Hi Schnita,
meine Erfahrungen: Keine Experimente in Unterrichtsbesuchen! (Und damit meine ich nicht physikalische Experimente oder sowas.) Mir sind mehrere UBs daneben gegangen, weil ich üblicherweise die Voraussetzungen nicht hatte, um der Klasse das beizubringen, was die Seminarleiterinnen gerne sehen wollten. Als ich dann im UB damit anfing, ging es schief. Am besten liefen Stunden, die ich so ähnlich in der Klasse schonmal gehalten hatte, nur mit einem anderen Thema. Inwiefern dir dein Fachleiter das ankreidet, weiß ich nicht.
Je weniger die Klasse Gruppenarbeit gewöhnt ist, desto mehr musst du auf die Sozialform achten und daran arbeiten und den Stoff eher in den Hintergrund rücken.
Wie die Gruppen- oder Partnerarbeit mit deiner Klasse funktionieren kann, weiß ich nicht.
Ich hatte schon Klassen, die schnell, selbstständig und recht geordnet arbeitsfähige Gruppen fanden, wobei diese Gruppen dann unterschiedlich groß waren. ("3 bis 4" habe ich dann z.B. auf "2 bis 5" ausgeweitet, dann gings.)
Und ich hatte schon Klassen, bei denen Partner- und Gruppenarbeit schlecht funktionierte, bei denen es Streit gab und auch die Seminarleitertricks (Auslosen der Gruppe mit Süßigkeiten) "nach hinten" losgingen.
Bei Kindern, mit denen keiner etwas machen will... nunja, kommt auf das Kind an. Manchmal sind es Kinder, die selber nicht fragen, sondern dasitzen und warten und es kommt keiner. Dann half es, dass ich fragte, wo dieses Kind mitarbeiten wird. Von einer Klasse habe ich verlangt, dass auch ein Kind, dass die meisten nicht so mochten, in eine Gruppe aufgenommen wird. (Nur machen, wenn die soziale Kompetenz der Klasse reicht und die Ablehnung nicht zu stark ist.) Manchmal kann man ein anderes, weniger bevorzugtes Kind dazu "überreden" mit dem Kind zu arbeiten, aber vor dem Unterrichtsbesuch testen. Im Zweifelsfall alleine arbeiten lassen und dem Kind eine Spezialaufgabe geben, die es besonders gut kann.
Idee meiner Seminarleiterin: Gruppen auslosen, indem die Kinder aus einer verdeckten Schachtel oder undurchsichtigen Plastiktüte Smarties (oder Gummibärchen) ziehen. Du musst die natürlich vorher abzählen. Vorher unbedingt ausprobieren, das ist bei mir mal gründlich daneben gegangen.
Ich habe zum Thema Zeit mal verschiedene Tätigkeiten schätzen und messen lassen. (Liedstrophe singen, von 20 bis 0 rückwärts zählen, die Namen der Gruppenmitglieder aufschreiben etc.) Prinzipiell hat das den Kindern Spaß gemacht, fast alle hatten eine Uhr dabei. Aber: Die meisten Kinder hatten eine ungenaue Vorstellung von Zeitdauern. Es kamen für ein und dasselbe Schätzungen von 5 s bis 2:30 min.
Hmm, ansonsten kann ich dir da wenig helfen, ich hatte in Mathe (fast) keine (didaktische) Ausbildung.
Grüße,
Conni



