Beiträge von Schmidt

    Alter, ich raste aus, wenn jemand irgendwas von Steuerklasse 3 erzählt. Du hast da nicht weniger Geld, eure verheiratete Steuerlast bleibt gleich.

    Wenn der Partner nix verdient oder nur einen Minijob hat, was in diesen Einkommensklassen insbesondere mit Kindern nicht ungewöhnlich ist, passt das so.

    Hier geht es zudem darum, dass der Lehrer in der Familie der Alleinernährer ist. Sonst ergibt ein Vergleich Bürgergeld - Lehrergehalt noch weniger Sinn. Dabei geht es ja gerade um das Familieneinkommen.

    Die Empörung funktioniert nicht mehr so gut, wenn man einen Lehrer-Doppelverdiener-Haushalt ohne Kinder hernimmt. Mit den 6.600 Euro netto (beide A12, Stufe 4, beide Steuerklasse I/IV, Mietstufe II, NRW) ist man dann auf einmal in den Top-15% der Haushalte, je nach Vergleichgruppe auch in den Top-10%.

    Allein so eine lächerliche Diskussion "was machst du mit all deinem Geld"...

    Natürlich nagen wir nicht am Hungertuch und ich vergleiche mich sicher nicht mit dem Existenzminimum. Ich habe verdammt noch mal jahrelang studiert und ein 2 jähriges Ref gemacht. Da darf es wohl etwas mehr sein.

    Mir geht es nur um die Behauptung, dass mit unserer Besoldung maximal alle acht Jahre ein gebrauchter Golf unter 3.000 Euro möglich sei und man vom Leasing eines teuren Autos nur träumen können, weil das von den paar Kröten, die man als Lehrer bekommt, auf keinen Fall finanzierbar sei.

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    "Und es wäre ja schön, wenn die Ausstattung in der Schule neuer wäre, dafür verzichte ich auf Geld ".. why??

    Dafür habe ich auch nur Kopfschütteln übrig.

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    Ich arbeite für Geld.. und nicht die leuchtenden Augen.. schade, dass man es immer wieder hier so betonen muss.

    Ich arbeite im Wesentlichen auch für Geld, man muss das nicht immer wieder betonen. Aber unsere Besoldung ist schon ganz gut.

    Wo wäre denn mehr Geld drin? Insbesondere, wenn man eher aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommt und gar keine besser bezahlten Alternativen hatte (nach ein paar Jahren im Schuldienst hat man die auch als Lehrer grundsätzlich nicht mehr).

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    Das ist doch kein Hobby, was ich ausübe.

    Mit A12 sehe ich mich übrigens nicht als Großverdienerin..

    Von Großverdiener spricht niemand. Aber zwischen Großverdiener und "für mehr als einen gebrauchten Golf alle acht Jahre für unter 3.000 Euro ist beim besten Willen kein Geld da, weil ich so arm bin" gibt es noch ein paar Abstufungen.

    A12 Stufe 4 sind in NRW mit zwei Kindern in Steuerklasse III rund 4.200 Euro netto (minus KV), ohne Kinder rund 3.700 Euro netto (minus KV). Das ist sicher weit von reich entfernt, aber auch kein Grund über Armut zu jammern und auf Bürgergeldempfänger neidisch zu sein.

    Von außen schwierig zu beurteilen.

    Ich habe Kolleginnen, die ungefragt Menschen berühren und ihnen bspw. den Arm oder Rücken reiben oder sie ungefragt mit Bussis begrüßen wollen (das stellen die auch nach zigfacher Aufforderung nicht ein) und einen Kollegen, der nicht gelernt hat, was ein angemessener Abstand ist und deshalb fast grundsätzlich zu nah an anderen Menschen steht.

    Kann also auch normales unangebrachtes Verhalten sein. Oder da ist wirklich etwas dran. Solls ja auch geben.

    Lach...immer diese Autos :)

    Ich spreche in meinem Beispiel für einen Golf, den ich vor 8 Jahren für 2600€ gekauft hatte. Soviel zu meinen Maßstäben und Möglichkeiten.

    Ich will dir nicht zu nahe treten, aber wo versickern bei dir jeden Monat 3.000+ Euro?

    Wir kaufen auch nur Gebrauchtwagen und geben aus Prinzip nicht mehr als 6.000 Euro alle 6+ Jahre aus (wird jetzt bei den explodierten Gebrauchtwagenpreisen leider mehr werden), aber das liegt nicht am Nicht-Können sondern am Nicht-Wollen.

    Natürlich würde auch ich mir keinen Porsche oder Tesla kaufen, wenn ich das Geld dafür hätte und es geht mir ja gar nicht um die Autos an sich, sondern die Tatsache, wie viele Leute sich überhaupt sowas leisten können.

    Natürlich könntest du. Du hast nur andere Prioritäten. 500 Euro Leasingrate kann man von 2.900 Euro netto (E13, TV-H, Stufe 3, Steuerklasse I, keine Kinder; in TV-L sind das sogar 3.200 Euro netto) locker bezahlen. Das machen viele Menschen mit 1.000 Euro netto weniger.

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    Wer zahlt denen so viel Geld? Ich könnte mir selbst die Leasingrate nicht erlauben, falls ich unbedingt so ein Auto haben müsste.

    Woran scheiterts?

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    ist einfach nicht so, dass Deutschland in einer Krise stecken würde, das Geld haben aber andere, nicht die Beschäftigten mit den E oder A-Besoldungen des öffentlichen Dienstes.

    Die Menschen in E-Vergütung/A-Besoldung stehen schon ganz gut da.

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    Und wenn es für mich den Anschein hat, dass es für die meisten aus der Mitte der Gesellschaft selbstverständlich geworden ist, einen großen 50-100+k SUV zu fahren, man als Lehrer aber im Traum nicht daran denken könnte, derart viel Geld für einen Konsumartikel auszugeben, macht man sich halt seine Gedanken, wie die Gehaltsstruktur aktuell in Deutschland beschaffen ist.

    Es ist für die meisten aus der Mitte alles andere als selbstverständlich, ein 50.000-100.000 Euro Auto/Neuwagen zu fahren.

    Wir haben aber auch über 500.000 Millionäre in Deutschland. Die fahren in der Regel auch irgendwelche Autos. Das werden keine gebrauchten Polos von vor 20 Jahren sein.

    Hinzu kommen mehrere Millionen Dienstwagen, von denen die meisten SUVs oder große Limousinen sind. Und dann kommt noch das Segment derjenigen, die die Hälfte ihres monatlichen Einkommens für ein Autoleasing ausgeben, damit sie AMG fahren können.

    https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user…hner/index.html

    Hier bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür, wie wohlhaben man im Vergleich zu anderen Menschen ist. Das macht den Blick gleich etwas realistischer.

    Wieso muss eine Person erst den ganzen Text lesen und überlegen, was dahintersteht, um zu antizipieren, ob sie gemeint sein könnte?

    Muss sie nicht. Liebe Kollegen heißt alle (w/d/m). Warum sollte sich irgendeine Kommunikation nur an männliche Kollegen richten? Dass sich Kommunikation nur an weibliche Kollegen richtet, kommt hingegen immer mal wieder vor (dann auch mit der richtigen Ansprache "Liebe Kolleginnen", da es sich explizit nur um weibliche Kollege handelt).

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    Kann man im aktuellen Jahrzehnt nicht erwarten, dass eine Nachricht an alle so verfasst wird, dass nicht ausschließlich Männer angesprochen werden?

    Werden sie nicht. Wir kommst du darauf?

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    Ich bin kein Kollege und kein Lehrer, ergo zähle ich auch nicht zu den Kollegen und Lehrern.

    Richtig, du als Individuum nicht. Deshalb ist für die Ansprache, die sich direkt an dich richter bzw. wenn es um dich als Person geht "Lehrerin" richtig. Es geht aber nicht um dich persönlich, sondern um alle Lehrer, egal welchen Geschlechts.

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    Bei letzgenanntem Berufszweig hat man ja inzwischen auch die Begriffe "Lehrkräfte" und "Lehrpersonen", sowas bräuchte es für weitere Berufsgruppen, dann könnte man sich Sternchen etc. sparen. Pflegekraft wäre sowas.

    Damit habe ich kein Problem. Dass es darauf hinausläuft, dass sich solche Hegriffe durchsetzen, halte ich für sehr wahrscheinlich.

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    Denkst du denn nun bei "Erziehern" an männliche, weibliche oder gemischtgeschlechtliche Gruppen von Betreuungspersonen?

    Kommt auf den Kontext an. In der Regel ist das Geschlecht aber gar nicht relevant. Wenn ich "Erzieher streiken bis Freitag" lese, dann ist es mir wurscht, welches Geschlecht die haben. Das ist in dem Kontext einfach ein irrelevanter Faktor. Genauso, wie die Haarfarbe, der möglicherweise vorhandene Migrationshintergrund, die sexuelle Orientierung oder die allermeisten anderen Eigenschaften, die die Gruppe der Erzieher haben könnte.

    Ich würde die Idee von treasure gerne aufgreifen: warum nicht in den nächsten 300 Jahren das generische Femininum verwenden? So ganz simpel und ohne Sonderzeichen? Das müsste doch klappen?

    Lass mich raten: du hattest im Studium keine lingusitischen Veranstaltungen?

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    Und nein, ich bin keine fanatische "Genderin" aber in einer Email mit den Worten "Liebe Kollegen,..." fühle ich mich einfach NICHT angesprochen.

    Wenn es darin um freie Tage oder irgendetwas andere Positives geht, sicher schon. ;)

    Bei mir ist es zB so, dass ich sage "die Schülerinnen und Schüler, die .... machen bitte jetzt dasunddas, die Schülerinnen und Schüler, die...machen bitte zuerst dasunddas", sowas kommt öfter in meinen Fächern vor. Klar sage ich auch mal "die Kids" oder "diejenigen" oder was auch immer, aber ich nutze es schon öfter, auch im Kollegium.

    Warum sagst du nicht einfach "ihr"?

    Den Satz "die Schülerinnen und Schüler machen dies und das" habe ich zuletzt im Ref verwendet (bzw. "die SuS").

    Aber auch die Haltung so einiger Lehrkräfte gegen Inklusion und damit für die Manifestierung von Strukturen von Ungleichheit und Ungerechtigkeit geht mir total gegen den Strich. Dies lese ich hier im Forum zu über 90% von LK aus Gymnasien, Grundschulen und Sek I Schulen. Das alles macht mich teilweise wirklich sehr sehr wütend, weil das meiner professionellen und persönlichen Haltung völlig widerstrebt.

    Ich hoffe, dass du das nach fünf Jahren mit vollem Deputat und 30 Leuten in jeder Klasse immernoch so siehst.

    Muß so ein schlechtes Ergebnis eigentlich von den Gewerkschaftsmitgliedern akzeptiert werden? Wenn es zu Streiks kommt, muss ja jedes Verhandlungsergebnis durch die Ursbstimmung, in der dann mindestens 25% das Ergebnis akzeptieren müssen. Sobald mehr als 75% dagegen stimmen, wird weiter gestreikt.

    Bist du denn Gewerkschaftsmitglied?

    Transfeindlichkeit (um mal ein Beispiel herauszunehmen) ist ein ziemlicher Brocken, der Menschen in Suizid treiben kann.

    Was genau hat das mit dem Gendern zu tun?

    Vielleicht machst einfach mal nicht sofort deine Empörungsschublade auf. Jemand, der nicht gendert, ist nicht automatisch transfeindlich, homophob, ein rechter Spinner und überhaupt ein furchbar schlechter Mensch. Solche Unterstellungen sind ideologisch verblendet und reichlich dreist.

    An der Stelle kommen halt die rechten Ideologien zum Tragen, die in der Abkehr von traditionellen Familien- und Geschlechterrollen Machtverluste befürchten.

    Hä?

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    Deshalb geht es nur oberflächlich um angeblichen Schutz von Sprache etc. Für betroffene Schüler*innen/Menschen macht es sehr wohl einen Unterschied, ob man geschlechtergerecht adressiert.

    Vom weiblich Sein Betroffene? Ist das so ein hartes Schicksal?

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    Es zeigt Menschen, dass sie explizit wertgeschätzt werden und das ist -besonders in Zeiten eines europaweiten Rechtsrucks mit entsprechenden, damit einhergehenden existentiellen Bedrohungen- ein Signal, dass ich Menschen gerne gebe, um ihnen meine Solidarität zuzusichern und um deutlich zu machen, dass ich zumindest bemüht bin, Menschen möglichst nicht zu verletzen oder zu diskriminieren.

    Bla

    Zum Beispiel die Formulierung, dass die Kinder sich in der Klasse "bewähren" müssten. Bewährung kenne ich aus dem Strafrecht. Müssen sich die Kinder ohne Förderbedarf denn auch bewähren?

    Schüler ohne Gymnasialempfehlung müssen/mussten sich auch bewähren, wenn Eltern sie dennoch am Gymnasium angemeldet haben. Wer sich im ersten Halbjahr nicht bewährt, muss die Schulform wechseln.

    Also strenggenommen darf man in Bayern jetzt nicht mehr grüßen mit "Guten Abend meine Damen und Herren"?

    Doch, natürlich. Du und alle anderen dürfen auch nach Belieben gendern. Nur, weil ich das für irrational halte und nicht mache, erwächst daraus kein Handlungszwang für andere Menschen. Generell halte ich nichts davon, Menschen ihre Ausdrucksweisen zu verbieten. Ich halte aber auch nichts davon, Dinge unnötig zu verkomplizieren oder Schubladen aufzumachen, weil jemand nicht gendert.

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    Ja, ich weiß es (theoretisch). Aber ich weiß auch, dass Kinder durch Sprache geprägt werden und Mädchen sich ausgeschlossen fühlen. Da kannst du hunderte Male sagen, ihr seid auch gemeint. Sprache hat auch etwas mit Gefühlen zu tun.

    Kinder kopieren in der Regel ihre Eltern und Bezugspersonen. Wenn man ihnen an allen Ecken und Enden erzählt, dass nur Gendern inklusiv ist und sie ansonsten ausgeschlossen sind, dann glauben sie das.

    Genauso, wie Mädchen glauben, dass sie kein Mathe können, weil ihnen von Eltern und erwachsenen (meist weiblichen) Bezugspersonen erzählt wird, dass Mädchen das nicht können (müssen) oder dass sie sich (früh) schminken müssten, weil Frauen das eben so machen.

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    Erinnert mich gerade an den Aufschrei von Barbie im Rollstuhl oder mit Trisomie 21 oder früher als Schwarze. Viele fanden das absolut unnötig, die betroffenen Kids haben sich gefreut. )

    Ich finde das gar nicht unnötig.

    Du bist männlich?

    Das hat mit dem Thema nichts zu tun. Frauen und alle anderen werden mit den generischen Begriffen nicht ausgeschlossen. Das ist Einbildung und absichtliches Missverstehen von Wortbedeutungen.

    Aber eigentlich ist diese Diskussion ein gutes Zeichen. Wenn man sich Probleme ausdenken kann, gibt es keine realen Problene mehr. Das deckt sich damit, dass wir in Deutschland Gleichberechtigung erreicht haben.

    Die "Verachtung der Kinder mit Förderbedarf", von der du sprichst, spiegelt sich imho in deinen Beiträgen selbst wider, wenn auch nicht so offen wie bei plattyplus.

    Eine Angemessene Förderung für Kinder mit Förderbedarf zu wollen und die Einsicht, dass man das selbst nicht für alle leisten kann, ist keine Verachtung.

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