Ich nicht. Aber egal.
Wir einigen uns darauf, dass all meine Gesprächspartner zu diesem Thema Unrecht hatten und das Ref, das ihr ja alle bestanden habt, eine großartige und konstruktive Ausbildung ist.
Die Mehrheit der Leute, die ein Referendariat beginnen schließen dieses dann auch erfolgreich ab und das in allen Schularten, Fächern und Bundesländern. Mit „Mehrheit“ sind in dem Fall nicht etwa nur 51% gemeint, das ist also auch keine ganz knappe Mehrheit. Ich war selbst Seminarsprecherin, habe also für meinen Jahrgang einen recht genauen Einblick wie viele aus welchen Gründen abgebrochen haben, wer den ersten Ausbildungsabschnitt wiederholen musste, wer eine oder mehrere Lehrproben wiederholen musste. Ich weiß auch recht differenziert, welche Schwierigkeiten meine Mitanwärter: innen real im Ref hatten, die auch nachvollziehbar nicht an ihnen gelegen haben und wer in erster Linie deshalb Probleme hatte, weil er/ sie sich beratungsresistent zeigte, kritikunfähig war, faul (gewaltige fachliche Lücken bereits aus dem gerade noch so bestandenen Studium und keine Bereitschaft, diese ausreichend nachzuarbeiten, um überhaupt selbst erst einmal Themen richtig durchdringen zu können, ehe sie dazu Unterricht planen) oder auch einfach erwartet hat, dass das Seminar ihnen auch alles nachtragen müsste, weil sie dummerweise Mentorinnen und Mentoren hatten, die das derart gehandhabt haben, als wären das minderjährige SuS und keine Erwachsenen mit abgeschlossenem Studium. Mir fallen deshalb nur zwei Fälle ein, bei denen ich es schwierig fand, dass diese am Ende ihr Ref nicht abgeschlossen haben. Die eine Anwärterin hat abgebrochen, weil sie zu lange für die Unterrichtsplanung verwendet hat aus Unsicherheit/ Perfektionismus und sich auch nicht dazu entschließen konnte, das so zu straffen, dass sie mit ihrer Zeit klarkommen könnte. Der andere Anwärter war an einer Schule, die mich als angehende Referendarin nach eingehender Begeisterung im Vorstellungsgespräch abgelehnt hat, nachdem sie von mir erfahren hat, dass ich schwerbehindert bin. Nachdem ich den Anwärter bereits aus dem Studium kannte, kann ich mir vorstellen, dass er bei einer derartigen Schulleitung einfach emotional untergegangen ist.
Wir alle, die wir unser Ref bestanden haben, haben während unseres Refs nicht Augen und Ohren vor dem verschlossen, was bei anderen Anwärtern los war. Wir alle haben aber auch regelmäßig aktuelle Refis an den Schulen, sind teilweise Mentorinnen und Mentoren für diese, auf jeden Fall aber KuK und reden mit diesen darüber, wie es ihnen im Ref ergeht, bieten Hilfe an, hören zu, gerade auch bei Problemen. Ich denke also, dass wir sowohl aus eigener Erfahrung wissen, was es bedeutet ein Ref zu absolvieren, aber eben auch aus ausreichend verschiedenen Gesprächen mit immer wieder neuen Anwärterinnen und Anwärtern. Du kannst das weder aus eigenem Erleben beurteilen, noch hast du Gesprächspartner, die ihr Ref und das ihrer Mitanwärter: innen ausreichend differenziert reflektieren wollen oder können- eh sei denn natürlich, du nimmst auch in den Gesprächen mit diesen nur so selektiv auf, was man dir antwortet, wie in diesem Forum. Mit deinen pauschalen, undifferenzierten Sprüchen übers Ref disqualifizierst insofern nur du selbst dich als Gesprächspartner zu diesem Thema.