Beiträge von Conni

    In den Medienberichten damals hieß es, soweit ich mich erinnere, dass die angestellten Lehrer an Prüfungstagen gestreikt hätten - was ja sehr effektiv ist - aber die Beteiligung niedrig war.

    Kann jemand aus unserem Forum aus erster Hand berichten?

    Auch in Berlin gibt es immer noch sehr viele verbeamtete Lehrer.
    Oft wird das so ausgerufen/organisiert, dass Kollegien, in denen die Angestellten überwiegen, geschlossen streiken und von den Beamten der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden kann.
    Reaktionen in meinem ehemaligen Kollegium waren - als wir als Angestellte vor einigen Jahren streikten: Die Schulleitung verlangte, dass wir vorab Briefe an die Eltern ausgeben, wenn wir streiken wollen. (Manchmal fällt einem das aber erst am Streiktag morgens um 7 ein, dann schafft man das nicht mehr vorher mit den Briefen.) Die Beamten gingen in unseren Unterricht und vertraten uns fachgerecht. Dazu sind sie nicht verpflichtet, sie müssen maximal die Kinder "aufbewahren". Hinterher meckerten einige offen mit uns und waren neidisch. Danach gab es nie wieder mehrere Angestellte, die gemeinsam streiken gehen wollten.

    Geschlossene Schulen und Streikaktionen an Prüfungstagen sind da wirkungsvoller. Es gab sogar Streiktage, an denen nur einzelne Schulen mit besonders vielen Angestellten aufgerufen wurden zu streiken.

    Ich war bisher auch mit keinem System wirklich zufrieden.

    Den Stein der Weisen warfen die Gast-Sonderpädagoginnen breit und zufrieden lächelnd, da sie mir als junger Anfängerin ja was Tolles beigebracht hatten, in den Raum: Eine Tabelle: Lächelnder und trauriger Smiley, für jedes Kind ein magnetisiertes Namensschild und immer direkt schieben, wenn etwas ist. Ihr ahnt, wofür ich dann die Stunden (28 Schüler) verwendet habe?

    Ampelsystem: Ähnliches Problem, ich verliere den Überblick. Funktioniert auch nur dann, wenn es die Kinder beeindruckt. Wenn du welche dabei hast, die es drauf anlegen und die wissen, dass es ihren Eltern piepegal ist, hast du verloren.

    Murmeln sammeln wurde mir auch mal vorgeschlagen. Auch das funktionierte nicht, weil einige Kinder immer querschossen. Rat der o.g. Sonderpädagogin: Jedes auffällige Kind bekommt sein eigenes Glas für Murmeln mit eigenem Ziel. Hmm, ja.
    Wenn alle wollen, kann ich mir das noch recht gut vorstellen (oder die o.g. Blume).

    1,2,3-Methode funktioniert, wenn die ganze Schule mitzieht und die Auszeit entsprechend vorhanden ist. In den Zeiten, in denen wir eine verlässliche Auszeit hatten, war das z.T. hilfreich, um Ruhe für den Rest zu schaffen. Aber es durfte immer nur einer pro Klasse dorthin und damit half das in manchen Klassen nicht.

    Smileyrennen hatte ich, das war mit am besten. Knackpunkte: Originale Regeln (1 Feld pro Tag) sind für Grundschulkinder nicht gut zu überblicken, ich habe es mit 2 möglichen Schritten pro Stunde gemacht, Ziel = Aufkleber sammeln, bestimmte Anzahl Aufkleber = Hausaufgabengutschein oder kleines Geschenk. Ziemlich aufwendig und mäßig erfolgreich. Rückgesetzt habe ich die Kinder anfangs gar nicht, später auf Wunsch der Klasse, wenn z.B. der Dienst nicht erledigt wurde. Bei Fachkolleginnen, die konsequent zurückgesetzt haben, lief das System ins Leere, da die zurückgeschobenen Kinder sich dafür nicht interessiert haben.

    Jeder ein persönliches Ziel: Jepp, fanden die SoPäd (nicht die o.g., die Nachfolgerinnen) auch supertoll. ("Beim Smileyrennen werden die armen Kinder ja alle über einen Kamm geschoren, das ist ja gar nicht individuell." Ähm, ja. Wäre sinnvoll, wenn alle gleichzeitig leise sind oder sich an andere grundlegende Regeln halten. Individuell zu unterschiedlichen Zeitpunkten bringt das sehr wenig.) Ich habe in Klassen vertreten, in denen 8 Kinder einen Hefter mit einem individuellen Lernziel und Smileyplan hatten. Ich sollte das am Ende der Stunde einschätzen, wusste aber gar nicht wer wer ist und schon gar nicht, ob das Kind nun genau das Ziel eingehalten hatte. Selbst als Klassenleiterin hatte ich da bei mehr als 2 Kindern große Probleme und habe nicht durchgeblickt, zumal der Erfolg dieser Verhaltenspläne noch schlechter war als der von allem anderen, meist war es den Eltern egal und den Kindern auch.

    Bei mir hat Folgendes etwa genausogut geholfen:
    "Lernhaltung!" - alle sitzen am Platz, legen die Arme auf den Tisch, schauen leise zur Tafel. Die ersten Male freut man sich tooootal, wenn das bei 5 Kindern schon geklappt hat und bald ist es konditioniert. Möge ich vor Scham im Boden versinken.

    "Ich freue mich schon über..." / "X, Y und Z sitzen schon ganz leise" / "Die Kinder in der Wandreihe sind als erstes fertig und stellen sich daher als erstes an..." - funktioniert auch fast immer. (Und ja: In meinen Klassenräumen gab es genau einmal 2 Wochen und einmal 4 Wochen Gruppentische, danach bin ich immer wieder zur Frontalsitzordnung zurückgekehrt. Kinder aufmerksamer, weniger blaue Flecken durch von alleine unter dem Tisch tretende Füße und so weiter.

    Eine Kollegin erzählte mir, dass sie auf einer Klassenfahrt mit Schülerinnen in einem Zimmer schlafen musste. Das wäre für mich ein NoGo. Schon mit der Begleitung auf der Klassenfahrt im Doppelzimmer fand ich es grenzwertig. Wir haben uns zwar gut vertragen, aber ich schnarche ab und an kurz auf.
    Was ich bisher auf allen Klassenfahrten erlebte: Duschen im gleichen Waschraum wie die Kinder, einmal immerhin abschließbar.


    Ich würde gerne in der Weihnachtszeit mit meiner Klasse morgens im Dunkeln starten und bei Kerzen gemütlich Geschichten lesen. Das hat meine Grundschullehrerin nämlich immer gemacht. Welche Zeit wäre das?

    Egal. Passiert in allen möglichen Varianten.Sonnenaufgang ist in Hamburg bei Winterzeit nach 8:10 Uhr (und dann ist es ja noch lange nicht hell, das dauert im Winter eine Weile), bei Sommerzeit nach 9:10 Uhr.
    Bei uns hieße durchgängige Sommerzeit allerdings, dass es in der ersten Hofpause, nach 2 Stunden Unterricht, gerade hell werden würde.

    Die Regeln, die dort an der Wand hängen wurden vergessen. Wenn es still sein soll im Zimmer, muss der Lehrer das von Minute 1 an einfordern.
    Die Klasse ist m.E. verhältnismässig klein, daran liegt's nicht.


    ...
    Danach bist du platt und hast immer noch keine Pinkelpause, weil man diese Gruppe nicht allein lassen kann... Und hier sieht man auch geradezu idealtypisch, warum der prinzipielle Einsatz von Zweitlehrern keinen Sinn hat, warum die Unterrichtsform und Methoden irrelevant sind, solange der Lehrer keinen Fuß auf dem Boden hat. War das nicht das Hauptthema von Hattie?

    Ich kann mehreren "Seiten" hier zustimmen.
    Auf mich wirkte der Lehrer im Film zu tolerant und deutlich zu wenig präsent. Diese Haltung kann man in Klassen, die laufen, an den Tag legen. Enge Führung ist bei einer solchen Klasse nötig.

    Aber: Ich habe mir selber an einer unserer "Spezialklassen" in den letzten beiden Jahren die Zähne ausgebissen: 5 Klassenleiter + 3 Vertretungsklassenleiter in 4 Schuljahren, davon keine Grundschullehrkraft mit längerer Unterrichtserfahrung, 75% Quereinsteiger.
    Ich war ein Jahr Musiklehrerin (letzte Tagesstunden, die Klassenlehrerin hielt streng "die Knute" drauf und die Kinder gingen bei mir über Tische und Bänke, Bitten um Unterstützung liefen ins Leere) und ein Jahr Mathematiklehrerin. Auch das war - nach Klassenlehrerwechsel - gruselig.
    Am Platz sitzen? Fehlanzeige. Es haben sich 7 verhaltenskreative Schülern zusammengetan und heimlich den Lehrer-Ärger-Club aufgemacht. Von denen lagen immer 1 bis 5 Kinder gleichzeitig auf dem Boden oder rannten durch den Raum, sprangen mit Affenlauten umher und hielten sich dabei das Gemächt, kommentierten alles lautstark und störten bewusst den Unterricht. "Wir hatten schon so viele Lehrer, wir wollen keine mehr." Laut gesagt, von den Eltern so kommuniziert gegenüber Kindern und Lehrern. "Wenn es mehrere Kinder sind, müssen ja die Lehrer Schuld sein." - Kommentar von Eltern, auf der Klassenkonferenz vor dem Kind geäußert. Bei 3 dieser Kinder waren die Eltern prinzipiell zugänglich - und auch wenn sie nicht alles umsetzen konnten oder wollten - hatte das einen positiven Einfluss auf die Kinder. Die restlichen 4 hatten Eltern oben genannter Kategorie und gebärdeten sich entsprechend. Einer davon war zeitweise bereit, sich auf mich einzulassen, dann lief es bei ihm zeitweise sehr gut. Ansonsten bin ich nicht dagegen angekommen. Wenn ich forderte, dass sie leise zu sein haben, kamen die von mir bekannten Schülerzitate. ("EY ALDA...") Klassenregeln egal, Rückmeldepläne egal (da ja eh keine Elternreaktion), Belohnungen egal, Ampelsysteme (sofortige Rückmeldung) egal bzw. bewusst zum Stören genutzt. Ich habe ich permanent inkompetent gefühlt und irgendwann innerlich aufgegeben, da es keine für mich hilfreiche Unterstützung gab. (Über die Maßnahmen von Schul-, Klassenleitung, Sonderpädagogik und Sozialarbeit möchte ich mich hier nicht äußern.) Ich hätte mich aber niemals freiwillig in dieser Situation filmen lassen.

    Den Einsatz eines Team-Lehrers fand ich allerdings als sehr hilfreich, da wir nämlich die Klasse eine Stunde in der Woche teilen konnten. (Zum Zweitlehrer benötigt man übrigens einen Zweitraum, daran dürfte es auch oft scheitern.) Die Kinder, die sich benommen hatten und ihre Aufgaben gelöst, durften am PC weiterrechnen und Logikrätsel lösen, die anderen arbeiteten beim Kollegen im Heft weiter. Über's Schuljahr brachte das leider keine Punkte, aber es war eine Entlastung für den Moment und für die Kinder, die lernen wollten und eine ruhige Atmosphäre wollten.

    Früher hatten übrigens immer eine meiner Kolleginnen und ich die "Spezialklassen". Die gingen uns anfangs auch über Tische und Bänke, aber da wir dort fast alle Stunden über 2 Jahre unterrichteten, wurde es mit der Zeit deutlich besser. Daher denke ich, dass dieser häufige Lehrerwechsel doch ein bedeutender Faktor ist.

    Man weiß nicht, was an dieser Schule schon gelaufen ist vorab. Aber wie gesagt: Filmen in so einer Situation? Für mich ein No go.

    Das schwierigste an der Zeitumstellung ist für mich immer nur die Frage "Vor" oder "Zurück". Früher hatte ich in der entsprechenden Nacht immer Albträume, dass ich die Uhr falsch stellen würde und deswegen zur falschen Zeit aufstehen würde. Heute nicht mehr. Meine Uhren stellen sich automatisch um. ;)

    Auch in Zeiten automatischer Uhrumstellung haben es schon Seminarteilnehmer geschafft, zum Seminar zum Beginn der Winterzeit eine Stunde zu spät zu kommen, also quasi 2 Stunden zurückzustellen.

    Ich nehme immer das Duett-Liederbuch [Anzeige], das Liederbuch für die Grundschule [Anzeige], auch schön sind Simsalasing [Anzeige] und das Liederbuch Grunschule [Anzeige]. Die Lieder doppeln sich aber häufig, ich würde mir die letzten beiden jetzt nicht noch zusätzlich kaufen.

    In beiden Büchern sind genug Lieder für Klasse 1/2 enthalten.
    Als Zeitschrift gefällt mir die Pamina am besten.

    Gutes Musikbuch? Hmmm.... Ich habe keins gefunden, von dem ich wirklich begeistert bin. Wobei Helbling "Tipolino" rausgebracht hat, und Helbling habe ich bisher mit guten Sachen kennengelernt. Da kann man auch ein Prüfstück zum halben Preis bekommen. Das Buch selber kenne ich noch nicht. Rondo finde ich auch nicht schlecht, für die südlichen Bundesländer und mit Religion sicher ganz gut von der Liedauswahl.

    Mit Lehrerhandreichungen habe ich nie wirklich gearbeitet, nachdem die ersten (Volk und Wissen) und zweiten (Duett Klasse 1/2) mir nicht weiterhalfen.


    Meine Frage betrifft die Verwendung der Wörter "hell" und "dunkel" für hohe und tiefe Töne. Spricht etwas dagegen, das nicht zu übernehmen und einfach von Beginn an von "hoch" und "tief" zu sprechen?

    Ich habe nie "hell und dunkel" verwendet, sondern immer hoch und tief. Manche brauchen etwas, bis sie das unterscheiden können, geht aber problemlos. Warum Begriffe einführen, die umgelernt werden müssen, wenn die korrekten Fachbegriffe leicht sind?

    Bzgl. Stücken kann ich dir nicht helfen, da ich nie vernünftige Instrumente hatte.
    In einer 4., die nur Popmusik tolerierte, habe ich mit Metallophonen "Wir sind groß" begleiten lassen, wobei ich das Pattern auf 2 Töne reduzieren musste. Mehr war nicht möglich, der Wechsel zwischen 3 Tönen wurde als extreme Überforderung empfunden, da allein das Treffen der Zungen die Kinder sehr forderte und zusätzlich waren viele nicht rhythmussicher. Ich würde dir empfehlen, gerade in Klasse 1 und 2 die einzelnen Bestandteile nacheinander einzuführen und genug Zeit zur Sicherung zu lassen.
    Berichte mal von deinen Erfahrungen.

    Das Wort tambien (aus dem Spanischen?) gibt es im Lateinischen gar nicht :D

    Ja, aus dem Spanischen. Und: Macht nichts, ich hatte nie Latein und der Google-Übersetzer hat es auch nur bis zur A2 (oder gibt es das bei Latein auch nicht?) geschafft.

    Was habt ihr denn in der 11. Klasse schon für Aufgaben? Wahnsinn!

    Als ich in der 11. Klasse war, gab es kein Praktikum. Im ersten Praktikum an der Uni hatte ich sicher Beobachtungsaufgaben und musste was schreiben, aber kann mich nicht mehr erinnern.
    Eigene Stunden geben finde ich auch heftig, du bist kaum älter (bzw. sogar jünger) als die Schüler.
    Ich wurde im ersten Praktikum von einer Fünftklässlerin gefragt, ob ich die neue Schülerin bin.

    Ich schließe mich Midnatsol an, das ist gar nicht so einfach. Unterrichtseinstiege wären aber eine gute Idee.

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