Beiträge von Conni


    Das kommt auf den CI-Träger an. Er kann's dann halt im Zweifel nicht, aber es geht ja auch um Freude an der Musik. Melodieführung sollte man eben nicht benoten, sondern etwas anderes heranziehen.

    Eben. Ich würde nie auf die Idee kommen, bei einem schwerhörigen Kind die Melodieführung zu benoten - genausowenig wie bei einem "Brummer". Aber sie ganz in Watte zu packen und lieber gar keine Melodien zu singen, hilft ja auch nicht weiter.

    Aktuell wird auch gelehrt, dass man einen Defibrillator nutzen soll, keine Ahnung ob ich den Mumm hätte, einem Kind das Ding aufs Herz zu knallen.

    Das würde ich sogar lieber machen, als im Zweifel zu sein und vielleicht die Herzdruckmassage zu machen, obwohl das Herz noch schwach schlägt.
    Denn der Defi kann das messen und sagt, was zu tun ist.(Schrieb Karl-Dieter schon.) Genauer als der schwache Puls, den ich mit viel Adrenalin im Blut und aufgeregten Kindern drumrum vielleicht fälschlicherweise nicht finde.


    Wir können die Gesamtsituation schlecht beurteilen, wir waren nicht dabei. Aber wenn ich das recht überblicke, wurden in vielen Bundesländern die Abstände zwischen den Ersthelferkurse herabgesetzt.
    Mir fiel letztes Jahr in einer Notfallsituation trotz regelmäßiger EH-Kurse die Rufnummer für den Rettungswagen nicht mehr ein - nur noch die aus der Kindheit (DDR). Die Herbergseltern reagierten irritiert - allerdings wollten die erst gar keinen Rettungswagen rufen, die Platzwunde mit einem Pflaster kleben und das bei Rückkehr von der Klassenfahrt (4 Tage später) den Eltern mitteilen. Fragt nicht.

    Ich kann mich krabappel da anschließen. Es ist ein Unterschied, ob man für ein Kind berät oder unter anderem für dieses eine Kind die Beratung umsetzen soll.

    Ich habe mal in einer Förderschulklasse "Hören" unterrichtet. Musik. 6. Klasse, alle überaltert.
    Ich sollte
    - keine schweren Texte verwenden, weil der Wortschatz so gering wäre. Empfohlen wurden mir dann Lieder von Momel. Das ist von der Melodie und vom Inhalt her her Kindergartenniveau, mindestens irritierend für 13- bis 14jährige,
    - für die Kinder mit CI sollte ich ein Gerät tragen, es gab zwei Kinder, ich hätte zwei verschiedene Headsets gleichzeitig aufsetzen müssen,
    - keine Melodien, weil Kinder mit CI das nicht erfassen können,
    - eigentlich gar keine Musik, weil der taube Schüler das eh alles nicht hören konnte,
    - Gebärdensprache, aber nicht die, von der mir Grundbegriffe gezeigt wurden, die war falsch und wurde nicht verstanden, sondern irgend einen anderen Dialekt.

    Übrig geblieben wären Ausmalbilder mit Musikinstrumenten mit einfachen Namen. Da ich aber doch eigentlich Musikunterricht machen sollte, habe ich diesen dann gemacht und mich weniger beraten lassen.


    In den Grundschulklassen war es ähnlich bei von außen kommenden Sonderpädagogen / Beratungslehrern / Schulpsychologen, z.T. sogar bei zur Schule gehörenden Sonderpädagogen:
    - 4 bis 7 Kinder pro Klasse, die in der ersten Reihe an Einzelplätzen mit dem Blick zu mir sitzen sollten wegen ADHS/AVWS/XYZ/ABC und so weiter,
    - 3 - 7 weitere Kinder, die auch in der ersten oder zweiten Reihe sitzen mussten wegen Brille / unkorrigierter Sehschwäche,
    - 2 bis 4 Kinder, um die ich mich im Unterricht permanent höchstpersönlich kümmern sollte, weil sie A, B, C oder D hatten,
    - Differenzierung für jedes dieser Kinder einzeln und für den Rest zusätzlich auch nochmal,
    - Bereitstellen von mehreren CD-Playern für Kinder, die mir nicht folgen können und alles nochmal anhören müssen,
    - Vorlesen aller Texte für LRS-Kinder,
    - Vergabe von Smileys und Sternchen alle 10 Minuten für einzelne Schüler nach verschiedenen Kriterien und Verstärkerplänen.

    Ich bin die letzte, die Beratung ablehnt. Aber zwischenzeitlich war ich nur noch verzweifelt und habe Verständnis dafür, dass Kollegen "dicht" machen. Nicht jeder kommuniziert das offen.

    Gleichzeitig habe ich auch schon Beratung erlebt, die realistisch und am Möglichen orientiert war - von Lerntherapeuten und teilweise von den zur Schule gehörenden Sonderpädagogen - wobei die auch oft selber ratlos sind bei den Säuen, die in Berlin ständig durch die Schulen rennen müssen.

    Mal abgesehen davon, dass die meisten Sekretariate in Berlin unterbesetzt sind - gerade auch an Grundschulen - habe ich noch nie erlebt, dass die Sekretärin Angebote zusammenstellt (Ausnahme: Möbel - auch da aber nur vereinzelt). Für die Finanzmittel ist die Schulleitung zuständig und delegiert an die Fachkonferenzen / Jahrgangskonferenzen.

    Absurd: Ja, keine Frage. Und arm. Und sexy. Und überhaupt. *Augen verdreh*

    An dieser Ausbildungsschule gab es sogar einen Lehrer-Ruhe-Raum, wurde initiiert vom Lehrerrat im Rahmen Lehrer-Gesundheit. Da gab es ca. 5 Liegestühle mit Decken (von Ikea) mit Paravents, ein paar meditativen Bildern an der Wand und vor den Paravents war ein Bereich mit Tischen und Stühlen, was dann am Elternsprechtag oder für UB-Besprechungen u.ä. genutzt werden konnte.
    Wenn du dich so erschlüft fühlst, gibt es vielleicht dennoch einen geheimen Ort in der Schule, wo du zur Ruhe kommen kannst, wenn du Freistunden oder Pausen ohne Aufsicht hast? Es gibt ja immer irgendwo ein Kämmerlein, wo keiner ist.

    Wow!

    Meine letzte Schule war räumlich so ausgelastet, dass in den meisten meiner Freistunden wirklich nur das WC blieb. :tot: Leider kam im letzten Schuljahr eine Kollegin neu an die Schule, die einen sogar dorthin verfolgte.

    Mir ist auch nichts Besseres eingefallen:
    Heute gibt es den Test zurück, der sehr gut ausgefallen ist. Aber die Rechtschreibung, die Rechtschreibung... Wir üben jetzt Fachwörter zu schreiben und dann gibt es ein Wortdiktat. Laute Proteste, das sei kein Deutschunterricht. Ich habe behauptet, das sie mit der Deutschlehrerin abgesprochen.
    Also habe ich sie in der Übungsphase Wörter je dreimal abschreiben lassen: Klavier, Lied, erster, April. Einer hat sofort geschaltet. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle verstanden haben, dass das ein Aprilscherz war, die Kinder wollten dann unbedingt Wörter schreiben üben. Sehr süß. :rose: Es gab auch keine Revanche.

    Eine Kollegin hat einer älteren Klasse angekündigt, dass es ab nächste Woche Schulkleidung gibt und die Kinder blaue T-Shirts, Hosen und Faltenröcke kaufen mögen.

    Die rechnen 2min nicht ab, es wird pro angefangene Viertelstunde gerechnet.
    Mein Zahnarzt berechnet Kompositfüllungen inzwischen mit bis zum 3,9fachen Satz, da zahlt nicht mal mehr die private Zusatzversicherung.

    Blicke in den Kiefer bekomme ich auch. Diagnostische Fähigkeiten benötige ich ebenfalls für Halsschmerzen, Bauchschmerzen, Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen, Haarschmerzen, Beinschmerzen, Knieschmerzen, Fußschmerzen, Fingerschmerzen, Läuse, Husten, Schnupfen, Mund-Hand-Fußseuche (oder wie das heißt) etc. pp.


    Elternkommunikation in völlig unverständlichem Englisch möchte ich hier noch anführen.
    Elterngespräche mit der ganzen Familie
    Elternversammlungen mit Kinderbetreuung

    In Berlin gibt es den Grundwortschatz seit x Jahren. Genützt hat es nichts. Man bräuchte mindestens 3 Stunden Deutsch zusätzlich pro Woche, um das alles zu üben.
    Selbst mit 550 Wörtern (in Berlin 400) kann man gefühlt "kaum etwas" schreiben und macht "nur Fehler" und jeder würde genauso viel meckern wie vorher. Oder noch mehr. Die meisten der heutigen Rechtschreibversager sind in Ost-Berlin übrigens nach der vielgelobten Fibelmethode unterrichtet worden.

    Aufenthaltsmöglichkeiten für Pausen.Technische Endgeräte für jeden Lehrer. Wlan. CD-Player für jede Klasse, weil die Verläge die Listeningsachen ja nicht als Datei verschicken möchten. Fest eingestellte IT Beauftragte für jede Schule.
    Keine 13 Wochen zwischen den Ferien, sondern maximal 8.
    Anstatt 28 Unterrichtsstunden pro Woche, 23.
    Eine Verwaltungsfachkraft pro 4 Klassen wäre wunderbar, dann hätte man wahrscheinlich sogar wieder Zeit, um Unterricht zu planen.

    Ich ergänze um "Pausen, die sich solche nennen können".
    Guter CD-Player, mit dem man sogar Musikunterricht erteilen kann. Da gehört Musikhören zum Lehrplan. Nicht "Bässe hören und vom Rest nichts mitbekommen, weil die Technik zu billig ist."
    Schulhelfer für I-Kinder ohne seitenlange Anträge, Ablehnung, Widerspruch, Deckelung.
    Funktionierende Fenster, die man sogar benutzen darf.
    Ausreichend Stauraum, damit ich die Zeichensachen der Kinder nicht mehr in riesige, selbstgekaufte Kisten packen und auf den 2 Meter hohen Schrank heben muss.
    Ausreichend Platz für Kinder in Klassenräumen. So viel wie ein Hund im Tierheim wäre schön. (Ich habe ein Tierheim hier um die Ecke, ich weiß, wovon ich rede.)
    Ausreichend Geld für die Lehrmittelfreiheit, damit man sich nicht fragen muss, ob man ein Lesebuch oder ein Wörterbuch und ein Sachunterrichts-Arbeitsheft anschafft, sondern dies alles möglich ist.
    Ausreichend Geld für Kopien.
    Ach, das kann man endlos fortführen.

    Dem Rest schließe ich mich an, vor allem dem Lärmschutz.

    Einen schönen Sinnspruch habe ich auch noch, hat mir eine Kollegin geschenkt:
    https://grafik-werkstatt.de/lauft

    Und ein weiterer Sinnspruch:
    https://www.ichlebejetzt.com/wp-content/upl…dnetezitate.jpg

    Mal ein paar generelle Fragen: Man muss doch erst ab dem 3. Tag zum Arzt, richtig? Was wäre, wenn man sich z.B. Dienstag krankmeldet, Donnerstag zum Arzt geht, der einen Do/Fr krank schreibt oder ähnlich. Geht das? Oder muss man um rückwirkende Krankschreibung bitten? Macht das ggf. finanziell einen Unterschied?

    Wie muss außerdem der Schein beim Arbeitgeber eingehen. Muss ich fiebrig oder lädiert in die Dienststelle wanken? Darf (oder will) man Krankenscheine einscannen und mailen?

    Danke :)

    3 Kalendertage ohne Arzt. Freitag zum Arzt würde reichen. Rückwirkende Krankschreibung macht nicht jeder Arzt. Ich habe das schon gemacht und hatte keinen finanziellen Unterschied und habe noch nie von finanziellen Unterschieden gehört.

    Schein beim AG: Wird vermutlich unterschiedlich gehandhabt. Meine bisherigen Schulen hielten das locker: Bring ihn mit, wenn du wiederkommst. Die einzige Ausnahme war, als ich vor den Ferien krank war, da sollte ich einen Scan schicken, damit die Sekretärin mich gesund meldet. Mir wurde gesagt, dass die Mühlen der Personalstelle langsam arbeiten und dass es passieren kann, dass die denken, ich wäre immer noch krank und könnte vielleicht die 6 Wochen überschreiten, dann würde das Krankengeld angeleiert und bis das dann wieder ausgeleiert wäre, weil man merkt, dass ich ja doch schon eine Weile wieder arbeite, wäre dann die nächste Gehaltszahlung schon fällig und könne erst im Folgemonat nachgeholt werden. Nein, das muss man nicht verstehen bei einer Woche Krankheit und zwei Wochen Ferien.

    Mehrarbeit bezieht sich ausschließlich auf Unterrichtsstunden. Alles darüber hinaus wird damit nicht erfasst.

    Konkret zur Teilzeit kannst du dich hier einlesen:
    PDF der GEW: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j…7zSXtjt3rP4Th6K

    https://www.gew-berlin.de/14403_15732.php


    Möglichkeiten, über die GK Beschlüsse zu fassen: https://www.gew-berlin.de/17586.php


    Alternativ kannst du auch beim Personalrat erfragen. Das sind auch diejenigen, die ein Gespräch mit der Schulleitung führen können.

Werbung