Bei uns läuft das alles ähnlich. Bundesjugendspiele werden landesweit durchgeführt.
Die klassische Reihenfolge an unserer Schule waren eben auch morgens die 3 kleineren Sportarten als Stationen und dann zum Finale der 800m-Lauf. Pralle Sonne, 28 Grad, auch 1. Klasse. Irgendwie wurde das bald abgeschafft, kann sein, es waren auch Kinder umgekippt oder Eltern hinterher beim Arzt. Nebenbei haben die Kolleginnen von den Lütten auch gemurrt, denn Sieger- und Ehrenurkunden gibt (gab) es erst ab dem Jahr, in dem das Kind 8 wurde, d.h. für fast keinen Erstklässler. Die bekamen dann Teilnahmeurkunden, egal wie gut sie waren. Wussten wir allerdings anfangs nicht, hat uns keiner gesagt, also haben wir im ersten Jahr die Punkte der 8-jährigen irgendwie runtergerechnet auf 6- und 7-jährige. *hüstel*
Dann wurde zumindest für Klasse 1/2 das ganze umgestaltet in einen großen Stationsbetrieb mit verschiedenen mehr oder weniger ernsthaften Tätigkeiten: Sackhüpfen, Eierlauf, 20m-Pendelstaffel, Wassereimer füllen, jonglieren etc. Das macht den Kindern Spaß und da ist auch für jeden was dabei.
In 3 bis 6 die normalen Bundesjugenspiele - aber inzwischen werden die 800 m vorab im Sportunterricht gelaufen. Am Ende wurden als Überraschung in diesem Jahr die Rasensprenger angeschaltet und ich konnte die Kinder auswringen, denn inzwischen waren Wolken aufgezogen und die ersten froren.
So richtig schön ist das eigentlich nur für leichtathletikaffine Kinder. Wobei in diesem Tag eines meiner lernschwächsten Kinder zu den besten auf Klassenstufenebene gehörte.
Zum Glück gibt es im Anschluss aber noch Spiele und Tauziehen auf dem Sportplatz. Im Tauziehen ist meine Klasse unschlagbar. Leider dürfen die leichten Schüler nie mitmachen, während alle, die über 1,60m groß oder über 50 kg schwer sind, einen festen Platz haben. Als Belohnung für die Sieger gibt es immer Eis, um das Kaloriendefizit gering zu halten und auf das Kampfgewicht für das nächste Jahr hinzuarbeiten.
Ganz zum Schluss kommt der größte Spaß: Wir dürfen die Kinder dann noch 2 Stunden "betreuen", so irgendwie bis zum Ende der Unterrichtszeit, irgendwo, egal, uns wird schon was einfallen.
Edit: Mich hat beim 100m-Lauf einer meiner Mathelehrer mal gefragt, ob ich so langsam bin, weil ich während des Laufens ausrechne, wie lange ich brauchen könnte. Mir gefiel der Gedanke sehr gut und in mir keimte die Idee, einfach so auszusehen, als würde ich mich voll einsetzen, es aber nicht zu tun. 18 oder 20 Sekunden ist dann ja auch egal. In der Zeit laufen andere einen Marathon.