Bin ich der einzige, der das Verhalten des Lehrers fragwürdig findet? Ich sehe nicht, wo das Problem ist, eben die Eltern anzurufen. Sonst muss man das eben an einem anderen Tag machen.
Natürlich sollte man das als Lehrkaft machen. Nachdem wir aber nur die Perspektive der Mama kennen, die im Auto sitzen geblieben ist und deren Kind sich nicht bei ihr gemeldet hat, wissen wir halt nicht, ob:
- die Lehrkraft am Ende doch vorab schriftlich informiert hat, aber die Mail nie von den Eltern gelesen wurde, weil das eine der Familien ist, die alle naselang Handynummer rund Emailadresse wechseln, ohne der Schule aktuelle Kontaktdaten zukommen zu lassen
- das Infoschreiben in einer Postmappe liegt, die die Eltern täglich kontrollieren sollten gemäß Übereinkunft mit der Schule, was diese aber nicht gemacht haben
- der Schüler womöglich gar nicht mehr so klein/ jung ist, wie man meinen könnte angesichts des Elterntaxis (steht irgendwo, dass das tatsächlich ein Minderjähriger war?)
- der Schüler der Lehrkraft vielleicht dreist ins Gesicht gelogen hat, er habe seine Mutter informiert über das Nachsitzen, was er in einer Pause telefonisch machen sollte
- …
Es gibt genügend Gründe, woran es scheitern kann, einen Nachsitztermin mit Eltern vernünftig zu besprechen, einfach weil diese nicht reagieren auf Emails und auch telefonisch nicht erreichbar sind, auch wenn man als Lehrkraft seinen Teil mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf erfüllt.
Wenn man SuS an dem Tag nachsitzen lassen will, an dem man das ankündigt, dann muss man aber zumindest bei Minderjährigen selbst als Lehrkraft zum Telefonhörer greifen, um Eltern zu informieren, damit diese sich nicht unnötig Sorgen machen.