Beiträge von Conni

    Ich verstehe noch nicht:
    Willst du ein Weihnachtslied zum Mitsingen, wie es der Threadtitel suggeriert?
    Wenn ja: Wer soll mitsingen? Die Kinder? Die Eltern? Letztlich werden sich klassische Lieder anbieten. Wie sollen denn Eltern oder Kinder ein Lied mitsingen, dass du selber noch gar nicht kennst, das kennen sie doch auch nicht.

    Oder willst du es mit den Kindern einüben und die Eltern sollen mitsingen? Dann muss es auch eins sein, das schnell einzuüben ist. Meine Kollegin übt mit den Sechstklässlern Ding-Dong-Bells ein und mit den Eltern die dazugehörige Bassstimme.

    Oder willst du es nur vorsingen und die Eltern sollen nicht mitsingen?
    Hast du schon über "Weihnacht ist auch für mich" von M. Ansohn nachgedacht?

    Das ist recht einfach, da ich die Schüler auch im Unterricht immer mit ihren Decknamen anspreche - "Gruppenarbeit in Vierergruppen - und Moorhuhn, Tannenzapfen und Sechseck bitte nicht in einer Gruppe!"

    Puh! Ich bin erleichtert. Im ersten Moment hatte ich Kindergesichter mit kleinen Tattoos auf der Stirn vor Augen...

    Ich schließe mich Krabapple an: Du brauchst ein konkretes Ziel. Mir ist nicht klar, was die Kinder können. "Alle Wortarten", aber sie wissen nicht, dass ein Adjektiv ein Nomen näher beschreibt? Komisch.
    Wie lange haben die Kinder das denn in letzter Zeit geübt? Zwischen "können" und "können" kann es erhebliche Unterschiede geben.

    Täterbeschreibung: Wäre eher eine Einführungsstunde oder die erste Folgestunde nach der Einführung.
    Die Vorschläge von Cat1970 und keckksfinde ich gut, genauso wie das Lapbook.
    Wie wäre es, das Domino schon vorher (ohne UB) vorzubereiten und dann in der besagten Stunde ausprobieren zu lassen? Dann fällt das Risiko des Bastel-Chaos' weg.
    Beim Lapbook hast du aber auch das Bastel-Problem, ich würde nicht drauf wetten, dass das in der 3. schon selbstständig klappt. Eher einen Teil in der Stunde anfertigen.

    Vom Zipferlak möchte ich aus meiner Erfahrung (auch der aus meiner derzeitigen, "normalen" Schule) heraus absolut abraten.
    Die Kinder sind am Anfang der 3., d.h. die haben gerade erst die Klasse 2 hinter sich. Viele können ganz gut lesen, aber nicht alle. Beim Lesen sind sie oft noch darauf konzentriert, dass ein Wort einen Sinn ergibt. Es muss einen Sinn ergeben, das gehört zu den grundlegenden Regeln des Lesens für diese Altersklasse dazu. Sie werden stolpern und bei jedem Wort fragen, was das heißt.
    Daran, dass es Quatschwörter gibt, musst du die Kinder in diesem Alter gewöhnen. Dann können sie sich mit dir gemeinsam über Quatschwörter freuen, aber der Bogen zur Grammatik ist dann ungefähr eine Weltreise, denn die Grammatik wird in diesem Alter eher intuitiv am Gesprochenen beherrscht.
    Der Deutschunterricht arbeitet daran, dies auf die schriftliche, abstrakt-formale Ebene zu übertragen - jahrelang.
    Diese Ebene zu durchschauen ist so schwierig, dass die Wortarten in Klasse 3 im Allgemeinen noch nicht beherrscht werden - zumindest nicht so gut, um Adjektive und Verben im Zipferlak-Gedicht zu erkennen. Das kannst du probieren, wenn du ohne bewertende Blicke in der Klasse bist - und vielleicht am Ende des Schuljahres oder in der 4.

    Die Einen haben maximal 10%, die Anderen 100% Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Unterricht - und selbst bei den 10% ist häufig noch in irgendeiner Form Hilfe im Haus vorhanden (abgeordnete Förderschullehrer, Integrationshelfer, o.ä.). Weiterhin haben Förderschullehrer das ganze sonderpädagogische Wissen, das ein Grundschullehrer nicht besitzt, und unterrichten bis Klasse 10 und müssen damit ein tiefergehendes Fachwissen haben als Grundschullehrer (Sie besuchen im Studium meist die selben Veranstaltungen wie H/R-Lehramtsstudenten und haben auch später teilweise Schüler, die den Übertritt an die Hauptschule schaffen.).

    Vor einigen Jahren fragte mich eine Sonderpädgogin ganz entsetzt, wieso ich 6 Kinder im Förderunterricht habe, ich soll mir die doch einzeln oder zu zweit nehmen. Ich fragte sie dann, welches dieser Kinder ich fördern solle und warum welches nicht gefördert werden könne. Verwirrung auf ihrer Seite: Sie hatte fast so viele zusätzliche Förderstunden wie Kinder in der Klasse, d.h. die erhielten alle eine Stunde Einzel- oder Zweierförderunterricht. Ob das heute noch so üppig ist, weiß ich nicht, aber Hilfe im Haus ist vorhanden.
    Hilfe im Haus gab es bei uns erst seit wenigen Jahren, ab und an war eine Sonderpäd. für eine Stunde pro Woche da.
    Hilfe im Haus fällt an beiden Schularten allerdings häufig Vertretungen zum Opfer.
    Mein Abschluss (und der vieler anderer Berliner und Brandenburger Lehrer an Grundschulen) befähigt mich ebenfalls zum Unterrichten bis Klasse 10, das Fachwissen musste ich mir auch aneignen.

    10% war auch nur ein geschätzter Wert, da ich mir schwer vorstellen kann, dass auf eine Klasse mehr als 2 Kinder mit entsprechendem Förderbedarf kommen. ...Aber klar, man kann es positiv wie negativ auffassen, dass die Grundschule erst einmal alle Schüler von der Lernbehinderung bis zur Hochintelligenz erhält und nach vier Jahren die Schüler auf eine homogenere, auf ihre intellektuellen Bedürfnisse angepasste Schulform wechseln.

    Das glaube ich dir sofort. Ich vermute, du bist nicht im Brennpunkt gelandet.
    6. Nach 6 Jahren.

    Und wenn ich mich dann nicht mehr erinnern kann, welche der ca. 200 Schülerinnen in welcher Klasse welches Symbol hatte? :pirat:
    Ich stelle mir das gerade so vor: "Kinder, wart ihr die Schneeflocken- oder die Regentropfenklasse? Und wer bitte hatte den Decknamen Rumpelstilzchen?"

    Jugendamt? Hihi. Mir wurde vom Jugendamt erzählt, wenn ein Kind nichts zu trinken mit hat, dann müsse ich Getränke besorgen und das Kind versorgen. Wenn ein Kind nachts Gewaltfilme guckt, dann ist das ein Problem, das die Schule zu lösen hat, das JA hat damit nichts zu tun.
    Nicht umsonst werden immer wieder tiefgefrorene Kinder gefunden. :uebel:

    An meiner Ex-Schule wurde häufig suspendiert, immer mit Aufgaben. Die Schüler hatten zu manchen Zeiten morgens anzutanzen, die Aufgaben des Vortages abzugeben und die neuen abzuholen - alles auf Zensuren. Zu anderen Zeiten bekamen sie Aufgaben gebündelt und gaben sie gebündelt ab.

    Ich habe in 1/2 zeitweise mit Einsterns Schwester gearbeitet. In meiner neuen Schule wird mit Flex und Flora gearbeitet, da habe ich derzeit aber wenig Anteil, da ich nur eine Deutschstunde pro Woche habe.

    Einsterns Schwester
    Flex und Flora
    Beide Werke haben Hefte, die teilbereichsbezogen arbeiten (Texte verfassen, Rechtschreiben / Richtig schreiben, Sprache untersuchen, Lesen)

    Wenn es mir an Platz mangelt, verwende ich ebenfalls die gleiche Tüte mehrfach. In meinem Elternhaus wurden Plastiktüten (damals noch eher selten) nach Benutzung gewendet und mit warmem Wasser und Spülmittel gründlich abgewaschen, danach getrocknet und viele Male wiederverwendet. Auch bei Speisen, die nur in den Kühlschrank kamen.
    Bei Brot wurde ich das genau wie Wollsocken nicht als Problem ansehen, denn das frierst du ja frisch ein. Auch bei Gemüse übrigens nicht.

    Erfahrungen von meiner letzten Schule:

    1. Kleidung: Die Kinder haben etwas anzuziehen, sie sind ausreichend warm angezogen, der Geruch hält sich im Rahmen? --> Wunderbar.
    Ansonsten: Elternabend,
    Kinder zur Seite nehmen und darauf ansprechen (Könntest du heute mal deine Sachen in die Wäsche legen und morgen etwas frisches anziehen?)
    Eltern der besonders betroffenen Kinder persönlich ansprechen und dabei beim ersten Mal die Möglichkeit lassen, das ganze möglichst wenig peinlich auf die Reihe zu bekommen. (Bei mir roch mal ein Schüler einige Wochen lang unangenehm, aus meiner Sicht entweder zu lange die Wäsche nicht gewaschen, der trug dann auch das gleiche ziemlich lange. Die Mutter sagte, es wäre doch alles frisch gewaschen. Ich habe ihr dann gesagt, dass das auch manchmal am Waschmittel liegen kann, vielleicht könnte sie ein anderes ausprobieren. Danach war alles gut. Shirt und Hose wurden mindestens einmal im Laufe der Schulwoche gewechselt und roch neutral bis gut.)
    Läuse: Kann Zufall sein. Wichtig ist, dass die Haarwäsche nach Anweisung durchgeführt wird und KLeidung, Kuscheltiere und Bettwäsche mitbehandelt werden, sonst kommen die Läuse beim gleichen Kind (!) immer wieder. Leider muss man auch das den Eltern z.T. erklären, die lesen die Packungsbeilagen und die Infozettel nämlich nicht.


    2. Beschlüsse können nur über die Eltern (Schulkonferenz) gehen. Und selbst dann wirst du immer wieder Probleme und Diskussionen haben. Ich habe eine solche Situation erlebt und hätte täglich mindestens 30 Minuten vom Deutsch- oder Matheunterricht streichen müssen, um die Essensvorräte der Kinder zu kontrollieren und herumzudiskutieren.
    Die Verantwortung für die Ernährung liegt letztlich bei den Eltern. Du kannst ihnen gut zureden und sie bitten. Mehr Handhabe hast du nicht, solange die Kinder etwas zu essen mithaben - wie krabapple schrieb.
    Alternativ kannst du über die Kinder gehen und dort ansetzen, damit sie ihre Eltern miterziehen.
    Zusatz: Ich hatte auch schon ein Kind, das froh war, wenn es am Ende des Monats überhaupt noch Toastbrot mit loser Billigwurst mitbekam. Und ein Kind, das kein Brot aß, sondern Pudding und Fruchtjogurt. Selbstgemachten Fruchtjogurt bekam er alleine nicht hin und die Mutter auch nicht, die arbeitete nämlich 10 Stunden täglich für wenig Geld, hatte über eine Stunde Fahrzeit pro Strecke und war alleinerziehend.

    Zähne: Meine ehemalige Schule wurde eine Zahnputzschule. D.h. die Kolleginnen der 1. und 2. Klassen mussten noch Zahnputzbecher mit Zahnbürsten im Klassenraum unterbringen und sich Sponsoren für Zahnpasta suchen. Nach dem Frühstück mussten sie das WC (Odeur "Inkontinente Waldbewohner") aufsuchen und mit den Kindern die Zähne putzen. Weitere 20 Minuten vom Unterricht rum. Und später beschwert sich dann jemand über die Rechtschreibung, die Handschrift oder die fehlenden Malfolgen... Da muss man dann Prioritäten setzen und sich notfalls immer wieder Vorwürfe anhören.

    Heute, als ich den Kunstunterricht für Montag vorbereitete, überkam mich spontan ein kleines Lied.
    Einfach auf eine beliebige Melodie im Swing-Rhythmus singen, sich dazu ein schön spielendes Jazz-Ensemble vorstellen oder auch betont vortragen....


    Viel Spaß! :engel:

    PS: Ich musste leere Klopapier-Rollen, welche die Klassenleiterin meiner Kunstklasse gekauft (!) hatte, in zwei kürzere Röhren zerteilen. Eine ganz wundervolle Aufgabe.


    Ich bin der Klorollen-Killer,
    ich schneid sie alle auf!
    Egal, wie sehr sie wimmern,
    das nehme ich in Kauf.

    Und macht sich eine Rolle sanft und heimlich aus dem Staub,
    dann seh ich das und fange sie ganz zügig wieder auf.

    Das ist der Klorollen-Blues, den singe ich.
    Das ist der Klorollen-Blues, sie gehen drauf.
    Ich bin der Klorollen-Killer, glaube ich.
    Ich schneide dir die leeheetzte Klorolle auf!
    leise weitersummen


    Mit eigener Klasse: vorab Regeln besprechen und auf Einhaltung pochen.
    In der Bahn ist es laut? Einmal "Pscht, leise jetzt!" und strenger Blick, beim zweiten Mal Ankündigung von Konsequenz (umsetzen o.ä.), beim dritten Mal sitzt das Kind auf einem neuen Platz, wenn möglich alleine, und ohne Diskussion.

    Ich habe mal mit einer Erzieherin zusammengearbeitet, die machte das beim 2. Mal. Wirkte, habe ich sofort übernommen.

    @Lehramtsstudent
    Wenn es die Lehrer nicht stört, hast du als Hospitant schlechte Karten.

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