Erfahrungen von meiner letzten Schule:
1. Kleidung: Die Kinder haben etwas anzuziehen, sie sind ausreichend warm angezogen, der Geruch hält sich im Rahmen? --> Wunderbar.
Ansonsten: Elternabend,
Kinder zur Seite nehmen und darauf ansprechen (Könntest du heute mal deine Sachen in die Wäsche legen und morgen etwas frisches anziehen?)
Eltern der besonders betroffenen Kinder persönlich ansprechen und dabei beim ersten Mal die Möglichkeit lassen, das ganze möglichst wenig peinlich auf die Reihe zu bekommen. (Bei mir roch mal ein Schüler einige Wochen lang unangenehm, aus meiner Sicht entweder zu lange die Wäsche nicht gewaschen, der trug dann auch das gleiche ziemlich lange. Die Mutter sagte, es wäre doch alles frisch gewaschen. Ich habe ihr dann gesagt, dass das auch manchmal am Waschmittel liegen kann, vielleicht könnte sie ein anderes ausprobieren. Danach war alles gut. Shirt und Hose wurden mindestens einmal im Laufe der Schulwoche gewechselt und roch neutral bis gut.)
Läuse: Kann Zufall sein. Wichtig ist, dass die Haarwäsche nach Anweisung durchgeführt wird und KLeidung, Kuscheltiere und Bettwäsche mitbehandelt werden, sonst kommen die Läuse beim gleichen Kind (!) immer wieder. Leider muss man auch das den Eltern z.T. erklären, die lesen die Packungsbeilagen und die Infozettel nämlich nicht.
2. Beschlüsse können nur über die Eltern (Schulkonferenz) gehen. Und selbst dann wirst du immer wieder Probleme und Diskussionen haben. Ich habe eine solche Situation erlebt und hätte täglich mindestens 30 Minuten vom Deutsch- oder Matheunterricht streichen müssen, um die Essensvorräte der Kinder zu kontrollieren und herumzudiskutieren.
Die Verantwortung für die Ernährung liegt letztlich bei den Eltern. Du kannst ihnen gut zureden und sie bitten. Mehr Handhabe hast du nicht, solange die Kinder etwas zu essen mithaben - wie krabapple schrieb.
Alternativ kannst du über die Kinder gehen und dort ansetzen, damit sie ihre Eltern miterziehen.
Zusatz: Ich hatte auch schon ein Kind, das froh war, wenn es am Ende des Monats überhaupt noch Toastbrot mit loser Billigwurst mitbekam. Und ein Kind, das kein Brot aß, sondern Pudding und Fruchtjogurt. Selbstgemachten Fruchtjogurt bekam er alleine nicht hin und die Mutter auch nicht, die arbeitete nämlich 10 Stunden täglich für wenig Geld, hatte über eine Stunde Fahrzeit pro Strecke und war alleinerziehend.
Zähne: Meine ehemalige Schule wurde eine Zahnputzschule. D.h. die Kolleginnen der 1. und 2. Klassen mussten noch Zahnputzbecher mit Zahnbürsten im Klassenraum unterbringen und sich Sponsoren für Zahnpasta suchen. Nach dem Frühstück mussten sie das WC (Odeur "Inkontinente Waldbewohner") aufsuchen und mit den Kindern die Zähne putzen. Weitere 20 Minuten vom Unterricht rum. Und später beschwert sich dann jemand über die Rechtschreibung, die Handschrift oder die fehlenden Malfolgen... Da muss man dann Prioritäten setzen und sich notfalls immer wieder Vorwürfe anhören.