Beiträge von s3g4

    Und trotzdem bin ich froh um solche Hohlstunden. Hatte schon Tage mit 8 Stunden durchgängig, das ist weitaus anstrengender. Hohlstunden brauche ich und nutze ich gerne für Vor- und Nachbereitung. Insbesondere wenn ich Labor habe.

    So ist jeder anders. Mich nerven Hohlstunden nur und ziehen den Tag unnötig in die Länge. Was richtiges arbeiten kann man in der Zeit auch nicht, nur irgendein Verwaltungsquatsch erledigen, wo man nicht nachdenken muss. Ich war dann meistens in der Verwaltung und habe dort alle von der Arbeit abgehalten :D

    Ich habe Kids an der Schule, deren Eltern bereits in Sozialhilfe-Verhältnissen aufgewachsen sind, in deren Familien Arbeiten nicht die Regel, sondern die Ausnahme ist, denen etwas vorgelebt wird, dass sich die Durchschnittsforist*innen hier offensichtlich nicht vorstellen können.

    "Ich habe es auch geschafft ..." ist für die nicht gleichbedeutend mit "Ich habe das Abitur gut gemeistert, konnte studieren und habe jetzt einen Beruf, der mir Freude macht."

    Was genau ist denn jetzt dein Punkt? Du siehst immer nur ganz furchtbares und alle anderen sind priviligiert... bla bla bla.

    Natürlich gibt es viele, die schlechtere Ausgangslagen als wir haben/hatten. Was genau soll denn da gemacht werden? Einfach Geld draufschütten?

    Aber nur weil wir das gepackt haben , heißt es nicht das es jeder packt. Und gerade bei denen die es nicht packen verschwenden wir als Gesellschaft Talente und Potenziale.

    Das ist richtig. Es es wird auch niemals jeder packen. Dafür gibt es die Absicherung, wenn wirklich gar nichts geht. Die verschenkten Potenziale kann man in Schule versuche zu bergen. Jedes positive Erlebnis trägt dazu bei, auch wenn es vielleicht erst viel später zur Zündung führt. Ich glaube es gibt keinen Lebenslauf, den es noch nicht gegeben hat. Zuspät ist es eigentlich nie (ok ab 60 wirds schon eng) und wir haben in Deutschland auch gute Angebote um die Bedürfnisse abzudecken.

    Aber bei Menschen, die es nicht wollen nützen Angebote auch nichts.

    Da waren die Zimmer im Osten noch halb so teuer... Das waren Zeiten *seufz* mit Kohleofen *schwelg* :verliebt:

    Naja, inzwischen ist das auch anders.

    hui Kohleofen. Das kenne ich nur aus Erzählungen. Meine erste Wohnung hatte allerdings auch keine Zentralheizung, sondern einen Ölofen. Ich weiß noch wie das Treppenhaus gestunken hat von den ganzen Ölkannen vor den Wohnungstüren.

    Hm, ich habe das (Orignal-)Bild immer in etwa so aufgefasst: egal wie wir aussehen oder wie wie wir sind - wir sind alle gleich. Also: diskriminiert Menschen nicht aufgrund von z.B. Religionen oder sexuellen Ausrichtungen ... oder auch aufgrund von Äußerlichkeiten.

    Das mag man sich so schön reden. Wir sind aber nicht alle gleich und das Ist auch gut so. Gott wäre das langweilig.

    Wieso wundert mich das nicht. Du beklagst dich auch nie über irgendwas.

    Ich wollte sowas oder ähnliches eigentlich unter meinen Post schreiben. Betroffene sind meistens nicht diejenigen, die nach mehr Bemutterung rufen.

    Es gibt in Deutschland sooo viele Möglichkeiten. Das einzige, das ich hier kritisieren will, ist eigentlich nur die Zugänglichkeit. Furchtbare und unnötig komplizierte Verfahren um dann Unterstützung zu erhalten. Bzw. ist es erstmal ein Akt überhaupt herauszufinden was es alles gibt. Bevor ich geforscht habe, wusste ich nicht dass die KfW Kredite für Studenten anbietet. Ja Beratungsstellen gibt es auch. Ich finde das ganze sollte aber viel einfacher zugänglich und selbsterklärend sein.

    Ich habe die Ref.-Bezüge (Bei mir ca. 850,- € netto) nicht als angemessen empfunden, weil die Azubis, die ich im Unterricht vor mir sitzen hatte, z.T. damals schon mehr Geld in der Tasche hatten. Da kam bei mir immer der Gedanke auf: "Und dafür hast Du jetzt studiert und zieg Jahre auf ein gutes Einkommen verzichtet?"

    Das ist richtig (zumindest ein Azubi mit Nebenjob). eigentlich wäre ganz einfach. Man unterrichtet im Vorbereitungsdienst in Teilzeit und deckt auch Unterrichtsbedarf dadurch ab. Also müsste man auch entsprechend bezahlt werden.

    Ich glaube nicht, dass Menschen mit ähnlichen Erfahrungen hier gerade mitschreiben. Dazu bin ich zu lange in diesem Forum schon angemeldet und habe ein zu gutes Gedächtnis für sowas.

    Ich komme aus ähnlicher Situation, habe aber hier noch nie darüber geschrieben (vielleicht etwas besser, meine Eltern leben noch und haben mich wenigstens moralisch unterstützt).

    Ich bin mit 21 ausgezogen und mit meiner Ausbildungsvergütung (damals 800€) eine kleine günstige Wohnung (in einem nicht so schönen Viertel) und meine damals noch Freundin (ohne Einkommen oder Sozialleistungen) ernährt. In der Wirtschaftskriese um 2008 war ich fertig und wurde nicht übernommen (auch wenn ich nach Tarifvertrag hätte für wenigstens 1 Jahre übernommen werden müssen). Also habe ich nach dem Wehrdienst dann ein Studium aus Verzweiflung angefangen. BaFöG wurde mir versagt, weil ich von einem Elternteil die notwendigen Unterlagen nicht bekommen habe. Naja also musste ich immer relativ viel arbeiten im Studium (der KfW-Kredit hat den Rest beigetragen). Weil das Studium unverhofft sehr gut lief, haben wir uns erst mit irgendwelchen Niedriglohnjob durch geschlagen, bis ich auch was besseres in meinem Ausbildungsberuf gefunden hatte, dass sich mit dem Studium in Einklang bringen ließ. Gewohnt haben wir immer recht weit weg von der Hochschule, weil es dort eben für uns bezahlbare Wohnungen gab. Kein Urlaub, keine Partys, kein Luxus. Irgendwie durchgewurschtel halt. ca. 1000€ (ok das sind inflationsbereinigt 1300€) für zwei Personen hat dann halt ausreichen müssen. Ohne Eigenverantwortung hätte ich das alles nicht hinbekommen und deswegen finde ich das auch so wichtig.

    Mein Gott, dann verrat's ihnen doch einfach.

    Hier kommt leider eine sehr traurige Beobachtung von mir bei fast alle Lehrkräften an allg. bildenden Schulen, mit denen ich bisher zutun hatte. Sie kennen die Möglichkeiten selbst gar nicht, nicht mal die Möglichkeiten innerhalb des Schulsystems sind bekannt. Da ist klar, dass eine Beratung nicht möglich ist.

    Ich nehme dabei aber eigentlich alle hier aus, weil ihr hier doch in vielen Dingen sehr gut informiert zu sein scheint. Das finde ich super und glaube dadurch gibt es auch einen großen Mehrwert für euere Klasse. Vielleicht die sollte das Forum als Dienstpflicht eingeführt werden :D

    2. Eigenverantwortung kann man nicht einfach einfordern und dann haben sie alle. Gerade junge Menschen aus schwierigen sozialen Umfeldern, in denen sich Eltern nicht kümmern (meistens können die es auch gar nicht), müssen das ja vorgelebt bekommen (angeboren ist das nämlich nicht). Die muss dann woanders beigebracht werden.

    Ja natürlich. Das habe ich auch gefordert. Bildung ist ein mächtiges Werkzeug für Freiheit von jedem Einzelnen. Je schlechter die Ausgangssituation, desto schwieriger ist es, Keine Frage. Das entbindet aber nicht von der Eigenverantwortung. Klar kann man sich auf dem sozialen Sicherungsnetz ausruhen, dann bleibt man hier aber auch.

    Du hast also in Uni-Nähe gewohnt.

    Du konntest zu Hause wohnen bleiben.

    Du hattest die Möglichkeit zu pendeln und konntest das finanzieren.

    War zwar nicht an mich, aber:

    Nein

    Nein

    Ja, eigentlich jede Hochschule hat ein Semesterticket inkl. Studieren ist in Deutschland SEHR SEHR leicht verfügbar für alle.

    Klassisch: Bankberater.

    Also bullshit Produkte. Klassischer fall von selbst schuld. Hatten wir auch schon. Persönlich natürlich tragisch, aber wenn man sich nicht damit auseinander setzen möchte läuft man eben Gefahr von anderen abgezockt zu werden.

    Gleiches Spiel, Eigenverantwortung.

    P.s.: ich bin echt froh, dass bei Banken immer mehr Stellen abgebaut werden. Soviel unnötiges Personal, dass überteuerte Produkte verkauft. Hier sehe einen positiven Trend hin zu etwas mehr Selbstverantwortung.

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