Kanada hat vergleichbar große Klassen. Kanada hat seit 30 Jahren Sonderschulen abgeschafft und gilt als Vorbild in Sachen Inklusion. Kanada hat ebenfalls eine hohe Zuwanderungsquote. Kanada hatte ähnliche Herausforderungen im Bildungssystem wie wir. Sie sind ein Beispiel für eine Land, das bei PISA die letzen Jahre gut abschnitt und die Entkopplung von Herkunft und Leistung vergleichsweise gut schaffte.
Kanada sieht sich selbst als multikulturelles Land. Dort gibt es festgelegte, verbindliche Einzugsgebiete. Kanadas Schüler*innen lernen bis zur sechsten Klasse in der primary school zusammen. Kanadas Schulen sind Ganztagsschulen. Man setzt auf enge Diagnostik und Anschlussförderung. Daten werden digitale erhoben und in Schulen, zwischen Schulen und über Kreise hinaus verglichen. Teamteaching und Lehrer*innenkooperationen sind wesentliches Merkmal kanadischer Schulen.
Du meinst das Land, in dem nur etwas über die Hälfte der indigenen Bevölkerung einen High School- Abschluss schafft im Vergleich zu über 90% der Restbevölkerung, innerhalb von Reservaten sogar noch weniger Jugendliche? Das Land, in dem Ärzten, die indigene Frauen nach einer Geburt zwangssterilisieren lediglich auf die Finger geklopft wird in Form einer Rüge? Das mit der „Multikulturalität“ endet dort nämlich bis heute ganz schnell, wenn es um die Menschenrechte der First Nations geht. Herkunft und Leistung sind zumindest bezogen auf deren Angehörige bis heute nicht entkoppelt.
Wenn du also schon Beispiele nennen möchtest, dann bitte schau dir die Länder realistisch an und zitier nicht nur die schöne, heile, weiße PR- Welt, die man von sich selbst erzählen möchte.