Beiträge von CDL

    Bei uns gibt es ein "Gentlemen agreement":
    Die Referendare, die ihre Prüfung bereits absolviert haben, bewirten die "Besucher" ihrer Nachkommen.

    Die Kolleg*innen, die als Prüfer an der Schule eintreffen, haben teilweise lange Anfahrtswege hinter sich. Eine Tasse Kaffee und etwas Gebäck sind Zeichen der Gastfreundschaft und sorgen für eine entspannte (Prüfungs-)Atmosphäre, die nicht durch Hunger oder Durst getrübt ist.
    Sofern das unseren Referendaren zu Gute kommt, ist das gut und beabsichtigt ;)

    „Gerne dürfen Sie sich frei an der Kollegiumskaffeemaschine bedienen, Wasser aus unserem Wasserspender haben wir für Sie und unseren Prüfling im Besprechungsraum bereitgestellt. Ein kleines Vesper haben Sie angesichts ihrer langen Anfahrt sicherlich mit dabei. Benötigen Sie vielleicht einen Teller oder eine Serviette dazu?“

    Ein Unterrichtsbesuch ist kein Besuch im klassischen Sinn, bei dem man seine Gastgeberqualitäten unter Beweis stellen müsste, sondern ein professioneller Termin, bei dem man sich durchaus auch als Prüfer: in entsprechend professionell verhalten und ausreichend vorbereiten darf, statt zu erwarten, dass die Prüflinge auch noch Gastgeber: in spielen müssen am Prüfungstag (oder alternativ deren Schulen, nur um die Prüflinge zu entlasten bei dem ganzen Seminarzinnober).

    Ein Gentlemen agreement sähe meines Erachtens im Jahr 2024 dergestalt aus, dass man als Seminarschule einfach ganz deutlich mit dem Seminar darüber spräche, dass man gemeinsam und konsequent diese Unsitte brechen würde für den nächsten Ausbildungsjahrgang, statt diese immer weiter tradieren zu wollen unter der Behauptung, es gehe ja um „Zeichen der Gastfreundschaft“ oder „nette Traditionen“.

    Kleiner Bericht von der Front:

    Nach insgesamt sechs (!) E-Mails habe ich von 8 SuS (von 22) Infos darüber, welche Vorerkrankungen/sonstige gesundheitliche Probleme Sie haben. Ich renne da seit Wochen hinterher und habe bereits jetzt die Nase voll von diesem tollen Spaß. In den Akten steht dazu genau gar nichts. Unsere sind alle (bis auf eine) volljährig und ich höre nur Andeutungen darüber, wie sehr man sich besaufen will. Yeah!

    Wissen die, dass sie nicht mitfahren dürfen, wenn sie die Informationen zu Vorerkrankungen nicht bis Datum X abgegeben haben?

    ich finde nicht, dass man sich als hartgesottener Krimineller auszeichnen muss, um von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen. Ich verstehe gut, dass einem das durch die Umwelt immer suggeriert wird und natürlich würde unser Rechtstaat (und die öffentlich-rechtliche Krimilandschaft gleich mit) nicht mehr hinterherkommen, wenn alle die Aussage verweigern, aber das heisst nicht, dass die Nichtwahrnehmung dieses Rechts eine in irgendeiner Form moralisch überlegene Handlung ist. Es findet in der öffentlichen Wahrnehmung eine Vermischung der Systemlogiken statt: Sich nicht selbst zu beschuldigen zu müssen ist eines der ältesten Elemente des Rechtstaats überhaupt und damit legitim. Wer beichten möchte, kann dafür in die Kirche gehen oder sonstirgendwie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.

    Mir ging es lediglich darum, dass das Menschen waren/sind, die möglicherweise dem emotionalen Druck, den ein durch eigenes Handeln oder eher Unterlassen erfolgter Todesfall eines anvertrauten Schützlings bei jedem halbwegs anständigen Menschen zur Folge haben dürfte, irgendwann möglicherweise emotional einfach nicht mehr gewachsen waren, so dass sie das Bedürfnis hatten zu reden, ungeachtet ihres Rechts auf Aussageverweigerung usw. Jemand mit krimineller Vorerfahrung könnte diesbezüglich unter Umständen etwas abgebrühter reagieren.

    Mir ging es an keiner Stelle darum eine Nichtwahrnehmung des Aussageverweigerungsrechts als moralisch überlegene Handlung darzustellen. Ich denke ehrlich gesagt aber auch nicht, dass ich das getan habe. Das interpretierst du meines Erachtens lediglich in meinen Beitrag unzutreffend hinein.

    Entweder direkt über ein Schulbudget oder nachträgliche Abrechnung mit dem Land. Wenn beides bei euch nicht vorgesehen ist bleiben eben nur Ausflüge ohne Zusatzkosten für Lehrkräfte. Wandern ab/bis Schulhaus beispielsweise.

    In der Stadt in der ich wohne wird trotz der gerichtlich festgestellten Unmöglichkeit für den vom Amt vorgesehenen Mietsatz eine Wohnung mieten zu können dennnoch noch nicht einmal eine Miete von rund 750€ für zwei Personen übernommen. Ich kann mir insofern nur schwer vorstellen, dass irgendwo über 1000€ für eine Einzelperson übernommen werden. Wo genau soll das der Fall sein?

    Ich habe 2 Jahre von Minijobs leben müssen und musste meine Miete selber bezahlen. Insofern hatte ich es sogar schlimmer, als die ach so schlecht ausgestatteten Bürgergeldempfänger.

    Du meinst, du hast genug verdient, um sowohl deine Miete, als auch deine Lebenshaltungskosten bestreiten zu können und keinen Anspruch auf Aufstockung zu haben und trotzdem ging es dir finanziell alles andere als gut? Dann solltest du doch verstehen, dass Bürgergeld keine Luxushängematte ist, weil du weißt, was es bedeutet in relativer Armut leben zu müssen.

    Öhm, wollen wir uns nach sieben Jahren wieder einmal im Kreis drehen? Zu dieser Unsitte ist doch eigentlich alles gesagt worden, oder?

    Erstens aber nicht von allen und zweitens besteht besagte Unsitte weiterhin. Solange das der Fall ist müssen wir immer wieder ansprechen, dass das eben keine nette kleine Tradition ist, sondern eine unzumutbare Erwartungshaltung und Unsitte, die Anwärter:innen immer wieder aufs Neue unter Druck setzt auch das noch leisten zu sollen.

    Vergiss nicht, dass Miete und Nebenkosten übernommen werden. Das wird mal gerne taktisch "ausgelassen" ;)

    Du hast schon von Bürgergeld leben müssen und weißt insofern aus eigener Erfahrung, wie "üppig" das wäre? Wenn nicht, einfach mal zurückhalten bei dem Thema.

    Ist natürlich die Frage, ob man dann die Löhne in den unteren Gruppen erhöhen oder die Leistungen des Bürgergeldes kürzen muss oder wie ich denke beides ein wenig ...

    Nachdem das Bundesverfassungsgericht sich recht deutlich in der jüngsten Vergangenheit zur Höhe von ALG II geäußert hat ist eine Kürzung des Bürgergelds kaum vereinbar mit den Vorgaben zur Teilhabe.

    Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass Arbeit sich lohnen muss durch einen deutlicheren Abstand der unteren Lohngruppen zum Bürgergeld und damit zu einem Leben in relativer Armut.

    '24268']CDL[/user] Salzgrotte: mega Idee! Mal schauen, wo eine ist. Was ich mich allerdings frage: sind die sicher? Viele sind ja gebaut und nicht natürlich und immer feucht... Reicht das Salz aus, dass sich da keine Bakterien munter verbreiten oder Schimmelpilze?

    In den Salzgrotten, in denen ich bisher war war immer so viel Salz einerseits (Schüttung auf dem gesamten Boden, auf dem man deshalb mit Straßenschuhen nicht laufen darf, Bausteine aus Salz an den Wänden) und es insgesamt so hygienisch andererseits, dass ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht habe, dass Bakterien /Schimmel sich dort einnisten wollen würden. Schau es dir einfach an, sprich ggf. auch mit den Betreibern.

    Es gibt zumindest hier in der Gegend übrigens zwei Arten Salzgrotten: Wellnessgrotten, die z. B. ein Thermalbad betreibt und reine Salzgrotten. In ersteren ist der Salzgehalt deutlich niedriger (spart Geld). Darüber hinaus mischen die teilweise noch Zusatzstoffe unters Salz, die nicht immer für Menschen mit Atemwegsproblemen gut verträglich sind. Zuletzt hatte ich da plötzlich Eukalyptus im Raum gehabt, was bei Asthmatikern Anfälle auslösen kann durch den Mentholgehalt. Das war eine schlimme Nacht, die folgte und die Grotte besuche ich nicht mehr, die das macht.

    Reines Salz in hoher Konzentration ist am effektivsten und auch am ungefährlichsten.

    was mich an dem Fall irre macht und ich tausend mal unverständlicher finde, als irgendwelche SchülerInnenakten, in die unterlassen wurde, hineinzusehen: wieso haben die beiden Kolleginnen überhaupt Einlassungen gemacht? Wie blöd kann man bitte sein als Angeklagte vor Gericht eine Aussage zu machen, zumal der Fall ja so unklar war, dass er schon mehrfalls nicht eröffnet wurde? anscheinend haben sie sogar keine StrafrechtlerInnen beauftragt, sondern sich von Anwälten irgendwelcher anderen Sparten vertreten lassen. DAS lässt mich echt kopfschüttelnd zurück..

    Vielleicht war an der Stelle für die beiden die Last einfach zu groß geworden, so dass sie reden mussten, um irgendwie mit ihrer Schuld umgehen und diese verkraften zu können. Das sind schließlich keine hartgesottenen Kriminellen, die da vor Gericht standen, sondern letztlich ganz normale Menschen, die sich bis dahin nichts zuschulden haben kommen lassen.

    Ich habe seit ich in den Sommerferien an COVID erkrankt war auch konstant das Problem, dass ich nach vielen, oft, oft auch nur kleinen Infekten, wochenlang wieder nicht mehr richtig abhusten kann und die Dauerverschleimung immer wieder auf die Stimme geht. Aktuell bin ich deshalb wieder 2x in der Woche in der Salzgrotte, um das Ausschleimen aktiv anzustoßen und zu unterstützen. Das hilft auf jeden Fall bei dieser Symptomatik.

    Ergänzung: Heiße Kartoffelwickel helfen ebenfalls festsitzenden Schleim zu lösen.

    Bei uns sind die Akten im Büro der Abteilungsleitung eingeschlossen. Wir müssen die Explizit anfordern und dürfen die dann dort einsehen.

    Soll man das echt dann für 30 Schüler machen?

    Das ist aber dann eine echte Spezialregelung bei euch, die anders lösbar wäre. Bei uns sind die Akten in einem Schrank im Sekretariat eingeschlossen. Wenn die Sekretärin da ist, ist der Schrank aber immer frei zugänglich für uns Lehrkräfte. Lediglich außerhalb ihrer Dienstzeiten müsste man jemand aus der erweiterten Schulleitung um Aufschluss bitten.

    Auch ein Blick in diese Akten dürfte allerdings eine schriftliche Erfragung aktueller Erkrankungen und Medikationen nicht ersetzen können vor einer Klassenfahrt.

    Gibt es bei irgendjemandem an der Schule einen geordneten, idealerweise von der SL überwachten Prozess, wie gesundheitliche Besonderheiten dokumentiert und kommuniziert werden?

    Bei uns machen das idR die Klassenleitung und die Schulsanis (bzw. die dazugehörigen Lehrkräfte), allerdings ungeordnet und in weit verstreuten Ordnern (Papier).

    Bei uns gibt es eine Liste, die jedes Schuljahr (oder eben wenn wir neue, relevante Informationen erhalten) aktualisiert wird. Auf dieser Liste stehen erkrankte SuS mit Namen, Klasse, Erkrankung(en) und ggf. erforderlicher Notfallbehandlung. Jede Lehrkraft weiß, wo diese Liste im Lehrerzimmer zu finden ist und ist angehalten diese regelmäßig auf Änderungen in den eigenen Klassen hin zu überprüfen. Alles, was eine Notfallreaktion erforderlich machen könnte im Schulalltag wird auf der Klassenkonferenz von den KL angesprochen samt Hinweisen, was in welchem Fall zu tun wäre, wo sich beispielsweise ein Asthmainhalator befindet, auf den man zugreifen müsste, etc.

    Klärende Gespräche unter Einbindung der Schulsozialarbeit. Je nach Absprachefähigkeit einerseits und persönlicher Gefährdungslage andererseits kommt ein Fahrtenausschluss durchaus infrage. Alternativ könnte auch einfach ein anderes Ziel gewählt werden, wo sich zu bekiffen nicht direkt Teil des erwarteten Freizeitprogramms einiger Teilnehmenden sein wird, sondern es tatsächlich um kulturelle Ziele , sportliche oder das soziale Miteinander geht.

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