparen. Pflegekraft wäre sowas.

    Damit habe ich kein Problem. Dass es darauf hinausläuft, dass sich solche Hegriffe durchsetzen, halte ich für sehr wahrscheinlich.

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    Denkst du denn nun bei "Erziehern" an männliche, weibliche oder gemischtgeschlechtliche Gruppen von Betreuungspersonen?

    Kommt auf den Kontext an. In der Regel ist das Geschlecht aber gar nicht relevant. Wenn ich "Erzieher streiken bis Freitag" lese, dann ist es mir wurscht, welches Geschlecht die haben. Das ist in dem Kontext einfach ein irrelevanter Faktor. Genauso, wie die Haarfarbe, der möglicherweise vorhandene Migrationshintergrund, die sexuelle Orientierung oder die allermeisten anderen Eigenschaften, die die Gruppe der Erzieher haben könnte.

    Ich würde die Idee von treasure gerne aufgreifen: warum nicht in den nächsten 300 Jahren das generische Femininum verwenden? So ganz simpel und ohne Sonderzeichen? Das müsste doch klappen?

    Lass mich raten: du hattest im Studium keine lingusitischen Veranstaltungen?

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    Und nein, ich bin keine fanatische "Genderin" aber in einer Email mit den Worten "Liebe Kollegen,..." fühle ich mich einfach NICHT angesprochen.

    Wenn es darin um freie Tage oder irgendetwas andere Positives geht, sicher schon. ;)

    Bei mir ist es zB so, dass ich sage "die Schülerinnen und Schüler, die .... machen bitte jetzt dasunddas, die Schülerinnen und Schüler, die...machen bitte zuerst dasunddas", sowas kommt öfter in meinen Fächern vor. Klar sage ich auch mal "die Kids" oder "diejenigen" oder was auch immer, aber ich nutze es schon öfter, auch im Kollegium.

    Warum sagst du nicht einfach "ihr"?

    Den Satz "die Schülerinnen und Schüler machen dies und das" habe ich zuletzt im Ref verwendet (bzw. "die SuS").

    Aber auch die Haltung so einiger Lehrkräfte gegen Inklusion und damit für die Manifestierung von Strukturen von Ungleichheit und Ungerechtigkeit geht mir total gegen den Strich. Dies lese ich hier im Forum zu über 90% von LK aus Gymnasien, Grundschulen und Sek I Schulen. Das alles macht mich teilweise wirklich sehr sehr wütend, weil das meiner professionellen und persönlichen Haltung völlig widerstrebt.

    Ich hoffe, dass du das nach fünf Jahren mit vollem Deputat und 30 Leuten in jeder Klasse immernoch so siehst.

    Muß so ein schlechtes Ergebnis eigentlich von den Gewerkschaftsmitgliedern akzeptiert werden? Wenn es zu Streiks kommt, muss ja jedes Verhandlungsergebnis durch die Ursbstimmung, in der dann mindestens 25% das Ergebnis akzeptieren müssen. Sobald mehr als 75% dagegen stimmen, wird weiter gestreikt.

    Bist du denn Gewerkschaftsmitglied?

    Transfeindlichkeit (um mal ein Beispiel herauszunehmen) ist ein ziemlicher Brocken, der Menschen in Suizid treiben kann.

    Was genau hat das mit dem Gendern zu tun?

    Vielleicht machst einfach mal nicht sofort deine Empörungsschublade auf. Jemand, der nicht gendert, ist nicht automatisch transfeindlich, homophob, ein rechter Spinner und überhaupt ein furchbar schlechter Mensch. Solche Unterstellungen sind ideologisch verblendet und reichlich dreist.

    An der Stelle kommen halt die rechten Ideologien zum Tragen, die in der Abkehr von traditionellen Familien- und Geschlechterrollen Machtverluste befürchten.

    Hä?

    Zitat

    Deshalb geht es nur oberflächlich um angeblichen Schutz von Sprache etc. Für betroffene Schüler*innen/Menschen macht es sehr wohl einen Unterschied, ob man geschlechtergerecht adressiert.

    Vom weiblich Sein Betroffene? Ist das so ein hartes Schicksal?

    Zitat

    Es zeigt Menschen, dass sie explizit wertgeschätzt werden und das ist -besonders in Zeiten eines europaweiten Rechtsrucks mit entsprechenden, damit einhergehenden existentiellen Bedrohungen- ein Signal, dass ich Menschen gerne gebe, um ihnen meine Solidarität zuzusichern und um deutlich zu machen, dass ich zumindest bemüht bin, Menschen möglichst nicht zu verletzen oder zu diskriminieren.

    Bla

    Zum Beispiel die Formulierung, dass die Kinder sich in der Klasse "bewähren" müssten. Bewährung kenne ich aus dem Strafrecht. Müssen sich die Kinder ohne Förderbedarf denn auch bewähren?

    Schüler ohne Gymnasialempfehlung müssen/mussten sich auch bewähren, wenn Eltern sie dennoch am Gymnasium angemeldet haben. Wer sich im ersten Halbjahr nicht bewährt, muss die Schulform wechseln.

    Also strenggenommen darf man in Bayern jetzt nicht mehr grüßen mit "Guten Abend meine Damen und Herren"?

    Doch, natürlich. Du und alle anderen dürfen auch nach Belieben gendern. Nur, weil ich das für irrational halte und nicht mache, erwächst daraus kein Handlungszwang für andere Menschen. Generell halte ich nichts davon, Menschen ihre Ausdrucksweisen zu verbieten. Ich halte aber auch nichts davon, Dinge unnötig zu verkomplizieren oder Schubladen aufzumachen, weil jemand nicht gendert.

    Zitat

    Ja, ich weiß es (theoretisch). Aber ich weiß auch, dass Kinder durch Sprache geprägt werden und Mädchen sich ausgeschlossen fühlen. Da kannst du hunderte Male sagen, ihr seid auch gemeint. Sprache hat auch etwas mit Gefühlen zu tun.

    Kinder kopieren in der Regel ihre Eltern und Bezugspersonen. Wenn man ihnen an allen Ecken und Enden erzählt, dass nur Gendern inklusiv ist und sie ansonsten ausgeschlossen sind, dann glauben sie das.

    Genauso, wie Mädchen glauben, dass sie kein Mathe können, weil ihnen von Eltern und erwachsenen (meist weiblichen) Bezugspersonen erzählt wird, dass Mädchen das nicht können (müssen) oder dass sie sich (früh) schminken müssten, weil Frauen das eben so machen.

    Zitat

    Erinnert mich gerade an den Aufschrei von Barbie im Rollstuhl oder mit Trisomie 21 oder früher als Schwarze. Viele fanden das absolut unnötig, die betroffenen Kids haben sich gefreut. )

    Ich finde das gar nicht unnötig.

    Du bist männlich?

    Das hat mit dem Thema nichts zu tun. Frauen und alle anderen werden mit den generischen Begriffen nicht ausgeschlossen. Das ist Einbildung und absichtliches Missverstehen von Wortbedeutungen.

    Aber eigentlich ist diese Diskussion ein gutes Zeichen. Wenn man sich Probleme ausdenken kann, gibt es keine realen Problene mehr. Das deckt sich damit, dass wir in Deutschland Gleichberechtigung erreicht haben.

    Die "Verachtung der Kinder mit Förderbedarf", von der du sprichst, spiegelt sich imho in deinen Beiträgen selbst wider, wenn auch nicht so offen wie bei plattyplus.

    Eine Angemessene Förderung für Kinder mit Förderbedarf zu wollen und die Einsicht, dass man das selbst nicht für alle leisten kann, ist keine Verachtung.

    Wenn die Arbeitszeit um 12 anfängt und man dann am Stück 8 Stunden arbeiten würde, wäre man um 20 Uhr fertig.

    Plus gesetzliche Mindestpause

    Wer sagt eigentlich, dass man als Lehrer fünf Tage pro Woche jeweils exakt acht Stunden arbeiten muss? Manchmal korrigiere ich bis zwei Uhr nachts. Dafür mache ich an anderen Tagen außer ein paar Stunden unterrichten gar nichts für die Schule.

    Zitat

    Da hat man noch nichts gekocht, gegessen, eingekauft, evtl. Kinder betreut, hatte keine Fahrtwege, keine Hobbies, keine sozialen Kontakte... und das Tag für Tag. Kann mir niemand weiß machen, sorry...

    Wer redet von "Tag für Tag"? Meistens hat man mit einer vollen Stelle doch eher zur ersten bis dritten Stunde Unterricht. Dass man den Luxus eines späten Unterrichtsbeginns hat, ist an allgemeinbildenden Regelschulen eher selten.

    In den Ferien geht mein Tag aber in der Regel tatsächlich eher von 10 oder 11 bis 2 oder 3 Uhr nachts.

    Bei uns haben die Supermärkte bis 22/24 Uhr offen. Da kann man auch um 21 Uhr noch einkaufen. Wir erledigen das aber in der Regel samstags und gehen unter der Woche nach Möglichkeit gar nicht einkaufen. Kochen kann man, welch Überraschung, auch nach 20 Uhr. Wir kochen viel vor und gehen viel Essen, sodass wir eigentlich nur am Wochenende in der Küche aktiv sind.

    Soziale Kontakte und Hobbies kann man auch prima an einem nachmittag pro Woche, dem Wochenende, an Feiertagen und in den Ferien pflegen.

    Mit Kindern ändert sich die Lebensstruktur natürlich, weil hier alles auf Frühaufsteher ausgerichtet ist. Das auch Kinder und Jugendliche davon profitieren, nicht um 7:45 Uhr zum Unterricht erscheinen zu müssen, sondern erst um 9:00 Uhr, scheint leider unwichtig zu sein. Nur, wer früh aufsteht ist ein produktives Mitglied der Gesellschaft!

    Ich frage mich ernsthaft, wieso es so schwer vorstellbar ist, dass Menschen unterschiedliche Biorhythmen haben und sich bspw. lieber von 21:00 bis 2:00 Uhr sozialisieren, als von 17:00 bis 22:00 Uhr und produktiver sind, wenn sie um 10:00 Uhr aufstehen/um 2:00 Uhr schlafen gehen, statt um 6:00 Uhr/um 22:00 Uhr.

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