Auch meine "gefällt" mir sind als "Vielen Dank für den Beitrag" zu verstehen. Das ist einfach nur gruselig.
Ich kenne einige Kinder, die nicht über "früher" oder die Flucht reden wollen und das auch sagen oder sich sofort verschließen und andere, die ab und zu reden und reden, es aber natürlich nicht loswerden dadurch. Ich hatte einen Afghanen, der ist zweimal (!) über das Mittelmeer geflüchtet, weil sie beim ersten Mal zurückgeschickt wurden (sicheres Herkunftsland). Ich weiß nicht genau, was los war, ich vermute, der Vater wurde politisch verfolgt.
Ein Syrer kam eines Tages zu spät zur Schule in seiner Heimat. Auf dem Weg wurde er Zeuge des Bombenangriffs auf die Schule. Und das war noch eine der harmlosesten Begebenheiten, die die beiden erzählten.
Der Vorschlag, Therapie in Anspruch zu nehmen, wurde beim zweiten allerdings vom Vater abgelehnt, das hätte wohl Schwäche bedeutet. Beim ersten habe ich es nicht vorgeschlagen, der wirkte insgesamt stabiler und gefestigter in seiner Psyche und im sozialen Umfeld in Deutschland.
Bei Therapeuten gibt es den Begriff der Sekundärtraumatisierung: Traumatisierung dadurch, dass man sich traumatische Ereignisse erzählen lässt. Haben viele Therapeuten. Bei Lehrern gibt es das nicht. Klar, wir hören die Traumageschichten nicht in dem Umfang wie Therapeuten. Aber manchmal schüttelte es mich sehr.
