Es wäre geradezu fatal, wenn man mit dem Wunsch, dass man die Aufmerksamkeit von 30 Kinderaugen bekommt, Lehrkraft wird. (…)
Ich freue ich als Lehrkraft, wenn ich die Aufmerksamkeit aller meiner SchülerInnen habe, aber eben nicht, weil ich das als Persönlichkeit für mein Ego brauche, (…).
Ergänzend dazu: Es ist auch schlichtweg nicht die Aufgabe unserer SuS uns Lehrkräften die Bestätigung, Anerkennung und sonstige seelischen Streicheleinheiten zu liefern, die wir für unser Ego vielleicht benötigen. Mit zu deren Aufgaben gehört es erst einmal selbst groß zu werden und sich dabei auch an uns „reiben“ zu dürfen verbal. Zu unseren Aufgaben gehört dann ein entsprechendes Rollenbewusstsein.
Es ist aber bestelehrer auch nicht Aufgabe deiner Arbeitskolleginnen und -kollegen, sprich deiner Peers dir Bestätigung und Anerkennung zu geben, auch wenn es natürlich schön ist, wenn das geschieht.
Ich glaube, du hast noch einigen Weg vor dir, um wirklich bei dir selbst anzukommen und dich weniger abhängig zu machen von der Bestätigung durch Außenstehende. Gerade im Hinblick auf Berufszufriedenheit ist das ein wichtiger Schritt, weil du dann nicht konstant Erwartungen an deine Mitmenschen hast, die viele von ihnen am Ende nur enttäuschen werden, weil sie die Rolle, die du ihnen zuschreiben möchtest nicht ausüben (wollen). Das wäre durchaus etwas, was sich mit professioneller Unterstützung aufzuarbeiten lohnen könnte.