Wieso muss eine Person erst den ganzen Text lesen und überlegen, was dahintersteht, um zu antizipieren, ob sie gemeint sein könnte?
Muss sie nicht. Liebe Kollegen heißt alle (w/d/m). Warum sollte sich irgendeine Kommunikation nur an männliche Kollegen richten? Dass sich Kommunikation nur an weibliche Kollegen richtet, kommt hingegen immer mal wieder vor (dann auch mit der richtigen Ansprache "Liebe Kolleginnen", da es sich explizit nur um weibliche Kollege handelt).
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Kann man im aktuellen Jahrzehnt nicht erwarten, dass eine Nachricht an alle so verfasst wird, dass nicht ausschließlich Männer angesprochen werden?
Werden sie nicht. Wir kommst du darauf?
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Ich bin kein Kollege und kein Lehrer, ergo zähle ich auch nicht zu den Kollegen und Lehrern.
Richtig, du als Individuum nicht. Deshalb ist für die Ansprache, die sich direkt an dich richter bzw. wenn es um dich als Person geht "Lehrerin" richtig. Es geht aber nicht um dich persönlich, sondern um alle Lehrer, egal welchen Geschlechts.
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Bei letzgenanntem Berufszweig hat man ja inzwischen auch die Begriffe "Lehrkräfte" und "Lehrpersonen", sowas bräuchte es für weitere Berufsgruppen, dann könnte man sich Sternchen etc. sparen. Pflegekraft wäre sowas.
Damit habe ich kein Problem. Dass es darauf hinausläuft, dass sich solche Hegriffe durchsetzen, halte ich für sehr wahrscheinlich.
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Denkst du denn nun bei "Erziehern" an männliche, weibliche oder gemischtgeschlechtliche Gruppen von Betreuungspersonen?
Kommt auf den Kontext an. In der Regel ist das Geschlecht aber gar nicht relevant. Wenn ich "Erzieher streiken bis Freitag" lese, dann ist es mir wurscht, welches Geschlecht die haben. Das ist in dem Kontext einfach ein irrelevanter Faktor. Genauso, wie die Haarfarbe, der möglicherweise vorhandene Migrationshintergrund, die sexuelle Orientierung oder die allermeisten anderen Eigenschaften, die die Gruppe der Erzieher haben könnte.