Beiträge von Conni

    Falsch - das wichtigste ist die "Besinnungsrunde" im Vorfeld, in der jeder Teilnehmer mit selbstgestalteten Smileys darstellen soll, wie er sich bei dem Thema fühlt und was seine Erwartungen an die Zusammenkunft sind :sterne:

    Smileys? Nicht die Gefühlsmonster?
    Man könnte das noch um eine Aufwärmübung erweitern, bei der man rhythmisch abwechselnd auf die eigenen und die Oberschenkel der Nachbarn patscht und wenn die Musik aussetzt, schnell den Platz wechselt.

    Gut, wenn Lehramtsausbildung so betrieben wird. Wie muss man sich das denn konkret vorstellen - wie viele Semesterwochenstunden, wie sah die Verzahnung mit den Lehrveranstaltungen aus, wie viel wurde de facto unterrichtet und ausgewertet etc.? Würde mich sehr interessieren, weil es dann doch aus der üblichen Hochschullehre herausstäche.

    Bei uns lief das so:
    Orientierungspraktikum: Ein Vorbereitungsseminar, an den Inhalt kann ich mich nicht mehr genau erinnern. In den Semesterferien waren wir 4 Wochen an der Schule, manche durften schon unterrichten, andere nicht. Wir wurden von der Seminarleiterin einmal besucht und mussten einen Bericht schreiben. Mit anderen Veranstaltungen wurde es nicht verzahnt.
    Unterrichtspraktikum Musik: Semesterbegleitend, d.h. wir besprachen in der Seminargruppe die Inhalte und z.T. Aufbereitung, gingen dann in der Folgewoche einen Vormittag in die Schule. Anfangs unterrichtete der betreuende Lehrer, danach wir abwechselnd, alle anderen schauten zu und anschließend gab es ein Auswertungsgespräch, welches sich auf den konkreten Unterricht und die Planung bezog. Letztlich hat jeder ca. 5 Stunden gehalten und ca. 30 gesehen (oder 35?).
    Unterrichtspraktikum Mathematik: Wieder in den Semesterferien, d.h. ein Vorbereitungsseminar und anschließend 4 Wochen, in denen wir von einer Mentorin betreut wurden. Mein Eindruck: Unterricht wurde ungern abgegeben, ich durfte nur wenige Stunden halten, saß oft herum und hospitierte. Meist ging ich dann in die verschiedenen Musikkurse, da es sich um eine musikbetonte Schule handelte. Praktikumsbericht (abgeben, Schein bekommen). Hinterher wurden die Erfahrungen nicht weiter aufbereitet.

    • Wie läuft der Erwerb des Zweitfachs ab? Ich habe von berufsbegleitenden Studien gelesen, die ein Jahr andauern und vor dem Vorbereitungsdienst (18 Monate) abgeschlossen werden müssen. Das heißt, dass ich mich erst frühstens im nächsten Sommer auf ein Referendariat / den Vorbereitungsdienst bewerben könnte?

    Wir haben eine Quereinsteigerin, die derzeit mit einem Fach unterrichtet und Deutsch begleitend studiert und im folgenden Jahr Mathe begleitend studieren wird. Es scheint sehr anstrengend zu sein. Sie hat Abminderungsstunden, muss aber immer auch Klausuren und Referate bestehen.

    Zitat
    • Ist es dann möglich, mit dem Master of Arts direkt das zweite Staatsexamen anzugehen? Und gibt es noch das Anerkennungsverfahren, bei dem der M.A. als erstes Staatsexamen bewertet wird?

    Frage doch beim Landesprüfungsamt nach. https://www.berlin.de/sen/bildung/fa…amtspruefungen/

    Zitat
    • Berlin verbeamtet derzeit keine Lehrer. Wäre es also ratsam, seinen Wohnort in ein anderes Bundesland zu verlagern? Eventuell nach dem zweiten Staatsexamen? Das 35. Lebensjahr gilt hier als entscheidend, oder?

    Andere Länder haben auch Grundschullehrermangel und werden dich vermutlich nicht so schnell gehen lassen.

    Bei uns wird man so weit möglich nach Wunsch eingesetzt. Wir haben eine Quereinsteigerin, die derzeit nur Sport eigenständig unterrichtet, aber um Mathe und Deutsch noch aufstocken muss. Eine hat nur Englisch, andere unterrichten 2 Fächer.
    Die Studienräte machen meist 2 Fächer, die Koll., welche für Sek I ausgebildet sind, meist 2 bis 3 Fächer, die ausgebildeten Grundschullehrer 3 bis 6.

    Ist es vielleicht ein Ratespiel, wo man bis zum Ende herausgefunden haben, welches Fach welches ist?

    Nein. Ich habe das Ding bis zum Ende so "Pi mal Daumen" durchgeklickt, um zu schauen, ob es irgend eine Auflösung oder eine interne Rückmeldemöglichkeit gibt, aber es ist kein Ratespiel.

    Aufgrund derer ist es aber ein bloßes Ratespiel.
    Bei uns gibt es einen Bereich, bis zu dem das Gymnasium empfohlen wird, einen kleinen Kann-Bereich und den Bereich für die Sekundarschulen. Dabei werden aber die Hauptfächer mehrfach gerechnet - wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Ich habe das nämlich noch nie selber beurteilen müssen, sondern nur mal ohne Grund meine Zeit in so einer Übergangskonferenz verbracht. Mal abgesehen davon, dass auch der Schülerwunsch zählt.

    Ja, klar, für die Berghütte schon. Wobei wir jetzt nicht auf die Uhr gucken mussten. Wir hatten sowieso die ganze Hütte für uns. D.h. selbst wenn wir fünf Stunden gebraucht hätten, wäre es kein Problem gewesen.

    Zitat von Mrspace

    Anfang diesen Jahres war ich mit einer Klasse auf einer Berghütte. 600hm auf 8km bei angenehmen Temperaturen... Alter Verwalter... Bis wir da oben waren... Mit meiner ehemaligen Kollegin (Anfang 60!) war ich da in knapp zwei Stunden oben. Mit den Kids waren es 3,5h...


    Achso. Für mich hatte "Alter Verwalter" irgendwie nicht ganz nach "kein Problem" geklungen.

    Bei einem Waldspaziergang sind mir am Ende des vergangenen Schuljahres zwei Schülerinnen kollabiert... Gut, es war heiß, 30 Grad. Aber wie gesagt im Wald!

    Anfang diesen Jahres war ich mit einer Klasse auf einer Berghütte. 600hm auf 8km bei angenehmen Temperaturen... Alter Verwalter... Bis wir da oben waren... Mit meiner ehemaligen Kollegin (Anfang 60!) war ich da in knapp zwei Stunden oben. Mit den Kids waren es 3,5h...

    Waldspaziergang: Sowas hatte ich auch. Als Kind einen Sonnenstich gehabt (ganzen Tag im Hochsommer am Strand ohne Sonnenschutz gespielt) und danach ab und an Blutdruckabfälle bei hohen Temperaturen und feuchter oder schlechter Luft. Ich bin dann auf Anraten meiner Klassenlehrerin regelmäßig schwimmen gegangen, um die Blutdruckabfälle dann auch nach dem Schwimmen zu bekommen. Ursache wurde nie gefunden.

    Für Wanderzeiten gibt es doch den DAV-Rechner, der für leistungshomogene Kleingruppen Erwachsener ausgelegt ist und keine Pausen berücksichtigt.

    Ich habe das so gemacht (es gibt nicht so exakte Vorgaben bei uns):
    1. Halbjahr Klasse 1: Buchstaben im Dach (Anlauttabelle groß an der Wand, die genannten Laute waren rot, der Rest gelb)
    2. Halbjahr Klasse 1: Selbstlaute (aktiv und passiv), Umlaute, Zwielaute (passiver Wortschatz)
    Klasse 2: Wiederholung, Festigung, alle Begriffe im aktiven Wortschatz.
    Theoretisch. Schönes Ideal. In meiner derzeitigen 4 ist die Antwort auf die Frage: "Welche Vokale sind im Wort? Welche Selbstlaute sind im Wort?" regelmäßig auch "der, die, das" oder "Subjekt". Ich befürchte, das werden einige bis zur 10. nicht schaffen.
    Aber eigentlich sollte das so ab der 3. sicher sein.

    Bei uns läuft das alles ähnlich. Bundesjugendspiele werden landesweit durchgeführt.
    Die klassische Reihenfolge an unserer Schule waren eben auch morgens die 3 kleineren Sportarten als Stationen und dann zum Finale der 800m-Lauf. Pralle Sonne, 28 Grad, auch 1. Klasse. Irgendwie wurde das bald abgeschafft, kann sein, es waren auch Kinder umgekippt oder Eltern hinterher beim Arzt. Nebenbei haben die Kolleginnen von den Lütten auch gemurrt, denn Sieger- und Ehrenurkunden gibt (gab) es erst ab dem Jahr, in dem das Kind 8 wurde, d.h. für fast keinen Erstklässler. Die bekamen dann Teilnahmeurkunden, egal wie gut sie waren. Wussten wir allerdings anfangs nicht, hat uns keiner gesagt, also haben wir im ersten Jahr die Punkte der 8-jährigen irgendwie runtergerechnet auf 6- und 7-jährige. *hüstel*
    Dann wurde zumindest für Klasse 1/2 das ganze umgestaltet in einen großen Stationsbetrieb mit verschiedenen mehr oder weniger ernsthaften Tätigkeiten: Sackhüpfen, Eierlauf, 20m-Pendelstaffel, Wassereimer füllen, jonglieren etc. Das macht den Kindern Spaß und da ist auch für jeden was dabei.

    In 3 bis 6 die normalen Bundesjugenspiele - aber inzwischen werden die 800 m vorab im Sportunterricht gelaufen. Am Ende wurden als Überraschung in diesem Jahr die Rasensprenger angeschaltet und ich konnte die Kinder auswringen, denn inzwischen waren Wolken aufgezogen und die ersten froren.
    So richtig schön ist das eigentlich nur für leichtathletikaffine Kinder. Wobei in diesem Tag eines meiner lernschwächsten Kinder zu den besten auf Klassenstufenebene gehörte.
    Zum Glück gibt es im Anschluss aber noch Spiele und Tauziehen auf dem Sportplatz. Im Tauziehen ist meine Klasse unschlagbar. Leider dürfen die leichten Schüler nie mitmachen, während alle, die über 1,60m groß oder über 50 kg schwer sind, einen festen Platz haben. Als Belohnung für die Sieger gibt es immer Eis, um das Kaloriendefizit gering zu halten und auf das Kampfgewicht für das nächste Jahr hinzuarbeiten.

    Ganz zum Schluss kommt der größte Spaß: Wir dürfen die Kinder dann noch 2 Stunden "betreuen", so irgendwie bis zum Ende der Unterrichtszeit, irgendwo, egal, uns wird schon was einfallen.

    Edit: Mich hat beim 100m-Lauf einer meiner Mathelehrer mal gefragt, ob ich so langsam bin, weil ich während des Laufens ausrechne, wie lange ich brauchen könnte. Mir gefiel der Gedanke sehr gut und in mir keimte die Idee, einfach so auszusehen, als würde ich mich voll einsetzen, es aber nicht zu tun. 18 oder 20 Sekunden ist dann ja auch egal. In der Zeit laufen andere einen Marathon.

    Aber Morbus Crohn ist doch eine Erkrankung und keine Behinderung? :ohh:

    Sie ist aber nach derzeitigem medizinischen Stand nicht heilbar, also chronisch, führt zu meist dauerhaften Beschwerden, die sich im Schub verstärken und damit zu einer Behinderung im Alltag. Nach gleichem Prinzip führen auch Diabetes (Krankheit), chronische oder Autoimmunhepatitis (Krankheit), eine Epilepsie (Krankheit) oder auch eine schwere Depression / Manie (Krankheit) zu einer Behinderung und oft zu einem GdB.

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