Beiträge von Conni

    Bei Drittklässlern würde ich da auch erst einmal eine Ansage machen, dass so ein Verhalten in der 3. Klasse definitiv nicht (mehr) geht.

    Das habe ich in diesem Schuljahr... Moment, die wievielte Schulwoche haben wir... 22 Wochen und 4 Tage.... also sagen wir 150- bis 180mal gesagt. An einzelnen Tagen sogar gar nicht, aber oft mehrfach.

    Meinst du mit "Multiplikation und Division" die Einführung in diese Rechenarten oder (halb-)schriftliches Rechnen hiermit? Wenn ersteres, dann müsstet ihr euch ja echt beeilen, um noch irgendwie bis zu den Sommerferien durchzukommen. Wenn letzteres, dann würde ich sagen, dass das machbar ist, wenn nichts total Unerwartetes dazwischenkommt.

    Du bist doch Grundschullehrer. Da ist dir doch bekannt, dass die Einführung in der 1/2 stattfindet.

    Ich meinte halbschriftliches Rechnen und bei der Division die Automatisierung des kleinen 1:1. Beeilen reicht da nicht, da kommt man nicht mehr durch. Völlig illusorisch.

    Ich wäre das erste Mal 9.52h ausgeflippt, spätestens 10.07h bei der Diskussion um den Bleistift. Ich merke regelrecht, wie ich mich ärgere. Ich werde wahrscheinlich nicht gesund die Rente erreichen, wenn ich weiter so mache, das wird mir gerade bewusst.

    Ausflippen geht an meiner Klasse nahezu spurlos vorüber. Die sind da zu 90% resistent. Das ist nur schlecht für meinen Blutdruck. Manchmal fange ich an, in Singsang zu verfallen ("Alle haben einen Bleiiiiistift. JA, ihr nehmt den Bleiiiistift.") oder ich setze mich an den Schreibtisch, halte mich fest und atme ruhig und konzentriert.

    Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation und frage mich, ob ich meine Tochter freitesten lassen muss oder die vollen Tage ausnutzen dürfte.

    Naja, stell dir vor, du planst, sie freitesten zu lassen, aber zu Hause ist der vorsorglich durchgeführte Selbsttest positiv. Dann müsstest du wohl noch warten mit dem Freitesten. Bei uns sind gar nicht so wenige Kinder am 5. Tag nach positivem Test weiterhin positiv.

    Btw.: Ich meine nicht, dass das Freitesten für Quarantänisierte verpflichtend ist. Ob das für dich als Mutter verpflichtend ist, damit du schneller wieder arbeiten kannst, weiß ich nicht.

    Zur Erheiterung möchte ich euch mal an meiner heutigen Mathestunde teilhaben lassen:

    9.50 Uhr: Unterrichtsbeginn. Ein Viertel der Klasse ist nach der Hofpause nun noch auf WC, ein weiteres frühstückt schon wieder.

    9.55 Uhr: Bis auf 3 Kinder sind alle vom WC zurück. Auf mehrmalige akustische und visuelle Zeichen wird nun langsam aufgeräumt. A und B sind mit ihren Mathesachen auf den Flur gegangen, die sind schon ein Kapitel weiter als alle anderen.

    10.00 Uhr: Bis auf 3 Kinder haben alle ihre Sachen auf dem Tisch und das Heft aufgeschlagen. Sie sollen das Datum schreiben. Die letzten 3 bekommen mit, dass Mathe ist und sie schon lange ihre Sachen auspacken sollten.

    7 Fragen später ("Sollen wir das Datum schreiben?" "Welches Datum?" "Wo steht das Datum?") haben alle bis auf 3 das Datum geschrieben.

    Ich frage, wer sicher beim Minusrechnen ist. 3 melden sich zaghaft. Die dürfen im Heft losrechnen, genauso wie alle, die ganz anders rechnen (wenige Eltern haben das Ergänzungsverfahren beigebracht.)

    Ich erkläre, dass wir heute Aufgaben gemeinsam lösen und auch dazu sprechen, damit alle sicherer werden können.

    10.05 Uhr Ich schreibe die erste Aufgabe an die Tafel. Die Kinder schreiben ab. Sie sollen einen Bleistift bereitlegen und warten.

    Jetzt sollen alle einen Bleistift bereitlegen. Während ein Drittel der Klasse rechnet, einer alles vom Tisch wirft und ein Drittel einen Bleistift rausholt, fragt das restliche Drittel mir Löcher in den Bauch: Einen Bleistift? Wozu? Kann man auch einen radierbaren Tintenroller nehmen? Was, einen Bleistift? Warum sollen wir einen Bleistift bereitlegen? C und D kitzeln sich mit Bleistiften ab, ich meckere.

    10.10 Uhr: Wir sprechen nun die erste Aufgabe, ich mache vor, alle sprechen nach. Der letzte hat mitbekommen, dass er einen Bleistift braucht.

    Bei der zweiten Aufgabe stöhnen alle, weil ich eine Zahl nochmal verwendet habe: Diese Aufgabe haben wir doch gerade erst gerechnet.

    Wir rechnen die zweite und die dritte Aufgabe. Bei der 4. möchte ein Kind sprechen. Ich erlaube das und freue mich zu früh: Es beginnt beim Hunderter. Das nächste Kind erklärt wortreich, was es macht und warum und wieso. Ich spreche erneut vor, alle sprechen nach.

    E meldet sich: Ich mache es aber anders. F meldet sich: Ich rechne aber so. G meldet sich: Ich will auch was anderes rechnen. P meldet sich: Ob sie das auch mitmachen soll, sie rechnet doch ganz anders. H muss auf WC, I gluckert seine Wasserflasche geräuschvoll leer, J fällt alles runter und sie geräuschvoll hinterher. K muss auch aufs WC.

    Ich werde autoritäre Frau Conni.

    10.15 Uhr Wir schreiben, rechnen und sprechen weitere Aufgaben. Bei Aufgabe 5 wird es emotional schwierig: Frau Conni hat 4 Aufgaben nebeneinander geschrieben, aber bei L passen doch nur 3 nebeneinander und nun hat die Aufgabe kein Zuhause und ist traurig und L auch.

    Bei der 6. Aufgabe meldet sich M und möchte sprechen. Wortreich erklärt es, wie es rechnet und warum und wieso. Ich spreche erneut vor, alle sprechen nach. C und D kitzeln sich mit dem Bleistift ab. M muss auf Clo, N mault.

    Ich werde autoritäre Frau Conni.

    10.25 Uhr: Wir rechnen weiter: Bei der 8. Aufgabe schafft es ein Kind genau so zu sprechen wie ich vorher. Immerhin ein Teilerfolg.

    Das ist doch ganz einfach:

    So geht es bei mir nicht zu. Da würde ich irrsinnig im Kopf werden. Bei mir sind derzeit alle bei der Addition und Subtraktion. Den Jupp habe ich nicht und die Juppine muss bis 1000 rechnen, weil sie keinen sonderpädagogischen Förderbedarf hat, sondern nur eine Rechenstörung und mit der darf ich sie im Zahlenraum nicht zurück in die 1. Klasse schicken, wo sie hingehört. Die einzige Möglichkeit wäre, ihr Aufgaben aus der 1. Klasse zu geben und sie dann die Tests und Klassenarbeiten im ZR bis 1000 mit den möglichen Nachteilsausgleichen (1x1-Tabelle, mehr Zeit etc.) schreiben zu lassen. Auch nicht nett.

    Ich persönlich merke auch die Nachwirkungen des Lockdowns. Die jetzigen 3er waren sowohl in der 1. als auch der 2. Klasse länger zu Hause.

    Dann lieber reduzieren, aber das was man schafft, sicher vermitteln. Aber auf die Idee, in der jetzigen Situation Lehrpläne zu entschlacken oder zu akzeptieren, dass man manche Themen erst im Schuljaht drauf angeht, kommt ja hierzulande niemand. Wir tun hier einfach weiter so, als wäre nichts gewesen.

    ... und sie waren in der Berliner Grundschule noch diejenigen, die am kürzesten zu Hause waren.

    Schuljahr darauf: Habe ich bei meiner letzten Klasse gemacht, wir haben einfach den Stoff nicht geschafft, denn die 4. Klasse ist genauso vollgestopft wie die 3. Habe dann in Absprache mit der nächsten Kollegin Sachen weggelassen, die in der 5. wieder vorkommen. Denen, die aufs Gymnasium wollten habe ich das "für zu Hause" mitgegeben. Da kann man ja nicht sicher sein, wie weit die Rücksichtnahme dort geht.

    Lehrpläne entschlacken wäre mal gut.

    Was übrigens in meiner Klasse am Stoff der 3. noch fehlt (und weshalb du keinen Schrecken bekommen musst):

    Multiplikation und Division

    Rechnen mit Größen, Geld, Längen, Zeit

    Daten und Zufall

    ein Teil der Geometrie

    Ich arbeite die Addition und Subtraktion komplett ab und wechsle dann erst zur Multiplikation und Division. Meine beiden Parallelkolleginnen mischen das. Das habe ich einmal gemacht und es nicht gut gefunden.

    • Beine: Die Beine des Frosches sind länger und schlanker als die einer Kröte. Bei Kröten sind die Beine eher dicklich.
    • Lebensraum: Frösche halten sich meist in der Nähe von Gewässern oder gar in Teichen oder Seen auf.

    Die langen Beine sind notwendig, um an die Pedale des Frosch-Fahrrads zu kommen.

    Lebensraum: Oder auch am Atlantik, am Loch Ness oder am Loch Lomond.

    Bei meinen Schülern liegt die mangelnde Ausdauer darin, dass sie während des Ausdauerlaufes nichts aufs WC dürfen und daher ihrem natürlichen Bedürfnis zur Selbstregulation nicht nachkommen, daher sind die Sportlehrerinnen Schuld. Wurde uns von einer Mutter erklärt. In ungefähr 20 Sätzen und viel schöner formuliert. Bei anderen liegt es daran, dass sie angesprochen werden und dann antworten müssen während des Ausdauerlaufs oder dass sie sich freundschaftlich und nur ein bisschen schubsen müssen. Da kann man nichts machen, da sind immer andere Schuld!

    Im Ernst: Ja, kann ich mir gut vorstellen und letztlich ist das, was ich schreibe ja nur halb spaßig, das sind ja z.T. auch Coronafolgen. Aber nicht nur. Im Grunde genommen waren sie alle schon vorher so.

    Conni

    Wenn das alles so vermittelt wird, wie du beschrieben hast, dann verstehe ich nicht, warum das bei doch so vielen nicht klappt. Vielleicht liegt es einfach an der Zusammensetzung der Klasse? Diese Probleme, die du beschreibst, sind mir bisher bei meinen Klassen nicht so explizit gehäuft aufgefallen. Einzelfälle gibt es natürlich schon. Allerdings meine ich, dass die Schreibweise mit dem Strich die Fehlerhäufigkeit vermindert hat. Zumindest ist alles lesbarer.

    Tja, ich verstehe es auch nicht so richtig, daher frage ich ja nach.

    Wie machst du das denn mit dem Strich bei den Kindern, deren Ziffern das ganze Kästchen ausfüllen?

    - Damit es möglichst keine Fehler in der Rechenrichtung gibt, rechnen wir bei der schriftliche Addition auch schon von von oben nach unten.

    Ja, wir natürlich auch. Also ich. Und viele Kinder. Die anderen machen, was sie wollen, egal wie oft ich auf "von oben nach unten bestehe".

    Zitat

    - Damit weiterhin klar ist, dass wir abziehen und dass wir in Stellen rechnen, fange ich mit superleichten Aufgaben ohne Übergang an. Hier bestehe ich darauf, dass sie von hinten, also bei den Einern anfangen.

    Selbstverständlich. Genau so. Wir haben dazu eine Reihe von Aufgaben im Buch. Auch bei der Addition fange ich mit den Einern an. Die meisten Kinder auch, siehe oben.

    Zitat

    - Ich arbeite immer erst mit ABs, danach lasse ich ins Heft schreiben, denn auf ABs in vorgegebene Kästchen reinschreiben zu können, erleichtert das in so weit, dass man sich erstmal nur aufs reine Rechnen und die Technik beschränken kann. Beim Heft muss man noch aufpassen, dass man richtig untereinander schreibt und wo man den Strich macht.

    Genau so. Wir haben in den Arbeitsheften die Aufgaben mit Kästchen zum Reinschreiben, später erst die zum Alleine-ins-Heft schreiben.

    Zitat

    - Die Schreibweise der Gruppe 2 wäre in einem anderen Verfahren (siehe icke) nicht falsch.

    Ja. Aber der Punkt ist doch nicht die Schreibweise (wäre ok), sondern das Rechnen. 10 - 7 hat einfach ein anderes Ergebis als 13 -7. Ich dachte, das wäre implizit erkennbar, dass ich nicht zu dem Schlag Lehrer gehören, die keinerlei Abweichungen bei sinnvollen Rechnungen dulden. Aber offenbar komme ich doch anders rüber?

    Zitat

    - Unser Buch betreibt bei allen schriftlichen Rechenverfahren eine Fehleranalyse, d.h. es werden fehlerhafte Aufgaben dargestellt

    Same here.

    Etwas OT, aber ich hätte mal eine Frage an euch:

    Habt ihr als Kinder die schriftlichen Rechenverfahren im Unterricht damals auch "nachvollzogen", also wirklich auch verstanden, warum man das so macht, mit dem "1 gemerkt" bei der Addition oder bei der Subtraktion (bei mir Ergänzungsverfahren).

    Uns wurde es nicht wirklich genau erklärt, jedenfalls nicht so genau wie heute. Vielleicht gar nicht oder kurz.

    Ich wusste, was ich tue, ich fand das (in Kombination mit den vielleicht kleinen Erklärungen), "implizit sichtbar". Ich bin aber kein Maßstab für die meisten Kinder.

    Jeder ausserhalb der Schule: Oh Gott, wie kann man nur, das ist doch wichtig!

    Jeder innerhalb der Schule: kann ich gut verstehen. Passiert mir auch oft.

    Zum Trost: Der letzte Zuspätkommer war vermutlich gestern schon den ganzen Tag ansteckend. Da kommt Es heute auf die 30 Minuten mehr auch nicht an.

    Eben. Und letztlich können auch noch 2, 3 andere ansteckend sein, die Tests aber nicht anschlagen. Und außerdem war der Test zu spät abgelesen, vielleicht falsch positiv.

    Dann muss man halt sagen: Kein Musik, nur malen und dann höre ich den Timer auch ganz sicher.

    Im Grunde genommen wollte eine Kollegin ohne ständige volle KLassen verspäteten Schülern die Testmöglichkeit anbieten. Aaaaaaaber. Ein Familienmitglied positiv. Sie hat seit dem WE Symptome und ist seit Mitte der Woche zu Hause, weil es ihr nicht gut gin.

    *daumenhoch* Freu dich über die schönen Dinge in der Schule. Davon gibt es genug.

    Heute war ich so begeistert von der Body-Percussion, dass ich vergessen habe, den fett positiven Test des letzten Zuspätkommers synchron zum Vormachen, Lüften, Fritzheinzchen zum WC lassen, CD-Player-Reparieren und AnnaIsabellRichartAmelie-an-die-Maske-Erinnern abzulesen.

    Eine weitere total positive Sache ist, dass nächste Woche nur für 2 Stunden das Wasser abgestellt wird und nicht 500 Personen einen ganzen Tag auf den Eimer gehen müssen. So schön!

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